Deutsche Bahn AG Testbericht

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ab 63,68
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Summe aller Bewertungen
  • Angebot:  durchschnittlich
  • Zustand der Einrichtung:  gut
  • Sauberkeit:  durchschnittlich
  • Preis-Leistungs-Verhältnis:  schlecht
  • Information & Kundenservice:  durchschnittlich
  • Familientauglichkeit:  hoch
  • Behindertenfreundlichkeit:  gut
  • Empfehlenswert:  nein

Erfahrungsbericht von Thalaia

Wenn sie nicht ausfallen sind sie fast pünktlich

Pro:

s. Text

Kontra:

s. Text

Empfehlung:

Ja

Von himmelhoch jauchzend, bis zu Tode betrübt ist bei der Bahn alles vertreten, was den Regionalverkehr angeht. Jeder normale Erdenbürger benutzt die Bahn möglichst nur dann, wenn es sein muss. Dumm ist wenn man zu jenen Pendlern gehört, bei denen sich das „muss“ auf jeden Wochentag bezieht, manchmal auch Samstags.
Doch die Bahn ist schlechter als ihr Ruf. Nein, ich meine natürlich besser. Wenn man ein Jahr lang jeden Tag darauf angewiesen ist von den Regionalbahnen von A nach B und wieder zurück gebracht zu werden, dann bekommt man näherer Einblicke in die Materie ob die Bahn wirklich so unpünktlich ist, wie man sich immer ärgert.
Da ich zuhause wohne und jeden Unitag, ob es stürmt, regnet, schneit oder die Sonne scheint, von Iserlohn nach Bochum kommen muss, habe ich da so meine Erfahrungen im Regionalverkehr gesammelt.

Also fangen wir mal an.

~Die Bahnen~

Die Wagen des Regionalverkehrs, egal ob nun Regionalexpress (RE) oder Regionalbahn (RB), könnten in ihrer Gesamtheit unterschiedlicher nicht sein. Dabei ist es egal ob man im RE oder RB sitzt, entweder die Bahn ist modern oder nicht.

Der Strombetriebene Zug:

Der moderne Zug ist recht geräumig sitze, bequem, innen sogar hübsch anzusehen mit seinen Blau bezogenen Sitzen und im Sommer klimatisiert. Dies war diesen Sommer immer wundervoll, außer die Klimaanlage war mal wieder ausgefallen.
Das dies dann ausgerechnet in der Bahn passiert in der man gute 40 min eingequetscht sitzt und nicht in dem Zug der einen bloß 10 Minuten transportiert verläuft natürlich nach Murphys Gesetz, was auch sonst.

Eindeutiger Vorteil dieser Züge, sie sind da sie neu sind noch sehr sauber. Zudem sind die Züge recht leise, so das man getrost auch mal ein Nickerchen halten kann.
Die Klimaanlage im Sommer kann Vor- oder Nachteil sein, denn es gibt vier Möglichkeiten. Sie funktioniert, sie ist zu schwach eingestellt, sie ist zu stark eingestellt (dann braucht man bei 30 Grad im Schatten einen dicken Wollpullover, was schon des öfteren bei einer Freundin vorgekommen ist) oder sie funktioniert gar nicht.

Nachteil dieses Zuge ist hingegen seine geringe Kapazität, dies ist besonders bei viel frequentierten Zügen zu beobachten. Die Sitzplätze reichen schon in Normalzeiten nicht aus, zu Stoßzeiten ist es das reine Grausen sich in solch einen Zug zu quetschen. Die ist besonders im stark frequentierten Ruhr-Sieg-Express (Essen-Siegen und zurück) des öfteren mal der Fall. Vor etwa einem Dreiviertel Jahr galt dies auch noch morgens für die Ruhr-Lenne-Bahn (Hagen-Essen und zurück), auch wenn die Ausmaße schlimmer waren, es war fast unmöglich aus dem Zug noch rauszukommen, wenn man einmal drin war.
Also sind die Züge gewechselt worden.

