Die neun Pforten (DVD) Testbericht

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Die-neun-pforten-dvd-horrorfilm
ab 2,57
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Summe aller Bewertungen
  • Action:  viel
  • Anspruch:  anspruchsvoll
  • Romantik:  niedrig
  • Humor:  wenig humorvoll
  • Spannung:  sehr spannend

Erfahrungsbericht von LilithIbi

"Ich spüre keine Schmerzen!" (Pause) "Aua!!!!!!!"

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Nein

Nachdem ich nun endlich mal mein Kinoerlebnis "The Fog" verdaut hab, wollte ich mir gestern in der Stille (und vor allem Kälte!) der Nacht noch eine Art Videoband zu Gemüte führen.

Wer hätte gedacht, dass ich bereits während des ersten Filmes gegen eine bleiernde Müdigkeit ankämpfen musste? Und wer hätte gedacht, dass die DVD "Die neun Pforten" so nichtssagend ist; ob man nun von der DVD an sich oder dem Film selbst redet.
Aber eines nach dem anderen.....



//DIE DVD//

habe ich im Saturn für 9,99 EUR erwerben können. Der Blick auf die FSK12 Angabe beeindruckte mich nicht wirklich, auf die Extras achtete ich nicht ~ und gab mich obendrein der Illusion hin, dass der Film von Stephen King stammen würde.

Fragt nicht, wie ich darauf komme ~ ich war felsenfest überzeugt, so etwas bei Amazon gelesen zu haben; zumal ich mich noch darüber wunderte, von der Johnny Depp/Stephen King Konstellation noch nix gehört zu haben.

Wie dem auch sei ~ als ich die DVD einlegte, dauerte es nicht lang, bis das Menü erschien. Wobei es wahrlich nicht viel zu gucken gab!
Lediglich die Kategorie "Sprachauswahl", die Anwählbarkeit der einzelnen Kapitel sowie der Original Kinotrailer sind hier anwählbar. Da frag ich mich doch, wieso man überhaupt zur DVD greifen "muss", eben weil es bei diesen unbeträchtlichen Extras auch die VHS-Version getan hätte ~ die kurioserweise jedoch 2 EUR teurer ist.

Nu denn, nachdem ich mich dann also entschieden hatte, den Film in Deutsch anstatt in Englisch und obendrein auch noch von Anfang an zu gucken, konnte es losgehen.

Nachdem ich dann auch zum zweiten mal den automatischen "Sleep"-Modus deaktiviert habe (offensichtlich "dachte" mein TV-Gerät, dass die Schrift im Vorspann gleichbedeutend mit einem leeren Bild sei) und mich fragte, ob die eigentlich jeden einzelnen Charakter schriftlich erwähnt hatte, ging es dann auch endlich los.

In einer Lautstärke, die mich erneut nach der Fernbedienung greifen ließ ~ nicht, weil der Ton so brillant und deutlich war; sondern vielmehr weil ich entweder wirklich einen Hörschaden aus diversen Discotheken davontrug oder ganz einfach, weil die DVD-Macher auf Flüsterpost stehen.

Sobald ich aber alles de- bzw. aktiviert hatte, konnte es wahrlich losgehen, mit dem Film, dessen Story sich recht flott zusammenfassen lässt:



//DAS FILMGESCHEHEN//

basiert quasi auf dem Ereignis, dass der Büchersammler Boris Balkan (Frank Langella) kurz vor dem Suizid Mr. Telfers diesem sein Exemplar der "Neun Pforten" abgekauft hat. Dieser Schmöcker stammt noch aus der Zeit der Hexenverbrennung und ist angeblich von Luzifer persönlich (mit-)geschrieben worden.

Da nur drei dieser Bücher "überlebt" haben, haben sie natürlich einen beträchtlichen Sammlerwert ~ und nicht nur das: wer das eingearbeitete Bilderrätsel löst, der kann Luzifer beschwören und verfügt somit ebenfalls über die Macht des Unkaputtbaren.

An dieser Stelle kommt dann auch Dean Corso (gespielt von dem auf älter und irgendwo einfältigen getrimmten Johnny Depp) ins Spiel; der sich seine Brötchen mittels An- und Verkauf von wertvollen Büchern verdient ~ und dabei auch gerne mal die Leute über den Tisch zieht.

Balkan beauftragt Corso, erst nach Paris und alsdann nach Portugal zu düsen; eben weil sich dort die beiden weiteren Ausgaben der "Neun Pforten" befinden. Sobald er diese besichtigt und für echt befunden hat, soll er alles drangeben, um den jeweiligen Besitzern diese Schmöker abzukaufen.

Nicht sonderlich überraschend ist der Umstand, dass die Besitzer ihre Exemplare nicht hergeben wollen, zumal Corso feststellt, dass die Zeichnungen minimale Unterschiede aufweisen ~ und noch weniger überraschend ist anschließend, dass beide Buchbesitzer ermordet und die Bücher - bis auf die Zeichnungen - verbrannt werden.



//DIE UMSETZUNG//

ist nicht nur etwas langatmig geraten, sondern eben auch langweilig.
Es kommt wahrlich nur selten vor, dass mir bei einem Film die Augen zufallen wie einem Hamster im Winterschlaf. Und bei der ersten Müdigkeitsattacke hatte ich noch rund 50 Minuten dieses 116 Minuten-Werkes vor mir!

