Verein für Körper- und Mehrfachbehinderter e.V.
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Platz 48 in der Kategorie "Thema Kinder: Diverse Diskussionen". Themenbereich: sonstiges / Familien unterstützender Dienst, Angebot für Familien mit behindertem Kind. Ein Betreuer kommt regelmäßig zur Familie und ...mehr
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Verein für Körper- und Mehrfachbehinderter e.V. gebraucht & neu

Verein für Körper- und Mehrfachbehinderter e.V. Test, Erfahrungen und Testberichte vom Verbraucher

Knolle5

Mein ungewöhnlicher Nebenjob

ein Testbericht von 2005-04-02 14:59:31 vom 02.04.2005
Empfehlung: ja
Vorteile: man sammelt Erfahrung, kann z.B. bei Eingliederung etc. helfen...
Nachteile/Kritik: man darf nur 154,-€ monatlich verdienen
Da ich nun seit fast anderthalb Jahren einen doch recht schönen Nebenjob habe, werde ich diesen Bericht diesem Job widmen.
Zuerst kommt ganz viel allgemeines zum Verein an sich und dann über den Job.



Familienunterstützender Dienst (FuD)
Dieser Dienst gehört zum Verein für Körper- und Mehrfachbehinderte e.V. (VKM)
In diesem Bericht geht es ausschließlich um den FuD und VKM in Aachen, weil ich nur dort Erfahrungen gesammelt hab.


Was ist der VKM?
Der VKM ist ein gemeinnütziger Verein und Mitglied im paritätischen Wohlfahrtsverband. Gründungsjahr ist 1965 und heute hat der Verein laut eigener Broschüre ca. 250 Mitglieder und etwa 70 Mitarbeiter.
Die Finanzierung läuft (nach eigenen Angaben) über Einkünfte und Zuschüsse von öffentlichen Trägern, Spenden, Mitgliedsbeiträge, Geldzuwendungen des Gerichts. Hilfreich ist dem Verein auch ehrenamtliches Engagement.

Geschichtlich ist zu sagen, dass es 1965 mit einer Elterninitiative anfing auf Betreiben von Inge und Karl-Heinz Heemann. Eltern behinderter Kinder trafen sich, um für Verbesserungen der Kinder einzutreten. 1966 wurde dann der "Verein zur Förderung spastisch gelähmter und anderer körperbehinderter Kinder e.V. Aachen" gegründet. Gefordert wurde z.B. Früherkennung und Frühbehandlung und Aufklärung begann. Schon 1967 wurde ein Kindergarten für körperbehinderte Kinder gegründet, dessen Träger die Caritas übernahm.
Aus dem Verein entwickelte sich dann der "Verein zur Förderun Körper- und Mehrfachbehinderter e.V. Heute bietet der Verein viele Angebote für Behinderte.


Angebote des VKM?
Zum einen hat der Verein seit 1996 eine Trägerschaft für eine Integrative Tagesstätte, in denen 45 Kinder mit und ohne Behinderung in 3 Gruppen betreut werden. Das heißt, pro Gruppe sind 5 behinderte und 10 nicht behinderte Kinder. Die behinderten Kinder erhalten sonderpädagogische Förderung.


Dann wäre da noch die Wohnstätte "Karl-Heinz-Heemann Haus". Diese gibt es seit 1999. Hier können 23 behinderte Menschen in einer betreuten Wohngemeinschaft wohnen.

In der "Trainingsgruppe" geht es um eine Betreuung mit dem Ziel, in eine Außenwohngruppe umzuziehen.

In der Außenwohngruppe leben die behinderten Menschen selbständiger und eigenverantwortlich, haben aber weiterhin Unterstüztung.

Betreutes Wohnen gibt es auch noch. Die Bewohner hier sind relativ selbständig im eigenen Haushalt mit Unterstützung. 3 Appartments gibts im "Gut Knapp" bei der Wohnstätte.


Weiterhin gibts Ferienmaßnahmen z.B. nach Berlin, an den Bodensee und ins eigene Ferienhaus nach Den Haan in Holland.

Im "Club Aktiv" werden Gruppenangebote gemacht. Dann gibts halt noch eine Bowlinggruppe, soweit ich weiß eine Fußballgruppe und im Betreuten Wohnen auch ein Internetcafé.

