Erfahrungsbericht von Boadicea
Redford und Pitt: Darauf hat die Welt gewartet?
Pro:
Redford\\\\\\\'s Rolle vielleicht
Kontra:
nicht ausgearbeitete Story und Charaktere
Empfehlung:
Nein
Wohl eher zweifelhaft.
Schon vor einiger Zeit sah ich also diesen Spionagefilm (kann man\'s Thriller nennen?) mit Robert Redford und Brad Pitt. Schon seit längerer Zeit werden die beiden von der Presse ja gerne verglichen, wegen Ähnlichgkeiten in der Äußerlichkeit und auch in ihren Karrieren.
Offensichtlich bleibt da jedoch der Altersunterschied, und genau mit diesem arbeitet dieser Film, der 1991 spielt.
CIA-Agent Nathan Muir (Robert Redford) steht kurz vor seiner Pensionierung, als er zu einer Krisenesitzung gerufen wird. Dort soll er über Tom Bishop (Brad Pitt) aussagen, seinem früheren Schützling, der zur gegenwärtigen Zeit in China im Gefängnis sitzt und dem nur noch 24 Stunden bis zu seiner Hinrichtung bleiben. Angeblich habe er versucht, jemanden aus einem Gefängnis zu befreien.
Hintergrund ist, dass in nächster Zeit zwischen China und den USA neue Handelsverträge abgeschlossen werden sollen.
Der Nathan ist als alter Hase natürlich nicht blöd und erkennt schnell, dass das CIA nur nach einem Grund sucht, um Bishop NICHT zu retten und ihn vielmehr für die Verträge zu opfern.
Mit Hilfe seiner Sekretärin gelingt es ihm, einiges Material über Bishop zu verbergen, er versucht alles, um eine Möglichkeit zu finden, doch eine Befreiungsaktion für Bishop organisieren zu können, was sich als immer schwieriger erweist, da er quasi überall überwacht wird.
In langen, überwachten Sitzungen muss er nun demnächst alles was er weiß über Bishop berichten. Er erzählt, wie er ihn in Vietnam das erste Mal traf (\"ein Idealist mit arrogantem Zug\"), ihn dann anwarb und den talentierten jungen Mann in relativ kurzer Zeit zu einem Spitzenmann ausbildete um ihn danach als Spion für diverse Operationen nutzte.
Schausplätze sind dabei das Vietnam Anfang der 70er, Berlin im kalten Krieg und Beirut während der Aufstände.
Während dieser Erzählungen erfahren wir dann langsam immer mehr über die Hintergründe, über Bishop und über Muir, auch dass dieser es versteht, möglichst viel für sich zu behalten, so weiß zum Beispiel niemand genau wann er Geburtstag hat. Ein sehr undurchsichtiger Charakter also.
Bevor ich allerdings noch zuviel über den Inahlt des Film verrate, hier der Meinungsteil:
Nachdem und noch während ich diesen Film sah gingen mir zwei Worte nicht aus dem Kopf: \"Irgendwie blöd\".
Nach dem Film versuchte ich dann herauszufinden, was genau an dem Film blöd war. Und je länger ich darüber nachdachte, desto blöder erscheint mir das ganze.
Problem 1: \"Spy Game\" will zu viele Filme in sich vereinen. Einerseits Abenteuer-Epos, dann wieder Lovestory, dann Polit-Thriller mit CIA-Kritik. Kriegsdrama. Da es sich also auf alle diese Dinge konzentrieren will, wird keiner wirklich ausgearbeitet. Was übrig bleibt ist eben ein nicht gut durchgerührter Eintopf (metaphorisch ausgedrückt). Der Film entwickelte keine Spannung.
Problem 2: Charaktere. Es wird bald klar, dass Brad Pitt nur so eine Art Dekoration für die ganze Chose ist. Nettes Hintergrundbild oder so ähnlich. Sein Charakter Tom Bishop, ist nicht richtig ausgearbeitet, und obwohl es einige Sequenzen gibt, in denen er emotional handelt, so bleiben diese doch ungewohnt kalt, der Charakter ist eher eine Art Hülle, innerlich leer wirkt sie auf den Zuschauer. Bzw., wirkt eben gerade nicht.
