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![]() Ein sehenswertes Reisezielein Testbericht von Miss_Nettie2003-04-20 21:58:03 vom 20.04.2003 Empfehlung: ja Vorteile: schöne Naturschauplätze, menschenleere Strände, auch Shopping möglich...Nachteile/Kritik: von Mülltrennung oder -beseitigung hat man dort noch nichts gehörtVorbereitung und Reisekosten: ============================== Da es sich bei Nigeria um ein tropisches Land handelt, musste ich einige Impfungen über mich ergehen lassen. Auf jeden Fall nötig ist eine Gelbfieberimpfung. Diese hält aber auch die nächsten 10 Jahre an, so dass man sie so schnell nicht wiederholen muss. Außerdem braucht man eine Impfung gegen Tetanus. Da meine zu lange her ist, ließ ich sie auffrischen. Zudem sind Impfungen gegen Hepatitis A und B sinnvoll, jedoch nicht umbedingt ein Muss. Auf jeden Fall braucht man eine Malariaprophylaxe. Da ich von dem Medikament Lariam einiges schlechtes gehört habe (macht müde, stört die Wahrnehmung, etc.) nahm ich Malarone. Mit diesem Medikament war ich recht zufrieden. Außerdem muss man noch ein Visum beantragen. Dies sollte man rechtzeitig tun, da die Bearbeitung schon 2 Wochen in Anspruch nehmen kann. Die einzelnen Preise für Imfungen, Prophylaxe und Visum weiß ich nicht mehr auswendig, aber ich habe schon gut 200 Euro dafür ausgegeben. Der Flug hat mit Air France 800 Euro gekostet. Geld kann man vor der Reise nicht wechseln, man muss dies nach der Ankunft tun. Wenn jemand sich auskennt, ist es sinnvoll, auf dem Schwarzmarkt zu wechseln, da der Wechselkurs dort besser ist. Reiseerfahrungen: ================== V erkehrschaos und Polizeikontrollen: ============================== ===== Alle Erfahrungen und Eindrücke aufzuschreiben, würde wohl den Rahmen eines Erfahrungsberichtes sprengen, aber hier einmal meine persönlichen Eindrücke. Das erste Aufregende, was mir widerfuhr, war die Fahrt vom Flughafen in Lagos zu unserer Unterkunft. Der Verkehr ist wirklich total chaotisch. Es gibt kaum einmal eine Ampel und auch keine Regeln wie rechts vor links. Es gilt wohl eher, wer dreister ist, hat Vorfahrt;) Jeder fährt so, wie er denkt. Ständig hupt irgendjemand. Wenn man in diesem Verkehr überleben möchte, braucht man wirklich starke Nerven. Aber ich hatte mich erstaunlicherweise schnell daran gewöhnt (ich musste aber auch nicht fahren;)). Was mich eher nervte, war der ständige Stau. Für eine Strecke, für die man normalerweise eine halbe Stunde gebraucht hätte, brauchte man manchmal gut 2 Stunden. Mal ganz abgesehen von übereifrigen Polizisten, die einen wegen jedem Mist kontrollierten. Um uns abzukassieren, ließen sie sich wirklich einiges einfallen. Einmal beschwerte sich einer, warum unser Auto eine defekte Innenbeleuchtung hatte. Als ob das auf die Verkehrssicherheit einen Einfluss hätte. Manchmal war es aber auch okay, es gab nicht nur unfreundliche Polizisten. Einige waren auch richtig nett, einer begrüßte mich sogar mit auf Deutsch mit Grüß Gott. Und jetzt mal zum positiven Teil, es gibt schließlich nicht nur negatives zu berichten. Sightseeing: ============ Obwohl Nigeria eigentlich kein typisches Touristenziel ist, gibt es einige sehr schöne Plätze, die es wert sind, besichtigt zu werden. Es gibt zahlreiche traumhaft schöne Sandstrände. Gerade dadurch, dass Nigeria kein typisches Touristenziel ist, trifft man unter der Woche am frühen Nachmittag auf menschenleere Strände. Erst abends geht an manchen Stränden die Post ab, wenn die Leute nach Feierabend den Strand genießen möchten. Aber gerade, dass man den Strand für sich hat, macht den Reiz aus. Manche Strände sind nicht gerade sauber, andere picobello. Wir waren am Lekki beach und Alfa beach, und da war es wirklich sauber und schön. Wir waren auch an einem Privatstrand namens Whispering Palms. Der Strand war sehr idyllisch wenn auch die Atmosphäre etwas spießig war, fast wie in einem alten kolonialen Country club der 50er Jahre mit einer Art Lounge mit Rezeption. Dennoch kann ich Whispering Palms empfehlen. Man kann dort auch allerlei Getier (natürlich in Käfigen) antreffen, Paviane und Krokodile. Und die schöne Kulisse eignet sich hervorragend für schöne Panoramafotos. Auch einen Besuch wert ist Badagry. Dort gibt es ein Sklavereimuseum, denn diese Location ist historisch sehr bedeutsam, da dies ein Umschlagplatz für Sklaven war. Natürlich gibt es noch zahlreiche andere Locations, dies ist nur eine Auswahl. Hygienefaktor: ============== Klar, dass es sich bei Nigeria um ein Entwicklungsland