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Erfahrungsbericht von amrum

Kakteen 1 = Einführung

Pro:

verträgt viel Wasser

Kontra:

nichts

Empfehlung:

Nein

Kakteen sind für viele der absolute Inbegriff von Wüste und Hitze und haben durch ihre ungewöhnliches Aussehen einen exotischen Reiz, denn sie entsprechen so gar nicht der bei uns üblichen Wuchsform von Pflanzen.

Weit verbreitet ist die Ansicht, daß Kakteen nur in den Wüstengebieten vorkommen. Absolut falsch! Sie sind nicht nur Wüstenbewohner (wobei in einer richtigen Wüste auch keine Kakteen wachsen), sondern wachsen in Südamerika oft auch in Wälder und Wiesen. Und eine große Zahl kommt in den Anden vor, in Höhen bis zu 4700 m!

Die Heimat aller Kakteen ist Amerika, wobei sich das natürliche Verbreitungsgebiet von Kanadas Süden bis herunter in die äußerste Spitze des amerikanischen Kontinents nach Patagonien erstreckt. Das heißt, daß die Kakteen, die am nördlichsten bzw. südlichsten vorkommen, frosthart sind! Gleiches gilt für die Arten, die in den Anden auf großen Höhen wachsen, hier steht im Winter auch niemand mit einer Heizdecke.

Nach der Besiedelung des amerikanischen Kontinents sind die Pflanzen dann in die ganze Welt \"verschleppt\" worden. Die heute in den Mittelmeerländern immer wieder anzutreffenden \"Ohrenkakteen\" (Opuntien) stammen alle aus Amerika.

Kakteen gehören zu den sukkulente Pflanzen (meinen Lieblingen). Genaugenommen handelt es sich um Stammsukkulenten, was bedeutet, daß der Stamm als Wasserspeicher dient. Durch dieses Wasserreservoir können die Kakteen Trockenperioden überstehen, sei es in den niederschlagsarmen heißen (Halb-)Wüsten der südlichen USA und Mexiko oder in den kühleren hohen Gebirgslagen der Anden.

Hinweis : Es ist zwar richtig, daß Kakteen (und alle anderen Sukkulenten natürlich auch)im Vergleich zu \"normalen\" Blattpflanzen den Wasserbedarf minimiert haben und auch längere Trockenperioden schadlos überstehen, jedoch bedeutet das nicht, daß sie kein Wasser wollen. Auch sie ein benötigen ein Mindestmaß an Wasser um zu überleben. Unter entsprechenden Umweltbedingungen = viel Licht und Temperaturen ab 18°C kann man Kakteen ohne Probleme das ganze Jahr hindurch gießen und sie wachsen dann auch ohne Winterpause durch.

Dieses Verfahren wird z.B.: von Erwerbsgärtnern auf den Kanarischen Inseln angewandt. Hier werden die Kakteen das ganze Jahr über mit viel Dünger und Wasser versorgt, beim vorhandenen Lichtangebot erreichen die Pflanzen dann in ganz kurzer Zeit eine verkaufsfähige Größe. Nachteil an dieser Methode: wenn diese Pflanzen dann bei uns verkauft werden, verlieren sie langsam unter unseren vergleichsweise schlechten Lichtbedingungen ihr so schönes, pralles Aussehen und vergeilen (unten ist der Kaktus dick und prall, was nachwächst wird dann immer dünner) bzw. die dicken, bunten Stacheln wachsen dünn und grau nach.

Aufgrund der Toleranz für unregelmäßige Wassergaben und der Unempfindlichkeit gegenüber vielen Pflegefehlern sind Kakteen (und auch andere Sukkulenten) sehr für den zu empfehlen, der öfter das Wassergeben vergißt und deshalb an anderen Grünpflanzen nicht sehr lange Freude hat. Wenn man sie nicht total überwässert oder sonstwie nach allen Regeln der Kunst mißhandelt, können Kakteen sehr alt werden und haben gute Chancen ihren Pfleger zu überleben.

Es gibt bei den Kakteen eine fast unüberschaubaren Anzahl von Arten und Formen. Darüber dann mehr in den folgenden Berichten.

