Morbus Hirschsprung
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Morbus Hirschsprung Test, Erfahrungen und Testberichte vom Verbraucher

Woelfchen4

Morbus Hirschsprung - was ist denn das?!

ein Testbericht von 2005-09-26 17:40:47 vom 26.09.2005
Empfehlung: nein
Vorteile: nichts...
Nachteile/Kritik: die Krankheit selbst
Ihr fragt Euch jetzt sicher, warum ich gerade das Thema Morbus Hirschsprung gewählt habe. Das ist ganz einfach: unsere Tochter hat diese Krankheit.

Was ist Morbus Hirschsprung?
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Bei Patienten mit Morbus Hirschsprung werden während der Embryonalentwicklung bestimmte Nervenzellen in der Darmwand nicht angelegt, so dass diese Nervenzellen bei den Betroffenen von Geburt an fehlen. Der Morbus Hirschsprung ist daher in erster Linie eine Erkrankung von Kindern und Jugendlichen, bei denen durch das Fehlen der Nervenzellen eine geregelte Darmentleerung nicht mehr möglich ist; es kommt zu einer schweren Verstopfung.

Die Beschwerden (Bauchschmerzen, Erbrechen, Verstopfung, Blähbauch) treten normalerweise innerhalb weniger Tage nach der Geburt auf; oft wird ein M. Hirschsprung über den fehlenden Mekonium- (Kindspech-") Abgang festgestellt.

Es gibt aber auch Menschen, bei denen ein M. Hirschsprung erst im Erwachsenenalter als Ursache ihrer chronischen Verstopfung festgestellt wird. Bei diesen Menschen ist der betroffene nervenlose Darmabschnitt in der Regel sehr kurz.

Die Diagnose eines M. Hirschsprung erfolgt in der Regel radiologisch über einen Kolon-Kontrasteinlauf sowie ohne Strahlenbelastung über eine anorektale Manometrie, mit der bei vorhandenen Nervenzellen ein M. Hirschsprung ind er Regel sicher ausgeschlossen werden kann. Bei dringendem Verdacht auf diese Erkrankung ist in Vollnarkose eine operative Biopsiegewinnung aus dem Rektum erforderlich, mit der die Diagnose feingeweblich bestätigt werden kann.

Die Therapie besteht in der operativen Entfernung des betroffenen Darmabschnittes, wobei in der Regel kein künstlicher Darmausgang erforderlich wird.

Wie war das bei unserer Tochter?
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Unsere Tochter wurde im August 1999 in Merseburg geboren. Da sie ca. 2½ Wochen zu früh kam, wog sie nur 2.590 Gramm und war 48 cm groß.

Sie trank kaum etwas (die Ärzte: "Sie ist halt ein Frühchen" oder "Das wird schon noch") und nahm immer mehr ab. In der dritten Nacht nach ihrer Geburt erbrach sie dann grün. Daraufhin forderte ich nachdrücklich eine Untersuchung durch die diensthabende Kinderärztin. Diese stellte eine Mekoniumverstopfung (ein untrügliches Zeichen für M. Hirschsprung, wie man mir später in Salzburg nach der Notoperation sagte) fest, und verlegte unsere Tochter auf die Säuglingsstation, wo man die "Verstopfung" zwar beseitigte, aber nicht nach den Ursachen forschte.

Nach der Entlassung aus dem Krankenhaus entwickelte sich unser Kind normal. Ich nahm auch alle Vorsorgeuntersuchungen wahr. Als ich im Dezember 1999 mit dem Zufüttern von Brei begann, begannen auch die Probleme mit dem Stuhlgang. Von selbst ging fast gar nichts. Unser Kinderarzt meinte, ich solle ihr Klistiere geben, das schadet nichts. Da man seinem Arzt ja vertraut, machte ich das auch. Es ging mehr schlecht als recht.

Im Mai 2000 fuhren wir dann für 14 Tage in den Urlaub ins Salzburger Land. In der Nacht vor unserer Heimreise (01. zum 02.06.00) ging es unserer Tochter sehr schlecht. Sie erbrach unaufhörlich. Morgens sah das Erbrochene dann schwarz-blutig aus, so dass wir eilends in das Krankenhaus Bad Ischl fuhren. Dort untersuchte man unsere 10 Monate alte Tochter und überwies uns sofort nach Salzburg. Ein Krankenwagen war sofort zur Stelle.

In Salzburg angekommen, wurde Antje erneut untersucht und geröntgt. Auf dem Röntgenbild sah man jede Menge Luft und eine steinharte Stuhlwalze im rechten Unterbauch. Dabei fiel dann das erste Mal das Wort Morbus Hirschsprung.

Antje wurde noch am gleichen Tag notoperiert und ihr wurde ein künstlicher Darmausgang (Stoma oder auch Anus praeter) gelegt. Ihr Zustand war wirklich sehr schlecht und die Ärzte konnten wegen der Bauchfellentzündung auch nicht sagen, ob sie überlebt. Aber unser Kind ist eine Kämpfernatur und hat alles gut überstanden. Mitte Juni wurden wir dann nach Hause entlassen mit der Prognose, im September 2000 - wenn sich Antjes Darm ausreichend erholt hat - eine Rückverlegung des Darms durchführen zu lassen.

Nach einigem bürokratischem Hin und Her mit unserer Krankenkasse übernahm diese die Kosten für die Durchzugsoperation in Salzburg. Sicher, die Operation hätte auch in Deutschland durchgeführt werden können, aber wir waren der Meinung, dass die Salzburger Ärzte - die unserer Antje das Leben gerettet haben - ihr "Werk" auch vollenden sollen. Die Durchzugsoperation nach Swenson fand am 28.09.2000 statt.

Anfangs musste Antje regelmäßig Laktulose (hält den Stuhl weich) einnehmen; mittlerweile ist das aber kaum noch nötig.

Heute ist Antje ein ganz normales Kind von sechs Jahren. Sie kann fast alles essen, lediglich bei stopfenden Sachen (z. B. Schokolade) müssen wir aufpassen. Außerdem achten wir darauf, dass Antje ausreichend Flüssigkeit zu sich nimmt und sich genügend bewegt. An die Krankheit erinnern nur noch die Narben auf ihrem Bauch und der jährliche Kontrolltermin bei unserem hiesigen Kinderchirurgen.

Wir sind den Ärzten - vor allem OA Dr. Jan Bauer - und Schwestern vom St. Johanns-Spital Salzburg, Kinderchirurgie 3. Stock sehr dankbar. Sie sind wirkliche Experten auf ihrem Gebiet.

Ps.: Die Bewertung bezieht sich auf die Krankheit.

Woelfchen4.
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Produktbeschreibung Morbus Hirschsprung

 
Allgemeine Informationen Morbus Hirschsprung
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