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Erfahrungsbericht von September

Krankes Kind?

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Nein

Jetzt sitze ich hier schmunzelnd vor meinem Computer und schreib euch das:))).


Töchterchen Helena war heute morgen schwer erkrankt, Bauchweh, Kopfweh, Allesweh, Übelkeit, also ihrem Gesichtsausdruck nach eine wirklich schwere Erkrankung.


Fein wurde sie von mir wieder ins Bettchen gepackt, die Schule angerufen, das Kind entschuldigt. Und dann die üblichen Rituale. Fiebermessen, Pfefferminzteechen kochen, Zwiebäckchen mit einem Hauch von Butter reichen. Obwohl ja sehr schwer erkrankt mümmelte sie vergnügt ihre Zwiebäcke, aber nicht wenn ich im Raum war. Dann schlief sie und war bis an die Ohren eingepackt.


Muttern fragte ab und an nach ihrem Befinden. \"Sollen wir mal zum Doktor gehen\"? Diese Frage wurde kläglich verneint.


So begab ich mich dann an meinen üblichen Tagesablauf. Tapp, tapp, kleine nackte Füsse kamen mit Kind in die Küche. Das Kind hat riesige dürre Füsse, ein Bild des Jammers bot sich mir. Dicke Tränen flossen da und ein \"Mama, ich muss dir was sagen\". Tja, irgendetwas so in der Art hat Mama sich schon gedacht.


Ein Schultornister wurde mir gereicht. Inhalt eine zerquetschte Banane noch von vor den Ferien. Igittt, schimmelschwarzgrün mit lebenden Besuchern. \"Jetzt, biste böse auf mich\" fragte das Häufchen Elend. Nein, warum sollte ich böse sein. Erinnerte ich mich doch noch fast bildlich daran, wie ich so alt war wie sie. Bei mir wars damals ne fette saftige Birne, die alle meine Schulbücher versaute. Erstaunlich wieviel Saft in so einer Birne steckte. Ich traute mich damals nicht, es zu sagen, und habe das Malheur so gut wie es ging selber entsorgt.


Wie war das noch mit der dicken orangenen Bibel, die ich verloren hatte? Zwei Jahre später das Gleiche und wieder wars ne Bibel. Komisch, ich hatte wohl als Kind schon ne Aversion gegen sie. Wech waren sie und was wurde damals mit mir geschimpft. Ne neue gabs auch nicht und ich durfte mich im Unterricht jedesmal durchlügen. Neeee, neeeeee.


Helena gab mir dann ihre Bücher von sich aus. Voll versaut, nicht mehr lesbar.... und Eigentum der Schule. Was für Qualen muss sie ausgestanden haben, soviel Angst, warum? \"Mama, warum bist du nicht böse\", fragte sie mich und die Tränen liefen weiter.


Ich erzählte ihr die Geschiche von ihrer Mama, und dann den Versicherungsmann angerufen, nein, nicht Herrn Kaiser, den gibts nur im Fernsehen. Mal schauen, ob wir das unter der Haftplichtversicherung lösen können.


Bin ich froh, dass mein Mädchen nicht solche Angst vor mit hat und mir sagt, wenn es mal Mist gebaut hat.

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