Road to Perdition (VHS) Testbericht
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Auf yopi.de gelistet seit 10/2004
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Erfahrungsbericht von starfax
Ein Killer mit Familie
Pro:
-
Kontra:
-
Empfehlung:
Ja
Zwei hochgelobte Filme an einem Abend, der eine spannend und eindringlich, der andere eine Enttäuschung...Grund genug, zumindest über einen von beiden zu schreiben. Also, hier mein Bericht über \"Road to Perdition\"!
DIE STORY:
Wir schreiben Winter 1931. Mike Sullivan (Tom Hanks)lebt mit seiner vierköpfigen Familie in einem gemütlichen Vorstadthaus ein scheinbar friedliches bürgerliches Leben und arbeitet für den netten Onkel John.(Paul Newman) Erst als sich seine beiden Söhne fragen, was er eigentlich genau für ihn tut, wird sich alles ändern. Michael, der Ältere, versteckt sich im aufklappbaren Rücksitz des väterlichen Wagens und wird so Zeuge, wie dieser mit seinem Partner, Onkel Johns Sohn, kaltblütig drei Männer erschießt.
Onkel John ist nämlich zufällig der örtliche Gangsterboss und war sehr sauer auf einen der drei Ermordeten und Mike ist dessen berüchtigster Profikiller.
Michael wird aber ertappt und nun wirds gefährlich. Sein Vater und später auch Onkel John nehmen ihm das Versprechen ab, nichts zu verraten. Aber Johns Sohn traut der Sache nicht und will die Familie umbringen. Beim ersten Versuch erwischt er aber nur Michaels jüngeren Bruder und beider Mutter.
Nun weiß er, daß er mit Mike Sullivan einen tödlichen Feind hat und taucht unter.
Mike und sein Sohn fliehen ebenfalls und begeben sich auf einen ausgedehnten Rachefeldzug, bei dem sie völlig auf sich gestellt sind.
Und bald werden sie selbst von einem anderen \"Spezialisten\" (Jude Law)verfolgt, der im gleichen Metier tätig ist und sehr genau weiß, wie er an sein Ziel kommt.
DER FILM:
Einsamkeit ist wohl das wichtigste Thema in diesem Film. Einsam ist Mike Sullivan, wenn er seine Arbeit macht und nachdem seine Frau und sein einer Sohn erschossen wurden. Michael ist einsam, denn er kann nicht zu seinem verschlossenen, kalten Vater durchdringen. Auch der \"Spezialist\", der sich an Sullivans Fersen heftet, ist einsam. Selbst der feige Sohn von John Rooney ist einsam, genauso in seiner Schuld verfangen wie Mike und sich genauso nach der Anerkennung durch seinen Vater sehnend wie Michael.
Das zeigt sich auch in der Bildsprache des Films. Sullivan und den \"Spezialisten\" sieht man immer wieder allein durch endlose Gänge laufen oder mit dem Auto durch menschenleere Ebenen fahren.
Sullivan und sein Sohn finden Zuflucht bei einem alten Ehepaar, das weit abgelegen wohnt und ihr Ziel ist das einsam am Meer gelegene Haus ihrer Tante Sarah.
Durch diese Bildsprache wird extrem verdeutlicht, wie sehr sich Sullivan und seine Gegner durch ihr Leben außerhalb der Legalität aus dem Kreise der menschlichen Gesellschaft entfernt haben. Äußerlich wie auch innerlich durch ihr berufsmäßiges Mißtrauen und ihre ständige Zwangswachsamkeit.
Echte Nähe ist für die Erwachsenen nicht mehr möglich und auch der sichere Hafen im Haus der Tante erweist sich als trügerisch, erst Michael wird sich durch seine bewußte Entscheidung einen Platz im Kreis der Menschen und eine Aussicht auf ein eventuell glückliches Leben verdienen.
In diesem Sinne sehr hervorzuheben die wundervollen ruhigen und dabei doch fast stets bewegten Bilder des Films, untermalt von der einfachen aber stimmungsvollen Musik von Thomas Newman (\"Betty und ihre Schwestern\").
