Erfahrungen soll man ja weiter geben, auch wenn es nicht zu viele sind. Ich berichte Euch heute von meinem kleinen Abstecher diese Woche nach Angola. Dort versuchte ich in weniger als 24 Stunden so viele Erfahrungen wie möglich zu sammeln. Im großen und ganzen spiegeln sie das Leben in der Hauptstadt Luanda wieder, wobei aber einiges wohl auf das ganze Land zu münzen wäre.
Vor der Reise
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Deutsche benötigen für die Einreise ein gültiges Visa, einen mind. 6 Monate gültigen Reisepass und einen Impfpass mit einer Gelbfieberimpfung. Das Visa erhält man binnen 10 Werktagen bei der angolanischen Botschaft in Berlin. Diese verlangt zum korrekt ausgefüllten Visaantrag, in welchem auch nach dem Namen der Eltern gefragt wird, 2 Passfotos.
Man sollte sich auch frühst möglich um eine Flugverbindung kümmern, da die diversen Mineralölkonzerne ihre Mitarbeiter stetig vor Ort auswechseln. Außer meiner Flugroute (Düsseldorf – Paris – Luanda) gibt es noch eine weitere europäische, nämlich die über Portugal, mit der portugiesischen Fluggesellschaft.
Die Anreise
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Meine Flugzeit Betrug von Paris ca. 8 Stunden, mit einer Boing 777 der Air France. Die Maschine war bis auf den letzten Platz besetzt, wobei sich kaum Angolaner an Bord befanden. Den Hauptteil der Fluggäste stellten die bekannten Ölfirmen. Auch einige wenige Rucksacktouristen waren zu erkennen, nur keine Deutschen. Hauptsächlich Franzosen, Engländer und Russen wirbelten ihre Sprachfetzen durch die Maschine.
Gleich nach dem Abflug bekam jeder Reisende zwei Karten der angolanischen Grenzbehörden. Es handelte sich hierbei um die Ein- und Ausreisekarte, welche jeweils an der Grenzkontrolle abgegeben werden muss.
Die Ankunft
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Normal kann man wegen der Tageszeit, es war ein Nachtflug, sehr gut schlafen, aber was ist schon normal. Übermüdet steigt man so aus der Maschine und in den bereit stehenden Bus. Morgens um 07h zeigte das Thermometer schon weit über 20 Grad an und die Luftfeuchtigkeit betrug annähernd 90%. Gut für den der die richtige Kleidung trägt, also schlecht für mich *ggg*.
Nach Ankunft im Flughafengebäude, welches klimatisiert ist, ging es geradeaus zur Passkontrolle. Diese ging sehr zügig vonstatten, obwohl auch schon mal ein Schmiergeld verlangt wird. Mal wird der Impfpass vor den Augen des Besitzers zerrissen (Neuausstellung vor Ort kostet 50,-) und mal lässt man sich etwas anderes einfallen, um an das Geld der „Weißen“ zu gelangen.
Noch vor dem Ausgang des Flughafens befindet sich eine Wechselstube (hatte geschlossen) und ein Infostand des einzigen Taxiunternehmens. Da es sehr wenige Taxis in Luanda gibt, empfiehlt es sich eine Abholung von anderer Stelle. Ansonsten wartet man schon mal 1-2 Stunden auf ein Taxi, welches eh viel zu teuer ist.
So wartet ich nun mit meinen beiden Kollegen und niemand holte uns ab, obwohl es von der deutschen Botschaft zugesichert wurde.
Also musste man dort anrufen, was sich als schwierig erwies. Zwar rennt jeder Zweite mit einem Handy herum, doch gibt es keine Roamingverträge mit deutschen Netzbetreibern. Es sollte daher die Telefonzelle sein, ein Kartentelefon. Gut das sich die Post auch direkt am Flughafenausgang befindet und nicht gut, dass diese geschlossen hatte.
Als wenn man es und von den Augen ablesen konnte, wurden wir
von einem Taxifahrer angesprochen. Er bot seine Telefonkarte zum Gebrauch an, pauschal für schlappe 10,-$. So bekam dieser Halsabschneider seine 10,-$ und wir vertelefonierten eine Einheit seiner Goldgrubenkarte.
30 Minuten schien der Fahrer der Botschaft und holte uns ab.
Luanda
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Im allgemeinen empfiehlt es sich, bei Ankunft in Angola sofort Kontakt mit der Botschaft aufzunehmen. Zwar ist der Bürgerkrieg seit einem Jahr beendet, jedoch lauern andere Gefahren, besonders die sehr hohe Allgemeinkriminalität.
Ab von vorne, Luanda hat ca. 3,4 Millionen Einwohner (geschätzt), ist die Landeshauptstadt und liegt direkt am Meer. Es gibt einen Fischerei- und Erdölhafen, Umweltschutz ist unbekannt. Die Amtssprache ist portugiesisch, wie in ganz Angola, was an damalige Kolonialzeiten erinnert. Angola liegt übrigens im Südwesten Afrikas, hat ca. 1650 KM Küstenlinie und grenzt an den Kongo und Namibia.
Luanda scheint die Ausnahme des Landes zu sein, denn hier befindet sich der Regierungssitz. Besser wird es nirgends mehr sein, denn Infrastruktur scheint auch hier ein Fremdwort. Schöne alte Bauwerke wirken stark verkommen und vernachlässigt, Autos wurden behelfsmäßig geflickt und die Straßen sind eine Katastrophe. Die Stadt scheint überbevölkert und start verdreckt.
