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Erfahrungsbericht von Indigo

Quo vadis Cultura?

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Nein

Gedanken zu einem gesamtdeutschen Kulturbegriff -

Was meint der Begriff Kultur? Wie kann die Fragestellung nach der Ausrichtung, der Zielsetzung, der Motivation beantwortet werden?. Was ist eine Kulturveranstaltung? Wird Kultur z.B. im Zusammenhang mit monetären Ressourcen gedacht, so werden Aspekte wie Kosten, Nutzen, Sinn und Zweck relevant.

Wenn man Kultur überhaupt veranstalten kann, dann konnte ich an der Kasse einer „politischen“ Kulturveranstaltung die Bemerkung aufschnappen \"Ich nehme hier an der Kultur teil\". Die Aussage einer Parteisoldatin sollte bewirken, daß freier Eintritt gewährt wird, was auch tatsächlich gelang.
Diese Anekdote provoziert wiederum die Frage, aus welchem Grund wohl die Menschen gekommen sind, die den Eintrittspreis gezahlt haben. Das Dilemma liegt m.E. im Kulturbegriff, seiner Genese in Ost und West.

Kultur ist nicht synonym mit Kulturpolitik, ist nicht nur die Umschreibung für Kunstförderung und Subventionen. Kultur ist nicht die deutliche Entscheidung zwischen klassischer Oper und avantgardistischer House music.

Kultur umfaßt die Gesamtheit aller lebensweltlichen Bezüge, Kultur meint Ideen, Vorstellungen und Sachverhalte ebenso wie Lebensstandard und Lebensqualität.



\"Denn Kultur ist das eigentliche Leben. Sie liegt der Politik und Wirtschaft, dem Lokalen und dem Feuilleton zugrunde und verbindet sie. Kultur ist kein Vorbehaltsgut fr Eingeweihte, sie ist vielmehr unser aller Lebensweise. Sie ist folglich auch die Substanz, um die es in der Politik geht.\" ( v. Weizsäcker, R.: Die politische Kraft der Kultur, 1987 ).



Schon in dieser Begriffsfassung wird der schillernde, vieldeutige Charakter des Wortes Kultur angedeutet. Kultur ist demnach nur in Abhängigkeit von soziohistorischen, bildungspolitischen, philosophischen und theoretischen Kontexten verwendungsfähig. Mit anderen Worten: Die Bedeutung von Kultur ist kulturabhängig.

Will man unter Berücksichtigung der Kontextgebundenheit den Kulturbegriff dennoch präzisieren, so kann dies nur durch die Unterscheidung von anderen Begriffen gelingen. Aus soziologischer Blickrichtung tritt vor allem eine ältere, äußere Differenzierung und eine jüngere, innere Differenzierung von Kultur hervor.

Kultur meint zunächst einmal Agrikultur, bearbeitete im Unterschied zur unbearbeiteten Natur. Der lateinische Begriff cultura heißt Ackerbau, während cultus bereits eine sakrale Spezialisierung des profanen Ackerbaus beinhaltet. Schon in der Antike deutet sich hier eine interne Differenzierung in \"höhere\" und \"niedere\" Kultur an, die erst im Kontext des Bildungsbürgertums Ende des 19. Jahrhunderts ihre ganze ideologische Kraft entfaltet, nämlich die Differenzierung von Kultur und Zivilisation.

Diese Unterscheidungen, einmal Kultur und Natur, zum anderen Kultur und Zivilisation, sind fr den deutschsprachigen Raum in der Begriffsbildung von Kultur konstitutiv. Zivilisation wird hier als unausweichliches Schicksal der Kultur interpretiert. ( Im Englischen sind Kultur und Zivilisation z.B. synonym ).

