Erfahrungsbericht von Kahuna
Ist ein Kurfürst ein Fürst, der vorübergehend auf Kur ist???
Pro:
-
Kontra:
-
Empfehlung:
Nein
Ab und an finde ich es ganz interessant mal etwas über die Geschichte der verschiedensten Länder zu lesen.
Es macht mir Spaß mich in die Zeiten, Gegenden und Lebensumstände fremder Kulturen hineinzudenken.
Aber auch die deutsche Geschichte ist sehr interessant wie ich finde.
Gestern habe ich mal wieder etwas über die Zeiten in Deutschland während des Mittelalters gelesen, übrigens auch eine sehr faszinierende Zeit. Reingucken würde ich da schon gerne mal, aber wirklich dort leben wohl eher nicht. Für die Masse war es sicherlich eine überaus schwierige Zeit und alt geworden ist man da auch eher selten.
Bisher habe ich mich immer schwer damit getan die ganzen Titel in Bezug zueinander zu bringen.
Da gab es früher im deutschen Reich einen König, einen Kaiser, Fürsten, Grafen, Kurfürsten und natürlich den Papst in Rom. Aber wer hatte jetzt was zu entscheiden und was heißt eigentlich \"Kurfürst\".
Nun habe ich für mich ein wenig Ordnung in dieses Durcheinander bringen können und möchte Euch daran teilhaben lassen, an diesem \"Aha-Effekt\", der sich bei mir einstellte.
Also los:
Im Jahre 800 läßt der Franke Karl der Große sich vom Papst in Rom zum Kaiser krönen, wodurch er die Nachfolge des weströmischen Imperiums antritt. Damit entsteht ein westliches Kaisertum, das mehr als 1000 Jahre Bestand haben wird.
Nun hatte das fränkische Königtum die religiöse Weihe erhalten und war zum Schutzherrn des gesamten christlichen Abendlandes geworden und nach jedem Königswechsel mußte der neue Herrscher sich durch erneuten Zug nach Rom durch Krönung bestätigen lassen.
1309 wurde die päpstliche Residenz unter französischem Druck von Rom nach Avignon verlegt, wo die Päpste rund 70 Jahre lang in völliger Abhängigkeit von der französischen Krone ein wenig rühmliches Dasein führten.
Um die ganz unter französischem Einfluß stehenden Päpste von der Einmischung in die Wahl eines deutschen Kaisers auszuschalten, übertrug die sogenannte \"Goldene Bulle\" das Wahlrecht auf sieben Kurfürsten.
Die Erzbischöfe von Mainz, Trier und Köln, der König von Böhmen, der Pfalzgraf vom Rhein, der Herzog von Sachsen und der Markgraf von Brandenburg hatten in Zukunft das alleinige Recht, mit einfacher Mehrheit das Reichsoberhaupt zu wählen (zu \"küren\", daher der Name \"Kurfürst\") und erhielten dafür gewisse Vorrechte vor den übrigen Fürsten. Mit der deutschen Königswahl wurde nun auch automatisch der Kaisertitel verbunden, ohne daß es noch der päpstlichen Zustimmung oder Krönung in Rom oder Avignon bedurfte.
Ein Kurfürst hat also nicht das geringste mit einer Kur zu tun...smile....
Es macht mir Spaß mich in die Zeiten, Gegenden und Lebensumstände fremder Kulturen hineinzudenken.
Aber auch die deutsche Geschichte ist sehr interessant wie ich finde.
Gestern habe ich mal wieder etwas über die Zeiten in Deutschland während des Mittelalters gelesen, übrigens auch eine sehr faszinierende Zeit. Reingucken würde ich da schon gerne mal, aber wirklich dort leben wohl eher nicht. Für die Masse war es sicherlich eine überaus schwierige Zeit und alt geworden ist man da auch eher selten.
Bisher habe ich mich immer schwer damit getan die ganzen Titel in Bezug zueinander zu bringen.
Da gab es früher im deutschen Reich einen König, einen Kaiser, Fürsten, Grafen, Kurfürsten und natürlich den Papst in Rom. Aber wer hatte jetzt was zu entscheiden und was heißt eigentlich \"Kurfürst\".
Nun habe ich für mich ein wenig Ordnung in dieses Durcheinander bringen können und möchte Euch daran teilhaben lassen, an diesem \"Aha-Effekt\", der sich bei mir einstellte.
Also los:
Im Jahre 800 läßt der Franke Karl der Große sich vom Papst in Rom zum Kaiser krönen, wodurch er die Nachfolge des weströmischen Imperiums antritt. Damit entsteht ein westliches Kaisertum, das mehr als 1000 Jahre Bestand haben wird.
Nun hatte das fränkische Königtum die religiöse Weihe erhalten und war zum Schutzherrn des gesamten christlichen Abendlandes geworden und nach jedem Königswechsel mußte der neue Herrscher sich durch erneuten Zug nach Rom durch Krönung bestätigen lassen.
1309 wurde die päpstliche Residenz unter französischem Druck von Rom nach Avignon verlegt, wo die Päpste rund 70 Jahre lang in völliger Abhängigkeit von der französischen Krone ein wenig rühmliches Dasein führten.
Um die ganz unter französischem Einfluß stehenden Päpste von der Einmischung in die Wahl eines deutschen Kaisers auszuschalten, übertrug die sogenannte \"Goldene Bulle\" das Wahlrecht auf sieben Kurfürsten.
Die Erzbischöfe von Mainz, Trier und Köln, der König von Böhmen, der Pfalzgraf vom Rhein, der Herzog von Sachsen und der Markgraf von Brandenburg hatten in Zukunft das alleinige Recht, mit einfacher Mehrheit das Reichsoberhaupt zu wählen (zu \"küren\", daher der Name \"Kurfürst\") und erhielten dafür gewisse Vorrechte vor den übrigen Fürsten. Mit der deutschen Königswahl wurde nun auch automatisch der Kaisertitel verbunden, ohne daß es noch der päpstlichen Zustimmung oder Krönung in Rom oder Avignon bedurfte.
Ein Kurfürst hat also nicht das geringste mit einer Kur zu tun...smile....




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