Deutsche Post AG Testbericht

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Erfahrungsbericht von hexe77

STREIK - Kann die Post sich das erlauben?

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Ja

Diese Frage muss ich leider mit ja beantworten - aber auch nur, weil sie leider immernoch in Deutschland das Monopol auf Briefzustellung hat.
Über die Deutsche Post kann man sich in vielerlei Hinsicht aufregen:
Lange Wartezeiten am Postschalter, unfreundliche Angestellte (die es allerdings sicherlich nicht nur bei der Post gibt) und immer steigende Preise.
Doch dies ist ein anderes Kapitel, über welches ich hier und heute nicht schreiben will.

Mir geht es viel eher um den aktuellen Streik der Post (angestiftet durch die Gewerkschaft VER-DI), der seit Ende letzter Woche Deutschland betrifft.
Angefangen hat es vergangene Woche in Berlin; seit dem Wochenende wird auch Norddeutschland in einigen Poststellen und Briefverteilungszentren gestreikt.

Die Gewerkschaft fordert 6,5 % mehr Gehalt; und um dies durchzusetzen, da die Arbeitgeber ohne Druck diesem nie zustimmen werden, fängt nun wieder der alljährliche \"Gehaltskampf\" an, unter dem wir alle zu leiden haben.

In Folge dieses Streiks bleiben Millionen Briefe und Päckchen liegen.

Na gut, mag sich manch einer sagen - dann kriege ich meine Post halt einen Tag später.

Das sehen ich und tausende Firmen aber anders.

Viele Firmen sind auf die tägliche Post angewiesen, da neue Aufträge, Stornierungen und Änderungen mit ihr verschickt werden.

Kommt die Post dort zu spät an, gehen Aufträge verloren, was umgerechnet dann wieder einen hohen, volkswirtschaftlichen Schaden anrichten kann.

Auch im ausländischen Vergleich schneidet die Post durch ihren Streik
schlecht ab - sie macht so großartig Werbung als größter, europäischer
Versandbetrieb (ihr wisst schon, die Gottschalk Brüder); ob ein Streik allerdings angemssen ist, dieses hoch auferlegte Ziel zu halten, ist fraglich.

Auch für den Privatmenschen bedeutet dieser Streik einen hohen Nachteil.

Ich zum Beispiel habe eine Tageszeitung aboniert, die ich jeden Tag mit der Post erhalte.

Nun ist die Post bei uns sehr langsam und ich bekomme die Zeiung erst gegen Nachmittag, da es bei uns vor 14 Uhr nur selten Post gibt, aber durch diesen Streik bekomme ich die \"aktuelle Tageszeitung\" nun erst am nächsten Tag, wenn sie vom Informationsgehalt bereits überholt ist.

Das Geld für die Zeitung hätte ich mir genausogut sparen können.

Der Paketzustellservice wurde vor einigen Jahren auch an andere Firmen freigegeben - dies war für den freien Markt sicherlich sehr förderlich.

Pakete könne jetzt auch mit Hermes, DHL oder UPS zugestellt werden - zusätzlich bieten diese Firmen auch einen kostenlosen \"Retourenservice\" an, falls der bestellte Artikel nicht gefallen sollte.

Für Briefe ist dies leider noch nicht möglich - daher sind wir dort weiter auf die Deutsche Post AG angewiesen, bis auch dieses Monopol fällt.

Gäbe es bereits auch private Briefzusteller, würde das im Falle eines Streiks der Post wahrscheinlich so laufen:
Die Kunden würden der Post den Rücken kehren und ihre Briefe von privaten Dienstleistern zustellen lassen.

In diesem Falle würde die Post sicherlich ganz schnell mit dem Streiken aufhören.

Grundsätzlich wird es endlich Zeit, dass das Monopol der Briefzustellung für die Post fällt und der Markt für private Dienstleister geöffnet wird.

16 Bewertungen, 1 Kommentar

  • playtick

    21.06.2002, 17:50 Uhr von playtick
    Bewertung: sehr hilfreich

    in Hannover gibt es bereits eine Alterniative für die Briefzustellung innerhalb der Stadt