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Haiti Test, Erfahrungen und Testberichte vom Verbraucher

Alican

Trauminsel Haiti

ein Testbericht von 2002-04-27 14:58:09 vom 27.04.2002
Empfehlung: ja
Haiti

+++ Geschichte +++

Nach den USA ist Haiti der am längsten unabhängigeStaat des amerikanischen Doppelkontinents. Bereits 1804 erfolgte die Ausrufung einer unabhängigen "Negerrepublik", nachdem sich die Sklaven in einem blutigen Aufstand erfolgreich gegen die französischen Kolonialherren erhoben hatten. Heute ist Haiti nach Kuba und der Dominikanischen Republik der drittgrößte Staat im Karibischen Raum. Mit über 8 Millionen Einwohnern ist das Land dicht besiedelt.

+++ Die Diktatur der Duvaliers +++

Politische Aufstände und Greueltaten der meist diktatorisch regierenden Staatsführer ziehen sich wie ein roter Faden durch die Geschichte Haitis des 19. und 20. Jahrhunderts. François Duvalier (1907-1971),ein schwarzer Arzt, wurde 1957 Präsident. Er regierte das Land, das durch die US-amerikanische Besatzungszeit und zahlreiche kurzlebige Diktaturen gekennzeichnet war, mit brutaler Gewalt. 1964 ließ er sich vom haitianischen Volk zum Präsidenten auf Lebenszeit wählen. Seine gefürchteten "Tontons Macoutes", eine Polizeitruppe, wüteten bis 1971, seinem Todesjahr. Danach übernahm sein Sohn Jean-Claude (*1951) - "Baby Doc" genannt - die Regierungsgewalt.
Mit nur neunzehn Jahren wurde auch er zum Präsidenten auf Lebenszeit proklamiert. Die Duvaliers stürzten das ohnehin wenig entwickelte Land in das totale wirtschaftliche Chaos. Die Befreiung von der Duvalier-Herrschaft geschah letztendlich mit Hilfe der US-Regierung. Washington hatte zwar sehr lange - aus strategischen Gründen - die Familien-Dynastie der Duvaliers gestützt, vollzog aber während der Herrschaft von Jean-Claude Duvalier dann doch eine Wende in seiner Haiti-Politik. Hilfsgelder für das Land blieben aus, nachdem Baby Doc nicht bereit war, eine Demokratisierung zuzulassen. Der stets weiter fallende Lebensstandard führte schließlich Anfang 1986 zu größeren Unruhen und zum Sturm auf den Präsidentenpalast, mit der Konsequenz, dass Jean-Claude Duvalier ins Exil nach Frankreich floh. Die Interimsregierung des General Henry Namphy (*1932) brachte im zweiten Anlauf zwar Wahlen, doch der gewählte Staatspräsident, Leslie Manigat (*1930), konnte sich nicht lange halten. 1988 wurde auch Namphy gestürzt, dem General Prosper Avril (*um 1938) als Machthaber folgte. Aber auch er musste bereits ein Jahr später bei einem Putschversuch seine Position verteidigen und daraufhin im März 1990 zurücktreten. Zum neuen Präsidenten wurde der oppositionelle Priester Jean Bertrand Aristide (*1953) gewählt. Er wurde noch im gleichen Jahr durch einen Militärputsch gestürzt. Mit der Androhung einer gewaltsamen Intervention erzwangen die USA 1994 seine Wiedereinsetzung. 1995 wurde René Préval (*1943) zum neuen Staatspräsidenten gewählt. Im Februar 2001 wurde Aristide erneut Staatsoberhaupt.

+++ Das afrikanische Erbe +++

Der hohe Anteil schwarzer Bevölkerung in Haiti liegt in seiner Wirtschaftsentwicklung begründet. Die ehemals reiche französische Plantagenkolonie führte immer mehr Sklaven aus Westafrika ein. Ende des 18. Jahrhunderts wurden über 20 000 Sklaven pro Jahr nach Haiti verschleppt. So wird es verständlich, dass es zu jener Zeit neben 30 000 Weißen über 400 000 Negersklaven auf der Insel gab. Die Nachkommen dieser afrikanischen Sklaven pflegen heute noch zahlreiche afrikanische Sitten und Bräuche bzw. haben diese in eine haitianische Kultur integriert. Am bekanntesten ist der Voodoo-Kult, in dem sich afrikanische Glaubensinhalte mit der in der französischen Kolonie verbreiteten Christenlehre mischten.