Bekannt sind die Kakteen schon seit Jahrhunderten, zu Modepflanzen haben sie sich jedoch erst in den letzten Jahrzehnten entwickelt. Nicht immer zum Vorteil der Pflanzen, da durch wilde Entnahmen in der freien Natur viele Kakteenarten im Bestand mittlerweile gefährdet sind.

Kakteen gibt es in allen Größen, von der Blossfeldia (1 cm Durchmesser) bis zu den tonnenschweren Säulenkakteen aus dem Süden der USA.

In Anpassung an die Umgebungsbedingungen haben die Kakteen auch die Art ihrer Wurzeln angepaßt. Das geht von den normalen Wurzeln, wie man sie von anderen Zimmerpflanzen kennt über meterlange, fadenförmige Wurzeln (es fällt halt wenig Regen, und durch einen großen Einzugsbereich wird auch das weiter entfernte Wasser aufgenommen) bis zu großen Pfahlwurzeln (die das Wasser speichern), die um einiges größer sind als die eigentliche Pflanze. Es sieht schon mal seltsam aus, wenn ein Kaktus mit 3 cm Durchmesser in einem 20 cm hohen Topf steht, braucht er aber, weil die Wurzel so riesig ist.

Was jeden immer wieder fasziniert, sind die Blüten der stacheligen Gesellen. Diese erscheinen bei fachgerechter Pflege jedes Frühjahr in großer Zahl. Manche Blüten halten nur 2 Tage, andere schaffen es über 1 Woche. Die Größe variiert hier ebenfalls von wenigen Millimetern bis zu 30 cm Durchmesser (bei Blattkakteen).

Leider hat man manchmal nicht so viel von den Blüten, da manche Kakteen Nachtblüher sind, d.h. die Blüten entfalten sich erst nach Anbruch der Dunkelheit, und am nächsten Morgen ist die Pracht vorbei (z.B.: \"Königin der Nacht\"). Diese Nachtblüten sind in der Regel sehr groß und duften auch oft noch stark. In der Natur werden diese Pflanzen oft von Fledermäusen bestäubt.

Das Problem bei vielen Gelegenheitspflegern ist oft, daß man einen blühenden Kaktus kauft, dieser in den folgenden Jahren dann aber nicht mehr blüht. Anhilfe schafft hier immer eine vernünftige Winterruhe für die Pflanze. Ab Oktober bis März kein Wasser geben und die Pflanze hell aber kühl (Schlafzimmer, Treppenhaus etc.) stehen lassen. Wenn die Pflanze keinen Winter kennt, wie soll sie denn im Frühjahr merken, daß es Zeit ist zu blühen?

Bedingt durch ihr großes Verbreitungsgebiet stellen die Kakteen auch unterschiedliche Ansprüche an das Substrat (Erde) in die sie gepflanzt werden. Eines ist hier jedoch allen gemeinsam, sie wollen nicht wochenlang mit nassen Füßen (Wurzeln) stehen. Das heißt, das Substrat muß das überschüssige Wasser schnell wieder abgeben und der Pfleger sollte das in einem evtl. vorhandenen Topfunterteller stehende Wasser abschütten.

Am einfachsten (uns auch am teuersten) ist es, die Pflanzen in \"Seramis \" zu setzen. Man kann aber im Prinzip jede handelsübliche Erdmischung verwenden und diese mit Seramis, Blähton, Sand, Kies etc. mischen im Verhältnis 1:1. Bei mir stehen alle Kakteen in reinem Bimskies, ohne einen Krümel \"Erde\". Ich gieße im Gewächshaus mit dem Schlauch (bei über 1.000 Kakteen geht es nicht anders), was zuviel an Wasser da ist, fließt sofort unten aus den Töpfen heraus, wobei der poröse Bims jedoch erstmal eine Menge Wasser aufnimmt. Dieser Bimskies ist relativ grob (2-8 mm Durchmesser), es gelangt dadurch auch viel Luft an die Wurzeln, die Pflanzen wachsen ausgezeichnet. Bei dieser Kultur ohne Humusbestandteile muß man natürlich dann auch etwas mehr düngen.

