Tübinger Tafel Test, Erfahrungen und Testberichte vom Verbraucher
Großeinkauf für 4 Euro
ein Testbericht von AnnaH2004-01-29 12:15:07vom 29.01.2004Empfehlung: ja
Vorteile: günstige Preise, sehr nette Mitarbeiter...Nachteile/Kritik: lange Warteschlangen,es gibt nicht immer alles, ungeschickte Öffnungszeiten
Tübinger Tafel – Einkauf für 1 Euro
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Seit ein paar Jahren gibt es in Tübingen, in der Schwärzlocher Strasse auch eine Tafel. Dort können Leute mit geringem Einkommen, auch kinderreiche Familien einkaufen. Um dort einkaufen zu können, benötigt man eine Bonuskarte , die bekommt man in Tübingen auf dem Sozialamt. Man muss sein Einkommen nachweisen, wenn es gering ist, und man in der Stadt Tübingen wohnt, bekommt man diese auch ausgestellt, damit gibt es auch andere Vergünstigungen, wie verbilligten Freibadeintritt. Da wir zwar ein geringes Einkommen haben (cirka 650 Euro Arbeitslosenhilfe), und eine 6 köpfige Familie sind, würden wir diese Karte problemlos bekommen. Selbst wenn ich wieder eine Arbeitsstelle im Verkauf hätte, bei 6 Personen dürften wir da 2500.- Euro Einkommen haben, um noch als bedürftig zu gelten, und die Bonuskarte zu bekommen. Aber die bekommen nur Bewohner der Stadt Tübingen, und ich wohne in einem 8 Kilometer abgelegen Dorf. Da es bei uns in Kirchentellinsfurt aber keine eigene Tafel gibt, und ich auch gerne in der Tafel einkaufen möchte, habe ich bei der Tafel nachgefragt. Die haben uns dann einen extra Tafel Ausweiß ausgestellt. Mit dem kaufe ich nun bis zu zwei Mal in der Woche dort ein.
Die Öffnungszeiten sind Dienstags, Donnerstags und Freitags von 15.30 Uhr bis 18.00 Uhr, außer in den Schulferien. Donnerstags ist nur Frauentag, da dürfen keine Männer einkaufen. Und man darf nur 2x in der Woche einkaufen. Das reicht aber meist üppig, da es oft genügend Lebensmittel gibt. Wer die Tafel nicht kennt, wundert sich warum da cirka 60-100 Personen täglich um 16.30 vor dem Haus Schlange stehen, und warten bis das Fenster aufgeht, und ein Korb herausgereicht wird. Man nimmt sich ein Los und gibt die Bonuskarte ab. Wenn man Glück hat, und eine niedrige Nummer gezogen hat, kommt man bald dran. Letztes Mal hatte ich Nummer 10 , und davor sogar Nummer 1. das ist natürlich herrlich. So hat man noch total die Auswahl. Ich bekam jedes Mal sogar noch Tomaten, Paprika und auch Eier. Und sogar Butter. Zu einem späteren Zeitpunkt ist so etwas aus. Wer nach 15.30 Uhr kommt bekommt eine grüne Karte, die gehen dann der Reihe nach, wie man eben kommt. Da kommt man dann wesentlich später dran. Wenn ich nicht pünktlich um 15.30 Uhr da sein kann, gehe ich erst so gegen 17.30 Uhr , denn bis dahin sind die meisten durch, und da muss man nicht mehr so lange warten. Man hat zwar nicht die gleiche Auswahl wie am Anfang, dafür kann es aber sein, dass man die Ware in einer größeren Stückzahl bekommt, den da müssen die Helfer ja nicht mehr so einteilen. Natürlich kann es dann sein, dass man auch leer ausgeht, und nichts mehr da ist.
In der Tübinger Tafel gibt es Lebensmittel die von den Läden gespendet wurden, sie sind meist so ums Verfalldatum herum, und zum baldigen Gebrauch bestimmt. Momentan gibt es viele Weihnachtssüßigkeiten, Dominosteine, Marzipan, Lebkuchen und so weiter. Nach Erntedank gibt es auch Lebensmittel von den Erntealtären, und
vor Weihnachten gibt es ebenso von der Kirche gespendete Lebensmittel. Aber die meiste Sachen sind von Läden, die Ware nach dem Verfallsdatum nicht mehr verkaufen können, und so geben sie die Ware da ab. Der Einkauf kostet 1 Euro pro Person, egal wie viel man mitnimmt, und die Familienobergrenze ist 4 Euro, bei mehreren Familienmitgliedern gibt es also Mengenrabatt. Manchmal habe ich die 4 Euro aber auch nicht, dann kann ich aber anschreiben, und eben beim nächsten oder übernächsten Mal bezahlen, da sind sie sehr kulant.
Die Verkäufer sind alles Ehrenamtliche. Einstieg ist jederzeit möglich, dort können sie immer Helfer gebrauchen, auch Fahrer die dann die Ware bei den Läden abholen. Wer ein bisschen Zeit übrig hat, und gerne etwas sinnvolles tun möchte, ist dort immer willkommen. Mittlerweile gibt es ja viele Tafeln, so kenne ich welche in Rottenburg, Reutlingen oder in Kirchheim/Teck . Bei den hohen Arbeitslosenzahlen momentan ist es ja nicht verwunderlich, dass immer mehr Leute dort einkaufen müssen. In Tübingen werden pro Einkaufstag für 200-300 Leute eingekauft.