Minority Report (VHS) Testbericht
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Auf yopi.de gelistet seit 10/2004
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Erfahrungsbericht von Nietzsche
Im Wettlauf mit der Zukunft
Pro:
-
Kontra:
-
Empfehlung:
Ja
Nicht zum ersten Mal wurde für eine Filmstory eine Kurzgeschichte von Philip K. Dick als Vorlage genommen. Bei „Blade Runner“ war dies z.B. der Fall. Die Kurzgeschichte dazu hieß: „Träumen Roboter von elektrischen Schafen?“. Doch auch bei „Minority Report“ war dies der Fall. Wie die passende Kurzgeschichte dazu heißt weiß ich leider nicht, lasse mich diesbezüglich jedoch gerne belehren.
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Story:
°°°°°
New York im Jahre 2054. Seit 6 Jahren ist kein Mord mehr geschehen. Dafür sorgt ein neues System: Pre-Crime. Mit Hilfe von drei sogenannten Pre-Cogs werden die Morde verhindert, bevor sie passieren. Die Pre-Cogs sind in der Lage Morde in Visionen vorherzusehen, wodurch es möglich ist die Mörder zu verhaften, bevor sie den Mord begangen haben.
John Anderton (Tom Cruise) arbeitet bei dieser Verbrechensbekämpfung an oberster Stelle mit. Er glaubt an das System und auch daran, daß es perfekt ist. Doch bald stößt er auf Ungereimtheiten: Scheinbar ist eine Aufzeichnung des weiblichen Pre-Cogs Agatha (Samantha Morton) verschwunden. Bald darauf geschieht etwas für ihn unerwartetes: Er sieht sich selbst, in einer Vision der Pre-Cogs, einen Menschen töten, der ihm jedoch gänzlich unbekannt ist. Der Mord soll in 36 Stunden geschehen und John ist ab sofort auf der Flucht, um seiner eigenen Festnahme zu entgehen und herauszufinden, wie es zu dieser Vision kommen konnte. Entspricht sie der Wahrheit? Wurden die Daten gefälscht?
Seine Flucht gestaltet sich schwierig, werden doch überall in der Stadt alle Menschen per Netzhaut-Scan identifiziert und auch John kann sich dieser Kontrolle nicht entziehen.
Bald schon scheint sich sein Verdacht zu bestätigen, daß er Opfer einer Intrige wurde und noch eines wird klar: Die Lösung des Rätsels scheint in dem Pre-Cog Agatha versteckt zu sein. Also bleibt ihm nur eine Möglichkeit: Er muß Agatha entführen... .
------------------------------------------------------
Meine Meinung:
°°°°°°°°°°°°°
Minority Report läuft glatte 145 Minuten. Das ist wahrlich lang – selbst für heutige Kinoverhältnisse. Erstaunlich dabei ist jedoch, daß man dies während des Filmes nicht mitbekommt. Anders ausgedrückt: Der Film ist ungemein kurzweilig und spannend von Anfang bis zum Ende.
Dennoch wird man hier nicht mit purer Action zugeschaufelt. Action ist zwar auch ein Bestandteil, doch hier steht vielmehr die Story des Filmes im Vordergrund. Tatsächlich ist die Story ungemein interessant und bietet auch über den Film hinaus viele Denkansätze, die weitergesponnen werden können. Zunächst jedoch zu den im Film angesprochenen Problemen: Pre-Crime basiert darauf, daß es Morde verhindert, weil die Täter vor der Tat verhaftet werden. Dies wirft unweigerlich moralische Bedenken auf:
Zum einen ist es fraglich, ob das System wirklich 100%tig Recht hat. Was wäre, wenn sich die Pre-Cogs in einer Vision irrten und somit Unschuldige verhaftet werden würden? Dürfte man diese Handlung dadurch rechtfertigen, daß trotz einiger Fehler großer Schaden – also viele Morde – vermieden werden?
Es ist auch fraglich, ob wirklich jeder zu Recht gesehene Mord im nachhinein auch tatsächlich ausgeführt werden würde. Das System setzt voraus, daß die Menschen stark determiniert sind, also keinen freien Willen haben. Somit funktioniert dieses System aber nur auf der deterministischen Grundlage fehlerlos. Im Film selbst wird dieser Determinismus später ja auch dadurch aufgeweicht, daß ein Mensch doch die Möglichkeit der freien Entscheidung hat – nämlich dann, wenn er über das Wissen verfügt, daß er jemanden töten wird.
Moralisch bedenklich wäre auch die Tatsache drei Menschen als Pre-Cogs zu „mißbrauchen“, ohne sie danach gefragt zu haben, ob sie diese Aufgabe tatsächlich übernehmen wollen. Hier würde wiederum ein utilitaristisches Argument dafür sprechen: Drei für das Leben all derer zu opfern, die so nicht getötet werden.
Interessant ist auch die Zukunftsversion, die im Film bezüglich der Werbung gezeigt wird. Jeder Mensch bekommt auf seinem weg durch die Straßen, zu Hause oder auch sonst überall nur die Werbung zu sehen, die speziell auf ihn zugeschnitten ist. Per Netzhaut-Scan wird ja jeder Mensch ständig identifiziert – wie oben bereits beschrieben.