Kakteen und Dünger, verträgt sich so etwas? JA! An den natürlichen Standorten der Kakteen ist die Oberfläche des Bodens oft mit einer richtigen Nährzahlzschicht überzogen (durch die starke Verdunstung in den oft heißen Gebieten werden die Nährsalze an der Oberfläche angelagert). Wie jede andere Pflanze benötigt Auch der Kaktus Nährstoffe für sein Wachstum. Man muß nur darauf achten, das der Dünger nicht zu viel Stickstoff enthält, also Kakteendünger verwenden, oder normalen Blumendünger in geringerer Konzentration.

Mein Ziel ist es nicht, hier alle Kakteen aufzulisten, sondern allgemeine Informationen zu den Pflanzen zu geben. Ratschläge zu Anzucht, Pflege und Kultur werden in dieser Rubrik für die einzelnen Gattungen dann noch folgen .

Wer sich intensiver mit Kakteen befassen will, dem sei die Deutsche Kakteen Gesellschaft empfohlen = www.deutschekakteengesellschaft.de oder der weltweite Infoplatz www.cactus-mall.com.


----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2002-05-15 08:42:37 mit dem Titel Kakteen 2 = Rebutien

Rebutien, meine Lieblinge unter den Kakteen. Diese Gattung von kleinbleibenden Kakteen bildet kleine Gruppen von mehrköpfigen Pflanzen, die willig blühen und klaglos auch Temperaturen unter dem Gefrierpunkt aushalten (wenn sie im Winter trocken stehen). Zu den Rebutien gehören noch die Gattungen Aylostera, Mediolobivia und je nach Ansicht auch die Sulcorebutien. (Diese Unterscheidungen sind aber mehr etwas für Spezialisten, nicht für den "normalen" Kakteenpfleger).

Beheimatet sind die Rebutien in Bolivien und Nordargentinien in Höhen von 1500 - 4700m. Die Pflanzen sprossen stark, d.h. aus einem kleinem Köpfen werden im Laufe der Jahre sehr große Gruppen, die dann auch entsprechend Platz benötigen. Bereits 1 Jahr nach der Aussaat kann man mit etwas Glück die ersten Blüten erwarten, spätestens im 2. Jahr blüht dann jede Rebutie.

Aufgrund ihrer "alpinen" Herkunft sind die Rebutien auch unter unseren hiesigen kühlen Winterbedingungen problemlos zu halten.

Wenn man in Samenkatalogen von Spezialfirmen blättert, wird man von der Fülle der angebotenen verschiedenen Arten und Formen fast erschlagen. Viele Standortformen, die sich zum Teil nur geringfügig von einander unterscheiden (einmal mit dünnen Stacheln, einmal mit dicken, einmal mit gelben Stacheln, einmal mit dunkelbraunen etc.) sind dort aufgeführt. Früher wurde für jede dieser Formen eine neue Art beschrieben (so hat sich der Autor für alle Ewigkeit mit seinem Namen in die Fachbücher hineingemogelt), heute werden diese Standortformen nur noch anhand ihrer Feldsammelnummer unterschieden. Diese Nummern (z.B. FR1105) werden von den Sammlern/Spezialisten vergeben, die an den heimatlichen Standorten diese Pflanzen bzw. Samen sammeln. Anhand von Fachliteratur kann man dann nachvollziehen, wo genau in der freien Natur die Pflanze ursprünglich wächst und wer sie gesammelt hat.

Pflegehinweise

Erde:
Kakteenerde mit zusätzlich gröberen Bestandteilen oder Bimskies

Düngen:
Von April bis Mitte September 1 x im Monat mit Kakteendünger

Gießen:
Wenn es im Sommer wirklich heiß ist benötigen die Pflanzen viel Wasser = 1 x die Woche, Staunässe muß man aber unbedingt vermeiden, denn sie verursacht schnell Wurzelfäule. Wenn man wie ich rein mineralisches Substrat - ohne Humusbestandteil - verwendet, und die Temperatur im Gewächshaus tagsüber immer über 40°C ist, kann man dann auch häufiger gießen, aber nur dann.

