Nabeul & Dar Chaâbane
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Platz 1 in der Kategorie "Nabeul". Typ: Stadt / 2 miteinander verwachsene Orte auf Cap Bon ...mehr
Bewertung: Kundenbewertung 2,00 / 5,00 (2.0 von 5)

Nabeul & Dar Chaâbane Test, Erfahrungen und Testberichte vom Verbraucher

LilithIbi

Urlaub mit Hindernissen als Bewährungsprobe für die Freundschaft?

ein Testbericht von 2006-10-15 20:31:22 vom 15.10.2006
Empfehlung: nein
Eigentlich fing alles ganz harmlos an ~ meine damalige Freundin Irina beschwerte sich, dass ihr Verlobter keine Lust auf Urlaub hätte. Und ich jammerte hinterher, dass ich noch nie „richtigen Urlaub“ gemacht hätte; da man die Abschlussfahrt nach Spanien nicht wirklich mitzählen konnte. Und der 2Wochen Aufenthalt in Österreich vom Turnverein aus war auch schon bald 15 Jahre her.

Und so kam es, wie es kommen musste ~ Irina beschloss spontan, dass wir beide zusammen Urlaub machen sollten; egal wo, Hauptsache Sonne. Schon an dieser Stelle muss ich sagen, dass ich bezüglich dieser Unternehmung recht zwiegespalten war ~ zwar war der in Aussicht stehende Urlaub recht verlockend, doch wie ich mich die 1-2 Wochen mit Irina verstehen sollte, beunruhigte mich schon in diesem Augenblick.

Als wir dann etliche Wochen später beschlossen, Nägel mit Köpfen zu machen, überließ Irina großzügigerweise mir die Auswahl des Hotels „irgendwo in Tunesien und nicht unter 3 Sternen“. Die Auswahl mittels des Alltours-Katalog fiel mir nicht sonderlich leicht, zumal mich auch hier schon störte, dass ich alleine aussuchen sollte. Kurzerhand entschied ich mich, vorrangig auch auf den Preis zu gucken; da ich in der Ausbildung nicht grade üppig verdiente und ohnehin davon ausging, dass das Hotel ja nur zum schlafen da sei.
Leider unterlief mir hier schon ein Übertragungsfehler ~ in dem Preiskatalog bin ich in der Zeile verrutscht und wunderte mich demnach nicht schlecht, als die Dame im Reisebüro was von „rund 900 DM für 7 Tage “ für jeden redete. Gesagt hab ich nichts, sondern dachte mir einfach nur „wenn schon, denn schon“ ~ und ignorierte vor allem das mulmige Gefühl im Bauch, was mich noch öfters auf dieser anschließenden Reise begleiten sollte.

Immerhin passierten wir den Flughafen ohne Probleme, obwohl auf den Tickets einmal „Irina Felde“ stand und auf dem zweiten, für mich bestimmten, „Ilina Felde“. Ohnehin kamen die Tickets erst zwei Tage vor Abflug an ~ was mich in der Wartezeit doch etwas nervös gemacht hatte. Was waren da schon meine Bedenken, dass auf dem Kundenabschnitt ohnehin ein falsches Hotel ausgewiesen war?


//AUF INS HOTEL!//

das wir gebucht hatten, trägt den Namen „Les Pyramides“, steht in Nabeul und verfügt laut Katalog über ein Zweibettzimmer mit Bad/Dusche, WC; Balkon oder Terrasse. Unser Flug startete um 17:40 Uhr in Köln und landete gegen 20:45 Uhr in Monastir, von wo aus wir „maximal anderthalb Stunden“ mit dem Bus zu unserem Hotel fahren sollten. Die Reisebegleitung informierte uns dann auch darüber, dass das auf unserem Ticket angegebene „Residence Jasmin“ quasi zu dem „Les Pyramides“ dazugehört, wir uns also keine Sorgen machen mussten.
Ein wenig erleichtert wollte ich mir dann auf dieser Fahrt die Gegend ansehen ~ was jedoch ein Ding der Unmöglichkeit war, da es um diese Uhrzeit schon zappenduster war. Schade eigentlich ~ vor allem, da die „maximal anderthalb Stunden“ sich auf fast die doppelte Zeit ausdehnte.

