Tanz der Vampire Testbericht

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Erfahrungsbericht von benevampir

Es laden die Vampire zum Tanz - oder: eine Reise auf den Flügeln der Nacht

Pro:

siehe oben

Kontra:

suchtfaktor garantiert für Kinder etwas zu gruselig

Empfehlung:

Ja

Gerade durfte ich einen absolut seichten Bericht über Tanz der Vampire genießen – habe dadurch meine Schreibblockade überwunden – danke.

Doch nun zu „Tanz der Vampire – Das Musical“. „Es laden die Vampire zum Tanz – wir wollen alles und ganz“. Tja, aber gibt es überhaupt „Vampire“??

1. Inhalt

Gibt es Vampire? Professor Abronsius aus Königsberg ist Vampirforscher. Sogar ein bekannter. Doch er will Beweise finden – um seine spottenden Kollegen zu überzeugen. Sein Assistent, der schüchterne Alfred folgt ihm schweren Herzens. Ziel der Mission (wie könnte es auch anders sein): Transsylvanien. Ziel: Vampire finden und vernichten.

Schneesturm: Alfred und der Professor verlieren sich. Halb erfroren findet Alfred seinen Mentor und bringt ihn in ein nahegelegenes Wirtshaus. Auffällig: Knoblauch überall! Angeblich wegen der gesundheitsfördernden Wirkungen, wie die Dorfbewohner beteuern. Doch der Professor hat Verdacht geschöpft: er will Nachforschungen anstellen, doch davon wollen die Dorfbewohner und auch der Wirt, Chagall, nichts hören.

Hier beginnt das verhängnisvolle: Alfred verliebt sich in die „wohlbehütete“ Tochter des Wirtes, Sarah. Auch sie ist verliebt in ihn. Doch die frisch entfachte Liebe wird jäh gestört: in der Nacht besucht Graf von Krolock – der Chef der Vampire – Sarah und schlägt sie in seinen Bann:

„Jahrelang war ich nur Ahnung in dir – jetzt suchst du mich und hast Sehnsucht nach mir – Nun freu dich. Uns beide trennt nur noch ein winziges Stück, wenn ich dich rufe hält dich nichts mehr zurück!!“

Er lädt sie ein zum Ball in sein Schloss – verführerisch für eine von allem Vergnügen abgeschirmte Tochter, die von Sehnsüchten und Träumen getrieben wird.

Am nächsten Tag forscht Professor Abronsius weiter – doch er stößt nur auf Ablehnung und Schweigen – und … auf einen Buckligen, der die Dorfbewohner in Angst zu versetzen scheint. Dieser hinterlegt heimlich ein Geschenk für Sarah vom Grafen: Tanzschuhe.
Alfred ist hochgradig verliebt in Sarah, doch die ist in Gedanken schon halb beim Grafen im Schloss.

In der Nacht flieht Sarah zum Grafen ins Schloss. Voll Panik folgt ihr ihr Vater, um sie zu beschützen. Später finden die Dorfbewohner ihn tot im Schnee – von Sarah keine Spur.

Doch ist er wirklich tot? Der Professor ist überzeugt, dass er gebissen wurde. Doch die Witwe Chagalls verhindert, dass sie ihn pfählen. Mit verheerenden Resultaten …

Als der Professor und Alfred ihn stellen, führt er sie zum Schloss. Alfred will natürlich Sarah retten … doch der Professor verfolgt immer noch das Ziel, zu beweisen, dass Vampire existieren.

Im Schloss werden sie schon erwartet – vom Grafen. Höflich bittet er sie herein und gewährt ihnen Unterkunft. Am nächsten Tag gehen sie auf die Suche nach den Vampiren und Alfred vor allem nach Sarah. Doch er findet nur Herbert, den Sohn des Grafen, der im übrigen schwul ist und auf Alfred steht ;+))
Als er Sarah findet, ist sie schon im Bann des Grafen gefangen. Sie will nicht mit ihm gehen.

Doch nicht nur der Graf lauert … auch die anderen Vampire im Schloss warten seit Ewigkeiten auf eine neue Mahlzeit – und da sind ihnen zwei weitere Leckerbissen ins Netz gegangen… und die Nacht naht!!

Kann der Professor noch entkommen? Und Alfred? Schafft er es Sarah zu retten?
Mehr wird nicht verraten!! Selbst herausfinden!!

Noch ein Hinweis: es kommt immer anders als man denkt!!

2. Musik und Texte

Genial. Abwechslungsreich wie selten in Musicals – spannungsgeladen, unheilverkündend, lustig, traurig, dramatisch, heiter, lieblich, hart, rhythmisch, …. Musik unterstreicht alle Handlungen perfekt und schafft immer wieder neue Spannungskurven. Instrumentierung und Orchester sind fabelhaft. Nur zu empfehlen (alle Musikrichtungen sind vertreten, bis vielleicht auf Punk oder ähnliches).