Pflege:
keine besonderen Ansprüche, "funktionieren" auf jeder Fensterbank

Vermehrung:
Man kann einzelne Köpfe von größeren Gruppen abtrennen und neu bewurzeln. Oder der längere Weg über die Aussaat. Rebutien blühen reichlich und bilden jede Menge Samen. Eine Aussaat ist überhaupt kein Problem.

Überwinterung:
Hell und kühl (bekommen bei mir im Winter schon mal Nachtfrost ab) und ABSOLUT trocken.

Meine Rebutiensamen beziehe ich immer aus Schweden von www.succseed.com.. Wer will, kann sich da auch schöne Bilder zu Rebutien ansehen.


----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2002-04-23 09:23:52 mit dem Titel Kakteen 3 = Aussaat

Es gibt verschiedene Wege, Kakteen zu vermehren, der langwierigste aber auch der interessanteste ist die Aussaat.

Wenn die Blüte bestäubt worden ist (entweder durch Insekten oder den Pfleger mit einem Wattestäbchen) bilden sich im Laufe der nächsten Wochen im Fruchtknoten am unteren Ende der vertrocknenden Blütenröhre die Samen heran. Manche Kakteenblüte bestäubt sich selbst, andere benötigen den Pollen einer anderen Kaktee der selben Art (oder einer anderen Art, dann gibt es wilde Kreuzungen).

Im Laufe des Sommers werden diese Früchte reif, und zeigen es durch Aufplatzen. Die Farbe (schwarz, braun, gelb, rot) der Früchte ist unterschiedlich, ebenso ihre Form (kugelig bis langgezogene Würstchen), manche sind glatt, andere haben Stacheln.

Bei einigen Kakteenarten kann man nach dem vorsichtigen Abpflücken die Samen aus der getrockneten Frucht herausschütteln, andere müssen erst aus der saftigen, klebrigen Fruchtfleischmasse herausgepult und noch getrocknet werden.

Die Samen werden entnommen, ggf. auf einem Stück Zeitungspapier getrocknet und bis zum Frühjahr an einem trockenen Ort aufbewahrt (Filmdose, Marmeladenglas, Samentüte). Man kann im Prinzip das ganze Jahr über aussäen, aber ohne zusätzliche technische Ausrüstung ist es für den Laien besser, bis zum Frühjahr zu warten. Dann haben die Jungpflanzen dir notwendige Wärme und vor allem das notwendige Lichtangebot.

Die Kakteensamen selber sind sehr unterschiedlich in der Größe, von staubfein bis einige Millimeter groß. Die Farbe variiert von schwarz bis hellbraun.

Hier das Kochrezept für den Gelegenheitsgärtner zur Saat von Kakteen :

Ein Klarsichtkunststofftöpfchen mit Deckel
(z.B.: vom Fleischsalat übriggeblieben, wenn man nicht spülen will kann man auch schon mal unbenutzte bei seinem Metzger schnorren).

Dieses ca. 2 cm hoch mit Erde füllen, feucht machen und darauf 5 mm Sand als Abdeckung und zur Vermeidung von Algenbildung.

Auf den Sand die Samenkörner aufstreuen, leicht andrücken und dann anfeuchten.

Den Deckel auf die Dose und hell aber nicht in die pralle Sonne (wird sonst gekocht) stellen. Durch den dicht schließenden Deckel gelangt die Feuchtigkeit nicht nach draußen, man muß nicht nachgießen.

Die Samen keimen unterschiedlich schnell, manche Arten schon nach 2 Tagen, andere brauchen schon mal 2 Wochen. Wenn die Jungpflanzen dann ca. 1 cm groß sind, den Deckel von der Dose entfernen, wer will kann dann schon in einen normalen Topf umpflanzen.

Probleme die auftauchen können sind eigentlich nur

1. "verschmutztes" Saatgut. Wenn die Samen nicht sauber sind, schleppt
man Schimmelpilze mit in die feuchtwarme Aussaatdose, die sich
dort gut vermehren. Die muß man dann im Bedarfsfall mit einer
Pinzette oder Holzstäbchen entfernen.

