Platz 110 in der Kategorie "Webseiten - A". Wenn Etiketten lügen...
foodwatch entlarvt verbraucherfeindliche Praktiken der Lebensmittelindustrie und kämpft für das Recht der Verbraucher auf sicheres und ...mehr
mit diesem Bericht, möchte ich bei yopi wieder durchstarten. Entstanden ist die Idee zum Bericht, durch eine ciao-Debatte, über den Dioxinskandal.
==abgespeist.de==
um ein wenig auf das Thema Lebensmittelskandale einzugehen.
==Vorwort==
Unser Lebensmittelangebot lässt fast keine Wünsche offen. Mehrere tausend Lebensmittel sind im Sortiment und ständig kommen neue hinzu. Ja, der Verbraucher möchte Abwechslung in seiner Ernährung, doch er fragt kaum, wie all die Produkte entstanden sind. Das Essen muss appetitlich sein und insbesondere gut schmecken. Neue Produkte, vor allem solche mit angeblich vorbeugender Wirkung oder zusätzlichen Nutzen, werden schnell akzeptiert.
Nahrungsmittel aus der Fabrik sind nicht nur Trend, sondern Teil unserer Esskultur geworden. Die Konzerne kennen unsere Bedürfnisse genau, sie wissen das wir uns immer weiter wegbewegen von dem traditionellen Mahlzeitengefüge. Esssituationen orientieren sich an die jeweiligen Gegebenheiten. Wir bekommen die schnelle Kost für die Gehetzten geliefert, Biolebensmittel für Menschen, die Angst vor Pestiziden haben, und verkaufen Gesundheitsversprechen an alle, die etwas mehr für sich tun wollen.
Fertigkost ist längst Teil unserer Esskultur geworden. Nicht immer ist sie ungesund, wie Tiefkühlgemüse, das mehr Vitamine enthält als vermeintlich frisches Gemüse, aber ohne eine industrialisierte Produktion wären Millionen Menschen kaum zu ernähren. Jedoch zahlen wir dafür einen hohen Preis. Was bei vielen Familien auf den Tisch kommt, ist ihnen fremd. Sie hängen von einer Industrie ab, die ständig wegen Mogeleien in die Schlagzeilen gerät. Doch was haben wir daraus gelernt, außer das wir ständig entsetzt sind? Persönlich finde ich nicht, das ein Umdenken statt gefunden hat. Der Dioxinskandal, wird wieder einmal in der Versenkung verschwinden, bis der nächste auftaucht. Was haben wir aus BSE gelernt? Verzehren wir weniger Chips und Co, wegen der Krebsgefahr?
Zum Teil trägt unsere Geizmentalität dazu bei, das sich die Industrie auf die veränderten Bedingungen eingestellt hat. In kaum einem anderen europäischen Land, geben die Menschen einen so geringen Teil Ihres Einkommens fürs Essen aus, sind Lebensmittel noch billig. Die Schnäppchenjagd hat Folgen für unserere Ernährung.
Viele Theorien sind im Umlauf, darüber wie sich der Mensch in Zukunft ernähren wird. Denn Essen ist seit jeher Ausdruck von Kultur und Kreativität, sie spiegelt unsere Persönlichkeit wieder. In der Zukunft wird der Verbraucher sich immer weiter von den bekannten „natürlichen“ Lebensmitteln entfernen und stattdessen vermehrt Produkte finden, die sich in die veränderte Gesellschaft eingliedern.
Doch viele Menschen werden kritischer, wollen wissen, was sie da eigentlich kaufen. Sie besuchen Internetseiten, die sie darüber informieren und wo sie sich engagieren können.
So eine Aktionsseite ist
==abgespeist.de==
Es ist schon erstaunlich was sich in angeblich so fit machenden Durstlöschern, nahrhaften Pausensnacks, gesunden Milchprodukte und anderen Lebensmitteln mitunter enthalten ist. Manchmal finden wir Zutaten, die eigentlich gar nicht zum Produkt gehören, die jedoch von der Werbebranche dem Endverbraucher aufgedrängt werden.
