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Erfahrungsbericht von Anke.Braun1

Der Karpfenangler - etwas zum schmunzeln!

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Nein

Mein Heutiger Bericht handelt von einer besonderen Spezies Mensch: dem Karpfenangler im Speziellen und Angler im allgemeinen.

Ein Mann ist seit nunmehr 22 Jahren Angler (Beginn mit 8 Jahren). Als ich ihn kennenlernte machte er gerade eine Angler Pause und ich wusste nicht was mich erwarten würde. Nach einigen Wochen die wir zusammen waren, erwischte ihn durch einen gemeinsamen Freund wieder das Angelfieber und langsam aber sicher fing ich an zu ahnen was da auf mich zukommt.

Anfangs angelte er alles mögliche. Mal brachte er Forellen mit (hauptsächlich Bachforellen aus der Prims), dann mal einen Hecht oder einen Zander. Er ging auch mal auf Äsche, Schleien oder Barsch.

Eines Tages aber angelte er bei Merzig im Saaraltarm und bekam einen Biss auf einen halben Doppelweck. Ich kam gerade hinzu, als er einen 12 Pfund schweren Amur (Graskarpfen) drillte. Er bekam das Grinsen nicht mehr Gesicht und schickte mich nach Hause um die Kamera zu holen. Von da an ging er öfter auf Karpfen und fing auch an selbst Futter herzustellen.

Am Weiher des oben genannten Freundes (Borle666) fing er dann einen 26 Pfund schweren Schuppenkarpfen mit selbst gemachten Boilies. An diesem Tag wurde der Karpfenangler in ihm erweckt.

Der Karpfenangler

Der Karpfenangler ist ein ruhiger, besonnener Mensch, der so oft wie nur möglich am Weiher sitzt. Nur dort findet er die nötige Ruhe, Konzentration und Ausgeglichenheit.
Zu Hause kann er schon mal sehr unkonzentriert, aufbrausend und unruhig sein.

Er kann stundenlang am Weiher sitzen und ruhig warten bis er einen Biss bekommt. Soll er zu Hause aber mal eine halbe Stunde am Stück still sitzen, gelingt ihm das meist nicht.

Der Karpfenangler erzählt ständig von seinen Fängen, jedoch kann er auch über anderes reden als über Karpfen, nämlich über Hechte, Zander, Forellen, Barsche.... ;-)

Sein größtes Hobby neben der Anglerei ist natürlich ein Aquarium, denn er kann es nicht ertragen sich mit etwas anderem als Fischen zu beschäftigen.

Eins gibt es noch wofür er sich sehr interessiert, nämlich die Sehenswürdigkeiten fremder Länder. Sie müssen nur groß, breit, wohlgeformt, tief, voller Wasser und natürlich voller Fische sein.

Das Urlaubsauto wird vom Karpfenangler systematisch beladen. Erst kommen natürlich die Angeln und was dann noch reingeht, darf mit.

Der Karpfenangler besitzt eine neben seinem Karpfengerät noch eine Vielzahl von Ruten & Rollen in verschiedenen Größen und Gewichtsklassen wie z.B. Feederrute, Matchrute, Stipprute, Fliegenrute, Bolognaiserute, Spinnrute und Alroundruten.

Das beste am Karpfenangler ist natürlich seine Leidenschaft für`s Kochen, jedoch nicht wie ihr jetzt vermutet für seine Lieben, nein er kocht für seine Karpfen. In liebevoller Massenanfertigung werden, vorzugsweise in der Küche, Boilies hergestellt 8das sind große oder kleine Futterkugeln in verschiedenen Farben und Düften)

Boilies werden aus massenhaft Eiern, verschiedenen Futtermixen, Farbstoffen und Duftstoffen hergestellt. Ein großer Vorrat dieser Zutaten findet man beim Karpfenangler zu Hause.

Da er seinen Mitmenschen auch was gutes tun möchte, zwingt er jeden dazu an seinen neuerworbenen Duftflaschen zu schnuppern. Das kann ganz witzig sein wenn er mal gnädig ist und dem Besuch Düfte wie Erdbeeraroma, Erdnuss, Scopex (riecht wie Buttervanille), Winter Flavour (sehr süßer Geruch) oder Aprikosenaroma unter die Nase hält.
Hinterhältig wie er ist packt er aber dann auch andere Gerüche aus. Davon sind Fish & Fish, Secret und Indian Spice jedoch noch sehr harmlos. Japanese Squid ist schon mehr als pervers aber der absolute Höhepunkt in seiner Sammlung ist und bleibt Monster Crab!

Monster Crab wird aus Krabben hergestellt und verdient hier eine extra Erwähnung. Bei diesem Teufelszeug ist es nicht mal nötig den Deckel zu öffnen, denn der Gestank tritt auch so heraus. Aber damit würde sich der Karpfenangler nicht zufrieden geben. Er öffnet natürlich die Flasche und hält sie dem Opfer direkt unter die Nase. Ich habe bisher noch niemanden erlebt, dem es nicht auf der Stelle übel wurde. Der Geruch löst einen sofortigen Brechreiz aus.
Selbst wenn die Flasche nochmals in einem verschlossenen Glas untergebracht ist, verbreitet sich der Gestank.
Ich kann schon in jedem Angelgeschäft am Eingang orten, ob es dort Monster Crab gibt.
Ich bin ja nicht kleinlich und ertrage die ganzen Vorräte zur Boilie Herstellung geduldig in meiner Wohnung, aber bei Monster Crab hört die Freundschaft auf. Einmal kurz die Flasche geöffnet und wieder verschlossen, der Geruch bleibt für mindestens eine Stunde.

Die Boilies werden natürlich auf Vorrat angefertigt und müssen eingefroren werden. Dafür eignet sich die 210 Liter Gefriertruhe bestens und so nach und nach verdrängen die Boilies Fleisch, Gemüse, Brot... aus der Truhe.

Ein gutes hat die ganze Sache allerdings. Unsere Tochter kann sich auf ihr wertvolles Erbe freuen. Sie bekommt später einmal einen Super Dicken Ordner voller Rezepte, eine professionelle Boiliespritze, verschieden große Rollbretter und einen Abstellraum voll Ruten und sonstigem Angelmaterial.

Das war es über den Karpfenangler. Aber eigentlich ist er ja ein ganz lieber und über Mangel an Fisch kann sich unsere Familie nicht beklagen. Natürlich kocht er auch mal für uns aber er ist schon was besonderes. Ich hoffe ihr könnt ein wenig schmunzeln über diesen Bericht und nehmt ihn nicht zu ernst, obwohl einige Wahrheiten darin enthalten sind.

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