Sam Mendes malt ein Gemälde der inneren und äußeren Straßen und Wege, die zurückzulegen sind auf dem Weg zu anderen Menschen. Unterstützt wird er dabei von wunderbaren Schauspielern:
Tom Hanks, der noch mit leichten Komödien wie \"Big\" und \"Scott und Huutch\" angefangen hatte, ist längst im Hollywood - Himmel der Charakterdarsteller angekommen. Sein Sullivan ist trotz dessen Kaltblütigkeit und unbedingter Loyalität in der Pflichterfüllung sowie seiner erbitterten Rache voller Hilflosigkeit wenn es um seelische Bedürfnisse geht. Seine Seelenqualen durch die unabänderliche Schuld, die er auf sich geladen hat, werden immer dann deutlich, wenn er alles daransetzt, seinen Sohn von seinem Weg fernzuhalten.
Ausgeklammert bleibt der seelische Mechanismus, mit einem solchen Leben fertigzuwerden und die Gratwanderung zwischen Beruf und Familie. Vielleicht bleiben uns so aber auch billige Erklärungsmuster erspart.
Sehr gut auch Tyler Hoechlin als dessen Sohn Michael. Zunächst noch bereitwillig in seines Vaters Fußstapfen tretend, versagt er den finalen Schuß - und entscheidet sich für ein anderes Leben.
Sehr echt und glaubhaft gespielt.
Paul Newman setzt ein weiteres Perlchen in seine Karrierekrone und beweist, daß er gerade im Alter zu Höchstleistungen fähig ist. Sein John Rooney ist jovial, kalt, berechnend, aber auch menschlich und würdevoll, selbst im Angesicht des eigenen Todes.
Jude Law schließlich gibt den schmierig-skurrilen Killer mit Reporter-allüren. Fies, unmoralisch und einfach nur sadistisch.
FAZIT:
Alles in allem ein brillanter Film in tollen Bildern, trotz des gewalttätigen Geschehens ruhig und geradlinig erzählt. Eine Auseinandersetzung auch über ein Leben mit Schuld. Ein spannendes Plädoyer gegen gewaltsame Konfliktlösung. Gerade weil er keine Heldenfiguren bietet vielleicht auch mal ein Film zur Vorführung in Schulen und zur dortigen Auseinandersetzung über Gewalt und Moral...
Sehr empfehlenswert!
DIE STORY:
Wir schreiben Winter 1931. Mike Sullivan (Tom Hanks)lebt mit seiner vierköpfigen Familie in einem gemütlichen Vorstadthaus ein scheinbar friedliches bürgerliches Leben und arbeitet für den netten Onkel John.(Paul Newman) Erst als sich seine beiden Söhne fragen, was er eigentlich genau für ihn tut, wird sich alles ändern. Michael, der Ältere, versteckt sich im aufklappbaren Rücksitz des väterlichen Wagens und wird so Zeuge, wie dieser mit seinem Partner, Onkel Johns Sohn, kaltblütig drei Männer erschießt.
Onkel John ist nämlich zufällig der örtliche Gangsterboss und war sehr sauer auf einen der drei Ermordeten und Mike ist dessen berüchtigster Profikiller.
Michael wird aber ertappt und nun wirds gefährlich. Sein Vater und später auch Onkel John nehmen ihm das Versprechen ab, nichts zu verraten. Aber Johns Sohn traut der Sache nicht und will die Familie umbringen. Beim ersten Versuch erwischt er aber nur Michaels jüngeren Bruder und beider Mutter.
Nun weiß er, daß er mit Mike Sullivan einen tödlichen Feind hat und taucht unter.
Mike und sein Sohn fliehen ebenfalls und begeben sich auf einen ausgedehnten Rachefeldzug, bei dem sie völlig auf sich gestellt sind.
Und bald werden sie selbst von einem anderen \"Spezialisten\" (Jude Law)verfolgt, der im gleichen Metier tätig ist und sehr genau weiß, wie er an sein Ziel kommt.