Wellblechhütten und Smok wohin man schaut, nähert man sich aber der Küstenstraße der Stadt, erscheinen restaurierte Gebäude der großen Banken oder der Regierung. Kleine Geschäfte und Supermärkte, hier und da eine bekannte Modekette oder Autohaus. Kein Platz für einen europäischen Touristen, denn ich sah keinen.
Im Stau stehend eilen Straßenverkäufer durch die Blechlawinen und bieten alles an. Der erste Autoradios, der zweite die passenden Boxen, der dritte CD´s und der vierte einen CD-Ständer. An der nächsten Kreuzung folgen noch Wäscheleinen, Bohrhammer und anderes, jedoch niemals aufdringlich klopfen und nerven sie am Auto.
Nach 30 Minuten Fahrt kamen wir in der deutschen Botschaft an.
Da sich die Hotelsuche vor Ort als sehr schwierig erwies (alle 3 waren ausgebucht), musste ein Notfallplan greifen. Man hätte in ein Hotel gehen können, was nicht einmal dem europäischem 1 Sternestandart entsprechen würde, aber der Strand schien geeigneter. So wurden wir also auf die vorgelagerte Halbinsel von Luanda gefahren. Sicherlich wird hieraus irgendwann einmal ein super Touristengebiet, jetzt kann sich hier nur ein reicher einheimischer das Leben leisten.
Es gibt aber auch Ausnahmen, in Form von gut bewachten Strandrestaurants mit eigenem Strandabschnitt. Eines von diesen besuchten wir den ganze Tag über. Mit uns hatten wohl andere Europäer die gleiche Idee, denn zur Mittagszeit war das Restaurant und die Liegen überfüllt. Bedenkt man dann die gesalzenen Essenpreise von 20,-€ aufwärts für einfachste Speisen, so hat Qualität hier wohl wirklich seinen Preis. Als nicht heimischer wird man quasi gemolken.
Das 0,5 l Bier kostete nur 4,-$....
Zwar wurden Haiwarnungen ausgesprochen, doch sei noch nie etwas passiert. Egal, bei mittlerweile 32-35 Grad musste man einfach ins Wasser, war sehr sauber wirkte und zum Baden einlud. Zwar herrschte eine leichte Unterströmung, doch war die Abkühlung wunderschön, ganz im Gegendsatz zum späteren Sonnenbrand. Man sollte halt die Äquatorsonne nicht unterschätzen.
Ein Vorteil dieser Touristenbewirtung mit Sicherheitsdienst ist sicher auch, dass keine Strandverkäufer auf das Grundstück gelassen werden. Man hat seine Ruhe und genießt den Tag am Meer.
Später am Nachmittag fuhren wir noch auf die andere Seite der Halbinsel, zu einem angeblichen „Biergarten“. Dieser entpuppte sich als eine Anhäufung einheimischer Bierbuden mit alten Stühlen und einem Schirm. Für ca. 1$ die Dose Bier konnte man dort mitten im Volk leben. Jedoch wurde die Armut einem noch mehr bewusst.
Bedenkt man die Preise der Stadt, auch für die alltäglichen Lebensmittel, so kann dort nur die obere Schicht überleben, die am Staat verdienst. Eine gerechte Verteilung der Öl- und Diamantengewinne gibt es dort nicht. Nach Angaben der Botschaft, fließen viele Gelder direkt auf das Bankkonto des Präsidenten, obwohl sie besser im Land investiert werden müssten.
Neben vielen Ausfallsraßen der Stadt liegen noch Landminen des Bürgerkrieges, Menschen verhungern in manchen Regionen und der Großteil vegetiert in Armut. Alles deutet auf einen reine Zweiklassengesellschaft hin, ob dies das Land verkraftet?
Man sagte mir aber, dass sich einiges schon zum Positiven verändert habe. Es gäbe Geldautomaten, eine größere Angebotsvielfalt an Waren und einige wenige kulturelle Angebote. Jedoch aber auch korrupte Polizisten, zunehmende Gewalt und fast alle Straftaten. Ein Menschenleben zählt in Luanda nicht viel, denn das eigene Leben muss gesichert sein.
Daher erkläre ich mir auch die finanzielle Ausnahme der Touristen, was in den Hotelpreisen gipfelt. 200-300,-$ die Nacht in einem 3 Sterne Hotel, dazu die sehr hohen Kosten fürs Restaurant. Als reiner Tourist ist das Leben in Luanda unmöglich.
Lustig fand ich aber auch einiges, so zum Beispiel die Arbeitsmoral der Einheimischen, die Fahrschulautos mit zwei Lenkrädern, die hilflosen Verkehrspolizisten und die möchte gern Schönheiten, die eher billig wirkten.
Beeindruckt war ich von den Mitarbeitern der deutschen Botschaft, da sie alle sehr motiviert und nett wirkten. Sie verkörperten den Geist einer Botschaft, den man woanders vermisst. Sie waren für uns da und halfen uns bei allen Fragen.
Es war zwar nur ein kurzer Aufenthalt in Luanda / Angola, jedoch prägte er mich. Er zeigte mir wieder auf, was für Klassenunterschiede es doch gibt, dass Menschen in unakzeptablen Verhältnissen Leben und warum diese Menschen von dort flüchten.
Fazit
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Ich liebe es in Länder zu fliegen, wo man als Tourist nicht hinkommt. Auch wenn es nur kurz war, konnte ich mir einen kleinen Überblick verschaffen und werde das Land im Auge behalten. Vielleicht schafft man ja in Angola die Wende und öffnet es für jedermann. Sicherlich würde viel geboten werden und der Tourist würde etwas erleben, jedoch muss sich vieles noch ändern.
Weil ich diese Reise als persönliche Bereicherung für meine Sinne verstehe, bewerte ich es als empfehlenswert......
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