So weit weg scheint diese Version nicht, bedenkt man, daß dies heute auch schon so ähnlich abläuft. (Mir wurde folgendes erzählt. Ich kann also nicht dafür garantieren, daß es tatsächlich der Wahrheit entspricht, da ich es bisher nicht verifizieren konnte. Auch diesbezüglich lasse ich mich gerne belehren, wenn jemand etwas genaues dazu weiß) Tatsache ist, daß ein großer Teil der Software, die wir uns aus dem Internet herunterladen, sogenannte Spy-Programme enthält. Dies sind Programme, die aufzeichnen, auf welchen Internetseiten wir surfen und was wir uns wie lange dort ansehen. Diese Daten werden dann – von uns unbemerkt – an den Hersteller der Spy-Programme gesendet. Nun tritt angeblich folgendes ein: Aufgrund der erhaltenen und ausgewerteten Daten wird nun dem User auf Internetseiten Werbung gezeigt, die auf ihn persönlich zugeschnitten ist. So weit weg wäre das vom Film dann nicht ehr, wie mir scheint... .
------------------------------------------------------
Fazit:
*****
Minority Report ist ein ungemein spannender Film, bei dem die Überlänge wahrlich nicht spürbar wird. Dem Film liegt eine interessante Story zu Grunde, die es sich lohnt zu Gemüte zu führen und über die man noch eine Weile nachdenken kann.
Für amerikanische Verhältnisse hat man sich hier sogar mit sentimentalen Szenen zurück gehalten. Einzig ein paar wenige Szenen, die – wie ich finde – überflüssige Lacher auslösen sollen, hätte man glatt weglassen können. Auch das Ende ist ein wenig zu sehr „Friede, Freude, Eierkuchen“, doch das läßt sich der Amerikaner dann doch nicht nehmen.
Für mich ist der Film einer der interessantesten und spannendsten der letzten Zeit und ich rate nur: Reingehen!
~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~
USA 2001
Länge: 145 Minuten
Darsteller: Tom Cruise (John Anderton), Max von Sydow (Lamar Burgess), Steve Harris (Jad), Colin Farrell (Detective Danny Witwer), Samantha Morton (Agatha), Lois Smith (Dr. Iris Hineman), Peter Stormare (Dr. Solomon), Tim Blake Nelson (Gideon), Kathryn Morris (Lara Anderton), Richard Coca (Pre-Crime Cop)
Regie: Steven Spielberg
Stab:
Produzenten: Jan de Bont, Bonnie Curtis, Gerald R. Molen, Walter F. Parkes
Drehbuch: Scott Frank, Jon Cohen
Musik: John Williams
Kamera: Janusz Kaminski
Ausstattung: Anne Kuljian
Schnitt: Michael Kahn
Kostüme: Deborah Lynn Scott
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Story:
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New York im Jahre 2054. Seit 6 Jahren ist kein Mord mehr geschehen. Dafür sorgt ein neues System: Pre-Crime. Mit Hilfe von drei sogenannten Pre-Cogs werden die Morde verhindert, bevor sie passieren. Die Pre-Cogs sind in der Lage Morde in Visionen vorherzusehen, wodurch es möglich ist die Mörder zu verhaften, bevor sie den Mord begangen haben.
John Anderton (Tom Cruise) arbeitet bei dieser Verbrechensbekämpfung an oberster Stelle mit. Er glaubt an das System und auch daran, daß es perfekt ist. Doch bald stößt er auf Ungereimtheiten: Scheinbar ist eine Aufzeichnung des weiblichen Pre-Cogs Agatha (Samantha Morton) verschwunden. Bald darauf geschieht etwas für ihn unerwartetes: Er sieht sich selbst, in einer Vision der Pre-Cogs, einen Menschen töten, der ihm jedoch gänzlich unbekannt ist. Der Mord soll in 36 Stunden geschehen und John ist ab sofort auf der Flucht, um seiner eigenen Festnahme zu entgehen und herauszufinden, wie es zu dieser Vision kommen konnte. Entspricht sie der Wahrheit? Wurden die Daten gefälscht?
Seine Flucht gestaltet sich schwierig, werden doch überall in der Stadt alle Menschen per Netzhaut-Scan identifiziert und auch John kann sich dieser Kontrolle nicht entziehen.
Bald schon scheint sich sein Verdacht zu bestätigen, daß er Opfer einer Intrige wurde und noch eines wird klar: Die Lösung des Rätsels scheint in dem Pre-Cog Agatha versteckt zu sein. Also bleibt ihm nur eine Möglichkeit: Er muß Agatha entführen... .
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Meine Meinung:
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Minority Report läuft glatte 145 Minuten. Das ist wahrlich lang – selbst für heutige Kinoverhältnisse. Erstaunlich dabei ist jedoch, daß man dies während des Filmes nicht mitbekommt. Anders ausgedrückt: Der Film ist ungemein kurzweilig und spannend von Anfang bis zum Ende.
