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Erfahrungsbericht von NineW

Krankheit Tietze-Syndrom

Pro:

logischerweise nichts

Kontra:

Krankheit zu wenig erforscht ,Schmerzen machen einen irre

Empfehlung:

Nein

Und noch ein Bericht von mir , diesmal dreht es sich um eine Krankheit mit der ich wahrscheinlich mein ganzes Leben lang jetzt zu tun haben werde und die leider Gottes noch zu wenig erforscht ist und keiner weiß ganz genau woher sie kommt und was genau denn das Beste dagegen ist.

Diese Krankheit nennt sich Tietze-Syndrom.

Ungefähr vor 5 Wochen fing es an , ich hätte nie gedacht, dass mich so etwas einmal betreffen könnte , aber wer weiß so etwas auch schon vorher.
Vorausgegangen war eigentlich gar nichts , es war ein ruhiger Sonntag wie jeder andere auch und ich war dabei ins Bett zu gehen .
Plötzlich und zwar ganz plötzlich bekam ich Schmerzen in der linken Seite und zwar in Herznähe.
Es stach und fing an sich auszubreiten über den ganzen Brustbereich und vor allem weil ich Angst hatte es könnte das Herz sein, machte es mich nervös. Außerdem kam es mir vor , als ob auf meiner Brust viele kg lasteten und ich kaum Luft bekam.
Innerhalb von ein paar Minuten brach mein Körper in Panik aus, ich bekam Herzrasen und mir war sehr schwindlig und die Panik wurde immer größer.
Ich riss die Tür zum Balkon auf ,aber es waren nur ein paar Minuten der Besserung ,dann waren die Schmerzen genauso schlimm wieder da.
Mein Partner versuchte mich zu beruhigen ,aber es half nichts ,also rief er einen Krankenwagen und ich kam hier in Berlin ins Wenckebach- Krankenhaus.

Mir wurde dort als erstes Puls gemessen , Ergebnis ,ganz ruhig.
Blutdruck war erhöht aber nicht so hoch das es Grund zur Sorge gab, auch ein EKG ergab nicht wirklich viel, denn alle Ergebnisse waren nicht so dramatisch ,als das es Anlass zur Sorge gegeben hätte.
Es machte mich wahnsinnig und die Ärzte wussten nichts so recht mit mir anzufangen, aber ich musste im Krankenhaus bleiben.

Ich bekam ein leichtes Schmerzmittel und man sagte mir , man würde mich dort behalten um auch ganz sicher zu gehen , dass es nicht das Herz wäre und würde noch einige Untersuchungen mit mir machen wollen .
Ich nahm also hin das ich dort bleiben musste ,auch wenn mir keiner wirklich etwas sagen konnte, außer das schon zu 90 Prozent davon ausgegangen werden konnte es wäre nicht das Herz.

Auch ein Langzeitekg und weitere Blutuntersuchungen und eine Urinprobe erbrachten keine neuen Ergebnisse und bestätigten nur die Annahme , dass es nicht das Herz war, schließlich teilte man mir nach 3 Tagen mit ich hätte Tietze-Syndrom.
Ich konnte damit nichts anfangen, schaute den Arzt nur an und fragte ihn „ Was ist das denn eigentlich ,Wie schlimm ist das, was kann ich dagegen tun und wo kommt das her?“

Er sagte mir ganz offen und ehrlich das dieses Syndrom noch nicht wirklich ganz erforscht sei und keiner so wirklich genau wisse woher es denn eigentlich kommt und was das wirklich Beste dagegen sei ,außerdem erklärte er mir dann noch Folgendes ( Vorsicht ich werfe mit Fachbegriffen um mich ,aber erkläre sie auch auf so verständliches Deutsch , dass jeder weiß was gemeint ist ):
Das Tietze-Syndrom wird auch als Morbus Tietze oder Chondropathia tuberosa bezeichnet.
Dem Tietze-Syndrom(Morbus Tietze) liegen Störungen im Bereich der oberen sternokostalen Übergänge (=Übergänge vom Brustbein zu den Rippen)) zugrunde, hervorgerufen durch synchondrosennahe (= nahe am Knorpelgelenk gelegene) Überlastungs- oder Ermüdungs(mikro)brüche, nicht selten nach einer Thorakotomie (= operative Eröffnung des Brustraumes).

