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| WEIMARER REPUBLIK, -Kunstamt Kreuzberg u. Institut Theaterwissenschaft Köln |
9,95 € | 3T 19Std. | 0 | ||
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![]() Theaterwissenschaft an der Uni Leipzig - reine Theorie, kaum Praxisein Testbericht von JennyFS2009-04-03 09:56:24 vom 03.04.2009 Empfehlung: nein Vorteile: Lage, wenige Seminare machen Spaß...Nachteile/Kritik: schlechte Mitschreibmöglichkeiten im Institut, techn . Ausstattung schlecht, zuviel TheorieMittlerweile wird Theatwissenschaft nur noch als Bachelor Studiengang mit einer Regelstudienzeit von 6 Semestern angeboten. === Lage der Fakultät === ************* Das Institut für Theaterwissenschaft liegt glücklicherweise direkt in der Innenstadt. Wer sich in Leipzig auskennt: Es liegt gleich neben der Nikoleikirche. Für alle anderen: Das ist genau die Innenstadt, direkt an der Haltestelle Augustusplatz. Nur 5 Fußminuten vom Hauptbahnhof entfernt. Im Vergleich zu vielen anderen Studiengängen finden in Theaterwissenschaft fast alle Seminare und Vorlesungen an ein und demselben Fleck statt. Fast bedeutet, es gibt noch zwei weitere Stätten, die sich jeweils ca. 10 Sekunden zu Fuß vom Institut befinden :) Weiterhin kann man sich auch sonst als Student nicht beklagen, da ein Supermarkt gleich gegenüberliegt, sowie mehrere Bäcker, Cafés etc. Verhungern wird man wohl auf keinen Fall :) Auch die neugebaute Uni selber, die noch dieses Jahr fertig werden soll, liegt nur 3 Fußminuten entfernt. Dort befindet sich auch eine sehr große, neue Mensa, die aber auch erst im Mai öffnen soll. === Das Institut selber: Räumlichkeiten, Ausstattung etc. === ************* Das Gebäude ist ein sehr alter Altbau, die Theaterwissenschaft befindet sich im ersten Obergeschoss. Dort finden Vorlesungen und Seminare statt. Im selben Stockwerk sind auch die Büros der Lehrkräfte und die Bibliothek (dazu später mehr), sowie die Toiletten. Im 4. Stockwerk ist der Fachschaftsrat der Theaterwissenschaft (TW) zu finden. Nun aber zurück zu den Räumen. Es gibt einen großen Raum und einen kleinen. Der große ist im allgemeinen für die Vorlesungen gedacht, der kleine eher für Seminare. Obwohl der große Raum auch für Seminare benutzt wird, meist hängt das von der Seminargröße ab. 1. DER GROSSE RAUM: Er ist ausgestattet mit vielen Stühlen. Leider haben nur manche von den Stühlen so einen Minitisch zum Hochklappen, auf dem man seine Notizen machen kann. Der Großteil der Stühle ist ohne Tisch ausgestattet und man muss seinen Block auf den Schoß legen. Ich finde das leider sehr unbequem. Die Stühle sind auch nur aus Holz, das heißt, längeres Sitzen ist meistens auch unbequem. Ich hatte im Laufe meines Studiums auch schon einige 3-stündige Seminare und das ist das wirklich qualvoll, weil man einfach nicht so ewig auf diesen Stühlen sitzen kann. Ansonsten gibt es im großen Raum vorne einen Pult und einen Tisch daneben, wo die Lehrenden meist umherwandeln. Eine Tafel ist vorhanden, die so gut wie nie genutzt wird, weil selten Kreide da ist. Es gibt weiterhin einen Beamer, der andauernd nicht funktioniert, sowie eine Anlage zum Abspielen von CD's etc. 2. DER KLEINE RAUM: Der kleine Raum hat dieselben Stühle wie der große, aber in der Mitte stehen mehrere Tische aneinandergestellt, um die man sich drumherumsetzen kann. Das erleichtert das Mitschreiben um einiges. Leider wird dieser Raum - insbesondere für Seminare - sehr selten benutzt. Denn eigenlich eignet er sich besser für ein Seminar-Klima, da die Diskussion