Sigmund Freud ( 1856 - 1939 ) kann exemplarisch fr die Relativierung dieser Differenzierung herangezogen werden. Aus einer kulturkritischen Perspektive definiert Freud die \"menschliche Kultur\" als \"all das, worin sich das menschliche Leben über seine animalischen Bedingungen erhoben hat und worin es sich vom Leben der Tiere unterscheidet\".( Freud, S.: Die Zukunft einer Illusion. In: Ders.: Massenpsychologie und Ich-Analyse. Frankfurt/M. 1967, S. 85 ff ) Jede Kultur muß somit \"auf Zwang und Triebverzicht aufbauen\". ( ebd. S. 87 )

In der Folge treten an die Stelle des Gegensatzes von Kultur und Zivilisation in den Sozialwissenschaften vor allem drei Sorten von internen Differenzierungen:


1. Im Rückgriff auf die marxistische Basis-Überbau-Theorie kommt es zur Unterscheidung von Kultur und Sozialstruktur. Diese eher kulturalistische Perspektive deutet auch Sozialstruktur als primär kulturellen Sinnzusammenhang, wodurch die These von der Konkurrenz zweier Kulturen, einer technisch-wissenschaftlichen und einer humanistisch-gebildeten, Sozialstruktur und Kultur aufeinander bezieht.


2. Im klassenanalytischen Blickwinkel ( Lenin und Gramsci ) kommt es zur Differenzierung von klassen- bzw. schichtspezifischer Subkultur. Klassenkampf wird hier als Kampf um kulturelle Hegemonie und Anerkennung interpretiert. Klassenanalyse der Kultur ist mit der o.g. These von den zwei Kulturen im Gegensatz von profaner und sakraler Kultur verknüpft.


3. Die Differenzierung von Kultur, Gesellschaft und Person ( Durkheim und Parsons ) definiert im Sinne von Habermas ( 1981 ) Kultur als lebensweltlicher Kontext tradierten Wissens, welcher gemeinsam mit Gesellschaft und Persönlichkeit ein empirischer Bestandteil der Lebenswelt ist. Erst dieser Kulturbegriff eröffnet die Chance, die Idee Hegels von einer empirisch verkörperten Vernunft, diesseits der absolutistischen Ansprüche der idealistischen Philosophie, soziologisch zu verteidigen.


Vor dem Hintergrund dieser historischen Begriffsfassung soll nun im Folgenden der Kulturbegriff in seinen aktuelleren Bezügen untersucht werden.

Die gesellschaftlichen Rahmenbedingungen der ehemaligen DDR und der alten Bundesrepublik waren derart unterschiedlich, daß diese Differenzierung auf der Folie einer Kulturbeschreibung notwendig berücksichtigt werden muß. Kultur per Stichtag zu \"vereinheitlichen\" ist ebenso fahrlässig wie die Ignoranz bezüglich der differierenden kulturellen Typen und Vorverständigungen.

In den Jahren 1989/90 entstand durch den Beitritt der DDR zur Bundesrepublik mit dem kurzen Marsch einer politisch kontrollierten Mangelgesellschaft in eine demokratische Überflußgesellschaft der unverhoffte Testfall, inwieweit der rapiden politischen Assimilation die soziokulturelle Annäherung gelingt.


Ob wir von Beitritt, Anschluß oder gar Wiedervereinigung sprechen ist in diesem Kontext wie auch in anderen Zusammenhängen nicht beliebig. \"Beitritt\" wird an dieser Stelle genau deswegen favorisiert, da dieser Begriff die immer noch gegenwärtigen Dissonanzen fr die hier geführte Diskussion am besten unterstützt.

Aus meiner Sicht werden Entwicklungen, die in der alten Bundesrepublik mehrere Jahrzehnte dauerten, nun modifiziert im Zeitraffer noch einmal abgerollt. Diese Entwicklung mit überhöhter Geschwindigkeit erzeugt Streß, Unfälle und letztendlich auch Staus.

Das sogenannte Kollektiv hat gegen den emphatischen Trend zur Erlebnisorientierung inklusive der Konsequenzen auf der individuellen Folie keine Chance.

Der Markt der Erlebnisse ist ebenso unwiderstehlich wie die automatische Neukonstituierung sozialer Milieus, die Konstruktion von Existenzformen, die Durchsetzung einer psychophysischen Semantik und die Entstehung von Szenen.
( vgl. Schulze, G.: Die Erlebnisgesellschaft, Kultur-
Soziologie der Gegenwart, Campus 1992, S. 29 ff.)