+++ Landesnatur +++

Haiti nimmt das westliche Drittel der Antilleninsel Hispaniola ein und liegt im Bereich der Randtropen. Vier Gebirgszüge, die von Nordwesten nach Südosten verlaufen und durch lang gestreckte Täler voneinander getrennt sind, bestimmen die Oberfläche des Landes.

Die gebirgige Landschaft und der Regen bringende Nordostpassat wirken sich entscheidend auf das Klima Haitis aus. Die Höhe der Niederschläge, die in der sommerlichen Regenzeit fallen, hängt von der Lage der einzelnen Landschaften ab. Die dem Wind zugewandten Gebirgsflanken erhalten die höchsten Niederschlagsmengen und sind daher mit Wald bedeckt, teilweise sogar noch mit tropischem Regenwald. Die im Regenschatten liegenden Hänge und Täler weisen dagegen nur Feucht-, teilweise auch Trockensavannen auf.

+++ Bevölkerung und Wirtschaft +++

Haiti zählt zu den dreißig ärmsten Ländern der Welt. Nach Angaben der Weltbank hat über die Hälfte der Bevölkerung ein Pro-Kopf-Einkommen von weniger als 150 US-Dollar.Vier Fünftel der ländlichen Bevölkerung Haitis leben unter dem absoluten Armutsniveau. Die Landwirtschaft ist nach wie vor der wichtigste Wirtschaftszweig. Ihr Anteil am Bruttoinlandsprodukt beträgt 30 %. Noch deutlicher kommt die Rolle der Landwirtschaft in der Erwerbsstruktur zum Ausdruck: Für über 60 % der Bevölkerung ist sie immer noch Lebensgrundlage. Rund 40 % des Exports entfallen auf Agrarprodukte, wovon Kaffee am wichtigsten ist. Er wird aber wenig systematisch angebaut, wie überhaupt die landwirtschaftlichen Produktionsmethoden äußerst primitiv sind. Obwohl das Land ein ausgesprochener Agrarstaat ist, kann der heimische Bedarf an Milch und Milchprodukten, Ölen, Fetten und Körnerfrüchten nur zu drei Vierteln gedeckt werden. Allgemein verhindern die historisch gewachsene Sozialstruktur in derLandwirtschaft und der niedrige Entwicklungsstand des Landes eine zügige Entwicklung. Der Selbstversorgungscharakter der Landwirtschaft ist auch dadurch bedingt, dass der größte Teil der Nutzfläche sich auf Kleinstbetriebe mit weniger als zwei Hektar verteilt. Etwa 8 % der landwirtschaftlichen Nutzfläche werden von Großbetrieben eingenommen, die meist in ausländischem Besitz sind und rund 30 % der Agrarproduktion erzeugen.

Die starke Besitzsplitterung sowie die zunehmende Bodenzerstörung der landwirtschaftlich nutzbaren Flächen verhindern eine Steigerung der Produktion. Angesichts eines starken Bevölkerungswachstums gerät so die Versorgung der Bevölkerung mit Nahrungsmitteln immer weiter ins Hintertreffen.

Besonders am Fuß der leeseitigen, regenarmen Gebirge kommt es zu einer fortschreitenden Vernichtung der Anbauflächen. Ein ehemaliger Agrarberater in Haiti spricht sogar von einem "physischen Untergang" des Landes. Unter dem Bevölkerungsdruck werden immer steilere Berghänge von der Landwirtschaft genutzt. Die Vernichtung der natürlichen Vegetation, die noch durch den chronischen Holzmangel im Lande und die Folgen der Energiekrise beschleunigt wird, führt zur schweren Schädigung der Landschaft und zu einer Zerstörung des ökologischen Gleichgewichts. Unregelmäßig fallende Starkregen verursachen an Berghängen eine Abtragung des Oberbodens sowie eine Versandung von Flusstälern und der in Jahren mühsam erbauten Rückhaltebecken. Mancherorts ist bereits ein Absinken des Grundwasserspiegels beobachtet worden. Da eine Wasser speichernde Vegetation fehlt, fördern die klimatischen Veränderungen das Vordringen der Trockenpflanzen. In der Durchführung angepasster kulturtechnischer Maßnahmen ist daher heute in Haiti der wesentliche Ansatz einer erfolgreichen Agrarentwicklung zu sehen.