Damit uns bewusst wird, was wir da verzehren, widmet sich foodwatch diesen Fragen, auf der Seite abgespeist.de. Sie nimmt die Produkte kritisch unter die Lupe und deckt dabei einiges auf-von optischen Tricks bis hin zu Inhaltsschwindel und dick dreisten Lügen. Gründer Thilo Bode, setzt sich mit Greenpeace, dafür ein, dass den Nahrungsmittelkonzernen die Grenzen ihres von Marketingkampagnen
gezeichneten und profit getriebenen Handelns aufgezeigt werden.
Hört sich langweilig an?
Dann schauen wir uns ein wenig um.
Um die dreistesten Werbelügen zu küren, wurde der „Goldene Windbeutel“ geschaffen. Leider konnte ich nicht herausfinden, wann es ihn zum ersten mal gab, denn ein Archiv habe ich auf der Seite nicht gefunden.
Das Produkt, das von den Verbraucher online gewählt wurde, findet sich direkt auf der ersten Seite.
Im vergangenen Jahr war es der Zott Monte Drink. Unter dem Bild könnt ihr eine Pdf Datei herunterladen, um weitere Informationen zu bekommen. Oder Ihr schaut auf den rechten Bildrand, da könnt ihr auch Informationen finden.
Einige von Euch werden meinen, das es doch ein völlig gesundes Produkt ist. In diesem Fall war das K.O Kriterium wohl, der hohe Zuckergehalt, mit acht Stück Würfelzucker nicht gerade wenig.
Dabei ist Zott ganz geschickt vorgegangen, denn der Fussball-Nationalwart Rene Adler wurde dafür gewonnen. Mittlerweile hat sich dieser von der Werbekampagne distanziert. Wer gedacht hat die Werbung sollte für Kinder sein, der wurde ebenfalls getäuscht. Die neue Zielgruppe sind die jungen Erwachsenen.
Warum? Sie gelten als die kaufkräftigen Kunden von morgen, haben ein hohe Konsumbereitschaft und sind dadurch eine begehrte Zielgruppe für Unternehmen. Interessant ist, das die Altersgrenze je nach Branche definiert wird, von 13- 29 Jahren ist alles möglich.
Doch kehren wir zurück Zott, denn dieser hat darauf reagiert. Er hat versprochen den Zuckergehalt auf sieben Würfelstücke zu reduzieren. Naja, immerhin etwas.
Auf abgespeist.de finden sich auf der rechten Seite noch viele weitere Produkte die foodwatch kritisiert, weil sie nichts mehr mit Lebensmittel zu tun haben. Eine Flut von Zusatzstoffen die an den Verpackungen, mit E-Nummern, ausgezeichnet sind, und teilweise so klein gedruckt, das kein Verbraucher sie lesen kann.
Ein Beispiel dafür war das Produkt von Maggi „Maggi Natur Bio Frühlingsgemüsesuppe“, das mittlerweile nicht mehr verkauft wird. Geworben wurde zwar „ohne Geschmacksverstärker“, doch enthielt das Produkt glutamathaltigen Hefeextrakt. Es wird häufig als Geschmacksverstärker eingesetzt, und muss als solches nicht gekennzeichnet werden.
Dabei wurden die Zusatzstoffe erstmals als „Lebensmittel-und Bedarfsgegenständegesetz“ 1974 eingeführt und in diesem Zusammenhang der Begriff „Zusatzstoff“ überhaupt erst definiert. Zusatzstoffe sollen eigentlich der Verbesserung der Haltbarkeit, der Konsistenz, des Geschmacks und des Aussehens sowie der Verbesserung der Lebensmittel dienen. Ohne Zusatzstoffe wäre unser Lebensmittelangebot zweifellos weniger vielseitig und unter hygienischen Aspekten weniger unbedenklich.