Diese Argumente implizieren spontan einen Kulturbegriff, der vorwiegend passiv reagiert und allenfalls notdürftig kompensierend wirkt. Kultur ist jedoch nicht Objekt, wird also nicht nur von oben oder von außen verändert, sondern ist vielmehr Subjekt. Kultur beinhaltet Autonomiebestreben und konstituiert eigenständig gesellschaftliche Perspektiven und Veränderungen auf der individuellen Ebene. Kultur ist aber immer auch kommunikativ, Menschen müssen die Gelegenheit bekommen, sich zu artikulieren. Und genau dies geschieht, wenn es überhaupt geschieht, vorwiegend differenziert in Ost und West.

Metaphorisch ausgedrückt, wird jedoch niemand, der die Gefahren des Meeres scheut, ein anderes Ufer als genau das erreichen, an dem er geboren wurde. Die gesellschaftliche Situation läßt sich treffend mit dem GmbH-Charakter umschreiben. In einer Gesellschaft mit beschränkter Haftung wäre es fahrlässig, jemanden dafür verantwortlich zu machen, daß er so geworden ist, wie er ist.



Jedes Individuum trägt jedoch die alleinige Verantwortung dafür, wenn es so bleibt wie es ist. Wenn in vielen sozialen, politischen oder auch kulturellen Zusammenhängen eine Ursachenkette aufgebaut wird, die die gesellschaftliche Situation in ihren Defiziten beschreiben will, so ist das letzte Kettenglied stets das Individuum, ergo sollte auch am letzten Kettenglied die Überwindung bzw. Veränderung ansetzen und nicht irgendwo in der abstrakten Mitte der Kausalkette.

Willensbildungsprozesse müssen dazu idealtypisch ohne manipulative Aspekte wie Werbung, Prestigekonkurrenz und Leistungszwang ablaufen. Die Herrschaftsaspekte kommunikativer Settings sind jedoch spätenstens mit Habermas benannt.

Schon die Einladung zu einer regionalen Kulturfachtagung in letzter Zeit durch ein Kulturamt verdeutlichte mir einen weiteren Aspekt des Kulturbegriffs - die Dialektik von Kultur und Verwaltung.

Adorno hat schon 1960 die Wechselwirkung von Kultur und Verwaltung treffend formuliert: \"Wer Kultur sagt, sagt auch Verwaltung, ob er will oder nicht.\" ( Adorno, Th.W.: Kultur und Verwaltung, in: Merkur 14/1960, S. 101-121 )

Gerade die deutsche Denktradition unterstellt den beiden Faktoren vielfach kontroverse, ja sogar feindliche Positionen. Grundsätzlich kann das Verhältnis von Kultur und Verwaltung als angespanntes Paradoxon bezeichnet werden.

Eine aufgeklärte Kulturpolitik weicht dieser Spannung jedoch nicht aus, sondern versucht trotz Planung und Verwaltung, die Wirkung und Entfaltung von Kultur zu erhalten.

Verwaltung als Bürokratie ist nach Max Weber ein optimiertes Organisationsprogramm, das entsprechend komplexe Aufgaben funktional im Sinne von Effizienz bewältigt.

Der Faschismus war nicht das letzte Beispiel deutscher Geschichte, wo ein formalisierter Rationalitätsbegriff, reduziert auf die Zweck-Mittel-Relation, die Bewertung bzw. die Beurteilung der Rationalität der Zwecke selbst marginalisiert hat.

In der Konsequenz all dieser Überlegungen wird Kultur respektive Kulturpolitik noch lange die Tagesordnungen als reflektierender Faktor determinieren.
Gerade heute ist es eine zentrale Aufgabe, potentielles \"öffentliches Handeln in die Lage zu versetzen, Freiräume und effektive Rahmenbedingungen fr die Entfaltung und die Kultivierung menschlichen Bewußtseins zu garantieren oder sie dort zu konstituieren, wo Defizite signifikant sind.

In dem Umfang, wie es Kulturverwaltung und Kulturpolitik gelingt, Freiräume fr kulturelle Prozesse zu fördern und zu konstituieren, wird die negative Utopie der verwalteten Welt relativiert.