2. es funktioniert zu gut, man weiß nachher nicht wohin mit den
100 kleinen Kakteen

Diese Methode ist im Prinzip narrensicher und von jedem ohne großen Aufwand durchzuführen.


----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2002-04-26 09:10:34 mit dem Titel Kakteen 4 = Peyote (Lophophora williamsii)

Wie ein Eisberg verbirgt diesr Kaktus den größten Teil seines Körpers unter der Oberfläche.

Es ist der berühmte Peyote (Peyotl) der in der religiösen Vorstellunswelt der Azteken eine große Rolle spielte. Die Pflanzen enthalten ca. 15 Alkaloide (Pflanzengifte), von denen Mescalin das bekannteste ist. Durch den Verzehr der Pflanzen versetzen sich noch heute Indios in einen Trancezustand. Mescalin ruft Halluzinationen, Überempfindlichkeit der Sinne und Bewußtseinsspaltung hervor.

Die unter den hiesigen Bedingungen gepflegten Pflanzen enthalten sogut wie keine meßbaren Spuren dieser Inhaltsstoffe, vom Verzehr hat man also NICHTS!! Leider wissen das nicht alle Interessierten, in botanischen Gärten werden daher immer wieder derartige Pflanzen gestohlen, der gewünschte Erfolg stellt sich jedoch nicht ein.

An den heimatlichen Standorten werden die Pflanzen - obwohl natürlich streng verboten - immer wieder von Touristen und gewerblichen Sammlern ausgegraben. An vielen Stellen ist er daher ausgerottet.
Die Pflanze steht auf der CITES-Liste, d.h. ein Import unterliegt strengen Auflagen und ist in der Regel nicht möglich (die meisten Pflanzen in den bot. Gärten stammen aus Beschlagnahmungen der Zollbehörden!!). Um an derartige Pflanzen zu gelangen bietet sich daher die Anzucht aus Samen an. Die in Kakteengärtnereien angebotenen Pflanzen stammen (meistens jedenfalls) aus hier gezogenen Aufzuchten.

Lateinischer Name : Lophophora williamsii
Heimat : Mexiko, USA (New Mexico , Texas)

Beschreibung :
Diese Art ist ein Kaktus ohne Stacheln. Er bildet graugrüne , flachkugelige Körper mit einer großen Rübenwurzel. Diese Wurzel dient als Flüssigkeitsspeicher in der regenlosen Jahreszeit. Unter dem z.B.: 3 cm aus dem Substrat herausragendem Kopf steckt dann eine 10 cm lange dicke Wurzel.

Blüten :
2 cm Durchmesser, hellrosa

Größe :
5 - 10 cm Durchmesser, normalerweise einzeln, kann aber auch große Gruppen bilden.

Pflege :
überwiegend mineralisches und durchlässiges Substrat mit guter Dränage (= Bimskies mit ca. 10% Kakteenerde mischen)

Gießen :
von Ende März bis Ende September . Viel Sonne. Von Mai bis September sparsam düngen mit Kakteendünger oder normalem Blumendünger, davon dann nur die Hälfte.

Überwinterung :
Von Oktober bis März absolut trocken halten bei Temperaturen um 6-8 Grad. Die Pflanzen schrumpfen zwar sehr stark, dank der Rübenwurzel ist das aber kein Problem.

Bezugsquellen :
Kakteengärtnereien , Samen kann man übers Internet bestellen.

Ich verwende als Substrat reinen Bims . Durch die großen Zwischenräume (die Bimsstücke haben einen Durchmesser von mindestens 2 mm bis max. 10 mm) werden die Wurzeln gut mit Luft versorgt, das Substrat trocknet relativ schnell ab und es entsteht keine stehende Nässe.



----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2002-05-02 08:12:58 mit dem Titel Kakteen 5 : Schädlinge

Bei sachgerechter Pflege werden Kakteen (und andere Sukkulenten) im allgemeinen selten von Schädlingen befallen. Das Einschleppen dieser Plagegeister läßt sich jedoch z.B. beim Kauf von Pflanzen nie ganz ausschließen, bzw. wenn die Pflanzen am offenen Fenster stehen, krabbelt - vor allem im Herbst - schon mal was von draußen rein.