Die Welternährungskonferenz hat Haiti völlig zu Recht in die Gruppe der Staaten eingereiht, die mit den größten Ernährungsproblemen zu kämpfen haben. Die haitianische Regierung zog bis heute aber noch nicht entsprechende Konsequenzen aus dieser verhängnisvollen Entwicklung. Bis vor wenigen Jahren flossen jährlich weniger als 10 %aller eingesetzten Investitionsmittel zur Modernisierung und Technisierung in die Landwirtschaft.

Die starke Besitzsplitterung sowie die zunehmende Bodenzerstörung der landwirtschaftlich nutzbaren Flächen verhindern eine Steigerung der Produktion. Angesichts eines starken Bevölkerungswachstums gerät so die Versorgung der Bevölkerung mit Nahrungsmitteln immer weiter ins Hintertreffen.

Besonders am Fuß der leeseitigen, regenarmen Gebirge kommt es zu einer fortschreitenden Vernichtung der Anbauflächen. Ein ehemaliger Agrarberater in Haiti spricht sogar von einem "physischen Untergang" des Landes. Unter dem Bevölkerungsdruck werden immer steilere Berghänge von der Landwirtschaft genutzt. Die Vernichtung der natürlichen Vegetation, die noch durch den chronischen Holzmangel im Lande und die Folgen der Energiekrise beschleunigt wird, führt zur schweren Schädigung der Landschaft und zu einer Zerstörung des ökologischen Gleichgewichts. Unregelmäßig fallende Starkregen verursachen an Berghängen eine Abtragung des Oberbodens sowie eine Versandung von Flusstälern und der in Jahren mühsam erbauten Rückhaltebecken. Mancherorts ist bereits ein Absinken des Grundwasserspiegels beobachtet worden. Da eine Wasser speichernde Vegetation fehlt, fördern die klimatischen Veränderungen das Vordringen der Trockenpflanzen. In der Durchführung angepasster kulturtechnischer Maßnahmen ist daher heute in Haiti der wesentliche Ansatz einer erfolgreichen Agrarentwicklung zu sehen.

Die Welternährungskonferenz hat Haiti völlig zu Recht in die Gruppe der Staaten eingereiht, die mit den größten Ernährungsproblemen zu kämpfen haben. Die haitianische Regierung zog bis heute aber noch nicht entsprechende Konsequenzen aus dieser verhängnisvollen Entwicklung. Bis vor wenigen Jahren flossen jährlich weniger als 10 %aller eingesetzten Investitionsmittel zur Modernisierung und Technisierung in die Landwirtschaft.


+++ Port-au-Prince: Karibische Hauptstadt mit vielen Gesichtern +++

Die ca. 900 000 Einwohner zählende Hauptstadt Haitis bietet dem Fremden ein farbenfrohes Bild und täuscht damit allzu leicht über die gravierenden Probleme der Stadt hinweg. Nirgendwo in der Karibik sind die Elendsviertel, hier "bidonvilles" genannt, so zahlreich wie in Port-au-Prince. Die Arbeitslosenquote erreicht erschreckende Prozentsätze. Tausende von Straßenhändlern, Schuhputzern, Altwarensammlern und Losverkäufern versuchen sich jeden Tag aufs Neue im Überleben. Das Straßenbild von Port-au-Prince wird überdies von den bunt bemalten "Tap-Taps" gekennzeichnet. Diese wichtigsten öffentlichen Verkehrsmittel sind klapprige Kreuzungen zwischen einem Lastwagen und einem Omnibus. Nur stellenweise ist Port-au-Prince eine moderne Großstadt. Im Rahmen der Industrialisierungsbestrebungen entstand seit den 1970er Jahren im Norden der Hauptstadt der "Parc Industriel Métropolitain", ein moderner Industriepark mit 2000 Arbeitsplätzen. Die meist aus Nordamerika stammenden Investoren sind vor allem durch das Vorhandensein billiger Arbeitskräfte und durch niedrige Steuern angelockt worden. Die Betriebe stellen aus importierten Rohstoffen und Halbfertigprodukten Exportgüter wie Textilien, Sportartikel und Elektrogeräte her. Doch angesichts der schwierigen Lage des Landes ist kaum zu erwarten, dass sich weitere Investoren für die Ansiedlung von dringend benötigten Industrien finden lassen. Wegen der schlechten Infrastruktur in den anderen Landesteilen sind Kapitalinvestitionen ohnehin nur in der Hauptstadtregion zu erwarten. Dies wiederum beschleunigt jedoch den Zuzug ländlicher Massen in die Hauptstadt Port-au-Prince, ein Problem, das bisher noch keine Regierung auch nur annähernd lösen konnte.