Kultur in diesem Sinne meint, daß Künste zwar relevant, aber immer nur partikular Kultur konstituieren. Kultur impliziert in der postmodernen, erlebnisorientierten Gesellschaft die umfassende Interaktion menschlicher Beziehungen, den Umgang mit anderen Menschen, mit sich selbst, mit der Natur und der Geschichte.

Wenn diese Interaktionsmodelle nicht funktionieren, so bewirken die formalisierten, organisierten Kommunikationsformen Verdinglichung und Entfremdung. Als gesellschaftliche Indikatoren wären Gewaltbereitschaft, Fremdenfeindlichkeit, Isolation und psychosoziale Verwahrlosung zu nennen.

Die Kultur der sozialen Beziehungen vitalisiert die Kommunikationsanteile, welche wiederum irrationale Herrschaft und Entfremdung relativieren.

Kultur in dieser Begriffsexplikation wird mehr denn je fr die Lösung bzw. Bearbeitung der aktuell anstehenden Probleme eine wesentliche Voraussetzung sein. Die Vitalität der kulturellen Gemeinschaften und die kulturelle Bildung jedes einzelnen Menschen bilden die wesentlichen Facetten eines Intensitätsgrades.

Dieser Mechanismus wirkt generationsübergreifend, je Jünger die Generation, desto eher sind Früchte zu ernten.

Die Zahl der Museen, der Theater, der Bibliotheken und Konzerte definieren noch lange nicht die kulturelle Größe eines Gemeinwesens.


Zweifelsfrei schaffen die Beeskower Burg, das nun vorliegende Kulturjournal, das Gerhard Hauptmann Museum e.t.c. urbanes Ambiente, im Sinne der obigen Begriffsfassung läßt sich jedoch keine gelungen Kulturarbeit im Landkreis Oder-Spree ableiten.

Mit anderen Worten: Fontanes Wanderungen durch die Mark Brandenburg bilden für die meisten Menschen in Brandenburg nicht einmal den Ansatz eines Identitäts-
potentials.

Kulturpolitik zielt unter Berücksichtigung der vorhandenen Ressourcen auf die zielgerichtete Beeinflussung von Erlebnisangeboten und Erlebnisnachfrage. Neben den Kulturproduzenten ( Künstlern ) und Kulturkonsumenten ( Publikum ) gilt auch fr Kulturpolitik das Gütekriterium der Angebotswahrnehmung.

Ein kulturelles Angebot legitimiert sich jedoch nicht nur durch die quantitative Wahrnehmung, sondern aus einer kulturkritischen Perspektive immer auch an der qualitativen Wahrnehmung.

Vordergründig ist die Frage zu stellen, wer kann das jeweilige Kulturprogramm überhaupt wahrnehmen und wer kann dies von vornherein nicht. Diese Fragestellung richtet sich an jene, die Kulturprogramme konstituieren, diejenigen also die mit monetären Ressourcen die Zügel in der Hand halten, Programme zielgerichtet zu steuern.

Eine angemessene Kulturentwicklungsplanung berücksichtigt den Rohstoffcharakter von Kultur in ihren Förderungsmechanismen. Kulturelle, schöpferische Leistungen dürfen nicht nur dann förderungswürdig sein, wenn sie sich am Markt erfolgreich behaupten oder das Prestige des Landkreises vermehren können. Die Kulturautonomie in der Breite muß ebenso gesichert werden wie der wirtschaftliche Faktor.

Der Kultursektor bestritt schon 1989 in den alten Bundesländern ca. 2,3 % der gesamtwirtschaftlichen Bruttowertschöpfung, der Anteil an gesamtwirtschaftlichen Investitionen betrug 1,4 %. ( vgl. Conrad, K.: Kunstindustrie; Aspekte eines besonderen Marktsegments. in: Spektrum der Wissenschaft, 8/1988 S. 33 - 38 )


Aus der Perspektive der neuen Bundesländer verlieren diese Daten zwar schnell ihre euphorischen Gehalte, dennoch besteht das Argument fr zusätzliche Ressourcen auch hier. Gegenteilig läuft Kultur Gefahr, daß sie allzu leicht substituierbar wird, wenn z.B. neue Sportanlagen, gepflegte Parks oder moderne Einkaufspassagen ebenso positive Einkommens- und Beschäftigungseffekte implizieren.