Es ist deshalb für den Pflanzenpfleger (nicht nur bei Kakteen) wichtig, wenigstens die häufigsten Schädlinge zu erkennen. Hier nun eine Auflistung der häufigsten Kakteenschädlinge :

Blattläuse : sie sind die harmlosesten von allen Schädlingen, wie sie aussehen weiß wohl jeder. Bekämpfung : Ein Wattestäbchen mit Brennspiritus tränken (vom letzten Fondue) und die Tiere einzeln damit antupfen, muß man im Abstand von 1 Woche mehrmals wiederholen, damit die nachwachsenden Jungtiere auch erfaßt werden.

Woll-/Schmierläuse : diese erinnern an kleine weiße Kellerasseln und verstecken sich gerne an schwer zugänglichen Stellen der Pflanzen . Die Tierchen schützen sich vor Feuchtigkeit mit einer feinen Wachsausscheidung, die ihnen die weiße Farbe gibt. Auffällig werden sie meist erst bei ihrer Vermehrung, die Eier werden in einem kleinen seidigen Gespinst abgelegt, dieses fällt einem dann meist als erstes auf. Da die Wollläuse Trockenheit lieben, befallen sie mit Vorliebe die nicht so feucht gehaltenen Kakteen und Sukkulenten. Schadensbild ist ein Verkümmern der Pflanzen, sie wachsen nicht mehr. Bekämpfung : Wattestäbchen mit Spiritus

Wurzelläuse : die gefährlichsten Schädlinge für den Kakteenfreund. Wie der Name schon aussagt, befinden sich diese Tierchen im Wurzelbereich der Pflanzen und fallen daher optisch erst beim Umpflanzen auf. Aussehen wie die Wollläuse, nur kleiner. Wenn man neu gekaufte Kakteen umpflanzt ist es oft erschreckend, wie weiß der Wurzelballen durch die Masse der Schädlinge ist. Schadensbild : die Pflanzen wachsen nicht mehr, bis man etwas bemerkt, ist es meist schon fast zu spät. Bekämpfung : die Pflanzen austopfen, die alte Erde entfernen, dabei die Wurzeln mit einer alten Zahnbürste reinigen (ggf. mit einer Schere die Wurzeln bis auf 3 cm kürzen, dann geht die Reinigung besser, die Wurzeln wachsen dann wieder nach).

Rote Spinne : dieser Schädling ist keine Spinne, sondern eine Milbe. Die Tierchen sind so klein, daß sie nur mit einer Lupe zu erkennen sind. Erkennbar ist erst das Schadensbild : die Pflanzen weisen zum Teil großflächige graue oder hellbraune Flecken auf. Bekämpfung : mit Schwefelpulver (gibt es im Gartenfachhandel oder Drogerie). Befallene Pflanzen auf jeden Fall separat stellen, damit die Milben nicht auf andere Pflanzen überwechseln, im Zweifelsfall die Pflanze mit Topf in die Mülltonne!

"Chemische Keulen" gibt es in Massen in jedem Gartenzentrum zu kaufen, die Verwendung in der Wohnung - bei der Pflanzenpflege auf dem Fensterbrett - ist natürlich mit der gebotenen Vorsicht durchzuführen. Dazu kommt, das viele dieser Mittel auch einen unangenehmen Geruch verbreiten (dann gehen aber Kleinkinder und die Hauskatze auch nicht näher heran), kann daher nur die letzte Möglichkeit sein. Bei einer Massenhaltung von Kakteen (z.B. im Gewächshaus) kommt man aber in der Regel ohne Chemie nicht mehr aus, bei meinen über 1.000 Pflanzen kann ich nicht jeden Topf jede Woche auf Schädlinge kontrollieren.