Schon an diesem ersten Moment begann Irina an, mich zu nerven (wenn wir mal von dem Umstand absehen, dass ihr das Flugzeugessen nicht geschmeckt hat). Dass fände sie jetzt gar nicht gut, was das denn sollte, es wäre unverschämt, eigentlich müsste man Geld zurückverlangen; zumal unser Rückflug ja jetzt auch früher losgehen sollte als anfangs vereinbart... sie würde sich jetzt nur noch auf ihren Begrüßungscoktail freuen und dann ins Bett wollen. Was letzteres betraf, so ging es mir ähnlich. Alles andere lies mich recht kalt, zumal ich ohnehin überwältigt von den ersten – wenn auch ins Dunkle gehüllte – Eindrücken war.
Die „Paradies“Wirkung ließ jedoch auf sich warten ~ die Häuser, an denen wir vorbei fuhren sahen allesamt eher nach „Baustelle“ aus, die mageren Esel, die überall herumstanden, taten mir augenblicklich leid.

Leid tat mir wenig später dann auch der Umstand, dass ich mich hatte überreden lassen, quasi alleine das Hotel auszusuchen ~ eben weil sich meine Befürchtung bestätigte, dass ein „du bist Schuld“ unausgesprochen in der Luft liegen würde.


//OH JA; DAS HOTEL....//

Das Hotel liegt nicht ganz mitten im Hotelkomplex, so dass man einen Hauch von Ruhe und sogar Unberührtheit verspürt. Es ist möglich, im Badezeugs aus dem Zimmer zum Strand zu tingeln, da dieser wirklich in unmittelbarer Nähe liegt. Demnach haben wir den Hotelpool auch nicht in Anspruch genommen; und von der dortigen „Nachmittagsshow“ auch nie wirklich was mitbekommen.
Pech hat nur der, wer abends zu lange am Strand ist: das Hotel wird von einem hohen Bauzaun umrandet, auf deren Oberkannte zerbrochene Glas- und Flaschenscherben drapiert wurden. Gut gegen Einbrecher ~ schlecht für die, die sich haben aussperren lassen.

Fasziniert von diesem Eindruck machte ich mich auf weitere Skurrilitäten gefasst ~ doch dank meiner Reisebegleitung hab ich leider nicht wirklich viel von Tunesien oder auch nur Nabeul gesehen.

Doch eines nach dem Anderen! Die Begrüßung im Hotel lief nicht so ab, wie ich es mir ausgemalt hatte. In meinen kühnsten Träumen und Vorstellungen kam jemand auf uns zugelaufen; und zeigte uns alles ~ doch hier keine Spur. Vielmehr standen wir recht blöd in der Eingangshalle rum, die ebenfalls im Prospekt „frischer“ daherkam; was mich dennoch nicht davon abhielt, an der Aufmache irgendwie Gefallen zu finden. Den Zimmerschlüssel erhielten wir dann auch recht fluchs ~ nur hatte uns keiner gesagt, wo unsere Zimmer zu finden seien. Fragen wollte Irina nicht; und einfach drauf lostippeln ohnehin nicht. Den Begrüßungscocktail, den man uns irgendwann in die Hand gedrückt hatte, fanden wir ebenfalls nicht sonderlich prickelnd ~ sehr süß und zudem lauwarm. Nachdem wir dann eine Viertelstunde herumgesessen sind, hab ich mir mein damals noch sehr schüchternes Herz ergriffen und den Kerl an der Rezeption einfach mal gefragt, wo wir denn hinmüssten. Was dann passierte, hat mich noch recht beeindruckt: er hat einen seiner Angestellten sofortig angeblafft, warum wir noch darumstehen würden (zumindest stelle ich mir das so vor, verstanden hab ich ja nicht viel); woraufhin sich jener sofort Irinas Koffer schnappte und andeutete, wir sollten ihm folgen.
Erwähnenswert ist hierbei, dass ich meine Reisetasche selbst schleppen musste und sich keiner einen Deut drum scherte, ob ich überhaupt hinterherkam. Nuja, nachdem wir dann über die halbe Anlage gelaufen waren kamen wir dann auch bei unserem Gebäude an ~ schnell riss der Typ jede Tür auf (sogar die Schranktüren; als hätte er erwartet, dass jeden Augenblick eine Fledermaus herausflattern würde) und wackelte wieder ab.