Grundsätzlich gilt, dass Zusatzstoffe weder notwendig noch vermeidbar sind. Dieser Widerspruch ist so zu verstehen, dass viele Zusatzstoffe ohnehin als natürliche Inhalts-, Vorrats-, Schutz oder Lockstoffe in Lebensmitteln enthalten sind. Ohne Zusatzstoffe sind großindustriell hergestellte Lebensmittel kaum produzierbar, denn ohne gezielt zugesetzte Stoffe könnten beispielsweise weder Süßigkeiten noch Margarine, Wurst, Käse oder Wein hergestellt werden. Wer vollständig auf Zusatzstoffe verzichten möchte, muss mehr Zeit für die Zubereitung verwenden und hat eine geringere Nahrungsmittelauswahl. Und das machen sich die Unternehmen zu Nutze, das wir an Zeitmangel leiden.
Dadurch konnte eine ganz neue Produktserie entstehen, wie Actimel von Danone, das sogar der „Windbeutel 2009“ war. Ganz gezielt wurde mit unserem Gesundheitsbewusstsein gespielt, wurden die Dinge dargestellt, die ein Naturjoghurt genauso erfüllen würde.
Solche Produkte werden als Functional Food genannt. Sie dienen nicht mehr nur der reinen Nahrungsaufnahme sondern, vermitteln dazu einen gesundheitlichen Nutzen. Meist liegt dieser Zusatznutzen in der Förderung der Leistungsfähigkeit, der Unterstützung der Verdauung und der Beeinflussung der Psyche. Wellness, Gesundheit und Wohlbefinden sind die Schlagworte dieses Trends. Zur Zeit gibt es bei uns keine speziellen gesetzlichen Vorgaben zu funktionellen Lebensmittel.
Wir könnten die Liste weiter so abarbeiten, unter alle Produkte könnt ihr auswählen, ob ihr die Infos zu den Produkten herunterladet, oder alle Hersteller und Produkte nach Alphabet. Es ist schon erschreckend, wie viele Lebensmittel dort aufgeführt werden. Einiges war davon, war schon mal in meinem Einkaufskorb, bei einigen wusste ich, das es nur „heiße Luft“ enthalten ist.
Unter ==Reaktionen== kann ich
-Pate werden
für einen monatlichen Beitrag von EUR 5,00; EUR 10,00; EUR 20,00 oder mehr kann ich diese Kampagne
unterstützen. Eine Kündigung ist jederzeit möglich.
-Mitmachaktionen
Ich kann mich direkt bei den Herstellern, über diese Werbelügen beschweren. Abgespeist.de führt einige Produkte auf. Darunter finden sich Erfolge, wie Produkt vom Markt genommen.
Allerdings finde ich es nicht so gut, das ich meine Adresse preis geben soll. Es wird zwar versprochen, sie nicht an unseriöse Dienstleister weiter zugeben, doch wie kann ich das überprüfen. Im Impressum steht, das die Daten unverschlüsselt übertragen werden. Deshalb möchte ich im Moment an keiner Kampagne teilnehmen.
-oder den Newsletter abonnieren
Ich kann auch ein Produkt vorschlagen. Das ganze findet ihr genauso auf der linken Seite.
Wem das Ganze nicht genügt, findet weitere ausführliche Informationen, wenn er oben rechts in der Ecke auf foodwatch.de clickt.
Ihr seht, ein Thema, das Zeit zum Lesen braucht. Es lässt einen nachdenklich zurück, vor allem wer sich bisher kaum damit beschäftigt hat. Ist es Effekthascherei? Ich denke nicht, denn nur so wird der heutige Konsument erreicht. Sicher mag der „Goldene Windbeutel“ wie ein Schrei wirken, das ist bewusst gewählt. Denn der Verbraucher soll begreifen, das sein Schlaraffenland, so manche Tücken enthält, das er auf den ersten Blick nicht erkennen kann.