Der Verein ist gleichzeitig Förderverein der "Rheinischen Schule für Körperbehinderte" in Aachen und bietet z.B. Unterstützung bei Klassenfahrten, hat ein Pferd für Reittherapie gestellt usw.



Und dann wäre da noch der FuD, dessen Aufgabe es ist, Menschen mit Behinderung zu integrieren, d.h. diese Menschen sollen am Leben in der Gemeinschaft teilhaben. Es sollen Dinge des alltäglichen Lebens geübt werden, wie z.B. Bus fahren, Verkehrserziehung usw.


Was ist der FuD?
Darunter ist ein ambulantes Hilfsangebot für Familien mit behinderten Menschen zu verstehen.
Ziele sind z.B. Förderung der Selbständigkeit und Eigenverantwortlichkeit, Aufbau/Erhalt sozialer Kontakte, Stärkung des Selbstbewußtsein...

Bei diesem Dienst handelt es sich um pädagogische Hilfen gemäß §§ 39/40 BSHG - Eingliederungshilfeverordnung: diese umfasst vielerlei Bereiche, wie z.B.
- Verkehrstraining
- Freizeitgestaltung
- Umgang mit Geld
Unterstützung beim Lesen, Rechnen, Schreiben
....

Die Finanzierung läuft über das Sozialamt oder privat. Beim SA muss ein Antrag auf diese Hilfe gestellt werden, der dann überprüft wird. Dazu muss man (so wurde mir gesagt) u.a. seine finanzielle Lage komplett aufdecken, was im Grunde nur dazu dienen soll, um zu sehen, ob man unter oder über einer bestimmten Einkommensgrenze liegt. Liegt man drüber, muss man wohl Eigenanteil zahlen, sonst nicht.
Das Verfahren dauert einige Zeit und ist wohl nicht so ganz angenehm. Aber man hat dann wohl die Hilfe sicher, nach einem bestimmten Zeitraum muss die Hilfe neu beantragt werden. Dazu muss aber wohl nur ein Entwicklungsbericht abgeben werden. Es könnt ja sein,dass der Betroffene keine Hilfe mehr braucht. Und das Sozialamt könnte dann ja Geld sparen. ;-)

Es wird vom SA eine bestimmte Stundenzahl pro Monat/Woche genehmigt, in der ein Betreuer dann zum "Betroffenen" kommt.


Mitarbeit im Verein
Um eine Betreuung zu übernehmen muss man mindestens 18 Jahre alt sein. Ob Student, Hausfrau, Rentner, Arbeitnehmer ist egal.
Die Aufgabe besteht darin, eine behinderte Person (Kind, Jugendliche, Erwachsene) individuell zu begleiten und zu unterstützen.
Die Aufgaben können z.B. sein
- üben von lesen, rechnen, schreiben
- ins Kino gehen
- zusammen einkaufen
etc.
Dies richtet sich danach, was sich der Betreffende und/oder Familie wünscht.

Nun aber genug über den Verein usw. und weiter zu meinen persönlichen Erfahrungen.


Wie kam ich zur Arbeit?
Ich hatte auch hier mal einen Aushang an der FH gesehen und da ich Joblos war, rief ich einfach mal an und hatte kurz später einen Termin. Mitbringen brauchte ich nur einen Lebenslauf und evtl. Zeugnisse.
Im Gespräch gings hauptsächlich drum, was der Verein so macht und was genau der FuD ist. Die Leiterin war sehr nett und freundlich. Ich bekam dann erstmal Infomaterial mit und den Hinweis, dass ich von Ihr angerufen würde, sobald eine Familie "da wäre".
Das war im September. Einige Zeit später dann der Anruf. Leider hatte ich zu dem Zeitpunkt, wo eine Begleitung hätte machen können, keine Zeit.
Beim zweiten Anruf klappte es aber. Wir machten einen Termin aus, um zusammen zur Familie zu fahren, damit ich mich da vorstellen kann und die Familie mir berichten kann, was sie sich so vorstellen.
Es war von beiden Seiten ok und damit konnte die Betreuung anfangen. War auch nicht so dramatisch, weil ich mir die Betreuung mit einer anderen Betreuerin teile.
In der Geschäftsstelle wurden dann meinerseits ein paar Unterschriften geleistet.
Den Vertrag bekam ich ein paar Tage später zugesandt. Und schon war die Betreuung fest und ich Betreuerin beim FuD.