In meinem Gewächshaus verwende ich seit einiger Zeit mit gutem Erfolg "Confidor", ein Mittel aus dem Hopfenanbau. Riecht nicht und ist "relativ" ungiftig, hindert die Schädlinge aber durchschlagend an der Vernehrung, nach 2-4 Wochen sind alle Tierchen ausgestorben. Da es sich um ein systemisches Gift handelt - die Pflanzen nehmen das Gift in ihren Körper auf und die saugenden Insekten kommen dann über die Nahrungsaufnahme in den Genuß des chemischen Verhüterlis - reicht hier eine Anwendung im Frühjahr und im Herbst. Leider ist das Mittel nur in einer Packungsgröße von 1 Kg und einem Preis von ca. Euro 100 erhältlich, mit der Menge kommt man als Hobbyanwender 500 Jahre aus. Ebenfalls ist die Dosierung von 0,005% ohne eine Apothekerwaage kaum durchzuführen. Lohnt sich also nur bei einer Sammelbestellung für einen Kleingarten- oder Kakteenverein. (Das Mittel ist für die Verwendung im gewerbsmäßigen Hopfenanbau gedacht, deshalb die für den Hobbyanwender unmögliche Verpackungseinheit).


----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2003-01-13 12:41:20 mit dem Titel Kakteen 6 = Lobivien

1. Allgemeines

Bei der Gattung Lobivia (ein Anagramm aus dem Hauptverbreitungsgebiet Bolivien) handelt es sich um eine Kakteengattung, die hauptächlich in Bolivien, Argentinien, Peru und Chile vorkommt.

An den heimatlichen Standorten wachsen diese Kakteen in Höhen von 1000 bis 3000 (und mehr) Metern Höhe. Aufgrund der dort vorherrschenden Lichtbedingungen wachsen die Pflanzen dort hauptsächlich kugelförmig und werden erst im hohen Alter mehr säulenförmig. Bei der Pflege in unseren Breitengraden schießen die Pflanzen aber bedingt durch die fehlende Lichtintensität auch schon in jungen Jahren mehr in die Höhe als in die Breite.

Lobivien sind Tagblüher mit gelben, orangenen und roten Blüten. Diese Blüten sind nicht immer einfarbig, sonder oft regelrecht \"bunt\". D.h. die Farbe der Blütenblätter wechselt von innen nach außen z.B. von rot nach gelb. Die Größe der Blüten schwankt je nach Lobivienart von 1 bis 10 cm Durchmesser, die Form der langstieligen Blüten entspricht den Blüten der Echinopsis (dem \"Bauernkaktus\"). Mit dieser Gattung sind die Lobivien eng verwandt und können mit dieser auch gekreuzt werden.

Die Stacheln/Dornen der Lobivien sind sehr unterschiedlich in der Größe (von winzigen enganliegenden kammartigen Stacheln bis zu richtigen Spießen von 10cm Länge) und Farbe (von weiß über braun zu schwarz).

Die Größe der Lobivienarten variiert ebenfalls sehr stark von kleinen Minis 2 cm Durchmesser bis zu Riesen von 50 cm Durchmesser und 1,5 m Höhe (diese dann aber wohl nicht auf der heimischen Fensterbank). Die Pflanzen bilden auch gerne größere Gruppen aus 50 oder bis 100 einzelnen Pflänzenköpfen (Ableger) die dann besser in Pflanzschalen statt in Töpfen untergebracht werden.

In meinem Gewächshaus pflege ich z.Zt. über 50 verschiedene Lobivienarten von kleinen Minis bis zu großen Gruppen von 50 cm Durchmesser (die ganz großen stehen jetzt aber aus Platzgründen im botanischen Garten).


2. Pflegehinweise

Erde:
Die Pflanzen vertragen jedes Pflanzsubstrat und stellen keine besonderen Ansprüche.

Düngen:
Sparsam in den Sommermonaten düngen mit jedem handelsüblichen Dünger. Wenn man es mal vergißt ist es auch nicht schlimm.

Gießen:
Den Sommer über können die Pflanzen durchaus viel Wasser vertragen, Staunässe muß man aber unbedingt vermeiden, denn sie verursacht schnell Wurzelfäule. Von Oktober bis März nicht gießen.

Pflege:
Viel Licht, sonst stellen die Pflanzen keine Ansprüche

Standort:
Den Sommer über ist ein sonniger Standort im Freien, vor Wind und Regen geschützt.

