Deutsche Bahn AG Testbericht

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Summe aller Bewertungen
  • Angebot:  durchschnittlich
  • Zustand der Einrichtung:  gut
  • Sauberkeit:  durchschnittlich
  • Preis-Leistungs-Verhältnis:  schlecht
  • Information & Kundenservice:  durchschnittlich
  • Familientauglichkeit:  hoch
  • Behindertenfreundlichkeit:  gut
  • Empfehlenswert:  nein

Erfahrungsbericht von chaosdiva

... lieber spät als nie ...

Pro:

... wenige positive Erfahrungen können schlechte Eindrücke nicht wieder gutmachen ...

Kontra:

... auch das beste Marketingkonzept wird durch die Realität wieder hinfällig ...

Empfehlung:

Nein

... lieber spät als nie ... das scheint leider nur zu häufig das Motto, oder sollte ich sagen: die Realität? bei der Deutschen Bahn AG zu sein.

Im Zeitraum von zwei Jahren pendelte ich jobbedingt im Durchschnitt viermal pro Woche im Fernverkehr mit dem ICE auf den Routen Frankfurt/Main-München, Frankfurt/Main-Berlin, Frankfurt/Main-Stuttgart, Frankfurt/Main-Leipzig, Frankfurt/Main-Hamburg.

Aus der Überlegung heraus, dass sich bei diesen Strecken der Anfahrtsweg zum Flughafen, die Zeit des Check In und dann die Fahrt vom Ankunftsflughafen in die City bei genauerem Hinsehen dann doch nicht rechnen würde, hatte ich mich dazu entschlossen, mit der Bahn zu fahren.

Das Ergebnis war, dass ich mir eine Bahncard kaufte und damit in den Club der Abenteuerreisenden aufgenommen wurde.

Mit meinen zu einem grossen Teil auch leidvollen Erfahrungen aus dieser Zeit könnte ich sicherlich Bände füllen.

Ein sehr prägnantes Erlebnis möchte ich jedoch hier herausgreifen, das wohl stellvertretend ist für den Servicegedanken, den dieses Unternehmen noch nicht verstanden zu haben scheint.

Auf der Rückfahrt von Leipzig nach Frankfurt wartete ich auf den ICE, dessen erster Halt aus Dresden kommend, Leipzig war.

Nun gut, die angekündigte Verspätung von ca. einer Stunde beunruhigte mich nicht sonderlich, gehörte das inzwischen schon fast zu einer meiner Standarderfahrungen mit der DB. Dass mir das wieder einmal eine verspätete Ankunft bescheren würde, steckte ich, um meine Nerven zu schonen, als persönliches Pech weg.

Als wir für meine Begriffe etwas langsamer als sonst auf freier Strecke den nächsten kleineren Bahnhof passiert hatten, war man endlich so gnädig, uns über die Ursache der Verspätung und des langsamen Tempos zu informieren.

Der ICE hatte ein Problem mit der Neigetechnik und konnte so aus Sicherheitsgründen, wofür ich ja durchaus Verständnis hatte [wollte ja nicht unbedingt im Graben neben der Schiene landen], teilweise lediglich nur 60 km/h fahren.

Das heisst jedoch im Klartext: Mit jedem Kilometer Fahrstrecke erhöhte sich unsere Verspätung!

Aus der ursprünglich meiner Logik folgenden einen Stunde Verspätung die sich aus der verspäteten Ankunft ergab, wurden so im Laufe der Zeit mehrere Stunden.

Aber viel schlimmer noch: Es gab kein Entrinnen, sprich die Möglichkeit unterwegs noch einmal umzusteigen und eine andere Fahrtroute zu wählen, um die Verspätung trotz Umweges noch geringer zu halten.

Was ich heute immer noch besonders zynisch daran finde ist die Tatsache, dass man bereits auf der Fahrt von Dresden nach Leipzig das Problem kannte.
Es hätte mehrere Möglichkeiten gegeben, dies im Interesse der Fahrgäste zu lösen.

1. Man hätte einen Ersatzzug stellen können, was offensichtlich nicht gelang.

2. Man hätte zumindest am Bahnhof Leipzig die Fahrgäste informieren können, denn dort war noch die Möglichkeit, eine andere Route zu wählen, auf der man zwar auch spät aber nicht soooooo spät angekommen wäre. Das schien seitens der DB leider niemand für notwendig zu halten.

Ich denke, dieses eine Beispiel, das ich für diesen Bericht wähle, spricht für sich. Zu der damaligen Zeit hatte ich mir oft vorgenommen, bitterböse Beschwerdebriefe an die Bahn zu schicken.

Aber ich war leider viel zu oft damit beschäftigt, die für mich durch die vielen grösseren und kleineren Verspätungen der Bahn entstandene Peinlichkeit geplatzter Termine, die dazu noch auf beiden Seiten teilweise nicht unerhebliche Kosten produzierten, bei meinen Kunden wieder auszubügeln.

Tja, ich bin nach wie vor der Meinung, dass das beste Marketingkonzept und die schönsten Werbeprospekte und nettesten TV-Spots nichts nützen, wenn die Corporate Identity nur auf dem Papier existiert und nicht umgesetzt wird.

© chaosdiva

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