Wer glaubt, Tunesien besteht nur aus Palmen, Meer und Strand, der irrt gewaltig.
Im Süden des Landes begegnet man eher kargen Landschaften, die überwiegend aus Sahara und den Oasen besteht. Im Mittleren Tunesien sieht man Olivenhaine, Kornfelder, Kaktuspflanzen und Palmen, also noch das typisch orientalische Bild.
Der Norden dagegen gleicht landschaftlich schon fast Europa.
Gebirge, Wälder und viel grün überwiegen.
***unsere Fahrt***
Über Tunis ging es zunächst nach Tabarka. Wir wählten die Strasse in Küstennähe, da die Entfernung am kürzesten aussah, was sich allerdings als Fehler erwies. In der Mitte der Strecke von 230 km war die Strasse plötzlich weg. Es wurde gebaut und anstatt auf einer Strasse fuhren wir über Sand mit grossen Steinen und Löchern und das ganze auch noch bergauf und ziemlich kurvenreich. So ging es an die 30 km weiter und wir kamen nur sehr langsam vorwärts.
Dann endlich wieder eine normale Strasse.
Aufenthalt in Tabarka und dann machten wir uns auf den Weg nach Ain Draham. Von dort ging es über Bulla Regia, Jendouba und Beja wieder zurück nach Tunis. Diese Strecke war sehr viel angenehmer, da die Strasse durchweg in Ordnung war.
Während wir in Tabarka noch am Strand spazieren waren, ging es direkt ein paar Kilometer hinter Tabarka steil nach oben. Die Straße umschlängelte die hohen Berge. Auf der einen Seite die Wälder und Felsen auf der anderen Seite der Blick in die weit unten gelegenen Täler.
Es ging immer weiter bergauf und war landschaftlich so überwältigend, dass öfter Pausen eingelegt wurden, um zu filmen und ein paar Fotos zu schießen.
***AIN DRAHAM***
Der eher kleine Ort Ain Draham befindet sich im nördlichsten Teil von Tunesien.
Von dem bekannten Urlaubsort Tabarka nur 30 km entfernt und nicht all zu weit von der algerischen Grenze, ist der Weg dorthin schon ein kleines Abenteuer und die Natur überwältigend.
Nicht nur die Lage, auch das Klima machen Ain Draham so besonders und einen Ausflug wert.
In 800 m Höhe, am Atlasgebirge gelegen und nicht weit entfernt von Algerien hat lernt man eine ganz andere Seite von Tunesien kennen, die eigentlich so gar nicht zum Image von Tunesien passen. Hier liegt sogar im Winter Schnee!
Umgeben wird Ain Draham von immergrünen Wäldern und Maccien, die aus Korkeichenwäldern, durchsetzt mit Steineichen und Unterwuchs wie Baumheide, Erdbeerstrauch, Pistazien, sowie Wachholder-, Kiefern- und Eucalyptuswälder bestehen.
In der Maccie, so wird die Strauchheide genannt überwiegen Thymian, Lavendel, Zistrose und Salbei. Daher ist kaum verwunderlich, das Verkäufer am Strassenrand Kräuter aus den Wäldern anbieten.
Gerade hat man sich an den doch enormen Temperaturabfall in den Bergen gewöhnt, sieht man wie ein Nest in die Berge gelegt, die kleine Stadt von Ain Draham.
Während man in anderen Teilen Tunesiens überwiegend weisse Häuser sieht, sind in Ain Draham die Häuser mit roten Dächern gebaut. Man könnte glauben, in einem deutschen Bergland unterwegs zu sein, wären da nicht die typischen tunesichen Cafe's und Geschäfte.
Das Leben spielt sich eigentlich nur um eine grosse Hauptstrasse herum ab, an deren Anfang ein Aquapark ist. Das Wasser kommt aus den Bergen und dient im Hochsommer für Groß und Klein zur
Abkühlung.
Bekannt ist Ain Draham auch als Jagdparadis. In den zahlreichen Wäldern leben Tierarten wie Wild-und Stachelschweine und Schakale. In Deutschland noch nicht so bekannt, aber bei den Franzosen bereits ein beliebtes Ziel für die Jagd.
Ein beliebtes Ausflugsziel der Bewohner von Ain Draham und andere Tunesier ist der Ichkeul-See mit vielfältiger Flora und Tierwelt, der nur einige Kilometer vom Ort entfernt ist.
Auch der Parc National d'el Feidja, hinter dem Dorf Ain Draham ist eine beliebte Adresse bei Natur -und Tierfreunden. Neben den Wildschweinen auch noch Atlashirsche und andere Tierarten beobachtet werden.
Wir haben nur einen Teil davon besucht und nur weidende Ziegen und Schafe gesehen, aber der Ausblick war einmalig und die Luft einfach herrlich.
Wem es besonders gut in Ain Draham gefällt, kann dort im Hotel Nour el Ain übernachten.
Etwas versteckt liegt es hinter dem Dorf an einem Hang, zu erreichen über einen längeren Weg von der Hauptstrasse.
***Umgebung***
Für die Kunstfreunde gibt es noch ein Highlight.
Ca 50 Km hinter Ain Draham in Richtung Jendouba befindet sich die römische Ausgrabungsstätte Bulla Regia. Hier können sich die Ruinen noch in aller Ruhe angesehen werden. Es werden kaum organisierte Reisen nach Bulla Regia durchgeführt werden, da es von den üblichen Ferienorten zu weit entfernt ist.
Dadurch sind die Ruinen auch noch sehr gut erhalten.
Auch Jendouba und Beja lohnen einen Besuch, da sie das typische Tunesien ohne Tourismus zeigen und die Gastfreundschaft besonders groß ist.
***Empfehlung***
Wer in Hammamet oder in der Nähe von Tunis untergebracht ist, kann an einem Tag eine erlebnisreiche Tour nach Ain Draham planen. Wir sind morgens aufgebrochen und waren kurz vor Mitternacht wieder in Hammamet.
Die Küstenstrasse über Mateur ist abenteuerlich , aber nicht zu empfehlen.
Im Frühjahr oder Winter sollte auf jeden Fall warme Kleidung mitgenommen werden, da die Temperaturunteschiede teilweise mehr als 10 Grad betragen.
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Informationen zu Ain Draham
Technische Daten und ProdukteigenschaftenStadt im Norden Tunesiens mit vielen Sehenswürdigkeiten
Allgemeine Informationen Ain Draham
gelistet seit: 27.06.2005
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