Wer fernsehen will, braucht kein Fernglas, denn dann würde er ja fern sehen, sondern einen Fernseher. Fast jeder hat einen im Haushalt. Bei uns steht auch einer. Als 1999 der alte RFT- Fernseher, der über 20 Jahre alt war (älter als ich), auf einmal anfing ganz merkwürdig zu rauchen und komisch zu heulen, kam ein neuer Fernseher ins Haus. Bei Red Zac haben wir für DM 2000 den Grundig M63-284 IDTV/Log.
Mit einem Schlag wurde ich mit richtig moderner Fernsehtechnik vertraut. Bisher fand ich es unmöglich, dass man für Sat-Empfang immer einen Extra-Empfänger anschließen musste, obwohl jeder vierte Hauhalt über Satellit schaut. Der Monteur jedoch, baute ganz einfach ein Sat-Empfangsmodul ein und fertig. Das Empfangsgerät wurde unnötig und jetzt wird nur noch eine Fernbedienung gebraucht. Und natürlich ist dieser Fernseher ein 100-Hz-Gerät. Das Flimmern hat damit ein Ende. Flimmern kann ganz schön ungesund werden. Ich werde jetzt mal auf Einzelheiten eingehen.
Die Bedienung
Genial finde ich, dass einem alles so einfach geht. Die Programmierung der Sender geht automatisch, für Radio und Fernsehen. Sender, die sich ein gesunder Mensch nicht anschaut (z. B. Neun Live) oder Sender, die verschlüsselt sind, kann man ganz einfach aus der Programmtabelle löschen. Man kann die Sender ganz einfach verschieben, ähnlich wie in einer Tabellenkalkulation, wenn man Zellen oder Zeilen verschiebt, kopiert oder ganz löscht. Selbstverständlich kann man Frequenzen auch direkt eingeben; schließlich ist der Fernseher nicht von Microsoft. Mit einer solchen einfachen Bedienung war ich vorher nie vertraut.
Man kann natürlich auch andere Einstellung vornehmen. Je nachdem, ob man Viva oder einen Film auf Arte sieht, kann man den Ton einstellen. Wer Musik hört, stellt auf Musik, wer eine Buchbesprechung auf Arte sieht, stellt auf Sprache und was es da alles sonst noch gibt. Dadurch wird die Tonausgabe veredelt. Eine ähnliche Funktion gibt es für das Bild.
Weil es heute so viele Schmutzsendungen gibt, gibt es natürlich eine Kindersicherungsfunktion. Auch interessant ist die Funktion „zur Zeit im Programm". Diese Funktion klappert die Teletext ab, holt Informationen zum aktuellen Programm oder schwuppdiwupp werden die Daten übersichtlich auf dem Schirm dargestellt. Leider ist diese Funktion etwas langsam, weil die Teletexte nicht alle wenigstens im Ansatz gleich aufgebaut sind. Würde jeder Sender z. B. auf Seite 889 entsprechende Informationen anstelle von Werbung für Telefonnutten ablegen, dann wäre man schon viel weiter.
Die Fernbedienung ist auch ganz toll. Da die Einstellungen fast alle über Bildmenüs vorgenommen werden, kommt man wenigen Knöpfen aus. Es gibt die zehn Ziffern, die ja jeder kennt, vier Pfeiltasten und eine OK-Taste, die vier bunten Knöpfe, die Quizsendung für ihre Zwecke schon missbrauchen und noch einige andere Tasten, insgesamt 34 Tasten und das ist ganz schön wenig. Die Fernbedienung ist schön groß und robust und die wichtigsten Tasten sind etwas größer. Mit der Fernbedienung soll man auch einen Grundig-Videorekorder ansprechen können.
Negativ ist, dass das beim Umschalten der Sender, es einfach zu langsam geht. Wenn man z. B. Sender 22 aufrufen möchte, dann drückt man zweimal die zwei. Man darf aber nicht zu schnell dabei drücken. Und das Ändern des Senders mit
der Hoch-/Runtertaste ist auch langsam, obwohl ich dabei gut finde, dass am rechten Rand die Sendernamen angezeigt werden.
Der Teletext
Der Teletext macht mit diesem Fernseher richtig Spaß. Der sogenannte TOP-Videotext legt wichtige Seiten, ungefähr zehn an der Zahl ab, in einem Puffer ab, damit man diese schnell aufrufen kann. Wer eine nachfolgende Seite aufruft, hat diese sofort auf dem Bildschirm. Und mithilfe der bunten Tasten wird man gut durch den Teletext geführt, denn mit der gelben Taste ruft man ruckzuck einen erwählten Menüschwerpunkt auf. Sehr bequem ist auch die Möglichkeit, Seitenzahlen quasi anzuklicken. Mit den Pfeiltasten manövriert man sich durch eine Seite und zwar werden alle dreistelligen Zahlen dabei selektiert. Und wenn man dann OK drückt, ist man auf der entsprechenden Seite, wie eine Verknüpfung, wie man sie aus dem Internet her kennt.