Robert Redford hat die Rolle, die er hier übernimmt, schon oft gespielt. Er ist die stärkere Seite des Filmes. Zwar auch ein Charakter, den man kaum kennenlernt, bei dem es jedoch beabsichtigt ist, es macht ihn interessanter. Das Problem hier ist, dass er einen zu großen Teil des Film einnimmt. Auch das wird mit der Zeit nicht spannender...
Problem 3: Regie. Der Regiesseur Tony Scott (Top Gun) versucht mit vielen schnellen Szenewechseln, Beschleunigungen, einigen Standbildern und so weiter Tempo in den Film zu bringen. Schade nur, dass das irgendwann zu überladen wirkte. Nachdem in einer Szene, in der Bishop aus dem Auto mit Muir telefoniert etwa fünf Mal schnell hin und her gewechselt wurde (von Muir zu Bishop und wieder zurück), wurde ich schon langsam genervt.
Problem 4: Story. Spy Game ist im Grunde eine klassische Klischée-Story. Alter (gegen Vorschriften rebellierender) Agent bildet jüngeren, talentieren Agenten aus, der ihm ans Herz wächst, dieser gerät in Gefahr,.... Der Film versucht durch einen umgekehrten Aufbau des Films (junger Agent ist schon von Anfang an in Gefahr und alles wird mehr oder weniger von hinten aufgerollt) dieses Klischée zu vermeiden. Na, so leicht kann mans nun auch wieder nicht umgehen! Ganz zu schweigen von dieser logischen Lücke am Ende hin...
Zusammengefasst: Man findet einfach keinen Charakter, mit dem man sich identifizieren kann, und so zieht der ganze Trubel, die Explosionen und toten Menschen kalt und emotionslos an einem vorbei. Die Story geht einfach nicht in die Tiefe. Auch dachte ich den Film über eher \"wann hört das endlich auf\" als \"wie das wohl ausgeht...\"
So kam es wohl auch, dass ich nach dem Film nicht über die Handlung nachdachte, sondern versuchte, dass was mich störte zu lokalisieren.
Gute Momente im Film sind sicherlich noch einige kleine humorvolle Szenen, in denen Muir sich über CIA-Kollegen lustig machen kann.
Fazit:
Ein Möchtegern Spionagethriller, der sich selbst und seine Charaktere zu häufig aus den Augen verliert.
Nur für absolute Freaks dieses Genres oder Robert Redford\'s sehenswert. Wenn man danach nicht zu lange drüber nachdenkt.
Boadicea/Boda für yopi/ciao
Schon vor einiger Zeit sah ich also diesen Spionagefilm (kann man\'s Thriller nennen?) mit Robert Redford und Brad Pitt. Schon seit längerer Zeit werden die beiden von der Presse ja gerne verglichen, wegen Ähnlichgkeiten in der Äußerlichkeit und auch in ihren Karrieren.
Offensichtlich bleibt da jedoch der Altersunterschied, und genau mit diesem arbeitet dieser Film, der 1991 spielt.
CIA-Agent Nathan Muir (Robert Redford) steht kurz vor seiner Pensionierung, als er zu einer Krisenesitzung gerufen wird. Dort soll er über Tom Bishop (Brad Pitt) aussagen, seinem früheren Schützling, der zur gegenwärtigen Zeit in China im Gefängnis sitzt und dem nur noch 24 Stunden bis zu seiner Hinrichtung bleiben. Angeblich habe er versucht, jemanden aus einem Gefängnis zu befreien.
Hintergrund ist, dass in nächster Zeit zwischen China und den USA neue Handelsverträge abgeschlossen werden sollen.
Der Nathan ist als alter Hase natürlich nicht blöd und erkennt schnell, dass das CIA nur nach einem Grund sucht, um Bishop NICHT zu retten und ihn vielmehr für die Verträge zu opfern.
Mit Hilfe seiner Sekretärin gelingt es ihm, einiges Material über Bishop zu verbergen, er versucht alles, um eine Möglichkeit zu finden, doch eine Befreiungsaktion für Bishop organisieren zu können, was sich als immer schwieriger erweist, da er quasi überall überwacht wird.
In langen, überwachten Sitzungen muss er nun demnächst alles was er weiß über Bishop berichten. Er erzählt, wie er ihn in Vietnam das erste Mal traf (\"ein Idealist mit arrogantem Zug\"), ihn dann anwarb und den talentierten jungen Mann in relativ kurzer Zeit zu einem Spitzenmann ausbildete um ihn danach als Spion für diverse Operationen nutzte.