untereinander gefördert wird, weil man eben automatisch im Kreis sitzt. Auch im kleinen Raum gibt es eine selten benutzte Tafel, weiterhin 2 Fernseher und Videorekorder. Im Flur befinden sich in großen Regalen die Ordner der einzelnen Seminare und Vorlesungen, wo die Lehrkräfte ihre Seminarunterlagen wie z.B. zu lesende Texte etc. einordnen. Gleich daneben steht ein Kopierer, der mit einer aufgeladenen Uni-Karte auch benutzt werden kann. Wenn die sogenannte "Kopierkarte" mal leer ist, kann man sich die entsprechenden Blätter auch mal schnappen und in den gegenüberliegenden Copyshop Printy flitzen - die haben dort sehr studentenfreundliche Preise! === Fachschaftsrat, Bibliothek, Lehrkräfte === ************* Ebenfalls im Flur desselben Stockwerkes befindet sich an einem Ende das Sekretariat, welches täglich für mehrere Stunden geöffnet hat und eine wirklich sehr nette und hilfsbereite Sekräterin hat. Am anderen Ende ist die Bibliothek. Sie hat auch den ganzen Tag offen und wird von Studenten geleitet, die einem gerne bei der Suche nach einem bestimmten Buch helfen. Die Büros der Lehrkräfte befinden sich in mehreren Räumen in Richtung Sekretariat. Neben dem Sekretariat sind Aushänge über die Sprechzeiten der Dozenten, sowie aktuelle Informationen. Leider haben manche Dozenten nur sehr selten Sprechzeit. Und über email sind sie erstrecht nicht zu erreichen. Ich weiß nicht woran es liegt, aber der technische Fortschritt scheint im Allgemeinen die Theaterwissenschaft einfach noch nicht erreicht zu haben. Der Fachschaftsrat befindet wie bereits erwähnt drei Stockwerke weiter oben. Die Öffnungszeiten stehen direkt an der Tür, für gewöhnlich hat er aber täglich geöffnet. Dort können Studenten mit sämtlichen Fragen zum Studium, Anliegen, Beschwerden etc. sich an die Studenten vom FSR wenden. Ebenso können sie sich dorthin wenden, wenn sie Unterstützung brauchen, z.B. bei ihrer eigenen kleinen Theatergruppenfinanzierung etc. Der Fachschaftsrat bietet unglaubliche viele Informationsveranstaltungen für die Studenten, aber auch kulturelle Besonderheiten, Partys und Feiern. === Was habe ich mir von dem Studium erwartet? === ************* Ich persönlich habe mir unter Theaterwissenschaft eine Kombination aus Theorie und Praxis vorgestellt. Ich meine, dass in dem Studiengang nicht Schauspiel unterrichtet wird, war mir klar. Dennoch dachte ich, dass es einige Seminare geben wird, die etwas mehr mit "ins Theater gehen", "Stücke lesen", "Bühnenbilder bauen", "Dramaturgie".. sowas alles zu tun haben. Aber da habe ich leider zuviel erwartet. Der Großteil des Lehrplans besteht aus viel Theorie und Geschichte. Viele geschichtliche Vorlesungen sind auch sehr interessant, aber es bleibt eben dabei. In vielen Seminaren wird zwar sehr viel diskutiert, aber alles auch nur auf theoretischer Grundlage. Das bedeutet, es wird natürlich viel gelesen und darüber gesprochen. Aber es gibt nur zu selten Seminare, die irgendeinen praktischen Bezug haben. Die wenigen praktischen Seminare, die ich bisher hatte, möchte ich an dieser Stelle mal kurz beschreiben, um einen Einblick zu gewährleisten: * Zweimal hatte ich ein Seminar, wo wir zu einem Stück (eines war Musiktheater, das andere eine Operette) eine eigene Dramaturgie entwerfen durften, das heißt eine Umsetzung überlegen, Dramaturgie aufschreiben, ein Bühnenbild basteln, Kostüme basteln oder malen, ein Programmheft gestalten. Ich muss sagen, trotz des Aufwandes haben mir diese Seminare am meisten Spaß gemacht! * Ein anderes Seminar behandelte öffentliche Räume und wie