Erfahrungsbericht von BeastyGirl
Wenn Katzenkinder flügge werden...
Pro:
Katzenkinder sind was Wunderbares!
Kontra:
Abschied fällt schwer
Empfehlung:
Nein
Dieser Bericht ist schon lange überfällig! Allen meinen treuen Lesern wollte ich doch schon längst mal mitteilen, wie es mit meinen Katzenkindern weitergegangen ist (vor allem, wo viele von Euch immer so nett nachfragen, wie es dem Katzennachwuchs geht...).
Für alle, die die Vorgeschichte nicht kennen, erzähle ich kurz worum es geht (ausführlich nachzulesen in meinem Bericht \"Baby-Alarm! Die Katzenkinder sind da\"):
An Pfingsten nahm ich eine zugelaufene, sogenannte „Glückskatze“ (Schildpatt-Hauskatze) auf und ging kurz darauf mit ihr zum Tierarzt, wo sich herausstellte, dass sie trächtig war! Am 17.7. kamen dann drei ganz süße Katzenbabys auf die Welt. Und nun stand ich da mit vier Katzen und von „nix ’ne Ahnung“!
Die kleinen Kätzchen entwickelten sich ganz prima und ich studierte Bücher über Katzen und besonders Katzenkinder. Alles lief absolut normal ab, zunächst lagen sie mit ihrer Katzenmutter im Körbchen, die sie rundherum versorgte und verpflegte. Jedes Kätzchen hatte seine eigene Zitze, an der es kräftig saugte und wehe ein anderes Kätzchen wollte mal an die Zitze eines anderen, da wurde gleich gedrängt und gekloppt, bis jedes wieder ihre Zitze hatte!
Zwei der Kätzchen sahen fast gleich aus: dunkelgrau-getigert, mit weißen Pfötchen und weißem Lätzchen vorne, man konnte sie nur an den Hinterbeinen unterscheiden, die bei einem kleine weiße Stiefelchen hatte. Eines davon war ein Kater und er wurde dann der größte und dickste von allen, weshalb ich ihn immer „Moppel“ nannte. Das Kätzchen mit den weißen Hinterbeinchen nannte ich zunächst „Kater Mikesch“ und dann „Miki“, aber es stellte sich dann heraus, dass es eine Katze war...
Und dann ist da noch Mäxchen: er ist der Kleinste von den Dreien, war zunächst fast schwarz mit einer seltsamen Musterung, die die Ärztin „marmoriert“ nannte. Er hat ebenfalls weiße Pfötchen und ein weißes Lätzchen vorne und ist auch im Gesicht um die Nase herum weiß. Er war zwar immer der Kleinste, aber auch derjenige, der am meisten kletterte und es als erster aus seinem „Nest“ schaffte. Eines Tages hörte ich plötzlich ein lautes Quitschen (andere Geräusche machen die Katzenbabys zunächst nicht) und Plumps! saß er neben dem Korb! Daraufhin wollte er ständig hinaus und kletterte, was das Zeug hielt. Schnell hatte er daher den Namen „Klettermax“ weg und deshalb heißt er bis heute noch Mäxchen.
Nach und nach schafften es alle aus dem Körbchen raus und es wurde turbulent bei mir zu Hause! Die Kleinen wollten natürlich ihre Welt erkunden, doch zunächst schafften sie es nicht weit, denn sie waren noch viel zu wackelig auf den Beiden. Durch eine Wohnungsveränderung ergab es sich, dass ich ein kleines Zimmer frei hatte und bevor ich es renovieren wollte, hab ich daraus ein Katzenzimmer gemacht! Dort standen nun sämtliche Katzenutensilien vom Kratzbaum, Körbchen, Katzentunnel und Katzenklo bis zu jede Menge Decken und Spielzeug, und eine „Fressstation“. Ich verfrachtete also die gesamte Katzenfamilie vom Wohnzimmer in dieses Zimmer und versperrte den Eingang mit einer 30 cm hohen Pappe, damit Luzie, die Katzenmutter, das Zimmer verlassen konnte und die Kleinen dort drinnen blieben. Es wäre mir auch viel zu gefährlich gewesen, sie in der ganzen Wohnung rumlaufen zu lassen. Da muss man ständig hinterher sein und aufpassen, was sie machen, was sie anknabbern oder später dann auch fressen (denn nichts ist vor ihnen sicher, das kann ich Euch sagen...).