Schausplätze sind dabei das Vietnam Anfang der 70er, Berlin im kalten Krieg und Beirut während der Aufstände.
Während dieser Erzählungen erfahren wir dann langsam immer mehr über die Hintergründe, über Bishop und über Muir, auch dass dieser es versteht, möglichst viel für sich zu behalten, so weiß zum Beispiel niemand genau wann er Geburtstag hat. Ein sehr undurchsichtiger Charakter also.
Bevor ich allerdings noch zuviel über den Inahlt des Film verrate, hier der Meinungsteil:
Nachdem und noch während ich diesen Film sah gingen mir zwei Worte nicht aus dem Kopf: \"Irgendwie blöd\".
Nach dem Film versuchte ich dann herauszufinden, was genau an dem Film blöd war. Und je länger ich darüber nachdachte, desto blöder erscheint mir das ganze.
Problem 1: \"Spy Game\" will zu viele Filme in sich vereinen. Einerseits Abenteuer-Epos, dann wieder Lovestory, dann Polit-Thriller mit CIA-Kritik. Kriegsdrama. Da es sich also auf alle diese Dinge konzentrieren will, wird keiner wirklich ausgearbeitet. Was übrig bleibt ist eben ein nicht gut durchgerührter Eintopf (metaphorisch ausgedrückt). Der Film entwickelte keine Spannung.
Problem 2: Charaktere. Es wird bald klar, dass Brad Pitt nur so eine Art Dekoration für die ganze Chose ist. Nettes Hintergrundbild oder so ähnlich. Sein Charakter Tom Bishop, ist nicht richtig ausgearbeitet, und obwohl es einige Sequenzen gibt, in denen er emotional handelt, so bleiben diese doch ungewohnt kalt, der Charakter ist eher eine Art Hülle, innerlich leer wirkt sie auf den Zuschauer. Bzw., wirkt eben gerade nicht.
Robert Redford hat die Rolle, die er hier übernimmt, schon oft gespielt. Er ist die stärkere Seite des Filmes. Zwar auch ein Charakter, den man kaum kennenlernt, bei dem es jedoch beabsichtigt ist, es macht ihn interessanter. Das Problem hier ist, dass er einen zu großen Teil des Film einnimmt. Auch das wird mit der Zeit nicht spannender...
Problem 3: Regie. Der Regiesseur Tony Scott (Top Gun) versucht mit vielen schnellen Szenewechseln, Beschleunigungen, einigen Standbildern und so weiter Tempo in den Film zu bringen. Schade nur, dass das irgendwann zu überladen wirkte. Nachdem in einer Szene, in der Bishop aus dem Auto mit Muir telefoniert etwa fünf Mal schnell hin und her gewechselt wurde (von Muir zu Bishop und wieder zurück), wurde ich schon langsam genervt.
Problem 4: Story. Spy Game ist im Grunde eine klassische Klischée-Story. Alter (gegen Vorschriften rebellierender) Agent bildet jüngeren, talentieren Agenten aus, der ihm ans Herz wächst, dieser gerät in Gefahr,.... Der Film versucht durch einen umgekehrten Aufbau des Films (junger Agent ist schon von Anfang an in Gefahr und alles wird mehr oder weniger von hinten aufgerollt) dieses Klischée zu vermeiden. Na, so leicht kann mans nun auch wieder nicht umgehen! Ganz zu schweigen von dieser logischen Lücke am Ende hin...
Zusammengefasst: Man findet einfach keinen Charakter, mit dem man sich identifizieren kann, und so zieht der ganze Trubel, die Explosionen und toten Menschen kalt und emotionslos an einem vorbei. Die Story geht einfach nicht in die Tiefe. Auch dachte ich den Film über eher \"wann hört das endlich auf\" als \"wie das wohl ausgeht...\"
So kam es wohl auch, dass ich nach dem Film nicht über die Handlung nachdachte, sondern versuchte, dass was mich störte zu lokalisieren.
Gute Momente im Film sind sicherlich noch einige kleine humorvolle Szenen, in denen Muir sich über CIA-Kollegen lustig machen kann.
Fazit:
Ein Möchtegern Spionagethriller, der sich selbst und seine Charaktere zu häufig aus den Augen verliert.
Nur für absolute Freaks dieses Genres oder Robert Redford\'s sehenswert. Wenn man danach nicht zu lange drüber nachdenkt.
Boadicea/Boda für yopi/ciao
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