Der Staat Äquatorial-Guinea besteht aus dem Festlandsteil Mbini (früher: Rio Muni) und der Insel Bioko (früher: Fernando Po). Auf ihr befindet sich auch die Hauptstadt Malabo (früher: Santa Isabel). Bioko (Fernando Po) liegt in der Bucht von Bonny direkt vor der Küste von Kamerun. Es gibt in Küstennähe noch zwei kleinere Insen, Isla de Corisso und Isla de Anobon. Das Land wurde 1968 unabhängig. Die Amtssprache ist spanisch. Die Inseln habe ich nicht kennen gelernt, weil wir sie mit unserem Schiff nie angelaufen haben. Das Festland unterschied sich damals nicht wesentlich von Gabun.
INHALT
1. Rio Muni
2. Wanderung durch den Urwald
3. Besuch in einem Dorf
4. Fazit
1. RIO MUNI
Am 7. Januar 1955 verließ „Roland Russ“ die Bucht von Owendo in Gabun. Wir fuhren an der Küste entlang weiter nach Norden. Nach ungefähr achtstündiger Fahrt ankerten wir auf dem Muni-Fluß. Der durchfließt das damals zu Spanien gehörige Gebiet (Kolonie) Rio Muni. Nicht weit von hier im Norden verläuft die Grenze zu Kamerun, das damals auch noch nicht unabhängig sondern französische und bis 1918 deutsche Kolonie war.
2. WANDERUNG DURCH DEN URWALD
Am Tage nach unserer Ankunft fuhr nachmittags das Boot an Land. Es regnete etwas. Das machte uns aber nichts aus. Sechs Mann hoch wanderten wir in Richtung Wald. Zuerst folgten wir einem Weg. An beiden Seiten standen Kokospalmen. Bald wurde das Gelände sumpfig und der Weg zum Damm. Landschaftlich war es hier einfach herrlich. So etwas muss man gesehen haben, die Palmen, das Buschwerk, die großen Bäume mit den Lianeranken, den Sumpf mit seinem Grün. Diese Farben. Unser Weg war plötzlich weg. Ein kaum erkennbarer Pfad oder Wildwechsel führte weiter. Wir folgten ihm. Nach einer Weile hörte auch der auf. Jetzt folgten wir einem ausgetrockneten tief in den Lehm gewaschenen Bachlauf. Es sah aus, als gingen wir einen Laubengang entlang. An den Seiten und auch über uns war undurchdringlicher Busch. Ein jeder hatte mittlerweile nasse Schuhe und Strümpfe. Um uns nicht zu verlaufen, gingen wir den selben Weg wieder zurück. Auf dem Rückweg pflückten wir Kokosnüsse, hackten die Schale auf und tranken die Milch. Das schmeckte herrlich. Der Regen nahm zu. Auf schnellstem Wege eilten wir zum Strand und hielten nach dem Boot Ausschau. In einer Hütte erwarteten wir es.
3. BESUCH IN EINEM DORF
Am darauffolgenden Sonntag hieß es gleich nach dem Essen: Wer an Land möchte, soll sich fertig machen. Wir waren eine recht große Gruppe und zogen los. Nach einer Weile schwante mir auf dem Weg zum nahen Dorf Schlimmes. Die Janmaaten hatten fünf Flaschen Schnaps mitgenommen. Damit nahm die Schweinerei ihren Anfang. Die Dorfbewohner machten uns Gastgeschenke: eine Ente, drei Eier, Kokosnüsse und andere heimische Früchte. Dafür bekamen sie Zigaretten und einen eingeschenkt. Das Getränk des Tages war Kokosmilch mit Rum. Auf unsern Wunsch hin tanzten sie uns auch etwas vor. Das war eine merkwürdige Sache. Der „chef de village“ konnte einige Brocken Englisch. Er konnte sich noch an die Zeit erinnern, als Kamerun eine deutsche Kolonie war. Er zeigte uns ein Geldstück mit dem deutschen Reichsadler und der Jahreszahl 1910 und lobte die
deutsche Zeit. Vielleicht wollte er uns damit auch nur eine Freude machen. Als die Flaschen leer waren, lagen einige hinter der Hütte und erbrachen sich. Mir machte das alles keinen Spaß, und ich hab mich sehr geärgert und geschämt. Gegen 18:00 Uhr verabschiedeten wir uns und gingen zum Strand zurück. Um 18:30 Uhr waren wir an Bord.
Kurz darauf haben wir Kolben 5 gezogen. Die Laufbuchse musste auch heraus. Das war eine Heidenarbeit. Der II. Ingenieur hatte sich die Hand verletzt und musste in Libreville im Krankenhaus bleiben. Unsere Wäsche wurde von einem der Kru-Boys gewaschen, der eigens zu diesem Zweck in Freetown an Bord gekommen war.
Unser Elektriker hat mir die Haare geschnitten. Das war bitter nötig. Es ist aber auch danach geworden.
Die Moskitos haben mich bis zu diesem Zeitpunkt noch nicht geärgert. Die Luftfeuchtigkeit war hoch. Die Temperaturen lagen zwischen 30 und 40°C.
4. FAZIT
Rio Muni ist nicht besonders gut erschlossen. Mein Bericht basiert auf Tagebuchaufzeichnungen, die fast 50 Jahre alt sind. Deshalb haben die Informationen keinen Gegenwartswert.
Rio Muni ist ein interessantes afrikanisches Land unter dem Äquator.
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