Zunächst schafften sie es nur aus ihrem Korb raus, doch dann war die Neugierde größer als die Angst und sie tappten auf ihren wackeligen Beinchen in die nähere Umgebung (ca. einen Meter im Umkreis). Ein Bild für die Götter! Also, das mit anzusehen, wie die kleinen Kätzchen laufen lernen war schon ein Erlebnis. Daneben stand so ein Katzentransportkorb (aus Korbgeflecht) und sie schafften es erst kaum über die Schwelle ins Innere des Korbes zu kommen. Doch es dauerte nur ein paar Tage und dann hüpften sie –noch etwas wackelig zwar, aber ganz passabel - in den Korb und auf den Korb und um den Korb herum. Und so wurde dann Tag für Tag das Zimmer etwas weiter erkundet und erobert und die diversen Spielzeuge fanden schnell das Interesse der Kleinen.
Luzie passte immer fürsorglich auf sie auf: sie ließ sie kaum mal aus den Augen. Zwar war sie zwischendurch auch mal etwas müde und erholungsbedürftig, aber zum Ausruhen blieb keine Zeit: kaum legte sie sich in ihr Körbchen, da kamen schon drei kleine Schleckermäuler angehuscht und kloppten sich um ihre Zitzen. Dann wurden sie gesäubert, indem sie die Kleinen der Reihe nach von oben bis unten ableckte. Auch den Popo leckte sie sauber, was bei den Kätzchen die Verdauung anregt und somit dann auch das Nest sauber hält. Solange die Katzen Säugen, wird nämlich auch der Stuhlgang von der Mutter „entsorgt“.
Mit der Zeit konnten die Kleinen richtig sehen und hören, sie lernten laufen und irgendwann wurde es dann auch Zeit, sie ans Katzenklo zu gewöhnen. Wie mache ich das nur, dachte ich noch und baute aus einem flachen Karton, ausgelegt mit Plastikfolie ein kleines Baby-Klo. Da hinein gab ich Bio-Katzenstreu und stellte es neben die Katzentoilette der Mutter. Ich hoffte, dass sie sich bei ihr abgucken, wie es geht, doch weit gefehlt! Die Kleinen suchten sich ihr eigenes Eckchen, begannen zu buddeln, hockten sich hin und pieselten in die Ecke! Ich, nicht dumm, sah das und schob das Klöchen gleich in diese Ecke, in der Hoffnung, dass sie dann dort hinein machten. Anschließend beobachtete ich, wer sich als nächster zum Pipimachen hinhockte, um ihn gleich zu packen und ins Klo zu setzen. Und während ich da saß und wartete, traute ich meinen Augen kaum, als Moppel wie ganz selbstverständlich auf das Klo zuging, zu buddeln begann, sich hinhockte und sein Geschäft verrichtete! Ganz schön schlau, die kleinen Tigerchen! Aber das lief nicht immer so ganz glatt. Hin und wieder war auch mal ein kleinen Bächlein daneben gegangen, aber insgesamt lernten sie sehr schnell, dieses Klo zu benutzen. Da waren sie gerade mal vier Wochen alt!
Insgesamt war es ein wunderschönes und immer wieder verblüffendes Erlebnis, diese Katzenkinder beim Aufwachsen und der Entwicklung zu Beobachten. Sie lernten alles sehr schnell, spielten prima miteinander und gingen ihrer Mutter und manchmal auch mir, etwas auf die Nerven.
Und obwohl ich zunächst geschockt war, als ich hörte, dass meine Luzie trächtig ist, da ich ja von nix eine Ahnung hatte: es war eine wunderschöne Erfahrung, die ich auf keinen Fall mehr missen möchte. Auch ich hab mich dadurch in einigen Punkten verändert. So bin ich zum Beispiel längst nicht mehr so pingelig, wie ich früher einmal in Bezug auf Hygiene, Katzenhaare, Pipi and More, Katzenkotze und was es sonst noch so gibt, war! Wenn ich früher bei Katzenbesitzern zu Besuch war und überall Katzenhaaren begegnete, fand ich das schon ziemlich fies, inzwischen ist es einfach normal und gehört dazu!