Der ältere Zug ist in diesem Fall eine S-Bahn, die auch von älter zu halbwegs modern tendiert. Vorteil in diesem Zug ist die höhere Kapazität, die Wagen sind Breiter und länger, es stehen mehr davon zur Verfügung, da sie aneinander gekoppelt sind und man auch bei der Fahrt von einem in den anderen Zugteil gehen kann. Bei den modernen ist das nicht möglich, da sie immer nur aus einem Modul bestehen.
Nachteil ist hier an erster Stelle die Lautstärke. Als Regionalbahn hält der S-Bahnzug nicht überall und kann demnach mehr Tempo machen, da die Wagen aber älter und nicht so gut isoliert sind, ist es immer ziemlich laut. Ich hab es mir abgewöhnt in den Wagen Musik zu hören, man versteht ja doch nichts. Die älteren Modelle haben auch keine Klimaanlage, dafür eine Heizung die manchmal auch im Hochsommer anspringt. Willkommen in der Sauna.
Auch wenn es sich komisch anhört, ich mag die älteren S-Bahnen mit den Plastik-Leder-Imitat-Bezügen lieber als die etwas neueren mit den Stoffbezügen. Dies liegt allein schon daran das die Stoffbezüge meistens schon so versifft sind, das man die Kolonien darauf fast schon wachsen sehen kann. Bei Plastik wischt man einmal drüber und gut ist, mach ich zwar nicht, aber Einbildung hilft.


Der Dieselbetriebene Zug:

Viel kann ich darüber nichts sagen, da dieser Zug vor allem auf der Strecke Iserlohn-Dortmund fährt, die ich sehr selten fahre. Allein schon weil diese regionale Schleichbahn an jeder Station hält und man mit dem Bus oder mit Umweg über Hagen fast schon schneller ist.
Von der Größe und Aufnahmefähigkeit her ist dieser Zug mit den S-Bahnen vergleichbar, auch wenn der Einstieg höher ist. Während man in die anderen Züge auch als Rollstuhlfahrer mit wenigen Problemen hineinfindet sind hier Stufen zu überwinden, die in der Mitte dann auch noch durch ein Geländer zusätzlich beengt werden.
Dieser Zug ist allerdings sehr viel sauberer als die Regional missbrauchten S-Bahnen auch, wenn es im vorderen Bereich manchmal ein wenig nach Diesel stinkt. Von der Lautstärke her, kann man es mit den S-Bahnen vergleichen, auch wenn es ein klein wenig leiser ist.


~Wohin, wie oft und wie teuer?~

Wenn man weiß welche Züge man nehmen muss, kommt man mit den Regionalbahnen wohin man will und das auch in einer recht annehmbaren Zeit. Zumindest gilt dies im Nahverkehr, zum Beispiel wenn man im Ruhrgebiet rumdüst.
Von Stadt zu Stadt ist man mit den Regionalbahnen oftmals schneller am Ziel als mit dem Auto. Nach Hagen brauche ich mit dem Zug zum Bahnhof etwa 20 min, mit dem Auto brauchen wir mindestens eine halbe Stunde. Stau auf der Autobahn, besonders am beliebten Westhofener Kreuz, welches immer dicht ist (andere Autobahnkreuze im Ruhrgebiet sind auch nicht besser), Baustellen, rote Ampelphasen, Unfälle.
Die meisten Züge fahren einmal die Stunde, wenn man sich auskennt und sich schlau macht kommt man allerdings auch mit ein oder zweimal umsteigen, 2-3 mal die Stunde genauso schnell ans Ziel, selbst von unserer kleinen Stadt aus.
Von Großstädten aus sind die Möglichkeiten natürlich noch größer, kommen auch noch die S-Bahnen hinzu. Aber wenn man nicht unbedingt an einer Haltestelle rausmuss, die nur von diesen angefahren wird sollte man RE oder RB benutzen. Die halten nicht an jeder kleinen Haltestelle und sind dementsprechend schneller.
Für Fernreisen und für Menschen mit wirklich arg wenig Zeit ist das nicht die beste Methode, zugegeben, denn die Züge brauchen natürlich länger als IC oder ICE und sie fahren nur Regional. Wer von München nach Hamburg nur RE und RB fahren will der darf sich auf einiges umsteigen gefasst machen und sollte Geduld und Zeit mitbringen und ob es so günstig ist mit den ganzen Spartarifen der Bahn ist auch noch die Frage.