In der Regel geben die Patienten mit Tietze-Syndrom einseitige, unspezifische Brust- und Brustbeinschmerzen an, überwiegend links( was bei mir auch der Fall war) ,die bei Beschwerdezunahme auch in den linken Arm ausstrahlen und dann Herzbeschwerden vortäuschen können. In vielen Fällen besteht bei Patienten mit einem Tietze-Syndrom deshalb in der Vorgeschichte schon häufiger der Verdacht auf Herzinfarkt. Bei rechtsseitiger Beschwerdelokalisation kann es auch zu einer Schmerzausstrahlung in den rechten (Ober-) Arm kommen. Manche Patienten verspüren auch eine Schmerzausstrahlung in die linke Halsseite.

Vegetative Begleiterscheinungen, wie beschleunigter Puls und Hitzegefühl sind nicht selten und der Schmerzcharakter ist oft brennend oder glühend, also ganz im Sinne einer Sympathalgie (= Schmerzen, ausgehend vom vegetativen Nervensystem) bzw. eines Quadrantensyndroms (= vegetative Schmerzen im Bereich eines Körperviertels). Auch dieses betraf mich ja , vor allem erklärte mir das jetzt auch mein Herzrasen .

Beim Quadrantensyndrom folgt die Schmerzausbreitung nicht der segmentaler Ordnung der Nerven sondern mehr dem Verlauf eines größeren Blutgefäßes.
Nicht selten klagen die Patienten auch über Brustbeinschmerzen, z.T. über in den gleichseitigen Halsbereich aufsteigende Beschwerden.
Bei der Untersuchung sind beim Tietze-Syndrom (Chondropathia tuberosa) schmerzseitige Rippenansätze am Brustbein deutlich druckschmerzhaft und erscheinen aufgetrieben. Bei stärkerem Druck können häufig die vom Patient berichteten Beschwerden im Brusttraum ausgelöst werden.
Das ist verdammt schmerzhaft kann ich Euch sagen ,vor allem wenn wie bei mir die Ärzte zwar vorsichtig, aber doch bestimmt den Brustbereich abtasten.
Die Behandlung des Tietze-Syndroms ist einfach und überwiegend erfolgreich:
Therapeutische Lokalanästhesie (= Behandlung mit einem örtlichen Betäubungsmittel)) ( z.B. Bupivacain 0,5%) in Form von wiederholten Infiltrationen (z.B. 2 mal täglich über 10 Tage) der schmerzhaften Rippenansätze am Brustbein (evtl. auch mit Kortikoidzusatz).
Zur Vermeidung einer folgenschweren Verletzung des Mediastinums (= Mittelfellraum, unter dem Brustbein gelegen) empfiehlt es sich, die Kanüle (= Spritzennadel) nicht senkrecht zur Haut einzustechen, sondern stets in einem Winkel von ca. 45 Grad.
Wohltuend empfindet der (schlanke) Patient auch das Auftragen einer anästhesierenden (= betäubenden) Salbe (z.B. EMLA®) oder ASS (bekannt als Aspirin®) in Äther gelöst. Auch kann eine Iontophorese (= Einbringen eines Medikaments durch die Haut mit Hilfe eines elektrischen Stroms) mit z.B. Diclofenac hilfreich sein.

In hartnäckigen Fällen muß die beschriebene therapeutische Lokalanästhesie konsequent 2 mal täglich (auch am Wochenende) durchgeführt werden, was in der Regel allerdings nur unter stationären Bedingungen durchführbar ist.
Als nächst höhere Therapiestufe kommt dann die wiederholte Blockade des Ganglion stellatum (= eine Schaltstelle des unwillkürlichen Nervensystems im seitlichen Halsbereich) in Frage.
Vorübergehend ist auch beim Tietze-Syndrom die Verordnung eines tri- oder tetrazyklischen Antidepressivums (= Mittel zur Behandlung einer Depression) zur Schmerzdistanzierung sinnvoll, ebenso (vorsichtige) gymnastische Übungsbehandlungen zur Verbesserung der Thoraxmobilität (= Beweglichkeit des knöchernen Brustkorbs).