+++ Haiti: Daten und Fakten +++

Das Land
Lage Mittelamerika; zwischen 18° und 20° nördlicher Breite sowie 72° und 74° 30' westlicher Länge
Grenzen Im N Atlantischer Ozean, im O Dominikanische Republik, im S und W Karibisches Meer
Zeitzone MEZ -6 Stunden
Fläche 27 750 km2 (5 % Wald und Buschland, 33 % Ackerland, 18 % Wiesen)
Ausdehnung W-O 300 km, N-S 200 km
Landesnatur Von NW nach SO verlaufende Gebirgsketten werden durch schmale, lang gestreckteTieflandsenken voneinander getrennt
Höchster Punkt Pic de la Selle (2680 m)
Gewässer Artibonite; Étang Saumâtre
Klima Randtropisches Klima mit Regenzeit im Sommer; Port-au-Prince 33,0 °C/1263 mm, Cap-Haïtien 20,9 °C/1545 mm
Sehenswürdigkeiten Insel Tortue, Cap-Haïtien
Die Menschen
Bevölkerung 8,087 Mio. Ew. (Schwarze und Mulatten)
Bevölkerungswachstum +1,7 %
Bevölkerungsdichte 291 Ew./km2
Stadtbevölkerung 35 %
Analphabetismus 51 %
Geburtenziffer 3,2 %
Sterbeziffer 1,2 %
Lebenserwartung Frauen 56 Jahre, Männer 51 Jahre
Religion Römisch-katholischeKirche, Voodoo-Kulte
Sprache Französisch, Kreolisch
Wichtige Städte Cap-Haïtien, Gonaïves
Wirtschaft
Währung 1 Gourde = 100 Centimes
Bruttoinlandsprodukt 3,871 Mrd. US-$
BSP je Einwohner über 410 US-$
Anteil der Wirschaftssektoren am BIP Landwirtschaft 30 %, Industrie 20 %, Dienstleistungen 50 %
Importgüter Nahrungsmittel, Brenn- und Schmierstoffe, Maschinen, Fahrzeuge
Exportgüter Textilien, Elektroteile, Spielwaren, Sportartikel, Kaffee, Kakao, Sojakuchen, ätherische Öle, Zucker, Sisal
Handelspartner USA, EU-Länder (v. a. Frankreich), Kanada, Japan
Straßen 4000 km (1000 km asphaltiert)
Staat
Amtlicher Name Republik Haiti
Hauptstadt Port-au-Prince
Regierungsform Präsidiale Republik
Staatsoberhaupt Staatspräsident
Regierungschef Ministerpräsident
Legislative Abgeordnetenhaus mit 82 für 4 Jahre gewählten Mitgliedern; Senat mit 27 für 6 Jahre gewählten Mitgliedern
Verwaltungsgliederung 9 Départements
Nationalfeiertag 1.Januar
Geschichte
1804 Haiti erlangt die Unabhängigkeit von Frankreich
1957 Beginn der diktatorischen Herrschaft von F. Duvalier ("Papa Doc")
1971 Nach dem Tod des Diktators folgt die Herrschaft seines Sohnes J.-C. Duvalier ("Baby Doc")
1986 J.-C. Duvalier wird gestürzt und flieht
1988 Machtergreifung durch das Militär
1991 Haitis erster demokratisch gewählter Präsident J. B. Aristide wird durch einen Militärputsch gestürzt
1994 Aristide kehrt aus dem Exil zurück und übernimmt mit Unterstützung der USA wieder die Staatsführung
1995 R. Préval wird zum Präsidenten gewählt
1996 UNO entsendet Friedenstruppen nach Haiti, um die innere Ordnung zu stabilisieren
2000 Aristide wird zum Präsidenten gewählt (Amtsantritt 2001)

Ich hoffe, dass euch mein Bricht gefallen hat!!!
Ich habe mich total ins Zeug gelegt diese ganzen Infos für euch zu besorgen!!!

Mfg Alican :)
...
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Kommentare
Mandinka
Mandinka, 27.04.2002
Klasse Bericht, hast dir ganz schoumln Muumlhe gegeben.
DIREKT4000
DIREKT4000, 08.05.2012
Allerbeste Grüße DIREKT4000
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