dort Theater stattfinden kann. Hier sind wir zu mehreren öffentlichen Orten in Leipzig gefahren und haben regelrechte Ausflüge gemacht, z.B. in die Baumwollspinnerei Leipzig, in das Kino UT Konnewitz (zweitälteste Kino Deutschlands!), in die Baustelle des Tunnels, der gerade (und noch bis 2011) in Leipzig gebaut wird, etc... * Ein weiteres, positives Seminar fällt mir ein, das ich relativ zu Anfang hatte. Ich kann mich nicht mehr genau erinnern, worum es ging. Wir haben in dem Seminar leider auch alles totdiskutiert, was mir persönlich einfach manchmal zu viel war. Aber wir sind in dem Seminar glaube mehrmals ins Theater gegangen und einmal haben wir sogar einen Ausflug für ne Woche nach Berlin gemacht und uns dort täglich ein Stück angesehen. So stelle ich mir so ein Studium eigentlich vor! Natürlich gab es auch noch andere interessante Seminare, die mir Spaß gemacht haben! ABer sie waren eben alle eher theoretisch. 2-3 Mal hatte ich ein Filmseminar, wo ein bestimmtes Thema (z.B. Homosexualtität) untersucht wurde anhand der Filmgeschichte, die es darüber gab. In solchen Seminaren haben wir viele Filme geguckt, daher fand ich sie auch meistens große klasse. Aber wenn man bedenkt, dass ich insgesamt glaube schon fast 40 Seminare/ Vorlesungen hatte.. ist das natürlich nicht so viel... === Was bietet der Lehrplan? === ************* Der Lehrplan bietet ein mittelgroßes Angebot an Seminaren und Vorlesungen. Es könnte eigentlich mehr sein. Vieles überschneidet sich und man muss sich entscheiden, und zu vielen Zeiten läuft dann wieder gar nichts. Schade finde ich auch, dass sehr vieles in der Theaterwissenschaft nicht vor 11 Uhr vormittags beginnt. Ja klar ist lange Ausschlafen was tolles, aber manchmal möchte man auch gerne noch was von seinem Tag haben, NACHDEM man von der Uni nach Hause gekommen ist. Mir geht es zumindest so. In meinen vergangenen Semestern musste ich für mich feststellen, dass mir das Angebot des Lehrplans oft nicht gefiel. Hatte ich 2 interessante Seminare gefunden, musste ich meistens trotzdem noch 2-3 weitere finden, um eben auf meine geforderte Stundenzahl zu kommen. Und dann lässt man sich von irgendwas berieseln, was man in Wahrheit vielleicht gar nicht interessant findet... Der Lehrplan ist in einem Vorlesungsverzeichnis zu finden, was man für knapp 1 Euro beim Copyshop erwerben kann oder sich einfach im Internet downloadet. Ich muss dieses Vorlesungsverzeichnis leider auch sehr stark kritisieren, da es überhaupt nicht standardisiert ist. Jeder Dozent schreibt dort eben sein Lehrangebot rein. Manche ziehen sich dann über eine wenige Zeilen lange Kurzbeschreibung, andere gehen über die ganze Seite und schrecken vor lauter Informationsflut regelrecht ab. Insbesondere im ersten Semester hatte ich damals ein riesengroßes Problem damit, anhand des Vorlesungsverzeichnisses die richtigen Seminare für mich zu finden. Ich kannte die Dozenten nicht und von ihrer "Schreibweise" her, haben mich fast alle ganz schön abgeschreckt. Ihre Formulierungen empfand ich als sehr hochgestochen. === Was vermisse ich bei dem Studium? === ************* Praxis. Viel mehr Praxis. Das habe ich bereits ausführlich erwähnt. Mehr ins Theater gehen, mehr direkt mit Theater als solches zu tun haben und nicht immer nur damit, wie Theater vor 200 Jahren war. Weiterhin vermisse ich sehr stark einen technischen Fortschritt in dem Studiengang. Die Internetseite des Instituts ist unglaublich alt und es dauert meistens Monate, bis neue Informationen drauf sind. Lehrmaterial ist schon gar nicht im