Ich hatten mein Täschgen noch nicht ganz abgestellt, als ich von Iriana schon entgegennahm, dass das nicht grade die Art von Zimmer sei, die sie erwartet hatte. Nun, das wir nicht grade im RIZ gelandet waren, war auch mir schon aufgefallen ~ ein wenig schade fand ich zudem, dass wir im EG gelandet waren uns somit anstelle des Balkons eine Terrasse abbekommen hatten. Der Blick von der Terrasse aus war auch nicht grade das Highlight: wir konnten direkt auf den gepflasterten Weg gucken, auf dem alle Miturlauber zu jeder erdenklichen Tages- und Nachtzeit an uns vorbeiliefen. Doch auch das störte mich nicht ~ um mich in die Sonne zu setzen kann ich auch an den Strand gehen, der wirklich nur ein paar Tippelschritte weit entfernt war.

Was mich wirklich störte war vielmehr der Zustand des Hotelzimmers, bzw. eher gesagt des dazugehörigen Badezimmers; was die Überraschung, über eine Art Wohnzimmer zu verfügen, verpuffen ließ. Über den Schimmel an dem (defekten) Duschvorhang sag ich gar nichts, auch wenn ich der Meinung bin, dass das in einem Hotel einfach nicht passieren dürfte. Doch die Wanne selbst war es, die mein Augenmerk unweigerlich auf sich zog ~ oder eher gesagt, die mannigfaltigen Krabbeltierchen darin. Waschbecken, Boden und Wände waren ebenfalls von kleineren Schimmelflecken übersäht; der Zahnputzbecher der scheinbar im Preis inbegriffen war, war von Kalk durchzogen; die Handtücher wirkten ebenfalls nicht sauber. Überhaupt war der Geruch des Zimmers recht muffig; so das wir erst mal durchlüfteten.

Ich bin wahrlich kein Mensch, der super-penibel ist und sich anstellt ~ doch auch ich tat Irina nach, indem ich unter unsere Klamotten, die wir in den Schrank legten, erst mal ein Handtuch legte. Ein Hoch auf Muttern, die immens drauf beharrte, dass ich eigene Handtücher mitnehmen sollte! Mit den Hotelhandtüchern selbst hab ich mich den ganzen Urlaub nicht abgetrocknet; auch wenn das bedeutete, dass ich meine Handtücher zwei oder dreimal benutzte ~ denn geduscht hab ich fast jeden Tag. Sauber fühlte ich mich danach zwar nicht, weil das Wasser selbst sich irgendwie „unsauber“ anfühlte; aber für die Wasserqualität wollte ich das Hotel nicht auch noch verantwortlich machen.

Geschlafen haben wir übrigens gut; auch wenn die Betten fast schon durchgelegen waren und die Decken ein paar Brandlöcher aufwiesen. Die Geräuchkullisse von draußen war ebenfalls sehr annehmbar, was ich im ersten Augenblick nun wirklich nicht gedacht hätte. Lediglich an die Vögel, die nachts wie bei Hitchcocks Klassiker um den Pool schwirrten und piepsten, als wollten sie vor irgendwas warnen, waren doch etwas gewöhnungsbedürftig. Ständig hatte ich seit der ersten Nacht den Slogan als Stephen Kings „Stark“ im Kopf: „Die Sperlinge fliegen wieder“. Und obgleich ich nichtmal weiß, ob das überhaupt Sperlinge waren, hätte es mich nicht gewundert, wenn man am nächsten Tag eine Leiche aus dem Pool gezogen hätte.
Vom Geruch her hätte es durchaus sein können.



//KULINARISCHES//

Vorab sei die Information gegeben, die auch unsere Alltours-Frau für uns parat hatte: Finger weg von dem Obst, was die Strandburschen einem andrehen wollen. Sie Verkäufer laufen mit ihren Bauchläden den lieben langen Tag durch die brütende Hitze (bis zu 45 Grad warens bei uns), was dem Obst sicherlich nicht sonderlich gut tut. Hat sich einer mal festgetackert an einem Touri, so wird man ihn nur schwer wieder los. Sofortig beginnt der Obstmann seine Früchte aufzuschneiden und hält dem potentiellen Kunden ein Stück unter die Nase. Wer hier zugreift, begeht den Fehler seines Lebens ~ denn mit Pech schält der Obstverkäufer munter weiter, drückt einem mehr und mehr in die Hand und verlangt dann natürlich von dem völlig überrumpelten Urlauber das entsprechende Entgelt.