Es soll ihn zum Nachdenken und Handeln bewegen, diesen Zweck erfüllt die Webseite voll und ganz. Wer weitere Informationen sucht, findet sie bei foodwatch, oder clickt sich durchs Web. Der Verbraucher wird indirekt aufgefordert aktiv zu werden. So gesehen, hat abgespeist.de zwei konkrete Aufgaben: zu einem über die Produkte informieren und zweitens den User einzubinden.
Die Seite lässt sich gut navigieren, sie lädt schnell,die Bilder sind klar und deutlich. Die Sprache mag für manche etwas reißerisch wirken, doch ich meine das ist so gewollt. Es werden wenige Farben als Hintergrund gewählt, weil die Kampagnen im Vordergrund stehen. Die obere Leiste ist in grün gehalten, dann folgt ein zartes Blau, mit ein wenig dezenten beige. Auf andere Kampagnen wird nicht hingewiesen, eine weitere gut Seite ist www.vzhh.de
Was mir positiv aufgefallen ist, das nicht irgendeine Werbung über die Seite wandert, die das das Lesen behindert.
Wirkliche Kritik konnte ich nicht finden, eine bezog sich darauf, das der Verbraucher ein bisschen dumm gehalten wird, und das der Greenpeace Stil deutlich zu erkennen sei. Mag sein, trotzdem ist eine erste Anlaufstelle, für die Verbraucher, die sich damit noch nie beschäftigt haben.
Ich empfehle die Seite auf jeden Fall, denn sie ist ein erster Schritt, dahin, das wir wieder anfangen darüber nachzudenken, womit wir unseren Teller füllen. Sicher werden einige sagen, das es sie nicht so viel Geld für Lebensmittel ausgeben können. Das ist Thilo Bode bewusst, trotzdem möchte er zum Nachdenken anregen. In erster Linie will er die Hersteller erreichen, damit bessere Produkte hergestellt werden.
==Gedanken zum Schluss==
Wie werden wir in Zukunft essen und welche Produkte entwickelt?
Essen und Kochen sind zum Hobby mutiert. Es geht nicht ums Sattwerden, sondern um Selbstverwirklichung und zelebrierte Sinnlichkeit. Wir essen, um uns von anderen zu entscheiden oder uns als Teil einer Gruppe zu fühlen. Wir verzichten auf bestimmte Nahrungsmittel, um ein Gutes Gewissen zu haben, oder wir essen, um gezielt zu entspannen. Essen wird zur Individualisierung.
In seiner Studie „Food Fictions-radikale Food Trends“ entwirft Stephan Sigrist Visionen, die nicht gerade appetitlich sind, zum Beispiel, Esswaren, die Bakterien enthalten, die Vitamine und Arzneimittel im Verdauungssystem direkt herstellen- und ungesunde Inhaltsstoffe nach dem Essen durch spezifische Antikörper sofort wieder aus dem Körper eliminieren. Möglich wäre auch, das so genannte „Ultra-Convenience-Food“ entwickelt werden. Depot-Lebensmittel, die nur einmal pro Woche gegessen werden müssen.
Vielleicht wird Essen aber auch ganz aus der Erlebniswelt der Menschen gestrichen. Stattdessen ernährt man sich intravenös, wobei die Geschmacksempfindungen geschickt simuliert werden.
Ihr seht, da ist noch viel Bewegung in Richtung neue Lebensmittel. Solche Seiten, wie abgespeist.de , werden immer wichtiger, damit der Verbraucher einen Überblick, über die Produkte behält.
Damit möchte ich den Bericht beenden, es wird sicher das ein oder andere noch zu dem Thema folgen.
Danke fürs Lesen und Bewerten.
Eure Clarinetta
(auch für ciao und typeer)
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Informationen zu abgespeist.de
Technische Daten und ProdukteigenschaftenWenn Etiketten lügen...
foodwatch entlarvt verbraucherfeindliche Praktiken der Lebensmittelindustrie und kämpft für das Recht der Verbraucher auf sicheres und gutes Essen. Gemeinnützig und unabhängig. Damit wir nicht länger abgespeist werden.