Internet zu finden. Das gibt es eben alles im Ordner im Institut zum selber kopieren. Ich habe bisher auch erst einen Dozenten erlebt, der tatsächlich mal eine Power Point Präsentation verwendet hat und einige Infos an die Wand projiziert hat. Die meisten Dozenten arbeiten leider überhaupt nicht mit technischen Hilfsmitteln. Eine Folge daraus ist, dass viele Studenten ihre "Hausaufgaben" oft nicht erledigen, also irgendwelche Texte lesen. Oftmals ist es einfach zu mühsam, sich das alles erst aus einem Ordner zu kopieren. Vor allem wenn einer bereits am kopieren ist und man nicht ewig warten kann, weil man vielleicht eine andere Lehrveranstaltung in einem anderen Gebäude hat. Mir selber ging es oft so, dass ich dadurch einfach nicht mehr dazu kam, Texte zu lesen. Ich finde, es sollte doch zumindest machbar sein, einen Reader mit allen zu lesenden Texten für das Seminar anzufertigen, damit man schon fertigkopierte Exemplare einfach im Copyshop abholen kann. === Für wen ist dieser Studiengang geeignet? === ************* Theaterwissenschaft eignet sich vor allem für sehr Geschichtsinteressierte Menschen. Ein ausgeprägtes Interesse an der Geschichte der Theaterwissenschaft und der gesamten Entwicklung des Theaters ist Voraussetzung, um mit dem Studiengang zufrieden zu sein. Wer also gerne forscht, ist dort bestens aufgehoben. Denn zu forschen gibt es in der Theaterwissenschaft auf jeden Fall noch viel! === Was ist anders am Bachelor? === ************* Der Bachelor Studiengang ist strenger bezüglich der Regelungen und Prüfungen. Die Bachelors müssen leider mehr Prüfungen ablegen als die Magister. Sie haben eine genauere "Anleitung", wie sie ihre Kurse belegen müssen etc. Dadurch, dass sie nur 6 Semester studieren, würde ich ihr Studium auf jeden Fall als stressiger bezeichnen. Dafür muss ich aber positiv anmerken, dass ein Praktikum im Bachelor Studiengang Pflicht ist, was ich sehr gut finde! Im Magister war dies keine Pflicht, also kümmert man sich auch irgendwie nicht darum. Dabei sind Praktika sehr wichtig und hilfreich für die Zukunft. Insgesamt finde ich am Bachelor auch besser, dass ALLE Noten in die Endnote miteingehen. Das mögen viele blöd finden, weil man sich dann eben bei jeder Prüfung anstrengen muss. Aber ingesamt ergibt es ein viel repräsentativeres Allgemeinbild des Studenten und gibt seine Leistung einfach ehrlich wieder. Denn im Magisterstudium zählt am Ende NUR die mündliche Abschlussnote, die schriftliche Abschlussnote und die Magisterarbeit. ALso nur 3 Noten und alles andere davor ist egal. Nur wenn diese letzten drei Noten nun schlecht ausfallen, dann steht auf dem Zeugnis, man habe sein gesamtes Studium der Theaterwissenschaft schlecht abgeschlossen. Und das finde ich eben nicht gut. == FAZIT == ************* Wer Theaterwissenschaft studieren will, sollte sich auf jeden Fall vorher genau darüber informieren, was im Studium vorgesehen ist. Ich kenne nur die Theaterwissenschaft in Leipzig und weiß nicht, wie dieses Studienfach in anderen Städten in Deutschland aufgebaut ist. Mein Tipp wäre aber auf jeden Fall, einen Studenten in der jeweiligen Stadt zu kontaktieren und direkt über das Studium mal auszufragen. Auf diese Art kann man - so glaube ich - einen authentischen Einblick ins Studium erlangen. ... |
Gozo-Bernie, 20.04.2009
Gruss aus Catania - bernie
neuseeland1, 11.04.2009
Liebe Ostergrüße aus Sachsen von Eva
rob1980, 29.06.2009
toller Bericht, gut geschrieben.. ich freue mich über Gegenlesung.. lg rob1980
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