Dennoch wird man hier nicht mit purer Action zugeschaufelt. Action ist zwar auch ein Bestandteil, doch hier steht vielmehr die Story des Filmes im Vordergrund. Tatsächlich ist die Story ungemein interessant und bietet auch über den Film hinaus viele Denkansätze, die weitergesponnen werden können. Zunächst jedoch zu den im Film angesprochenen Problemen: Pre-Crime basiert darauf, daß es Morde verhindert, weil die Täter vor der Tat verhaftet werden. Dies wirft unweigerlich moralische Bedenken auf:
Zum einen ist es fraglich, ob das System wirklich 100%tig Recht hat. Was wäre, wenn sich die Pre-Cogs in einer Vision irrten und somit Unschuldige verhaftet werden würden? Dürfte man diese Handlung dadurch rechtfertigen, daß trotz einiger Fehler großer Schaden – also viele Morde – vermieden werden?
Es ist auch fraglich, ob wirklich jeder zu Recht gesehene Mord im nachhinein auch tatsächlich ausgeführt werden würde. Das System setzt voraus, daß die Menschen stark determiniert sind, also keinen freien Willen haben. Somit funktioniert dieses System aber nur auf der deterministischen Grundlage fehlerlos. Im Film selbst wird dieser Determinismus später ja auch dadurch aufgeweicht, daß ein Mensch doch die Möglichkeit der freien Entscheidung hat – nämlich dann, wenn er über das Wissen verfügt, daß er jemanden töten wird.
Moralisch bedenklich wäre auch die Tatsache drei Menschen als Pre-Cogs zu „mißbrauchen“, ohne sie danach gefragt zu haben, ob sie diese Aufgabe tatsächlich übernehmen wollen. Hier würde wiederum ein utilitaristisches Argument dafür sprechen: Drei für das Leben all derer zu opfern, die so nicht getötet werden.
Interessant ist auch die Zukunftsversion, die im Film bezüglich der Werbung gezeigt wird. Jeder Mensch bekommt auf seinem weg durch die Straßen, zu Hause oder auch sonst überall nur die Werbung zu sehen, die speziell auf ihn zugeschnitten ist. Per Netzhaut-Scan wird ja jeder Mensch ständig identifiziert – wie oben bereits beschrieben.
So weit weg scheint diese Version nicht, bedenkt man, daß dies heute auch schon so ähnlich abläuft. (Mir wurde folgendes erzählt. Ich kann also nicht dafür garantieren, daß es tatsächlich der Wahrheit entspricht, da ich es bisher nicht verifizieren konnte. Auch diesbezüglich lasse ich mich gerne belehren, wenn jemand etwas genaues dazu weiß) Tatsache ist, daß ein großer Teil der Software, die wir uns aus dem Internet herunterladen, sogenannte Spy-Programme enthält. Dies sind Programme, die aufzeichnen, auf welchen Internetseiten wir surfen und was wir uns wie lange dort ansehen. Diese Daten werden dann – von uns unbemerkt – an den Hersteller der Spy-Programme gesendet. Nun tritt angeblich folgendes ein: Aufgrund der erhaltenen und ausgewerteten Daten wird nun dem User auf Internetseiten Werbung gezeigt, die auf ihn persönlich zugeschnitten ist. So weit weg wäre das vom Film dann nicht ehr, wie mir scheint... .
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Fazit:
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Minority Report ist ein ungemein spannender Film, bei dem die Überlänge wahrlich nicht spürbar wird. Dem Film liegt eine interessante Story zu Grunde, die es sich lohnt zu Gemüte zu führen und über die man noch eine Weile nachdenken kann.
Für amerikanische Verhältnisse hat man sich hier sogar mit sentimentalen Szenen zurück gehalten. Einzig ein paar wenige Szenen, die – wie ich finde – überflüssige Lacher auslösen sollen, hätte man glatt weglassen können. Auch das Ende ist ein wenig zu sehr „Friede, Freude, Eierkuchen“, doch das läßt sich der Amerikaner dann doch nicht nehmen.
Für mich ist der Film einer der interessantesten und spannendsten der letzten Zeit und ich rate nur: Reingehen!
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USA 2001
Länge: 145 Minuten
Darsteller: Tom Cruise (John Anderton), Max von Sydow (Lamar Burgess), Steve Harris (Jad), Colin Farrell (Detective Danny Witwer), Samantha Morton (Agatha), Lois Smith (Dr. Iris Hineman), Peter Stormare (Dr. Solomon), Tim Blake Nelson (Gideon), Kathryn Morris (Lara Anderton), Richard Coca (Pre-Crime Cop)
Regie: Steven Spielberg
Stab:
Produzenten: Jan de Bont, Bonnie Curtis, Gerald R. Molen, Walter F. Parkes
Drehbuch: Scott Frank, Jon Cohen
Musik: John Williams
Kamera: Janusz Kaminski
Ausstattung: Anne Kuljian
Schnitt: Michael Kahn
Kostüme: Deborah Lynn Scott
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