Man muss allerdings manchmal schon gute Nerven haben, wenn dann vier Katzen durch die Bude toben. Es dauerte nämlich nicht lange, bis sie aus ihrem Zimmer herausschafften, Mäxchen mal wieder vorneweg und dann fiel die Hürde, sprich die Pappe und sie erkundeten die ganze Wohnung.
Da ich größtenteils zu Hause am PC arbeite, war es schon manchmal anstrengend und es gab Tage, wo sie wirklich nervten. Da war es dann schwierig, die Ruhe zu bewahren und konzentriert zu arbeiten. Und es gab auch Tage, wo ich froh war, wenn ich bald zwei von diesen Kätzchen abgeben konnte.
Aber als dieser Tag dann kam, sah die Sache schon ganz anders aus... Ich hatte durch einen Aushang, dass ich Katzen abzugeben habe, eine ganz liebe Katzenmutti gefunden, die mein Moppelchen und Miki haben wollte. Sie ist so eine richtige Katzennärrin, ist schon mit Katzen aufgewachsen und wollte nun unbedingt wieder welche haben. Als die Kleinen dann 11 Wochen alt waren, war es soweit und sie wurden abgeholt. Ich hab drei Tage „Rotz und Wasser“ geheult, so schwer fiel es mir, sie abzugeben. Gerade in der letzten Woche davor hatte jedes der Kätzchen eine eigene Persönlichkeit entwickelt. Was vorher ein „Haufen Kätzchen“ war, waren nun drei unterschiedliche Charaktere, die mir jedes auf seine Weise ans Herz gewachsen waren. Und eine Stunde bevor sie dann abgeholt wurden, schmusten sie mit mir, als wenn sie etwas ahnen würden... Ich kann Euch sagen! Das war wirklich schwer. Ich fühlte mich, als wenn ich die kleinen Wesen, die mir als einzige komplett vertrauten, verraten und verkaufen würde!
Aber ich wusste ja, dass sie in ein richtig gutes Zuhause kommen würden und dass ich auch für die Katzen das Beste tat. Denn vier Katzen in der Wohnung sind einfach zuviel, vor allem auch für die Katzen selbst. Luzie brauchte dringend mehr Ruhe, Aufmerksamkeit und Freiheit und es ist bei wilden Katzen sogar so, dass sie, wenn der Wurf zusammenbleibt, einige Kätzchen verschleppen und wegbringen oder sich selbst ein neues Zuhause suchen. Katzen sind nun mal Einzelgänger und keine Herdentiere! Hinzu kam, dass Mäxchen neuerdings nicht mehr ins Klo, sondern in andere Ecken machte, woraufhin mir die Tierärztin sagte, dies sei ein Zeichen, dass sie ihr eigenes Revier bräuchten und es nun Zeit sei, einige der Kätzchen abzugeben.
Ehrlich gesagt: ich konnte es selber nicht fassen, wie sehr mir das an die Nieren ging, wie schwer es mir fiel, mich von den kleinen Tigern zu trennen. Es war fast, als wären es meine eigenen Kinder! Und meine Freunde erkannten mich nicht wieder, war ich doch diejenige, die früher kein Verständnis hatte, wenn man um seine Tiere immer so ein „Theater“ machte! Tja, so kann es gehen...
Dass Mäxchen bei mir bleibt, war ziemlich schnell klar. Ich glaube, weil er der Kleinste war, hatte ich bei ihm gleich ein besonderes Schutzbedürfnis und ich war auch „live dabei“, als er geboren wurde (die anderen beiden Geburten hatte ich leider verpasst).
Dann waren also die beiden andern Kätzchen in ihrem neuen Zuhause und ich erkundigte mich gleich am nächsten Tag, wie es denn so läuft. Ich hörte, dass alles okay ist, die beiden schon neugierig ihr neues Zuhause erkunden und war beruhigt. Inzwischen haben sie sich schon richtig gut eingelebt und ich werde sie bald mal besuchen. Da ich mit der neuen Katzenmutti immer in Kontakt bin, erfahre ich ständig, wie es läuft und wie es ihnen geht. Sie heißen inzwischen übrigens „Merlyn“ und „Luna“, was mir sehr gut gefällt. Zuletzt hörte ich, dass die Kleinen jetzt schon mit dem Meerschweinchen „Arm in Arm“ schlafen!!! Ist das nicht süß??
