Japanologie Test, Erfahrungen und Testberichte vom Verbraucher
Nihongo wa muzukashii desu
ein Testbericht von Pussy1012004-05-07 14:34:00vom 07.05.2004Empfehlung: ja
Vorteile: Gutes Lernklima...Nachteile/Kritik: Nicht so ein Angebot wie ich es mir vorstellte...
Heute schreib ich euch meine Erfahrungen mit meinem Studienfach Japanologie in Göttingen.
Vor zwei Jahren entschied ich mich in Göttingen Japanologie zu studieren auf Magister, da ich mich sehr für dieses Land interessiere. Ich ging mit der Vorstellung ins Studium die Sprache zu lernen, sodass ich sie gut lesen, schreiben und sprechen kann sowie viel über die Geschichte und Kultur Japans zu lernen. Wurden meine Vorstellungen erfüllt?
Ich bin nun so gut wie im vierten Semester in Japanologie und kann die Sprache nicht so sonderlich gut. Sicherlich liegt es nicht nur am Studium sondern auch an mir und dass ich mehr lernen könnte, doch muss ich sagen, dass zum Beispiel das Sprechen an sich nicht sonderlich gelehrt wird. Der Schwerpunkt liegt auf dem Übersetzen von Texten, auf Literatur und das wars.
In den ersten beiden Semestern hatte ich einen „Sprachkurs“ dreimal in der Woche in dem die Grundlagen der japanischen Sprache gelehrt wurde. Das heißt, es ging vor allem darum die Grammatik innerhalb von einem Jahr zu lernen und auch ein wenig Grundvokabular. Wenn man so wie ich, sich vor dem Studium kaum mit der Sprache beschäftigt hat, ist es sehr schwer so schnell alles können zu müssen, aber das liegt ja an jedem selbst.
Im dritten Semester hatte ich dann einen Kurs namens „Textlektüre“ in dem wie der Name schon sagt Texte gelesen werden. Dreimal in der Woche werden zwei Stunden lang Texte ins Deutsche übersetzt, bzw. die Texte die man zuhause als Hausaufgabe übersetzen musste, werden in der Stunde auf die Richtigkeit überprüft. Gesprochen wird da gar nicht auf Japanisch. Dazu kam noch ein Kurs, der einmal in der Woche angeboten wurde: „Einführung ins klassische Japanisch“ mit dem wohl jeder aus dem Kurs so seine Probleme hatte, da es sehr schwer ist von einer Sprache das Klassische zu lernen, wenn man die Sprache selber kaum kann.
Nebenbei konnte man noch weitere Kurse besuchen, doch leider keine die das Feld der Geschichte oder Kultur abdecken, wenn es nichts mit japanischen Theater (für das sich der Professor hier so interessiert und deswegen angeboten wird) oder Literatur zusammenhängt was sicherlich auch sehr interessant ist. So werde ich im nächsten Semester einen Kurs über das japanische Theater Kabuki belegen, sowie „Lektüre eines modernen Autors“.
Trotzdem würde ich mir wünschen, dass mehr Kurse angeboten würden. Wie schon gesagt zum Beispiel über die Geschichte des Landes oder zu lernen wie man da im Alltag lebt, oder einfach wie man sich im Alltagsleben unterhält.
Trotzdem bin ich sehr stolz auf mich, dass ich trotz fehlender Vorkenntnisse den Studiengang weiter belege, denn ich muss sagen, dass sich die Reihen im Kurs doch sehr gelichtet haben seit dem ersten Semester. War der Raum da noch brechend voll, sitzen jetzt vielleicht 10 Kommilitonen mit im Kurs. Und die meisten davon sind entweder selbst Japaner, oder waren zumindest schon einmal länger dort und können die Sprache schon sehr gut sprechen. Doch je weniger in der Klasse sitzen, desto mehr kann man sich konzentrieren und der Lehrer auf persönliche Probleme eingehen.
Die japanischen Lehrer sind nämlich sehr nett
und haben viel Verständnis. Nichts desto trotz legen sie viel Wert auf die Erledigung der Hausaufgaben, die wirklich enorm viel vom Umfang her sind und einen hohen Zeitaufwand erfordern. Ich denke wenn man immer fleißig lernt müssten die Zwischen- und Endprüfung zu schaffen sein, auch wenn immer wieder Horrornachrichten kommen, wie wenige doch diese Prüfungen schaffen und wie streng der Professor ist.
Zu guter Letzt, hoffe ich, dass ich auch bald mal nach Japan komme, um die Sprache dort besser sprechen zu lernen. Wer sich für Japan interessiert, dem kann ich ein Japanologie Studium nur empfehlen, auch wenn es nicht unbedingt Göttingen sein muss. (Wo es eh nicht mehr geht, da aufgrund der Sparmaßnahmen in den Universitäten Niedersachsens, das Fach geschlossen wurde und ich hoffe, dass ich es wenigstens noch zuende studieren kann, aber das ist ein anderes Thema...)
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