Morbide, oft sarkastisch, ironisch oder noch schlimmeres spiegeln die Texte wieder. Besitzen sehr hohen Wiedererkennungswert (wie Musik auch) und machen süchtig, schon beim ersten Genuss. Sie vermitteln, zusammen mit der Musik, einen Tiefgang und nehmen gefangen, ohne dass man es anfangs merkt. Sie haben dermaßen viel Tiefgang, dass man von den Melodien und Texten nicht mehr loskommt. Suchtfaktor garantiert.

3. Technik, Bühne, Kostüme, …

Ein Zusammenspiel aller Teile (Ton, Maske, Requisite(300 Einzelteile) , Kostüme (230), Orchester, …) machen dieses Musical zu etwas besonderem. Man fühlt sich gefangen in den Kulissen, die Lichtwechsel sind perfekt, Ton unübertroffen, einfach Wahnsinn!! Das kann man nicht beschreiben … das muss man erleben!! Nur noch eins: man glaubt zum Teil wirklich, dass Vampire durch die Lüfte fliegen können und das beklemmende Gefühl, dass das alles vielleicht doch eine Falle der Vampire sein könnte, um uns alle zu beißen wird man so schnell nicht los…

4. Schauspieler

Super. Selbst erleben – der kann mitreden.

5. Die Macher

Musik – Jim Steinman
Buch und Texte – Michael Kunze (Musicalfreunden wohlbekannt)
Regie – Roman Polanski


6. Spannung und Gefühle

Steigt von Anfang bis Ende – habe ich noch nie erlebt – aber das geht wirklich. Zwischendrin gibt es Romantik (die das Ganze noch verstärkt) und lustigen Szenen, die die Spannung kurz unterbrechen um sie danach nur noch um so stärker zu steigern. Auch nach dem Finale wird man ein leicht beklemmendes Gefühl nicht wirklich los …

Gefühle: Tja, die findet man nicht nur bei Dorfbewohnern und Hauptdarstellern. Nein, auch Vampire haben Gefühle und Ängste, Träume und Sehnsüchte, wie der Professor und Alfred herausfinden…
Gier, Angst, Liebe, Hoffnung, Lust, Freude, Verzweiflung, … Alles, was es zu erleben gibt, wird hier vereint … ein wahres Wechselbad der Gefühle…

7. Fazit

Danke erst mal, dass du so lange durchgehalten hast. Sollte ich etwas ins Schwärmen geraten sein, möge man mir das verzeihen. Ich habe mittlerweile selbst in einer Aufführung (selbstinszeniert) mitgespielt und mein Herz schlägt bei jedem Lied höher und weckt Erinnerungen, die ich nicht missen möchte. Und dann steigt mir auch wieder Knoblauchduft in die Nase …

Jedem, der es noch schafft, bis zum 30. August in Stuttgart Karten zu ergattern, dem gratuliere ich. Es ist wirklich sehenswert. Wo und Wann es das nächste Mal gespielt werden wird, weiß ich nicht. Aber dass es wieder gespielt werden wird und muss ist eigentlich klar.

Bis dahin muss man sich eben mit den CDs begnügen – die im übrigen sehr sehr gut sind (man ist sofort wieder gefangen in der Welt der Vampire). Preise weiß ich nicht auswendig. Aber es gibt 2 Versionen: Einfach-CD und Doppel-CD (ist sehr zu empfehlen). Aufgenommen nicht in Stuttgart sondern in Wien, aber wirklich empfehlenswert. Preise sind erschwinglich – in Euro weiß ich sie nicht, aber sie sind auch für Studenten leistbar.

Noch heute (so wie jetzt zum Beispiel), Jahre nach der Aufführung und 1 Jahr nach eigener Aufführung läuft es mir kalt den Rücken hinunter, wenn ich Lieder höre wie „Ewigkeit“, „Knoblauch“, „Gott ist tot“, „Draußen ist Freiheit“ oder das Finale:

„Nichts wie raus aus der Nacht in die Sonne, weil uns endlich keine Schranke mehr hält. Unsere Ziele sind klar, unsere Methoden bewährt.
Wir sind tot, doch wir leben solange ihr uns nährt
Wir sind im Kommen und bald gehört uns die Welt!

Wir tauchen aus der Nacht, jetzt wolln wir Glitzer und Glanz! passt auf:
Es laden die Vampire zum Tanz –
Steckt den Himmel in Brand und streut Luziferrosen –
die Welt gehört den Lügnern und den Rücksichtslosen –
reicht den Mördern die Hand, kriecht im Staub vor den Großen,
die Welt gehört den Kriechern und den Gnadenlosen.

Wir wollen tun was uns Spaß macht und so sein wie wir sind,
wir verstecken uns nicht mehr – der Tanz der Wilden Herzen beginnt!

Es laden die Vampire zum Tanz

Wir trinken Blut, wir haben Null Moral
was aus dieser Welt wird, ist uns scheißegal

We drink your blood and than we eat your soul
nothings gonna stop us, let the bad times roll!

Es laden die Vampire zum Tanz!!”

© benevampir 23.05.03

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