Im Hotel selbst hatten wir Halbpension gebucht ~ und durften somit nicht in den schönen Raum, sondern mussten um den Pool herum in eine etwas zweitklassige Umgebung. Gegen den Raum selbst war nix zu sagen; doch das Buffet ließ oft zu wünschen übrig. Auch wenn ich durchaus ein Nudelfreak bin; so wurde ich hier nicht wirklich glücklich oder gar satt. Irgendwie verschafften die angebotenen Mahlzeiten überhaupt kein Sättigungsgefühl; insbesondere die Frühstücks“brötchen“ waren recht lasch ~ und vor allem süß.
„Süß“ ist ohnehin das Wort, was in Tunesien großgeschrieben werden kann; die meisten Backwaren triefen nur so von Honig und sind sicherlich nicht jedermanns Sache.

Ich weiß nicht, was es bei Vollpension zu essen gegeben hätte; doch bei uns war die Auswahl an Salaten und Beilagen nicht grade das, was ich als umfangreich bezeichnen würde. Fleisch gab es schon mehr; doch ich als Vegetarier machte um diese Abteilungen ohnehin einen Bogen.
Zu Trinken gab es Saft, Kaffee und Tee ~ und zwar vorrangig in lauwarmen Zustand.

Im örtlichen Supermarkt konnte man sich recht günstig eindecken ~ sofern der Laden denn überhaupt mal aufhatte. Von geregelten Öffnungszeiten halten die wenigsten Tunesier etwas; und somit kann es vorkommen, dass man vor verschlossener Tür hockt.
Besonders zu empfehlen ist es natürlich, sich mit gekauftem Wasser einzudecken; wobei der Geschmack der unterschiedlichen Anbieter immens variiert. Austesten ist angesagt; zumal der Reiseveranstalter uns einbläute, bei den derzeitigen Sommertemperaturen mindestens 4 Liter (!) am Tag zu trinken. Empfehlenswert ist vor allem eine Art „Erdbeersaft“, der aufgrund seiner Konsistenz fast schon an Mus erinnerte. Dieses Getränk wird nicht in Flaschen, sondern in einem „Tetra-Pack“ verkauft und ist nicht nur billig, sondern vor allem erfrischend, lecker und macht zudem auch satt.

Um das Obst, was an jeder Ecke angeboten wird, machten wir ständig einen Bogen. Auch wenn die Einheimischen sich von der zum Teil sehr bräunlichen Farbe des Obstes nicht abschrecken ließen ~ wir für unseren Teil fanden diese Speisen nicht sonderlich verlockend. Und im Buffett, wo zighundert Fruchtfliegen drumherumkreisten, schon mal gar nicht.


//DER SERVICE//

Die Schwierigkeiten bei unserer Ankunft erwiesen sich nicht etwa als Startprobleme ~ nein, ständig standen wir wie die Ochsen vorm Berg und fühlten uns wie die letzten Volltrottel, wenn wir wieder vermeintlich etwas falsch machten. Aber woher wissen, wenn uns keiner was sagt? An dieser Stelle sei gesagt, dass die meisten Angestellten oder auch einheimischen Deutsch, Englisch und / oder Französisch sprachen ~ was bei Touristenhochburgen auch kein Wunder sein sollte.

Den größten faux-pas begingen wir vermutlich damit, dass wir uns im „Restaurant“ einfach einen freien Platz suchten. Einmal ging das gut, doch am zweiten Tag kam der Oberkellner wie ein aufgescheuchtes Huhn auf uns zugestürmt, redete scheinbar zu Tode beleidigt auf uns ein und setzte uns an einen Tisch nach draußen. Er machte uns klar, dass die Sitzordnung kein Wunschkonzert sei, und er die Leute verteilt. Wir müssten also bitte unsere blaue Zimmerkarte mitbringen und er würde uns dann „einweisen“. Irina gab ein „wir würden gerne drinnen sitzen“ von sich; doch der Oberkellner antwortete, dass drinnen kein Platz mehr frei wäre (außer die ca. 100 unbesetzten Stühle, die er uns verschweigen wollte). Was blieb uns anderes übrig, als auf den doch sehr dreckigen Plastikstühlen Platz zu nehmen?