Luzie und Mäxchen haben sich schnell an die neue Situation gewöhnt. Zuerst haben Mäxchen seine Spielgefährten etwas gefehlt, und Luzie musste um so mehr ran. Jetzt tobt er mit ihr und ärgert sie, jagt sie durch die Wohnung und hält sie richtig auf Trapp. Auch die Katzenmutti kam besser damit klar als ich dachte, als zwei ihrer Kinder plötzlich weg waren. Zunächst schaute sie eine Weile beleidigt aus der Wäsche, aber sie lief nicht lange herum, um sie zu suchen (wie es wohl oft der Fall ist), sondern schnappte sich nach einer Weile ein Spielzeug als wenn sie sagen wollte „So, jetzt bin ich aber mal wieder dran!“.
In diesem Monat wird mein Mäxchen nun schon vier Monate alt und ich staune, wie schnell er wächst! Das geht so rasend schnell und bald (voraussichtlich Januar oder Februar) ist er schon geschlechtsreif und muss kastriert werden! Dann wird er sicher auch etwas ruhiger werden, obwohl er jetzt auch seine schmusigen Phasen hat, aber meistens putzmunter ist und mir die Bude auf den Kopf stellt. Neuerdings springt er sogar auf die Küchenzeile und die darüber hängenden Regale, auf denen mein Geschirr steht, und sitzt dann da auf den Tellern! Ich warte schon immer darauf, dass es kracht. Ein paar Blumentöpfe mussten auch schon dran glauben....! Da muss man schon gute Nerven haben, auch was die Erziehung angeht, da ist Geduld gefragt. Und trotz allem, könnte ich mir nie vorstellen, Mäxchen abzugeben, das würde mir wirklich das Herz brechen! Jedenfalls ist Luzie jetzt auch nicht mehr alleine und sie können sich miteinander beschäftigen, was für die Katzen auch sehr schön ist.
So, das waren die neuesten Ereignisse aus dem Katzenhause „BeastyGirl“...J) Ich hoffe, Euch hat mein Bericht gefallen und ich danke Euch fürs Lesen und freue mich auf Eure Kommentare!
Eure
Katzenomi
BeastyGirl
Für alle, die die Vorgeschichte nicht kennen, erzähle ich kurz worum es geht (ausführlich nachzulesen in meinem Bericht \"Baby-Alarm! Die Katzenkinder sind da\"):
An Pfingsten nahm ich eine zugelaufene, sogenannte „Glückskatze“ (Schildpatt-Hauskatze) auf und ging kurz darauf mit ihr zum Tierarzt, wo sich herausstellte, dass sie trächtig war! Am 17.7. kamen dann drei ganz süße Katzenbabys auf die Welt. Und nun stand ich da mit vier Katzen und von „nix ’ne Ahnung“!
Die kleinen Kätzchen entwickelten sich ganz prima und ich studierte Bücher über Katzen und besonders Katzenkinder. Alles lief absolut normal ab, zunächst lagen sie mit ihrer Katzenmutter im Körbchen, die sie rundherum versorgte und verpflegte. Jedes Kätzchen hatte seine eigene Zitze, an der es kräftig saugte und wehe ein anderes Kätzchen wollte mal an die Zitze eines anderen, da wurde gleich gedrängt und gekloppt, bis jedes wieder ihre Zitze hatte!
Zwei der Kätzchen sahen fast gleich aus: dunkelgrau-getigert, mit weißen Pfötchen und weißem Lätzchen vorne, man konnte sie nur an den Hinterbeinen unterscheiden, die bei einem kleine weiße Stiefelchen hatte. Eines davon war ein Kater und er wurde dann der größte und dickste von allen, weshalb ich ihn immer „Moppel“ nannte. Das Kätzchen mit den weißen Hinterbeinchen nannte ich zunächst „Kater Mikesch“ und dann „Miki“, aber es stellte sich dann heraus, dass es eine Katze war...
