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Erfahrungsbericht von Fossibaer2002

Juhu ich bin König, ich habe (m)eine 1. Krone.

Pro:

besser als ne Zahnlücke oder nen oller Zahn im Mund

Kontra:

Wenn die Krone zu kalt oder zu heiss wird, gibt es Schmerzen ohen Ende.

Empfehlung:

Ja

Hallo liebe Freunde, bekannte und unbekannte Leser

Heute berichte ich Euch über meine Krönung.

Alles begann, als ich mal wieder zu einer routinemässigen Untersuchung beim Zahnarzt war. Der gute Mann bot mir einen Platz an und bat mich ihm mal meine Beisserchen zur Schau zu stellen. Er guckte sich mein Gebiss aufmerksam an, murmelte irgendwelche mir unverständliche Formeln, Abkürzungen und Worte und bat mich schliesslich meine grosse Klappe wieder zu schliessen.

Nun setzte er eine ernste Miene auf und erklärte mir, dass er mit meinem Gebiss im Grossen und Ganzen zufrieden sei, dass es aber ein mittelgrosses, nicht weltbewegendes, Problem gäbe. Da sei Links hinten, von ihm aus gesehen rechts hinten, ein Zahn, der zu mehr als 2/3 nur noch aus Füllung bestehen wür- de, und eine weitere Auswechselung der Füllmasse nicht mehr vertretbar sei. Als Alternative bot er mir an mich zum König zu machen. :o)

Jetzt ist es also soweit, dachte ich bei mir, jetzt gehöre ich bald zum grossen Kreis derjenigen, die zwar eine Krone haben, in deren Adern aber weder blaues Blut fliesst und die auch keine Ländereien haben und die auch nicht mit \"Eure Majestät\" angeredet werden.

Der Zahnklempner erklärte mir, wie die ganze Krönungs- zeremonie vor sich gehen würde und fragte mich abschlies- send, ob ich dass wirklich wolle und aus welchem Material die Krone denn sein solle. Zur Auswahl standen Keramik, Irgend so ein Kunstoffzeugs und Gold. \"Nun ja, was ist ein König mit einer Plastik oder Keramik Krone, die muss doch aus Gold sein\", dachte ich bei mir und entschied mich für Edelmetall.

Nun begannen die Vorarbeiten. Der Klempner griff zu seinem Werkzeug, sterilisierte sich die Finger unf nstürlich auch die Ge- räte und Werkzeuge, um für den Fall des schieflaufens der Krö- nungszeremonie keine Fingerabdrücke am Tatort zu hin- terlassen, und legte los. Zuerst bohrte, meisselte und brach er den Füllungsmaterialanteil des Zahnes weg bzw. ab. Dann kam der Rest des Zahns drann bis nur noch der \"Zahnstunpf\" da war. Die Zeremonie ging nicht ohne gejaule meinerseits über die Bühne, denn ich bin zwar aus Überzeugung Indianer (und die kennen je bekanntlich keinen Schmerz, aber irgend- wann ist auch ein Indianer mit seinen Gebten zu Manitou am Ende). Die erste Hälfte der Vorbereitungen war geschafft. Als nächstes bekam ich einen Plastikzahn über den \"Zahnstunpf\" gestülpt und ich musste auf/in eine kaugummiartige Masse beissen, damit ein Gebissabdruck entstand.

Jetzt hiess es warten, die Krone musste angefertigt werden.

Einige Tage später begann dann Teil 2 der Krönugsvorbereitungen.
Ich ging wieder zum Zahnklempner, bekam diesmal nach dem aufreissen meiner grossen Klappe erstmal eine Narkose /örtliche Betäubung verpasst. Der Zahnklempner wollte wohl eine Anzeige wegen Ruhestörung oder sogar ein persönliches Kaffeekränzchen mit den Herren in Grün vermeiden. Nun passte er mir die Krone an, in dem er sie auf einfach auf den \"Zahn- stunpf\" draufsetzte. Nun musste ich die Zähne zusammen beis- sen. Siehe da, die Krone war zu gross, zwischen Ober- und Un- terkiefer entstand ein Spalt. Als nahm der Klempner die Krone wieder vom \"Zahnstunpf\" runter und feilte an dieser herum. Wie- der und wieder wurde probiert, und wieder und wieder musste ich die Zähne zusammen beissen. Ergebnis des ganzen, ich musste nochmals in meinem Terminkalender einen Termin eintragen.

Das 3. Meeting mit meinem Zahnklempner verlief wie folgt:

Zuerst durfte ich wieder die Klappe aufreissen, dann folgte eine erneute Anpassung der Krone. Nach einigen Beissereien und ein paar Schleifarbeiten sass die Krone schliesslich wie ange- gossen. Nun schmierte der Zahnklempner noch eine Art schnell härtenden Ewigmörtel auf die Krone und passte diese zum letzten mal an. Nun war ich also König :o) und konnte nach Hause in mein Reich abdampfen.

Wer aber glaubt, dass damit die Geschichte vorbei ist, der irrt sich. Der grosse Clou kam ja noch, der \"Zahnstunpf\", indem ja die Nerven des Zahnes sind, war und ist ja noch lebendig. Und da die Krone eisig kalt war, bekam ich Zahnschmerzen, die ich meinem ärgsten Feind nicht wünschen würde. Volle 2 Tage hatte ich danach noch Zahnschmerzen. Erst nach diesem Zeitraum \"normalisierte\" sich die Temperatur der Krone; Krone und \"Zahnstunpf\" spielten sich aufeinander ein.

Auch heute kommt es vor, dass ich mir ordentlichen Protest meiner Krone einhandele, wenn ich zB beim Eis essen an meine Krone komme oder den heissen Tee über die linke Wangenseite durch den Mund laufen lasse.

So, ich hoffe ihr habt Euch gut amüsiert, seit jetzt etwas schlauer und ich habe Euch etwas neugierig gemacht, so dass Ihr Euch auch irgendwann mal krönen lassen wollt. :o)

Euer King Fossi

Auch bei Ciao unter dem Nick tätig.

29 Bewertungen, 2 Kommentare

  • farnbauk

    08.07.2005, 01:52 Uhr von farnbauk
    Bewertung: sehr hilfreich

    äh gegrüßt!

  • mami_online

    08.06.2005, 02:32 Uhr von mami_online
    Bewertung: sehr hilfreich

    angenehmes Thema.... Aber gut geschrieben.