Am Tag danach waren wir noch nicht mit beiden Füßen drinnen, als der Oberkellner uns fast schon gewaltsam an deinen Tisch setzte. Unsere Karte wurde dann am Tisch befestigt; und uns eingetrichtert, dass die blaue Karte erst am Tag der Abreise wieder entfernt werden durfte.
Nuja, immerhin ein Sitzplatz!
Das an diesem Tisch kein Besteck war und Irina demnach 20 Minuten motzend sitzen blieb, interessierte mich an diesem Tag schon nicht mehr ~ ich mopste mir Besteck vom Nebentisch und begann seelenruhig zu essen.

Ein weiterer unfröhlicher Zeitgenosse war der Angestellte, der an der „Geldwechselstelle“ hockte ~ ich hab kein einziges mal ein Wort von ihm gehört oder auch nur einen Hauch netter Mimik oder Gestik vernommen. Die Art, wie er mir (ja, MIR ~ Irina schickte mich auch vor, um ihr Geld zu wechseln) die Dinare entgegenwarf, verfolgt mich heute noch. Es hätte nicht fiel gefehlt, und ich hätte die Münzen vom Boden aufsammeln dürfen.

Die Putzfrau hingegen war eine, die mir aufrichtig leid tat und auch sympathisch war. Auch, wenn ich sie, sofern das Hotel mir gehört hätte, mal in die Mangel genommen hätte. Rein theoretisch konnte man die Tatsache, dass sie wirklich da war, nur daran erkennen, dass das Zimmer intensiv nach Chlor gestunken hat und groteskerweise die Terrassentür geschlossen wurde.
Praktisch aber sahen wir sie fast jeden Tag; eben weil meine Reisepartnerin ständig drinnen hocken blieben wollte. Egal, wann die Putzfrau kam ~ Irina hockte im Wohnbereich auf der Couch oder lag im Bett; und ich guckte entweder mit TV (bei Arabella war die „Terrorgruppe“ zu Gast ~ ich konnte also nicht anders!) oder saß auf der Terrasse und staunte darüber, wie viel Wasser der Körper ausscheiden kann; obwohl man regungslos auf einem Liegestuhl hockte.
Da die Putzfrau das Zimmer nur betrat, wenn wir nicht da waren, klopfte sie also an, schloss die Tür auf (womit das Klopfen ohnehin überflüssig war, so schnell hätte man mit sonst-was gar nicht aufhören können), starrte uns an und wollte wieder gehen, um später wieder zu kommen. Der Dame war es deutlich anzusehen, dass wir ihren Zeitplan durcheinanderbrachten. Als Irina dann auch noch sagte, sie möge „kurz“ warten, wir würden jetzt gehen hätte ich sie am liebsten an meinen Busen gedrückt ~ zumal wir nicht nur einmal mitbekamen, wie sie vom Hotelchef angemotzt wurde, sie müsse schneller machen (ja, sogar auf deutsch!).


//DIE UNTERHALTUNG//

Wie schon gesagt, am Pool gab es wohl alle Tage wieder eine Art „Unterhaltungsprogramm“. Doch wer daran teilhaben wollte, musste flott sein ~ zumindest wenn er sitzend dabei sein wollte. Wie wohl überall anders auch waren die Liegestühle am Pool schnell belegt; der Trick, morgens sein Handtuch darauf zu legen und wieder zu verschwinden ist genauso alt wie wohl auch effektiv. Im Grunde scheint aber ohnehin nicht viel mehr passiert zu sein als das eine Art DJ über die „Bühne“ fegte und zu seinen CDs tanzte und brüllte wie ein Rhesusaffe. Der Applaus wirkte recht verhalten; und da es ohnehin gegen 20 Uhr wieder dunkel wurde, hatte sich die Darbietung bis dato auch in Luft aufgelöst.

Die im Hotelbereich integrierte Minigolfanlage war ebenfalls geschlossen; diesbezüglich wollte man uns weismachen, dass die „Hauptsaison“ noch nicht eröffnet war. Ich frage mich zum einen, ob er uns für naiv hält ~ denn meiner Meinung nach ist dann Hauptsaison, wenn man auch den Hauptsaison-Preis bezahlt; und da wir im August unterwegs waren... nuja. Zu anderen hat er uns aber scheinbar ohnehin ebenfalls für blind gehalten; denn das die Anlage von Unkraut und knöchelhohem Gras überwachsen war kann man mir nicht mehr als „besonderes Minigolfhindernis“ verkaufen.