Und dann ist da noch Mäxchen: er ist der Kleinste von den Dreien, war zunächst fast schwarz mit einer seltsamen Musterung, die die Ärztin „marmoriert“ nannte. Er hat ebenfalls weiße Pfötchen und ein weißes Lätzchen vorne und ist auch im Gesicht um die Nase herum weiß. Er war zwar immer der Kleinste, aber auch derjenige, der am meisten kletterte und es als erster aus seinem „Nest“ schaffte. Eines Tages hörte ich plötzlich ein lautes Quitschen (andere Geräusche machen die Katzenbabys zunächst nicht) und Plumps! saß er neben dem Korb! Daraufhin wollte er ständig hinaus und kletterte, was das Zeug hielt. Schnell hatte er daher den Namen „Klettermax“ weg und deshalb heißt er bis heute noch Mäxchen.
Nach und nach schafften es alle aus dem Körbchen raus und es wurde turbulent bei mir zu Hause! Die Kleinen wollten natürlich ihre Welt erkunden, doch zunächst schafften sie es nicht weit, denn sie waren noch viel zu wackelig auf den Beiden. Durch eine Wohnungsveränderung ergab es sich, dass ich ein kleines Zimmer frei hatte und bevor ich es renovieren wollte, hab ich daraus ein Katzenzimmer gemacht! Dort standen nun sämtliche Katzenutensilien vom Kratzbaum, Körbchen, Katzentunnel und Katzenklo bis zu jede Menge Decken und Spielzeug, und eine „Fressstation“. Ich verfrachtete also die gesamte Katzenfamilie vom Wohnzimmer in dieses Zimmer und versperrte den Eingang mit einer 30 cm hohen Pappe, damit Luzie, die Katzenmutter, das Zimmer verlassen konnte und die Kleinen dort drinnen blieben. Es wäre mir auch viel zu gefährlich gewesen, sie in der ganzen Wohnung rumlaufen zu lassen. Da muss man ständig hinterher sein und aufpassen, was sie machen, was sie anknabbern oder später dann auch fressen (denn nichts ist vor ihnen sicher, das kann ich Euch sagen...).
Zunächst schafften sie es nur aus ihrem Korb raus, doch dann war die Neugierde größer als die Angst und sie tappten auf ihren wackeligen Beinchen in die nähere Umgebung (ca. einen Meter im Umkreis). Ein Bild für die Götter! Also, das mit anzusehen, wie die kleinen Kätzchen laufen lernen war schon ein Erlebnis. Daneben stand so ein Katzentransportkorb (aus Korbgeflecht) und sie schafften es erst kaum über die Schwelle ins Innere des Korbes zu kommen. Doch es dauerte nur ein paar Tage und dann hüpften sie –noch etwas wackelig zwar, aber ganz passabel - in den Korb und auf den Korb und um den Korb herum. Und so wurde dann Tag für Tag das Zimmer etwas weiter erkundet und erobert und die diversen Spielzeuge fanden schnell das Interesse der Kleinen.
Luzie passte immer fürsorglich auf sie auf: sie ließ sie kaum mal aus den Augen. Zwar war sie zwischendurch auch mal etwas müde und erholungsbedürftig, aber zum Ausruhen blieb keine Zeit: kaum legte sie sich in ihr Körbchen, da kamen schon drei kleine Schleckermäuler angehuscht und kloppten sich um ihre Zitzen. Dann wurden sie gesäubert, indem sie die Kleinen der Reihe nach von oben bis unten ableckte. Auch den Popo leckte sie sauber, was bei den Kätzchen die Verdauung anregt und somit dann auch das Nest sauber hält. Solange die Katzen Säugen, wird nämlich auch der Stuhlgang von der Mutter „entsorgt“.