Vermehrung:
Durch Ableger oder Aussaat

Überwinterung:
Natürlich hell (damit die Pflanze nicht vergeilt = unerwünschtes Längenwachstum), bei Temperaturen über dem Gefrierpunkt. Aufgrund ihrer Herkunft vertragen die Lobivien jedoch - bei ABSOLUT trockenem Standort -notfalls auch Minusgrade. Ein kühle Überwinterung danken die Pflanzen dann mit einem regen Blütenansatz (nur wo die Pflanze merkt, daß es Winter ist, bekommt sie auch den starken Impuls im Frühjahr auch zu blühen).


Fazit : Lobivien sind absolut pflegeleichte Anfängerpflanzen und jedem Anfänger zu empfehlen.


----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2003-01-21 14:47:05 mit dem Titel Kakteen die nicht versaufen

1. Allgemeines

Notocacteen kommen aus dem südamerkanischen Raum. Von Mitte Argentinien über Uruguay bis nach Südbrasilien (Staaten Rio Grande do Sul, St. Catarina, Parana) und Paraguay sind sie verbreitet. Sie wachsen eher im Halbschatten von Sträuchern und Gräsern als in der prallen Sonne.

Die Niederschlagsmengen an ihrem Standort sind höher als man sie von einem Kakteenstandort erwartet : 800 bis 13oo mm im Jahr in Uruguay, regelmäßig auf das Jahr verteilt, ohne ausgesprochene Regenzeit. In Brasilien sind die Niederschläge eines Jahres mit 1200 bis 2000 mm noch höher, aber auch die Durchschnittstemperatur liegt höher, bei 17 bis 19 Grad Celsius (Düsseldorf ca. 11 Grad). In ihrer Heimat bekommen die Pflanzen im Winter bei Temperaturen von 8 Grad reichlich Regen und vertragen das auch.

Also nicht der typische Wüstenkaktus! Die Pflanzen bekommen bei mir im Gewächshaus im Sommer schon mal etwas viel Sonne ab und verfärben sich dann von grün nach rotbraun. Die normale Farbe erscheint dann langsam wieder im Herbst. Merke : auch Kakteen tun etwas für ihren Sonnenschutz, man braucht sie aber nicht mit Sonnencreme zu behandeln ;-)

Die Pflanzen sind in der Regel kleine Kugeln mit mehr oder weniger ausgeprägten Rippen, die in kleine Buckel aufgelöst sind, daher auch der deutsche Name Buckelkaktus. Die Stacheln/Dornen sind meist eher dünn und biegsam. Die meist gelben, seltener orangenfarbigen, roten, oder violetten, seidig glänzenden Blüten mit einigen Zentimetern Durchmesser entstehen in großer Zahl nahe dem Scheitel.

Es werden Samen ohne Ende produziert, die Vermehrung ist kein Problem.

Notokakteen werden regelmäßig auch in normalen Gärtnereien angeboten

2. Pflegehinweise

Erde:
Es wird jede beliebige Erde akzeptiert, den pflanzen ist es egal ob sie in normaler Blumenerde oder wie bei mir in reinem Bimskies stehen.

Düngen:
Von April bis Mitte Oktober alle 4 Wochen mit Volldünger, im Winter nicht düngen

Gießen:
Den Sommer über vertragen (und benötigen) die Pflanzen viel Wasser, Staunässe sollte man aber vermeiden, denn sie verursacht schnell Wurzelfäule. Das Gießen ab Ende Oktober einstellen und erst im März wieder vorsichtig anfangen.

Pflege:
es werden keine speziellen Ansprüche gestellt

Standort:
auch für die Fensterbank geeignet

Vermehrung:
die Pflanzen bilden regelmäßig unterirdische Ableger, die nahe dem Pflanzenkörper dann \"das Licht der Welt erblicken\". Oder ganz einfach über die Aussaat.

Überwinterung:
Natürlich hell (damit die Pflanze nicht vergeilt = unerwünschtes Längenwachstum), bei Temperaturen ab 8 Grad.

Fazit :

Jedem zu empfehlen, durch die \"Wasserverträglichkeit\" auch für den geeignet, der normale Kakteen todgießt.

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