Formelle Sachen/ Lohn
Man wird beim Verein als Übungsleiter angestellt und somit 154,-€ monatlich höchstens verdienen. Ist nicht viel und ich hatte auch auf 400,-€ - Basis gehofft, aber gut.
Stundenlohn beträgt 7,80€, darin ist schon Urlaubs- und Weihnachtsgeld enthalten. Fahrtkosten werden mit 0,30€ pro Kilometer vergütet. Anfallende Unkosten werden einem erstattet, wenn man die Quittung der Abrechnung beifügt. Wenn man z.B. mit der betreuenden Person ins Kino, kann man die Kinokarte beilegen und bekommt den Eintritt erstattet. Die Probezeit ist 6 Monate.
Weil das Ganze auf Übungsleiter läuft, muss man eigentlich außer Lebenslauf und evtl. Zeugniskopien nichts abgeben. Bei diesem Verdienst muss man nämlich keine Lohnsteuerkarte usw. abgeben.

Was ich wohl unterschreiben musste, war dass ich eine Art Unterweisungsmappe vom Gesundheitsamt über diverse Krankheiten gelesen hab. Diese Mappe bekam ich vom Verein. Dann musste ich unterschreiben, dass ich gegen Röteln geimpft bin, mich impfen lasse oder zumindest den Impfschutz überprüfen lassen. Und dann halt noch, ob ich bereit bin, den Behinderten im eigenen Auto mitzunehmen und ob ich mich traue, mit ihnen schwimmen zu gehen.
Wegen dem Autofahren musste ich nur aus Versicherungsgründen eine Kopie vom Führerschein abgeben.

Das wars auch schon. Es lief alles ganz unkompliziert und auch sehr schnell über die Bühne.


Arbeitseinsatz und dessen Dokumentation
Wann ich in die Familie komme , spreche ich immer mit der Familie ab. Ich bekam am Anfang grob gesagt, was die Familie sich so wünscht an Aktivitäten. Ich übe z.B. mit der Person lesen, schreiben, rechnen, Umgang mit Geld und mach u.a. auch ein bisschen Freizeitgestaltung. Schwimmen, Kino etc.
Das wird aber alles individuell in der Familie gemacht.

Für die Einsatzdokumentation muss ich für jeden Monat zwei Formulare ausfüllen.

Eins fürs Sozialamt. Dieses Formular umfasst 2 Blätter. Darauf ist eine Tabelle, die für jeden Tag des Monats eine Spalte hat. Ich muss in der jeweiligen Tagesspalte eintragen, von wann bis wann ich "Gearbeitet" hab (z.B. 15 - 19Uhr) und was ich gemacht hab. Dafür gibts aber vom Verein auch Formulierungshilfen, wie z.B. "Umgang mit Geld üben"etc.
Dann muss der Nutzer (also Familie) und ich unterschreiben.

Das zweite Formular ist nur für den Verein. Hier ist auch eine Tabelle, mit jeweils einer Spalte pro Tag. Auch dort muss ich eintragen, an welchen Tagen ich von wann bis wann in der Familie war. Hier aufs Blatt kommt auch drauf, ob ich "Arbeitszeit in der Geschäftsstelle" hatte oder einen Bericht geschrieben hab.In welcher Höhe ich Ausgaben hatte und - wenn ich für mich ein Busticket kaufen musste, oder mit dem Auto gefahren bin - die Km-Zahl.
Unten muss ich dann den Lohn ausrechnen und die Auslagen und Fahrtgeld zurechnen.
Hier muss man allerdings nicht schreiben, was man gemacht hat. Zusätzlich

Diese Blätter muss ich bis spätestens zum 5.des Folgemonats beim Verein einreichen und bekomme dann ein paar Tage nach dem 5. das Geld aufs Konto.


Zusätzlich
Ich könnte auch alle 3 Monate einen Entwicklungsbericht über "meine" Betreuungsperson schreiben. Z.b. darüber, ob sie Fortschritte gemacht hat oder ähnliches. Ist allerdings nicht so lohnenswert, weil sowas sehr langsam vorangeht.
Weil bei der Familie die Hilfe neu beantragt werden musste, kam ich trotzdem in die Lage, einen Bericht schreiben zu dürfen. Von der Leiterin des FuD bin ich auch daraufhin gewiesen worden, ob ich nicht den Bericht schreiben wollte. Für das Schreiben kann man sich 1 Stunde Arbeitszeit aufschreiben.