Mit der Zeit konnten die Kleinen richtig sehen und hören, sie lernten laufen und irgendwann wurde es dann auch Zeit, sie ans Katzenklo zu gewöhnen. Wie mache ich das nur, dachte ich noch und baute aus einem flachen Karton, ausgelegt mit Plastikfolie ein kleines Baby-Klo. Da hinein gab ich Bio-Katzenstreu und stellte es neben die Katzentoilette der Mutter. Ich hoffte, dass sie sich bei ihr abgucken, wie es geht, doch weit gefehlt! Die Kleinen suchten sich ihr eigenes Eckchen, begannen zu buddeln, hockten sich hin und pieselten in die Ecke! Ich, nicht dumm, sah das und schob das Klöchen gleich in diese Ecke, in der Hoffnung, dass sie dann dort hinein machten. Anschließend beobachtete ich, wer sich als nächster zum Pipimachen hinhockte, um ihn gleich zu packen und ins Klo zu setzen. Und während ich da saß und wartete, traute ich meinen Augen kaum, als Moppel wie ganz selbstverständlich auf das Klo zuging, zu buddeln begann, sich hinhockte und sein Geschäft verrichtete! Ganz schön schlau, die kleinen Tigerchen! Aber das lief nicht immer so ganz glatt. Hin und wieder war auch mal ein kleinen Bächlein daneben gegangen, aber insgesamt lernten sie sehr schnell, dieses Klo zu benutzen. Da waren sie gerade mal vier Wochen alt!
Insgesamt war es ein wunderschönes und immer wieder verblüffendes Erlebnis, diese Katzenkinder beim Aufwachsen und der Entwicklung zu Beobachten. Sie lernten alles sehr schnell, spielten prima miteinander und gingen ihrer Mutter und manchmal auch mir, etwas auf die Nerven.
Und obwohl ich zunächst geschockt war, als ich hörte, dass meine Luzie trächtig ist, da ich ja von nix eine Ahnung hatte: es war eine wunderschöne Erfahrung, die ich auf keinen Fall mehr missen möchte. Auch ich hab mich dadurch in einigen Punkten verändert. So bin ich zum Beispiel längst nicht mehr so pingelig, wie ich früher einmal in Bezug auf Hygiene, Katzenhaare, Pipi and More, Katzenkotze und was es sonst noch so gibt, war! Wenn ich früher bei Katzenbesitzern zu Besuch war und überall Katzenhaaren begegnete, fand ich das schon ziemlich fies, inzwischen ist es einfach normal und gehört dazu!
Man muss allerdings manchmal schon gute Nerven haben, wenn dann vier Katzen durch die Bude toben. Es dauerte nämlich nicht lange, bis sie aus ihrem Zimmer herausschafften, Mäxchen mal wieder vorneweg und dann fiel die Hürde, sprich die Pappe und sie erkundeten die ganze Wohnung.
Da ich größtenteils zu Hause am PC arbeite, war es schon manchmal anstrengend und es gab Tage, wo sie wirklich nervten. Da war es dann schwierig, die Ruhe zu bewahren und konzentriert zu arbeiten. Und es gab auch Tage, wo ich froh war, wenn ich bald zwei von diesen Kätzchen abgeben konnte.
Aber als dieser Tag dann kam, sah die Sache schon ganz anders aus... Ich hatte durch einen Aushang, dass ich Katzen abzugeben habe, eine ganz liebe Katzenmutti gefunden, die mein Moppelchen und Miki haben wollte. Sie ist so eine richtige Katzennärrin, ist schon mit Katzen aufgewachsen und wollte nun unbedingt wieder welche haben. Als die Kleinen dann 11 Wochen alt waren, war es soweit und sie wurden abgeholt. Ich hab drei Tage „Rotz und Wasser“ geheult, so schwer fiel es mir, sie abzugeben. Gerade in der letzten Woche davor hatte jedes der Kätzchen eine eigene Persönlichkeit entwickelt. Was vorher ein „Haufen Kätzchen“ war, waren nun drei unterschiedliche Charaktere, die mir jedes auf seine Weise ans Herz gewachsen waren. Und eine Stunde bevor sie dann abgeholt wurden, schmusten sie mit mir, als wenn sie etwas ahnen würden... Ich kann Euch sagen! Das war wirklich schwer. Ich fühlte mich, als wenn ich die kleinen Wesen, die mir als einzige komplett vertrauten, verraten und verkaufen würde!