Schon von Anfang an fand ich es doch recht ollig, dass Corso ständig sagte "ich steige aus, ich mach nicht mehr mit"; seinen Arsch dann aber doch ins Flugzeug hievt, als sein Auftraggeber ihm einfach den Hörer auflegt. Wobei ich sagen muss, dass man nichtmal das obligatorische "Klick" am Telefon hört; sondern rein gar nichts mehr. Und spätestens nach dem dritten mal, wo Corso Balkan an der Strippe hat und wiederholt davon faselt, dass er aussteigen möchte, nur um erneut "hallo? Hallo?" zu rufen, ist das ganze auch nicht mehr sonderlich witzig.

Witziger im Sinne von lächerlicher hingegen ist die Szene, in der Mrs. Telfer Corso "verführt" um anschließend als Lohn für ihre Liebesdienste Balkans Buch einzusacken. Auch nicht schlecht, dass sich diese "ach so verführt man einen Mann!" Szene gegen Ende des Filmes mit einer anderen Dame wiederholt ~ einmal die brünette, dann die blonde; fehlte uns nur noch die rothaarige, um das Klischee perfekt zu machen.

Um aber doch ein Klischee zu bedienen, tragen alle "Jünger" (oder was auch immer die Leutchen im "Bücherclub der Neun Pforten" darstellen sollen, die obligatorischen schwarzen Kutten nebst einem - immerhin im satanischen Sinne richtig rum getragenen - Pentagramm.

Spannung oder auch nur überraschende Wendungen sind in diesem Film nicht vorhanden; dafür wirkt er jedoch an manchen Stellen unfreiwillig komisch. Die einzelnen Charaktere sind zudem nicht richtig ausgefeilt und wirken im gesamten Filmverlauf ähnlich verloren wie ich es wohl im Hilton wäre.

Realitätsnah ist hieran ebenfalls das wenigste ~ die einzelnen Individuen re- bzw. agieren nicht nur streckenweise unlogisch, sondern obendrein noch so, als ob sie überhaupt nicht mitbekommen, was "abgeht". Nuja, letzteres sollte den Zuschauer auch nicht sonderlich wundern; eben weil die "Auflösung" des ganzen Traras variiert. Soll heißen: es scheint so, als hätte sich Regisseur Roman Polanski während der Dreharbeiten mehrfach umentschieden, was nun letzten Endes bei dem ganzen Plumpatsch bei rauskommen soll.

Faszinierend auch, dass sich überhaupt nie einer wundert, dass Deans blonde Begleiterin augenscheinlich über "Superkräfte" verfügt und irgendwie immer da ist, wenn was los ist. Welche Rolle diese Truller nu eigentlich spielt, bleibt ebenfalls schleierhaft ~ doch immerhin passt dieser Umstand zu der schlechten Umsetzung der Prügelszenen.



//ERGO//

Am genialsten war, ist und bleibt zweifelsohne die Szene gegen Ende, als Boris Balkan Dean Corso buchstäblich in den Boden stampft und ihm dann hoheitsvoll erlaubt, bei seinem "Freudenfeuer" zuzusehen.

Anstatt drüber nachzudenken, warum Dean sich nicht sofort befreit hat sondern erst wartete, bis die Kacke so richtig am dampfen war, war ich ehrlich gesagt mehr damit beschäftigt (die Augen aufzuhalten) an "Ice Age" zu denken, wo Syd so schön sagte "Ich bin der Meister des Feuers" und anschließend von Manni völlig trocken darauf hingewiesen wird: "He, Meister des Feuers! Dein Schwanz brennt!"

Tja, was soll ich sagen? Bei Ice Age war diese Szene geplant witzig; doch bei den "Neun Pforten" ist das gesamte Geschehen durchaus ernst gemeint ~ und wirkt genau dadurch töricht.

16 Bewertungen, 6 Kommentare

  • topfmops

    17.06.2006, 17:43 Uhr von topfmops
    Bewertung: sehr hilfreich

    . . . und dann war da noch der Boxer, der sich an die christliche Regel hielt, anders als viele Schreiber- und Leserlinge hier, und meinte: „Geben ist seliger denn Nehmen!“

  • anonym

    17.06.2006, 16:58 Uhr von anonym
    Bewertung: sehr hilfreich

    SH - Freue mich über Gegenbewertungen - Mfg Stompy2k

  • panico

    17.06.2006, 16:40 Uhr von panico
    Bewertung: sehr hilfreich

    sh+ lg panico :-)

  • morla

    17.06.2006, 16:27 Uhr von morla
    Bewertung: sehr hilfreich

    sehr hilfreich

  • Eurovision

    17.06.2006, 16:12 Uhr von Eurovision
    Bewertung: sehr hilfreich

    ♫ ♫ ♫ ... ♪ ..E.. ♪ ..U.. ♪ ..R.. ♪ ..O.. ♪ ..V.. ♪ ..I.. ♪ ..S.. ♪ ..I.. ♪ ..O.. ♪ ..N.. ♪ ... ♫ ♫ ♫

  • anonym

    17.06.2006, 15:30 Uhr von anonym
    Bewertung: sehr hilfreich

    der bericht ist gut, kann mich aber nicht so recht mit deiner meinung anfreunden