Erfahrungsbericht von MarkusDani
K wie Krankenhäuser und Ärzte
Pro:
Das ich jetzt wieder fit bin
Kontra:
Das ganze drumherum, welches ich erfahren mußte
Empfehlung:
Nein
Der Bruch wurde eingegipst und aus dem linken Bein wurden angeblich die Glassplitter von der Windschutzscheibe entfernt. Ich war dann nach 14 Tagen wieder Zuhause. Nach weiteren 14 Tagen bekam ich im linken Bein starke Schmerzen. Mein ehemaliger Hausarzt meinte, daß ich mir dieses nur einbilde. Ich habe natürlich meinem Hausarzt vertraut und habe versucht die Schmerzen zu vergessen. Mein Gips wurde entfernt und wir sind in eine andere Stadt gezogen. Wir hatten nun mittlerweile Februar 1998. Die Schmerzen wurden immer schlimmer und mein linkes Bein wurde dicker. Ich bin dann zur Ambulanz in das Krankenhaus um die Ecke gegangen (Das Bergmannsheil - Fachklinik für plastische Chirugie). Die haben mich sofort eingewiesen und am nächsten Tag wurde ich operiert. Bei der OP kam dann heraus, daß das 1. Krankenhaus einen Glassplitter übersehen hatte. Dieser hatte sich so schlimm entzündet, daß die hälfte des Fleisches am Bein entfernt werden mußte, weil alles abgestorben und vereitert war. Es wurde dann eine Hauttransplatation vorgenommen, damit der Knochen abgedeckt war. Nach einer weiteren Woche hieß es, daß Sie mich nochmal operieren müßten, weil anscheinend der Knochen doch mit entzündet sei. Ich mußte unterschreiben, daß sie warscheinlich mein Bein amputieren müssen. Nach der OP erfuhr ich dann, das die Ärzte mein Bein doch noch retten konnten. Mir wurde noch mehr Fleisch, die Knochenhaut und ein Teil des Knochen rausoperiert. Das Bein wurde aber offen gelassen, damit weitere Entzündungen sofort entdeckt werden konnten.
Dann kam 2 Tage nach der OP die Schwester ganz aufgeregt ins Krankenzimmer und teilte mir voller Freude mit, daß sie per Zufall festgestellt hätten, daß ich Schwanger sei. Ich habe sofort meinen Mann auf der Arbeit angerufen und ihm dieses mitgeteilt. Wir haben uns wahnsinnig gefreut. Wenigstens einen Lichtblick, hatten wir gedacht. Am nächsten Tag, es war ein Samstag, kam der Arzt zu mir ans Bett, Markus saß neben mir, der Arzt meinte, daß er mit uns reden müsse. Man hätte mir nicht mitgeteilt, daß es bei der letzten OP zu Komplikationen gekommen sei. Weil zu diesem Zeitpunkt keiner wußte, das ich Schwanger sei, hätten sie mir nicht Bescheid gegeben. Ich hatte wohl während der OP einen Atemstillstand und die Ärzte hätte mehrere Minuten gebraucht um mich wieder zu beatmen. Der Arzt meinte, daß unser ungeborenes Baby ca. 4 Minuten keinen Sauerstoff bekommen hätte und dann wäre ja da auch noch die eigentliche OP, die Vollnarkose und die ganzen Medikamente und zusätzlich noch, daß Sie mich ja noch mehrmals operieren müßten.
Der Arzt meinte, daß wir einen Abbruch vornehmen lassen sollten, weil wir zu 90 % ein schwerbehindertes Kind hätten. Wir wollten aber keinen Abbruch machen lassen.
Sämtliche nachfolgende OP´s wurden dann nur noch mit örtlicher Betäubung ausgeführt, aber trotzdem hatte ich dann Ende des 4. Schwangerschaftsmonates schwere Blutungen und ich mußte vorübergehend in eine andere Klinik, weil das Bergmannsheil keine Gynokologie hatte.
Ich habe dann dort unser Baby verloren und wurde wieder zurück ins Bergmannsheil gebracht. Ich wurde dann dort insgesamt 8 Mal am Bein operiert. Es wurden Gewebeverpflanzungen und Hauttransplatationen vorgenommen. Damit ich irgendwann wieder richtig laufen kann und mein Bein auch wieder optisch wie ein Bein aussieht. Es hat 2 Jahre gedauert, bis ich wieder richtig laufen konnte. Die Ärzte sagten mir, bis die Gewebeverpflanzungen richtig am Knochen angegangen sind, vergehen 5 Jahre. Ich durfte mich nicht stoßen, mein Bein nicht belasten, weil sonst alles wieder hätte wegplatzen könnte.
Schlimm hatte mich auch getroffen, daß ich in dieser schweren Zeit so stark zugenommen hatte. Teilweise durch Kortison und teilweise, weil ich aus Frust gefressen habe.
Ich wollte Euch eigentlich hiermit einen Denkanstoß geben, daß man sich immer bei mehreren Ärzten rat holen sollte. Vertraut niemals nur einem Arzt. Ich war auch schon über 10 Jahre bei meinem Hausarzt und habe gedacht, daß ich ihm trauen könnte. Wäre ich sofort zu einem anderen Arzt gegangen, wäre es nie soweit gekommen.
Hätte ich heute nochmal einen Unfall, würde ich alles dran setzen, daß ich wieder ins Bergmannsheil komme. Für Knochen und plastische Chirugie ist dieses das beste Krankenhaus, welches ich kenne.
Ich kann jetzt mittlerweile wieder vollkommen normal laufen, aber nicht allzu lange. So ca. 4 Stunden, weil ich danach die Schmerzen nicht mehr aushalte. Ich gehe jetzt auch endlich wieder 35 Stunden die Woche im Büro arbeiten.
Der Einstieg ins normale Leben ist wieder geschafft.
Also denkt dran, habt Ihr mal Probleme und Euer Arzt meint, ach da ist ja nichts, geht auf jeden Fall zu einem anderen Arzt.
Sonst habt Ihr hinterher solche Probleme wie ich.
15 Bewertungen, 4 Kommentare
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11.06.2002, 18:36 Uhr von ClaudiaRetzmann
Bewertung: sehr hilfreichDa hast du eine Menge mitmachen müssen, und das nur weil einer dieser tollen Halbgötter in Weiß sich geirrt hat. Ich weiß nicht alle Ärzte sind so, aber viele fühlen sich doch wirklich wie Gott in Person, wagt man es ihre Di
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14.05.2002, 17:32 Uhr von Andreas68
Bewertung: sehr hilfreichBeim Lesen war ich zunächst niedergeschmettert Ich bin froh, dass Ihr Euch zum Schluss erholt habt, wünsche Euch von Herzen ein gesundes Kind u. hoffe, dass Euer Bein vollständig heilt u. gesund aussieht!
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29.04.2002, 20:05 Uhr von uteker
Bewertung: sehr hilfreichEs war sehr interessant, deine Erfahrungen zu lesen. Ich wünsche dir, dass du bald schmerzlos und ohne große Probleme den Leben meistern wirst. Du schaffst es. Viele, liebe Grüße von Ute
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29.04.2002, 20:05 Uhr von wcwberlyn
Bewertung: sehr hilfreichIst ja echt krass, was das passiert ist - ich habe auch kein rechtes Vertrauen in die "Götter in Weiß". Zum Glück mußte ich noch nicht unters Messer, aber man weiß ja nie !




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