Was ich besonders gut finde, ist das alle 2 Monate stattfindende Betreuertreffen. Dieses findet abends statt, dauert ca. 1,5 Stunden und wird von der Leiterin des FuD geleitet.
Hier kann man sich mit anderen Betreuern austauschen und bekommt auch Tipps und Infos von der Leiterin. Die Zeit, die man hier verbringt, kann man sich auch als Arbeitszeit gutschreiben.
Diese Treffen finde ich persönlich sehr hilfreich und anregend, weil ich mich mit anderen Betreuern austauschen kann und auch viel erfahren kann. Bisher hatten wir auch immer unseren Spaß dabei. Es handelt sich nicht um ein steifes, förmliches Treffen, sondern wirklich locker und auch lustig.
Zu bemerken ist auch, dass hier nicht nur Studenten und Schüler Betreuer sind. Bei den Treffen sind auch Hausfrauen und ganz normale Arbeitnehmer vertreten.

Im übrigen kann man auch als Betreuer bei den Ferienfahrten mitmachen. Diese dauern 2 Wochen und man bekommt pro Woche 100€ und eine Praktikumsbescheinigung.



Meine Erfahrungen
Meine Erfahrungen stehen ja zum Großteil schon oben im Text. Ein Termin für ein Vorstellungsgespräch war schnell gefunden und fand nur ein paar Tage später statt. Das Gespräch war sehr locker und diente hauptsächlich zur Informierung. Bis eine Familie da war, dauerte es zwar etwas, aber als eine gefunden war, ging alles sehr schnell innerhalb weniger Tage.
Mit der Familie komm ich auch gut zurecht. Aber das kommt auch drauf an, in was für einer Familie man ist. Pauschal kann ich dazu nicht viel sagen, weils eine individuelle Sache ist.

Das Ausfüllen der Formulare ist ziemlich leicht und der Lohn ist auch immer überwiesen worden. Es gab da bisher keine Probleme.

Zu den Betreuertreffen hatte ich ja auch schon geschrieben. Ich finde den Austausch sehr hilfreich und man lernt auch ein paar Leute kennen.

Die Leiterin ist auch sehr gut zu erreichen und falls sie mal nicht da ist, ruft sie auch zurück. Bei Problemen, Fragen usw. steht sie auch zur Verfügung und hilft weiter.

Der Verein bietet zusätzlich auch noch eine Betreuerschulung und 2 Erste-Hilfe-Kurse. Hauptsächlich für die Leute, die an den Ferienfreizeiten als Betreuer teilnehmen, sie stehen den anderen Betreuern vom FuD aber auch offen.


Fazit
Als Nebenjob kann ich die Arbeit beim FuD nur empfehlen. Was man verdienen kann, ist war gering, aber da man nur ungefähr 18Stunden im Monat hat (bei mehr Stunden kommt man über 154€) kann man sich auch noch was anders suchen. Machen zumindest einige von den Betreuern.
Die Arbeit mit den Behinderten macht sehr viel Spaß und man sammelt auch noch viele Erfahrungen.
Die Leiterin ist sehr gut zu erreichen, ist nett/freundlich und hilft gern bei Fragen etc. weiter.



Falls was fehlt, ergänze ich gern, falls ihr mir entsprechendes in den Kommentar schreibt.
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Kommentare
campimo
campimo, 22.10.2006
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Sanny002
Sanny002, 03.04.2005
Finde es richtig toll von dir, dass du arbeitest!!!Machen bestimmt nicht viele Leute!!!
marina71
marina71, 01.10.2006
Wichtiger Job! LG
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Produktbeschreibung Verein für Körper- und Mehrfachbehinderter e.V.

Technische Daten und Produkteigenschaften
Familien unterstützender Dienst, Angebot für Familien mit behindertem Kind. Ein Betreuer kommt regelmäßig zur Familie und unterstützt das Kind in der Freizeitgestaltung, Lesen, Verkehrserziehung etc.
Allgemeine Informationen Verein für Körper- und Mehrfachbehinderter e.V.
gelistet seit: 01.04.2005
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Themenbereich: sonstiges 
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