Brustbeinschmerzen können auch vom Knochen selbst ausgehen, so z.B. nach Brustbeinprellungen, -verletzungen oder auch nach einer Thorakotomie (= operative Eröffnung des Brustraumes). Dabei handelt es sich in der Regel um eine unspezifische, aseptische (= nicht von Krankheitserreger verursachte) Knochenhautentzündung.
Sehr hilfreich ist in diesen Fällen die therapeutische Lokalanästhesie (= Behandlung mit einem örtlichen Betäubungsmittel) in Form von wiederholten, großzügigen Infiltrationen des Brustbeinbereiches, wobei aber der Knochen bzw. die Knochenhaut selbst nicht tangiert werden darf, da dies zu zusätzlichen Schmerzreizen führt.
Momentan bekomme ich von dem ganzen erwähnten Sachen Diclofenac , aber in Form vom Tabletten nicht mit Hilfe von elektrischem Strom. Gut ich kann froh sein ,dass es bei mir nicht ganz so schlimm auftritt, trotz alledem ist es nicht einfach. Nur wie es aussieht, muss ich die Tabletten halt für immer einnehmen, da das Tietze-Syndrom immer wieder auftreten kann , oder aber ich bekomme immer Spritzen kurz über dem Po, was a nicht wirklich angenehm ist und b auch nicht so wirklich hilft wie ich feststellen musste.
Ein auch nicht angenehmer Nebeneffekt ist, dass mein Magen nicht so wirklich gut auf die Tabletten reagiert und ich teilweise auch Bauchschmerzen habe, aber ich muss jetzt wieder zu meinem Arzt und soweit er mir sagte gibt es auch noch andere Medikamente, nur ob die genauso gut helfen ist dann die zweite Frage. Allerdings würde ich diese Tabletten auch weiter nehmen ,ich muss ja nur eine nehmen und die Bauchschmerzen treten auch nicht immer auf und solange es mir hilft ist mir alles andere auch egal
Das Schlimmste für mich an der Krankheit ist eigentlich, dass der Körper immer Schmerzsignale aussendet und der Meinung ist man hätte einen Herzinfarkt und der Kopf es dann richten soll und beruhigen und man immer dran denken muss ,es sind zwar Schmerzen da ,aber es ist nicht das Herz, ich bin nicht der Mensch dafür der geduldig ist und vor allem mag ich keine Krankheiten so wie diese , die noch nicht bis ins Detail erforscht worden sind.
Weiterhin stört mich auch die Tatsache , dass es vor allem nachts auftritt und man nicht schlafen kann, aber warum das so ist wissen weder die Ärzte noch ich und auch sonst konnte ich darüber keine Information erhalten.
Es ist schlimm für mich , wenn mir ein Arzt nicht wirklich weiterhelfen kann ,aber Ärzte sind halt auch nur Menschen.
Es wird noch einige Zeit dauern ,bevor sowohl ich als auch mein Partner ,für den es auch nicht einfach ist damit umzugehen , sich daran gewöhnt haben.

Mit diesem Bericht möchte ich natürlich die Menschen über diese Krankheit informieren, zumindest soweit ,ie man es mir erklärt hat und wie ich mich selber darüber informieren konnte.
Ich hoffe und wünsche das keiner ,der diesen Bericht liest selbst vom Tietze-Syndrom betroffen ist.

Allen anderen kann ich nur sagen , man muss halt damit leben auch wenn es wirklich nicht einfach ist und nervt,aber ich für mich persönlich bin froh, dass es wirklich nicht das Herz ist ,dass wäre für mich bedeutend schlimmer.

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