So kommen wir auch schon zu den Preisen des ganzen, das kommt immer darauf an, denn die Züge im öffentlichen Nahverkehr können auch mit den Fahrkarten des Nahverkehrs benutzt werden. Mein Semesterticket gilt z.B. im gesamten VRR (Verbund Rhein Ruhr), somit kann ich ohne jeglichen Aufschlag von Hagen nach Dortmund, Essen oder Düsseldorf, Bochum oder Krefeld fahren, da dies alles im VRR-Bereich liegt. Iserlohn hingegen liegt im MVG (Märkische Verkehrsgesellschaft) Bereich, anderer Verbund, anderes Ticket.
Das heißt für unsere Fahrkarte dann also, dass wenn wir uns in einem einzigen Verkehrsverbund bewegen, werden die Fahrkarten am Automaten gezogen (in Hagen schicken einen die Bahnangestellten sogar immer zum Automaten, währen in Iserlohn auch Verbundfahrkarten am Schalter verkauft werden). Erst wenn der Verbund verlassen wird z.B. von Essen nach Köln (zwei verschiedene Verbünde) brauchen wir uns an den Bahnschalter begeben. Übrigens kann man hier selbst bei lächerlichsten Fahrpreisen mit Bahncard angeben, es lohnt sich aber auf Dauer, dies ist im Verbund nicht möglich.
Praktisch ist die Verbund Angelegenheit auch für Leute mit Monatskarten, je nachdem welche Preisstufe kommt man mit der Karte auch ohne Zusatzticket ein ganz schönes Stückchen weiter.


~Pünktlichkeit, Verspätungen, Ausfälle~

Der Regionalverkehr ist meistens erstaunlich pünktlich. Es kommt auf die Masse betrachtet recht selten zu größeren Verspätungen, ein paar Minuten sind allerdings schon mal drin. Dies liegt aber nicht an den Regionalbahnen selbst sondern an den Fernverkehrszügen. Zuerst werden ICE und IC durchgelassen, und wenn es zehn Züge sind, dann werden zehn Züge vorbeigeschleust, die Regionalbahnen müssen warten und können sehen, wie sie ihre Verspätungen wieder reinbekommen. Dies ist besonders schlecht, wenn man unbedingt einen Anschlusszug bekommen muss. Zum Glück ist es in der Regel so, dass die Züge Pünktlich sind.
Verspätungen sind vor allem auf längeren Strecken regelmäßiger und es ist erstaunlich wie ein Zug der in Essen startet und etwa 10 Minuten nach Bochum braucht 10-15 Minuten Verspätung haben kann. Für den angesprochenen Ruhr-Sieg-Express gilt folgende Regel: Wenn er mehr als 15 min Verspätung hat fällt er aus. Dies gilt in 99% der Fälle. Demnach hat man mit der Zeit die nächste Regel entwickelt, egal wann der nächste Zug kommt, steig immer in den der zuerst da ist.
Auch wenn Verspätungen fast nie mehr als 5-10 Minuten betragen, wenn überhaupt, ist es auch schon zu Verspätungen bis zu einer Stunde gekommen, so dass sie den Zug der dann eigentlich kommen sollte, direkt haben ausfallen lassen. Dies kommt aber zum Glück immer nur dann vor wenn es Hochleitungs- oder Gleisschäden gibt, was in Bochum 2-3 im Semester die Regel ist.

Bei Ausfällen kann die Bahn manchmal nichts dafür, besonders wenn es sich um Personenschäden (nett formuliert von der Bahn) handelt. Hochleitungsschäden hingegen sind bei alten Leitungen durchaus absehbar und auch das Züge wegen Laub auf den Schienen ausfallen ist schon vorgekommen.
Man kann auch nicht darauf vorbereitet sein, dass im Herbst Laub fällt und man die Schienen räumen muss. Laub auf den Schienen klingt recht lächerlich, aber auf einer so steilen Strecke wie nach Iserlohn hoch, kann nasses Laub ziemlich übel enden.
Gegen eingefrorene Weichen hingegen oder durch Hitze verbogene Gleise ist man dann doch ziemlich machtlos, denn gegen die Natur kommt so schnell keiner an.


~Fazit~

Man kommt an das Ziel das man möchte zu einem akzeptabeln Preis, zumindest wenn man sich ein wenig auskennt und den Durchblick bewahrt. In 90% der Fälle kommt man pünktlich zum Ziel (bis + 5 Minuten gilt noch aus pünktlich, wenn man die Bahn kennt) und die restlichen 10% sind immer dann wenn man sie nicht gebrauchen kann.
Wer zu einem wichtigen Termin muss bei dem man unbedingt pünktlich da sein muss (wie zu einer Klausur), sollte lieber früher losfahren. Ich bin dann immer mindestens eine Stunde vorher an der Uni, denn das Risiko das dann doch etwas passiert ist, doch groß.
Wenn man seinen Blick auf den eigentlich immer verspäteten Fernverkehr richtet, dann schneidet der Regionalverkehr eigentlich recht gut ab.
Vielleicht sollte man eine Regel formulieren:
Die Regionalbahnen sind immer dann nicht zuverlässig, wenn man es gerade nicht gebrauchen kann. Ansonsten aber durchgehend.

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