Die Tonausgabe
Zwei integrierte 20-Watt-Lautsprecher sorgen für Stereoton. Meiner Meinung nach sind diese völlig ausreichend. Der Klang ist sauber. Es gibt ja auch welche, die meinen, es höre sich auf solch kleinen Lautsprechern nicht gut an. Den sage ich nur: Holt euch doch große Brüllwürfel für tausend Mark. Diese könnt ihr natürlich per Cinchkabel am Fernseher anschließen. Für meine Ansprüche sind die integrierten Lautsprecher bestens.
Das Bild
Das Bild ist klar und flimmerfrei, da 100-Hz-Technik. Mit 4:3-Format und 70 cm Bilddiagonale das Fernsehen Spaß. Es gibt auch noch Sondereinstellungen zum Bild. Man kann das Bild auf vorprogrammierte Helligkeiten und Kontraste einstellen; dies kann man auch ganz alleine tun. Man kann das Bild per Knopfdruck anhalten oder strecken. Die Streckung geht zu Lasten der Randbereiche, die man eigentlich gar nicht wirklich brauch. Die Randbereiche (z. B. die ersten zwei Zeilen) werden ja von manchen Sendern sogar zur Datenübertragung missbraucht. Es gibt sogar eine Rauschreduktion, die automatisch arbeitet.
Radiohören
Mit diesem Fernsehgerät kann man auch Radiohören, nämlich die Radioprogramme, welche (bei mir) Astra ausstrahlt. Mit zwei Tastendrücken landet man im Radiomenü und man kann seinen Sender erwählen. Das Bild wird auf schwarz geschaltet. Diese Sache halte ich nicht besonders für ökologisch, da ein Fernseher sehr viel Energie verbraucht; ein Radio benötigt da viel weniger. Ich benutze diese Funktion selten. Dank aber dieser Technik, bin ich auf die beiden Radiosender Deutschlandfunk und Deutschlandradio aufmerksam geworden. Immerhin etwas. Ich höre beide Programme täglich, da sie sehr qualitativ sind und damit meinen Geschmack treffen.
Ökologie
Gehören Sie auch zu den Stand-by-Geräte-Hassern? Ich gehöre dazu. Dieser Bereitschaftsdienst ist furchtbar und es ist schade, dass es schon so viele Geräte gibt, die man nicht mehr wirklich abschalten kann. Diesen Fernseher kann man aber noch richtig abschalten. Natürlich gibt es einen Bereitschaftsdienst, aber nach einer bestimmten Zeit schaltet sich das Gerät selbstständig ganz und gar aus. Dies kann ich auch per Fernbedienung Doppoldruck machen. Dabei wird eine Mechanik ausgelöst, die den Fernseher endgültig vom Netz nimmt. Schade eigentlich, dass noch nicht alle damit ausgerüstet sind, aber dieser Fernseher hat‘s. Das nennt sich „Öko- Netzschalter".
Die Bedienungsanleitung
Was nützt ein guter Fernseher, wenn man ihn nicht bedienen kann? Die Benutzerfreundlichkeit wird mit dieser Anleitung abgerundet. Sie ist mehrsprachig, genauso wie das Eisntellungsmenü des Fernsehers, und die Erklärungen werden durch Illustrationen unterstützt. Der deutsche Teil ist auch in einem guten Deutsch verfasst.
Megalogic
Darunter verbirgt sich das Zusammenspiel zwischen Grundig-Geräten. Wenn z. B. ein Grundig- Videorekorder angeschlossen ist, dann kommunizieren Fernseher und Videorekorder richtig. Dabei kann man Informationen über entsprechende Geräte erfahren. Dank zweier Scart-Buchsen kann man mehr als ein Gerät anschließen. Wenn ich z. B. einen Videorekorder anschließe und auf „Abspielen" („play") drücke, dann registriert der Fernseher das und stellt sich auf den entsprechenden AV-Kanal. Dies funktioniert nicht nur mit Grundig-Geräten.
Sonstiges
Das Gerät ist in seiner Gesamtheit konzipiert und sehr anwenderfreundlich. Der Kopfhöreranschluss ist natürlich an der Front, hinter einem kleinen Deckel. Man kann den Fernseher auch mit einem VGA-Anschluss ausstatten lassen, was wir aber nicht gemacht haben. Ein VGA-Bild sieht auf einem Fernseher (egal welcher) eh nicht besonders gut aus, das weiß aus ich von meiner Schule. Schrift z. B. ist kaum erkennbar. Ich denke, mit diesem Gerät ist man auch für die Zukunft gerüstet. Der Einbau eines SAT-Moduls hat mir gezeigt (die Module sehen aus wie PCI-Karten), dass schon heute viel möglich ist. Ich kann mir gut vorstellen, dass es aus SAT-Module für Digitalempfang gibt, die man sich beim Fachhändler einbauen lassen kann.
Fazit
Dieses Fernsehgerät überzeugt auf ganzer Linie. Mit DM 2000 ist er auch nicht zu teuer für einen Mittelklassehaushalt. Die 100-Hz-Technik schont die Augen und die Bedienung ist so schön einfach, dass Fernsehen richtig Spaß macht. Die Benutzerfreundlichkeit ist sehr gut. Die Garantie betrug 12 Monate, aber die sind nun schon lange abgelaufen. Und dank der Modultechnik ist man auch für die Zukunft gerüstet. Mir gefällt auch die Form und Farbe des Fernsehers: ein einfaches Schwarz und mit runden geschwungenen Ecken.
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