Im Nachbarhotel, welches wir zur „Reisendenversammlung“ aufsuchten, beeindruckte mich da schon viel mehr. Der Billardraum, den wir durchqueren mussten, war mit Spielautomaten gefüllt ~ ich hätte reich werden können! Der Umstand, dass dieses Hotel grade mal eine DM (!) teurer war als unseres bringt mich heute noch aus der Fassung.


//DIE REISEVERANSTALTER VOR ORT//

Ohnehin haben wir uns am nächsten Tag recht gewundert ~ denn die „Anlaufstelle“ der Reiseveranstalter war regelrecht überlaufen. Ich weiß gar nicht mehr, was wir eigentlich wissen wollten; doch das junge Paar vor uns brachte mich ohnehin aus dem Konzept mit ihrer Auflistung, was im Zimmer alles absolut nicht in Ordnung war. Zwei Tage später bekam dieses Paar ein neues Zimmer, was zwar auch nicht mängelfrei, aber scheinbar zumindest „besser“ war.....

Dass unsere Ansprechpartnerin auch nicht recht glücklich mit den Gegebenheiten war, konnte man ihr deutlich ansehen. Die Informationen, Tipps und Tricks die sie uns nannte, waren immerhin sehr brauchbar; zumal sie es auch war, die uns sagte, was man überhaupt in der Gegend machen konnte; was man besser lassen sollte und was man auf keinen Fall kaufen sollte. Geärgert hat mich jedoch zweifelsohne der Umstand, dass wir erst jetzt erfuhren, dass jede angebotene Unternehmung extra gebucht und somit auch gezahlt werden musste. Natürlich ist mir klar, dass eine 3tägige Safaritour kein Gratisgeschenk sein kann ~ aber wieso hat man uns nicht schon im Reisebüro darauf hinweisen können? Wir waren dann auch nicht die einzigen, die es extrem schade fanden, die dafür angeforderten 300 DM nicht noch im Gepäck zu haben ~ mal abgesehen von dem Umstand, dass man dann diese Tage das Hotel völlig überflüssig gebucht hätte.
Nach einigem hin- und her schaffte ich es dann auch, Irina zumindest für einen Ausflug auf eine Straußenfarm zu überreden. Oder eher gesagt, zu überrumpeln; denn schon zu dieser Zeit hatte ich herausgefunden, dass es „mittags bis nachmittags zu heiß ist um rauszugehen“, „die ganzen Talkshows auch hier laufen“ und vor allem „allein kannst du nicht raus“.

Ich war wahrlich dankbar für die „Sonderveranstaltungen“ ~ sonst hätte ich vermutlich 1000 DM dafür bezahlt, um bei brütender Hitze draußen mit Irina drinnen zu hocken und TV zu glotzen.

Wer sich jetzt fragt, warum ich nicht allein raus bin, dem sei folgendes gesagt: es gibt in Tunesien nicht nur die sog. „Touristenfallen“; sondern auch insbesondere die

//FRAUENPROBLEME//

Man konnte es wirklich beobachten: die Leute, die als Paar oder gar Familie unterwegs waren, hatten es um einiges leichter als einzelne Frauen oder halt Frauenrudel. Dass man am Strand, sobald man zum Wasser ging (liegende bzw. sitzende Gäste dürfen laut Hotelregel nicht angesprochen werden!) von mehr als aufdringlichen Obstverkäufern angesprochen wird, ist die eine Sache. Doch das jede Frau wie „Freiwild“ betrachtet wird, die andere.

Auf der Straße, im Supermarkt und eigentlich überall außerhalb des Hotelgeländes wurden wir mehrfach angesprochen; und das in allen möglichen Sprachen.
Sogar einer unserer Kellner fragte zwischendurch immer wieder an, ob wir schon verheiratet wären. Um es kurz zu machen: er und sein Freund wollten unbedingt eine Deutsche heiraten, um eben in dieses Land gelangen zu können. Dass Irina, auf die ich zunehmend schlechter zu sprechen war, plärrte, ich sei Single und noch zu haben und unser Kellner mir alsdann seine Adresse in die Hand und einen Wangenkuss aufdrückte, versteht sich von selbst.
Heut noch nicht verstanden hab ich hingegen das Bild, was die Tunesier von Deutschland hatten ~ ihrer Meinung nach verdient man in Deutschland sehr gut, es gäbe kaum wirtschaftliche Probleme und überhaupt wären alle glücklich. Man könnte sagen, die Tunesier haben ähnliche Marshmellowvorstellungen von germany wie wir von den USA.