Aber ich wusste ja, dass sie in ein richtig gutes Zuhause kommen würden und dass ich auch für die Katzen das Beste tat. Denn vier Katzen in der Wohnung sind einfach zuviel, vor allem auch für die Katzen selbst. Luzie brauchte dringend mehr Ruhe, Aufmerksamkeit und Freiheit und es ist bei wilden Katzen sogar so, dass sie, wenn der Wurf zusammenbleibt, einige Kätzchen verschleppen und wegbringen oder sich selbst ein neues Zuhause suchen. Katzen sind nun mal Einzelgänger und keine Herdentiere! Hinzu kam, dass Mäxchen neuerdings nicht mehr ins Klo, sondern in andere Ecken machte, woraufhin mir die Tierärztin sagte, dies sei ein Zeichen, dass sie ihr eigenes Revier bräuchten und es nun Zeit sei, einige der Kätzchen abzugeben.
Ehrlich gesagt: ich konnte es selber nicht fassen, wie sehr mir das an die Nieren ging, wie schwer es mir fiel, mich von den kleinen Tigern zu trennen. Es war fast, als wären es meine eigenen Kinder! Und meine Freunde erkannten mich nicht wieder, war ich doch diejenige, die früher kein Verständnis hatte, wenn man um seine Tiere immer so ein „Theater“ machte! Tja, so kann es gehen...
Dass Mäxchen bei mir bleibt, war ziemlich schnell klar. Ich glaube, weil er der Kleinste war, hatte ich bei ihm gleich ein besonderes Schutzbedürfnis und ich war auch „live dabei“, als er geboren wurde (die anderen beiden Geburten hatte ich leider verpasst).
Dann waren also die beiden andern Kätzchen in ihrem neuen Zuhause und ich erkundigte mich gleich am nächsten Tag, wie es denn so läuft. Ich hörte, dass alles okay ist, die beiden schon neugierig ihr neues Zuhause erkunden und war beruhigt. Inzwischen haben sie sich schon richtig gut eingelebt und ich werde sie bald mal besuchen. Da ich mit der neuen Katzenmutti immer in Kontakt bin, erfahre ich ständig, wie es läuft und wie es ihnen geht. Sie heißen inzwischen übrigens „Merlyn“ und „Luna“, was mir sehr gut gefällt. Zuletzt hörte ich, dass die Kleinen jetzt schon mit dem Meerschweinchen „Arm in Arm“ schlafen!!! Ist das nicht süß??
Luzie und Mäxchen haben sich schnell an die neue Situation gewöhnt. Zuerst haben Mäxchen seine Spielgefährten etwas gefehlt, und Luzie musste um so mehr ran. Jetzt tobt er mit ihr und ärgert sie, jagt sie durch die Wohnung und hält sie richtig auf Trapp. Auch die Katzenmutti kam besser damit klar als ich dachte, als zwei ihrer Kinder plötzlich weg waren. Zunächst schaute sie eine Weile beleidigt aus der Wäsche, aber sie lief nicht lange herum, um sie zu suchen (wie es wohl oft der Fall ist), sondern schnappte sich nach einer Weile ein Spielzeug als wenn sie sagen wollte „So, jetzt bin ich aber mal wieder dran!“.
In diesem Monat wird mein Mäxchen nun schon vier Monate alt und ich staune, wie schnell er wächst! Das geht so rasend schnell und bald (voraussichtlich Januar oder Februar) ist er schon geschlechtsreif und muss kastriert werden! Dann wird er sicher auch etwas ruhiger werden, obwohl er jetzt auch seine schmusigen Phasen hat, aber meistens putzmunter ist und mir die Bude auf den Kopf stellt. Neuerdings springt er sogar auf die Küchenzeile und die darüber hängenden Regale, auf denen mein Geschirr steht, und sitzt dann da auf den Tellern! Ich warte schon immer darauf, dass es kracht. Ein paar Blumentöpfe mussten auch schon dran glauben....! Da muss man schon gute Nerven haben, auch was die Erziehung angeht, da ist Geduld gefragt. Und trotz allem, könnte ich mir nie vorstellen, Mäxchen abzugeben, das würde mir wirklich das Herz brechen! Jedenfalls ist Luzie jetzt auch nicht mehr alleine und sie können sich miteinander beschäftigen, was für die Katzen auch sehr schön ist.
So, das waren die neuesten Ereignisse aus dem Katzenhause „BeastyGirl“...J) Ich hoffe, Euch hat mein Bericht gefallen und ich danke Euch fürs Lesen und freue mich auf Eure Kommentare!
Eure
Katzenomi
BeastyGirl




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