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Erfahrungsbericht von streitline

Der Kuss - eine atemberaubende Angelegenheit

Pro:

Der Spaßfaktor

Kontra:

Tröpfcheninfektion möglich

Empfehlung:

Nein

Warum küsst der Mensch? Auch hierauf suchen Wissenschaftler nach Antworten. Und sie sind – man glaubt es kaum – zu unterschiedlichen Ansichten gekommen.

So meinen Verhaltensforscher, die Mund-zu-Mund-Fütterung sei der Ursprung des Küssens. Mütter haben früher die Babynahrung vorgekaut und ihrem Kind dann von Mund zu Mund gefüttert. Ist heute bei uns wohl eher undenkbar.

Wissenschaftliche Bezüge werden auch zur Steinzeit hergestellt. Da sollen Höhlenmenschen die schweißfeuchten Wangen und Lippen ihrer Mitmenschen abgeleckt haben, um so ihren Bedarf an Salz zu decken.

Und die Meinungen von Altvater Sigmund Freud und seine Psychologenkollegen dürfen auch nicht fehlen. Sie meinen, das Saugen an der Mutterbrust verschaffe einem Baby so viel Lust und Befriedigung, dass seine Lippen zu einer erogenen Zone werden.

Welche Risiken birgt ein Kuss? – Auch hier streiten die Experten:
Mit dem Hinweis auf die im Mund befindlichen 40.000 Bakterien verkürzt ein heißer Kuss das Leben um drei Minuten, so meinen die einen. Hinzu kommt noch der Stressfaktor Aufregung. Demnach müssten Menschen, die küssen und Raucher sind, besonders kurz leben. Gesichert Erkenntnisse konnte ich hierzu bislang noch nicht finden.
So vertreten andere die Ansicht, dass Küssen verjüngt. Der Kreislauf kommt in Schwung und die Zellen werden mit Sauerstoff versorgt. Man muss fünfmal so oft nach Luft schnappen als sonst. 29 Muskeln sind aktiv, das Herz klopft doppelt so schnell, die Nebenniere setzt Adrenalin frei und die Bauchspeicheldrüse produziert Insulin. Demzufolge ist Küssen wohl die beste Verjüngenskur.

Der Kuss als Merchandising-Produkt:

Wir finden ihn überall ...
... von geschmackvoll bis geschmacklos, laut, leise, sanft, heftig, zart, hart, seidig, samtig, schmatzend, verschlingend, angedeutet, lang und kurz ...

... und in vielen Darstellungsformen ...
... in Märchen und Sagen, im Radio, im TV, Schokoladenküsse (sind die dick Mann), in der Literatur, in Zeitschriften, als Aufmacher für die Boulevardpresse, als Popgruppe (KISS), auf Postkarten, als Skulpturen, in der Malerei, als Lippenstiftklecks auf einem Spiegel ... u.v.m.

Im Märchen macht Wilhelm Buschs Kätchen ihrer Schwester vor, wie man einen Frosch zum Prinzen küsst. Einer der seltenen (überlieferten) Fälle, in denen die Sache gelingt.

Welcher Mann hat nicht zu Zeiten Marilyn Monroes davon geträumt, von selbiger geküsst zu werden? Heute dürfen es Keily Menouge u.a. sein – hoffentlich auch die eigene Frau.

Wendelin – die Elefantendame bei Wim Thoelke – verknotete eigens ihren Rüssel, um einen geräuschvollen Schmatzer zu verteilen.

Wussten Sie, das Rodins weltberühmte Skulptur „Der Kuss“ in Tokio noch in den 20er Jahren hinter einem Bambusvorhang versteckt werden musste? – Schwer vorzustellen in einer Zeit, in der wie freizügig und ungezwungen leben können.

1896 wurde in Los Angeles der erste Filmkuss in einem Stummfilm gezeigt. Empörung machte sich unter den Kritikern breit. Heutzutage geht nur noch ein leise Aufschrei durch die Gemeinde, wenn sog. Snuff-Filme gezeigt bzw. vertrieben werden, bei der ein Mensch während des Liebesaktes getötet wird und ein anderer das filmt. [Ohne weiteren Kommentar, das würde den Rahmen sprengen und dem schönen Thema einen bitteren Beigeschmack verleichen.]

Der Kuss bei anderen Völkern:

Hielten die Chinesen das Küssen für einen barbarischen Akt, so fehlte den Japanern lange ein Wort für den Kuss. Meines Wissens ist das verbale Problem gelöst. In Unkenntnis der japanischen Sprache kann ich hierauf leider nicht näher eingehen. Und noch heute ziehen es Lappen und Eskimos vor, die Nasen aneinander zu reiben. Vermutlich würden Sie aufgrund der großen Kälte sonst auch mit den Lippen aneinander kleben bleiben. Andere Länder, andere Sitten – und die respektiere ich.

Kuss-Statistik:

Über 90 Prozent der Frauen schließen beim Küssen die Augen. Aber nur jeder zweite Mann macht das auch. Liegt es daran, dass Männer nichts so innig küssen? Oder wollen sie im Gegenteil die Sache auch noch richtig genießen können? – Wir sollten eine neue aktive Umfrage starten ...

Wann war Ihr erster Kuss? Vor dem 18. Lebensjahr? Knapp 80 Prozent der Frauen machten diese Erfahrung vor den Volljährigkeit. Männer lassen sich durchschnittlich noch ein Jahr mehr Zeit.

Zwischen 19 und 22 Uhr finden die meiste Küsse statt. Vermutlich haben die Menschen dann mehr Muße als in den Morgenstunden, wo in der Regel die Pflicht ruft und die Zeit im Nacken sitzt.

Wie viel Zeit widmen Sie noch einem Kuss? Ein, zwei, drei oder gar 10 Sekunden? Je länger desto größer die Annahme, dass sie in die Person, die sie gerade küssen, verliebt sind. Bedenklich stimmt mich, dass verheiratete Menschen nur noch eine Sekunde küssen.

Genießen Sie noch jeden Kuss?

In diesem Sinne
besinnen Sie sich ... carpe diem!

© streitline für ciao 06.11.2002
© streitline für yopi 19.05.2003

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