Auch in den Hotelshops wurde man als Frau eher über den Tisch gezogen wie Männer. Es kam vor, dass mir ein anderer (höherer) Preis genannt wurde wie dem Kerl, der wenige Momente vor mir fragte. Gekauft habe ich in Tunesien ohnehin nichts, außer eine Kette; die zur Preisbestimmung gewogen wurde.


//SONSTIGES//

Wie schon vielfach erwähnt muss ich sagen, dass mir meine damalige Freundin die Reise noch ein ganzes Stück vermisst hat. Mit dem „Hotelärger“ hätte ich durchaus leben können; im Grunde fährt man ja in Urlaub, um die fremde Gegend zu sehen und nicht um festzustellen, wie gut der Empfang selbst in Afrika von RTL und Sat1 ist.
Wäre ich mit einer anderen Freundin gefahren, die nicht alles mir zugeschoben und eigentlich nur gemeckert hätte, so hätte ich durchaus den Gedanken „1000 DM zum Fenster raus“ nicht heute noch im Kopf.

Die Gegend in und um Nabeul ist wirklich sehenswert; dem Eindruck des „Armenviertels“ zum Trotz. Ab und zu muss man gucken, wo man hintritt ~ nicht wegen dem Müll, sondern wegen den kleinen Salamandern und sonstigen Eidechseartigen Tieren, die schon mal über die Böden huschen. Zutrauliche und ebenso anhängliche Katzen gab es insbesondere ums Hotel herum auch nicht zu wenige; Pferdewagen, Esel und eher selten ein Kamel rundeten das Bild dann doch noch ab.
Der Ausflug zur Straußenfarm hat mir dann auch noch mal richtig gut getan; der „Führer“ dort war super nett und hatte vor allem auch die Eigenart, seine Vorträge interessant und witzig zu gestalten. Selbst die Busfahrt dorthin war interessant, da unser Begleiter vieles über die Gegend an sich erzählte und ab und an auch versuchte etwas Humor mit hereinzupacken. Wehrmutstropfen darauf war der Zwischenstopp in einer kleinen Hafengegend, wo sofortig eine Schar von Kindern uns Jugendlichen auf uns zugestürmt kam und nach Bonbons fragte. Ein Touri hatte Tatsache eine Tüte Bonbons dabei; und es dauerte nur wenige Sekunden, bis sich mir die Assoziation vom „Taubenfüttern im Park“ aufdrängte.

Der Strand in Nabeul war riesengroß und eigentlich auch sauber; von den diversen Zigarettenstummeln, die die Touristen aber natürlich selbst zu verantworten haben, mal abgesehen. Den Strandgang vermiesen konnten aber wirklich die Obst-, Trommel- und sonstige Souvenirverkäufer; und eben auch die Erfahrung, dass es offensichtlich nicht egal ist, wo man sich hinpflanzt. Als wir mal ein Stück weiter gingen um einen freien Platz zu suchen dauerte es nicht lang, bis ein Angestellter des Nachbarhotels auf uns zu kam und fragte, ob wir in diesem Hotel Gäste seien. Da wir wahrheitsgetreu angaben, dass wir vom Nachbarhotel kämen und einfach ein Stück weiter gegangen sind, sollten wir eine Art „Strandgebühr“ zahlen. Mit Sonnenschirmchen dann fast das doppelte. Gut, so viel war’s nicht; aber wieso erfährt man von diesen „Regelungen“ eigentlich vorher nichts? Mag sein, dass dies überall Gang und Gebe ist und nur ich als jungfräulicher Urlauber nichts davon wusste ~ aber gegen einen entsprechenden Hinweis in unserem achso-hilfreichen Infoblättchen der Firma alltours hätte ich durchaus nichts gehabt. Das letztendlich ich es war, die die Gebühr alleine aus ihrer Tasche zahlte und Irina schon 20 Minuten später wieder ins Hotel wollte, regte mich an diesem Tag schon gar nicht mehr auf.
Resignation ist doch was schönes!

Gemein und schadenfroh wie ich nun mal bin bzw. wurde tut es mir heute auch noch gut zu wissen; dass Irina sich derart verbrannt hatte, dass sie nachts kaum schlafen konnte (wobei man sagen muss, dass die Dame sich oftmals anstellt).

Einen Basar hab ich leider nicht zu Gesicht bekommen; obwohl wir nicht grade weit entfernt von einem waren. Die Begründung hierfür wird sich jeder denken können.