BRD und DDR hatten lange Zeit weder politische noch kulturelle Kommunikationsanteile. Aus der Perspektive der alten Bundesländer galt die DDR lange Zeit als kulturell belanglos.

Wenn ich mich in meiner Sozialisation an Kalten Krieg und Antikommunismus gut erinnern kann, so kann ich mich ebenso gut an eine Phase erinnern, wo beispielsweise DDR-Schriftsteller in bestimmten sozialen Milieus der BRD eher Probleme und brennende Fragen behandelten als ihre Kollegen aus dem Westen.

Das alte DDR-Postulat von den zwei Literaturen und den zwei deutschen Sprachen steht in meiner Sozialisation in Konfrontation zur Biermann-Ausweisung. Heute sind Begriffe wie Sättigungsbeilage und Auslaufventil am Aussterben, der „Rat des Kreises“ begegnet mir jedoch nahezu täglich.

Kultur in der DDR war staatlich-normativ gesetzt und ideologisch überfrachtet ( Anm.d.V.: Ideologie i.S.v. \"notwendig falsches Bewußtsein\" )


Die subkulturellen Milieus sollen jedoch in ihrer Bedeutung im Nachhinein weder reduziert noch überhöht werden. Das wurden sie nach meiner Auffassung in der ehemaligen DDR ebenso wenig.

Gegenwärtig sind wir in einer gesellschaftlichen Phase, wo internalisierte und etablierte Teile des kulturellen Lebens weggebrochen und zerstört sind.


Es mag eine Binsenweisheit sein, daß jeder, der etwas wirklich neues schaffen will, das Alte verdrängen und manchmal gar zerstören muß.

Dieser kulturrevolutionäre Aspekt korrespondiert jedoch gleichzeitig mit der vorhandenen Angst vor der Zerstörung der Kultur. Hier sind nicht nur diejenigen gemeint, die um ihre Pfründe, das sogenannte kulturelle Erbe, bangen, sondern auch diejenigen, die Kultur produzieren fr die Kundschaft von morgen.

Gute Beobachter sprechen von einer Galgenfrist, die uns geblieben ist, die menschliche Kultur überhaupt zu erhalten. Kurzfristiger ist der Aspekt des Kaputtsparens der Kultur, der im Zusammenhang mit der desolaten Situation der \"öffentlichen Haushalte stets als kulturzerstörender Faktor auftaucht.

Wenn Kultur subventioniert, mit \"öffentlichen Mitteln finanziert wird, so geschieht dies meistens unter sozialen und politischen Verwertungskriterien. Argumente, wie das stabilisierende Element und die soziale Infrastruktur dokumentieren diese Kriterien in Bewilligungsbescheiden und Förderrichtlinien.

Kulturförderung muß sich gerade bei begrenzten \"öffentlichen Ressourcen an den konkreten Bedürfnissen und Potentialen von möglichst vielen Menschen orientieren.

Die Lebensweltorientierung der Multiplikatoren von Kulturangeboten hat gegenwärtig sehr geringe Schnittflächen zu der Lebenswelt der Adressaten von Kulturangeboten. In dieser Konsequenz ist häufig circuläre Kommunikation das einzige befriedigende Ergebnis.

Wenn Kulturförderung bzw. Verwaltung diesen Kreislauf durchbrechen will, dann müssen auch Aktivitäten förderungsfähig werden, die a priori nicht mit den oben genannten Verwertungskriterien kompatibel sind.

23 Bewertungen, 2 Kommentare

  • katze35

    23.09.2002, 19:13 Uhr von katze35
    Bewertung: sehr hilfreich

    Wenn ich nächste Woche zwei Tage frei habe, dann lese ich das nochmal. Hat mich jetzt irgendwie erschlagen. gruss Katze

  • rollerfahrer17

    30.05.2002, 20:58 Uhr von rollerfahrer17
    Bewertung: sehr hilfreich

    Ein echt super ausführlicher und informativer Bericht! gruß Rollerfahrer17