handelt. Das mit dem Recycling hat sich dort natürlich nicht so rumgesprochen wie bei uns. Wen es also stört, öfters mal Müllsäcke am Straßenrand zu sehen, der sollte lieber nicht nach Nigeria fahren. Ich fand es jedoch halb so wild. Man gewöhnt sich eigentlich relativ schnell daran, auch wenn es nicht schön ist. Zum Glück gibt es auch noch viel unberührte Natur. Man kann nur hoffen, dass das auch so bleibt. Auch ist die Kanalisation überirdisch, was ebenfalls gewöhnungsbedürftig ist, obwohl es aber eigentlich komischerweise nicht arg riecht, vielleicht durch das heiße Wetter bedingt. Man muss nur achtgeben, dass man nicht stolpert aufgrund der Gräben am Straßenrand. Shopping: ========= Es hört sich vielleicht verrückt an, zum shoppen nach Nigeria zu fahren, aber selbst das kann man in Lagos ausgiebig tun. Leider bekommt man hier in den Medien immer nur die negative Seite Afrikas zu sehen, aber es gibt hier nichts, was es nicht gibt. Die andere Seite ist natürlich, dass sich viele das, was mir spottbillig erscheint nicht leisten können. Es gibt in Lagos kaum große Kaufhäuser, dafür gibt es Märkte über Märkte, die teilweise riesige Ausmaße haben. Überhaupt gilt, dass man eigentlich egal wo man sich befindet, immer alles kaufen kann. Das fand ich immer recht praktisch. Man ist vor die Haustür und hatte schon die Marktbuden vor sich. Gerade was Klamotten angeht, findet man in Lagos wirklich alles, und der Stil ist eigentlich derselbe wie bei uns. Es gibt ausgefallene Jeans, Spaghettitops, schöne Kleider, wirklich alles. Die Sachen sind wirklich relativ günstig, da sie aus Asien importiert werden. Auch Markenklamotten gibt es viele, vermutlich sind viele unecht, was man aber nicht merkt. Die meisten Sachen haben dennoch eine sehr gute Qualität. Wichtig ist beim Shoppen, dass man handelt, denn gerade als Europäer wird oft versucht, einem die Sachen zu einem überteuerten Preis anzubieten. Man kann ruhig einmal die Hälfte von dem Preis anbieten und sich dann in der Mitte treffen, und vermutlich ist dann selbst dieser Preis teurer, aber ich denke, damit kann man dann leben. Schöne Tops gibt es bereits ab ca. 4 Euro, Jeans ab 10 Euro. Bemerkenswert sind auch die Straßenverkäufer, die versuchen, einem während eines Staus alles mögliche anzubieten. Es gibt auch sehr günstige CDs für ca. 2 Euro pro Stück, allerdings gilt bei Audio-CDs, diese nach Möglichkeit vorher auszuprobieren, da einige Kratzer haben. Auch Video CDs (die günstige Alternative zu DVDs) können günstig erworben werden. Kulinarisches: ============== Die nigerianische Küche ist recht vielfältig. Es gibt einige traditionelle Gerichte. Da Lagos am Meer liegt, kann ich die leckeren Gerichte mit Shrimps, frischem Fisch und anderen Meeresfrüchten sehr empfehlen. Auch gibt es für Fast-Food-Fans zahlreiche Fast-Food-Ketten, eine der größten Ketten ist Mr Biggs, eine Art Mc Donalds Abklatsch, aber meiner Meinung nach besser als Mc Donalds. Die Preise sind recht günstig. Für einen großen Hot Dog zahlt man ca. 1,50 Euro. Was ich auch sehr empfehlen kann, sind die Snacks, die man an jeder Straßenecke kaufen kann, zum Beispiel gegrillte Plantaine (Kochbanane), sehr lecker für den kleinen Hunger zwischendurch. Auch total lecker ist Suya, eine Art gegrilltes, gewürztes Rindfleisch, das an Döner erinnert, aber um einiges besser schmeckt. Suya gibt es aber nur abends. Als Mitternachtssnack einfach hervorragend, und man kann es auch am nächsten Morgen noch essen, da es auch kalt noch schmeckt (ich vermisse es). Ich hatte mit dem Essen trotz einiger Warnungen (tropisches Klima, Verderblichkeit) eigentlich kaum Schwierigkeiten bis auf einen leichten Durchfall, der mich jedoch zum Glück nicht im geringsten beeinträchtigte, da er nur gelegentlich auftrat, wenn ich ohnehin die Toilette aufsuchen musste. Ich hatte weder Übelkeit noch sonstige Beschwerden. Kosten: ======= Was die reinen Kosten für Essen und Eintritte angeht, kommt man am Tag mit weniger als 10 Euro pro Person aus. Fazit: ====== Nigeria ist bestimmt kein typisches Touristenziel, aber dennoch allemal eine Reise wert. Ich bin dort hin gefahren, da mein Mann Nigerianer ist, und ich so einmal seine Familie kennnenlernen konnte. Ich kann in diesem kurzen Bericht nicht alle meine Eindrücke aufschreiben, außerdem sind diese ohnehin subjektiv, aber vielleicht könnt ihr euch dennoch ein Bild machen. ... |
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Allgemeine Informationen Nigeria
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