//ERGO//

Das mein persönlicher Urlaub nicht grade Lust auf eine Verlängerung machte hat ganz offen gesagt nun wirklich nichts mit der Gegend an sich zu tun gehabt. Zwar gab es durchaus genug Punkte, über die man und vor allem frau sich geärgert hat; angenervt war und hätte schreien können; doch schlussendlich bleibt es dabei, dass ich mir einen ähnlichen Urlaub jederzeit noch mal „antun“ würde.
In den gebuchten 7 Tagen schafft man es kaum, alles zu sehen, was man gerne sehen würde ~ selbst wenn zwei hyperaktive Reisende unterwegs gewesen wären. Die Klimaumstellung ist doch gewaltig; da hilft einen die „geschenkte Stunde“, weil es in Tunesien keine Sommerzeit gibt, auch nicht wirklich viel. Wie unser Reiseleiter uns erzählte, herrschten allen Reisekatalogen zum Trotz in den Vorjahren auch schon mal bis zu 55 Grad (!!!); wodurch die Menschen in den Straßen reihenweise umfielen.

Wir Deutschen sind da natürlich noch eine Ecke empfindlicher; vor allem wenn wir aus einem verregneten Wetter anreisen. Der erste und wohl auch der zweite Tag schlaucht ganz schön; und kaum hat man sich langsam mit der Gegend angefreundet und den Gegebenheiten vertraut gemacht, kann man auch schon wieder langsam die Koffer packen.

Schade, dass eine 10tägige Reise nicht möglich war ~ zur Auswahl standen 7 oder 14 Tage; wobei ich dann letztendlich doch irgendwo dankbar war, dass wir nicht direkt zwei Wochen in diesem Hotel verbringen mussten. Der Gedanke „man ist ja nur zum schlafen da“ stimmt eben doch nicht so ganz; und wenn es dann auch noch bei den Mahlzeiten Probleme gibt bzw. einem ab und an regelrecht der Appetit vergeht dann kann das die Stimmung doch ein wenig trüben.

Der Geruch vom Leitungswasser, dem Pool und eben auch den Reinigungsmitteln ist ebenfalls etwas, mit dem der ein oder andere zu kämpfen haben wird ~ doch das man von Tunesien nicht das gleiche erwarten kann wie vermutlich von Frankreich sollte einem ohnehin klar sein.

Schlussendlich kann ich nur sagen, dass durch diesen Urlaub die Freundschaft zwischen Irina und mir im Keim erstickt wurde ~ sicherlich hatten wir noch nie sonderlichen Zulauf zueinander; gingen zwar 3 Jahre in die selbe Klasse und trafen uns danach immer noch regelmäßig; doch „beste Freundinnen“ konnte aus uns wohl nie werden. Und dank diesen „besonderen Urlaubserlebnis“ erst recht nicht. Den ein oder anderen wird so ein Hickhack vermutlich zusammenschweißen ~ und den anderen entzweien. Wer ins Hotel „Les Pyramides“ eincheckt muss mit Stress, Zoff, Zankerei und purer Genervtheit der Mitgäste oder eben der eigenen Begleitung rechnen ~ ein Urlaub im wirklichen Sinne ist hier leider nicht möglich.

Wie ich erst vor kurzem erfahren durfte, verdankt das Hotel seine drei Sterne einer „Bewertung“ aus den 70er Jahren. Ich denke, dieser Umstand spricht für sich ~ denn seitdem hat sich vermutlich leider nicht viel geändert. Wohl außer, dass noch mehr Putz von den Wänden bröckelt.
...
Produktbewertung:Kundenbewertung 2,00 / 5,00 2
Bewertung Testbericht:sehr hilfreich
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Kommentare
morla
morla, 15.10.2006
sehr hilfreich
Nina1805
Nina1805, 15.10.2006
super Bericht und auch wieder sooo ausführlich! Fleißig! - SH!
Carrie711
Carrie711, 03.11.2006
sh
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Informationen zu Nabeul & Dar Chaâbane

Technische Daten und Produkteigenschaften
2 miteinander verwachsene Orte auf Cap Bon
Allgemeine Informationen Nabeul & Dar Chaâbane
gelistet seit: 09.02.2004
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Produktbewertung: Kundenbewertung 2,00 / 5,00
Allgemeine Informationen
Kategorie: Sehenswürdigkeit 
Typ: Stadt 
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