DER FILM:
Einsamkeit ist wohl das wichtigste Thema in diesem Film. Einsam ist Mike Sullivan, wenn er seine Arbeit macht und nachdem seine Frau und sein einer Sohn erschossen wurden. Michael ist einsam, denn er kann nicht zu seinem verschlossenen, kalten Vater durchdringen. Auch der \"Spezialist\", der sich an Sullivans Fersen heftet, ist einsam. Selbst der feige Sohn von John Rooney ist einsam, genauso in seiner Schuld verfangen wie Mike und sich genauso nach der Anerkennung durch seinen Vater sehnend wie Michael.
Das zeigt sich auch in der Bildsprache des Films. Sullivan und den \"Spezialisten\" sieht man immer wieder allein durch endlose Gänge laufen oder mit dem Auto durch menschenleere Ebenen fahren.
Sullivan und sein Sohn finden Zuflucht bei einem alten Ehepaar, das weit abgelegen wohnt und ihr Ziel ist das einsam am Meer gelegene Haus ihrer Tante Sarah.
Durch diese Bildsprache wird extrem verdeutlicht, wie sehr sich Sullivan und seine Gegner durch ihr Leben außerhalb der Legalität aus dem Kreise der menschlichen Gesellschaft entfernt haben. Äußerlich wie auch innerlich durch ihr berufsmäßiges Mißtrauen und ihre ständige Zwangswachsamkeit.
Echte Nähe ist für die Erwachsenen nicht mehr möglich und auch der sichere Hafen im Haus der Tante erweist sich als trügerisch, erst Michael wird sich durch seine bewußte Entscheidung einen Platz im Kreis der Menschen und eine Aussicht auf ein eventuell glückliches Leben verdienen.
In diesem Sinne sehr hervorzuheben die wundervollen ruhigen und dabei doch fast stets bewegten Bilder des Films, untermalt von der einfachen aber stimmungsvollen Musik von Thomas Newman (\"Betty und ihre Schwestern\").
Sam Mendes malt ein Gemälde der inneren und äußeren Straßen und Wege, die zurückzulegen sind auf dem Weg zu anderen Menschen. Unterstützt wird er dabei von wunderbaren Schauspielern:
Tom Hanks, der noch mit leichten Komödien wie \"Big\" und \"Scott und Huutch\" angefangen hatte, ist längst im Hollywood - Himmel der Charakterdarsteller angekommen. Sein Sullivan ist trotz dessen Kaltblütigkeit und unbedingter Loyalität in der Pflichterfüllung sowie seiner erbitterten Rache voller Hilflosigkeit wenn es um seelische Bedürfnisse geht. Seine Seelenqualen durch die unabänderliche Schuld, die er auf sich geladen hat, werden immer dann deutlich, wenn er alles daransetzt, seinen Sohn von seinem Weg fernzuhalten.
Ausgeklammert bleibt der seelische Mechanismus, mit einem solchen Leben fertigzuwerden und die Gratwanderung zwischen Beruf und Familie. Vielleicht bleiben uns so aber auch billige Erklärungsmuster erspart.
Sehr gut auch Tyler Hoechlin als dessen Sohn Michael. Zunächst noch bereitwillig in seines Vaters Fußstapfen tretend, versagt er den finalen Schuß - und entscheidet sich für ein anderes Leben.
Sehr echt und glaubhaft gespielt.
Paul Newman setzt ein weiteres Perlchen in seine Karrierekrone und beweist, daß er gerade im Alter zu Höchstleistungen fähig ist. Sein John Rooney ist jovial, kalt, berechnend, aber auch menschlich und würdevoll, selbst im Angesicht des eigenen Todes.
Jude Law schließlich gibt den schmierig-skurrilen Killer mit Reporter-allüren. Fies, unmoralisch und einfach nur sadistisch.
FAZIT:
Alles in allem ein brillanter Film in tollen Bildern, trotz des gewalttätigen Geschehens ruhig und geradlinig erzählt. Eine Auseinandersetzung auch über ein Leben mit Schuld. Ein spannendes Plädoyer gegen gewaltsame Konfliktlösung. Gerade weil er keine Heldenfiguren bietet vielleicht auch mal ein Film zur Vorführung in Schulen und zur dortigen Auseinandersetzung über Gewalt und Moral...
Sehr empfehlenswert!
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