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Oklahoma
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Platz 1 in der Kategorie "Oklahoma".
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Oklahoma gebraucht & neu

Oklahoma Test, Erfahrungen und Testberichte vom Verbraucher

XxLolaxX

The Sooner State

ein Testbericht von 2002-06-10 15:26:52 vom 10.06.2002
Empfehlung: ja
Mit einem etwas mulmigen Gefühl stieg ich in das Flugzeug, nahm meinen Platz am Fenster ein, verstaute mein Handgepäck und lehnte mich erst mal zurück. Ich atmete einmal tief durch und nutzte die Zeit des Fluges Richtung Frankfurt dafür, mir etwas Gedanken über das, was mich erwartet, zu machen. Sechs Wochen Amerika – mehr als 42 Tage in den United States. Davon 1 Monat in Oklahoma City. Ich hatte mir zwar schon einige Reiseführer angeschaut und mich bei meiner Freundin, mit der ich auf diese abenteuerliche Reise gehe und die schon einmal dort war, über die Gegend erkundigt. Aber was kam jetzt auf mich zu? Ich war wirklich schon gespannt, in meinem Kopf spukte eine Vorstellung von einer amerikanischen Wild-West-Stadt wie aus dem Film herum... Als ich dann schließlich in Frankfurt in den Flieger nach Chicago stieg, freute ich mich einfach nur noch und war voller Erwartungen....

Am Will Rogers Airport Oklahoma City (OKC) betrat ich also zum ersten Mal den Boden Oklahomas. Nach einer freundlichen Begrüßung durch den Onkel meiner Freundin Christina, bei dem wir die paar Wochen wohnen sollten holten wir also unser Gepäck und stiegen in das ältere Modell eines Lincoln-Town-Cars, welches mich stark an die amerikanischen Straßenkreuzer erinnerte. Heinz, Christinas Onkel, kurvte mit uns durch die halbe Stadt und ich konnte meine ersten Eindrücke gewinnen. Ich war das erste Mal in den Staaten und war einfach total hingerissen – als wir über den Highway fuhren hab ich mich in einen amerikanischen Film hineinversetzt gefühlt – die Autos, die Landschaft, die Häuser... einfach genial. Vor mir lagen nun also 4 wundervolle Wochen Oklahoma....

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Oklahoma liegt im Südwesten der USA und zählt zu den Great-Plains-Staaten. An den Staat grenzen wiederum im Süden Texas, im Osten Arkansas und Missouri, im Norden finden wir Kansas und im Nordwesten Colorado, im Westen New Mexico. Die Fläche Oklahomas aus der Vogelperspektive betrachtet sieht einem Beil ziemlich ähnlich – was OK auf einer Landkarte unverkennbar macht. In dem gesamten Gebiet des Staates leben 3,258,000 Menschen, was Oklahoma in der Liste der meistbevölkerten Staaten in den USA auf Rang 27 landen lässt. Die größten Städte sind Oklahoma City (auch Hauptstadt Oklahomas) mit 0,5 Mio. Einwohnern und Tulsa mit 0,4 Mio. Einwohnern. Dann folgen Norman (87000 Einwohner) und Lawton (86000 Einwohner). Der Staat hat eine Gesamtfläche von 70 000 square miles.
Der höchste Punkt Oklahomas liegt 4973 feet über dem Meeresspiegel (Black Mesa), der tiefste Punkt liegt bei 287 feet.

Landschaftlich gesehen ähnelt Oklahoma einer Prärie – fast wie in den Wild-West-Filmen. Das ehemalige Indianerland besteht aber zu 24 % aus Wäldern und es gibt im Süden vier Gebirgsbereiche (der bekannteste ist wohl der der Wichita Mountains). Der Rest des Staates ist hauptsächlich von freiem Weidegebiet geprägt (Rinderzucht) – endlose Fläche Roter Erde.

Oklahoma ist also wie gesagt ehemaliges Indianerland. Eine alte Sage besagt, dass die Rote Erde von den vielen Toten im Kampf zwischen Indianern und den weißen Siedlern herrührt – das Blut der Indianer ist in die Erde gesickert und für alle Zeiten ist die Erde nun rot. Ob das so stimmt, kann man sicher anzweifeln ;) Trotzdem ist es eine Tatsache, dass vor nicht allzu langer Zeit dieses Gebiet lediglich von Indianern bevölkert wurde – bis dann das Gebiet zur Besiedlung freigegeben wurde und innerhalb von wenigen Stunden 10 000 Siedler ihre Zelte aufgeschlagen hatten. Über die blutigen Auseinandersetzungen zwischen den Indianern und den Siedlern im Südwesten der USA kann man noch heute in der National Cowboy Hall of Fame und im Western Heritage Center mehr erfahren. An den traurigen Trail of Tears erinnert heute noch vieles in Oklahoma. Heute leben dort mehr als 252 000 „amerikanische Indianer“ die 67 verschiedenen Stämmen angehörten/angehören. Das macht etwa 8 % der Bevölkerung aus. In Tulsa und Oklahoma City leben jeweils etwa über 45 000 von ihnen. Die Zustände, die in Indianer-Reservationen herrschen, sollte man sich selbst einmal ansehen – ich selbst kann nur von einem Reservations-Gebiet in Arizona berichten, das ich gesehen habe: Hier leben die Indianer unter schlechtesten Bedingungen (Bruchbuden, schlechte Ausbildungsmöglichkeiten, Arbeitslosigkeit usw.)auf dem Land, auf das sie damals abgeschoben wurden und das das unfruchtbarste und unbrauchbarste Land im ganzen Staatsgebiet ist.

1928 stellte sich heraus, dass die durch die Rinderzucht aufblühende Stadt Oklahoma City (der Name kommt ursprünglich von einem indianischen Wort, das darauf hinweist, das dies das Gebiet des „Roten Mannes“ ist) buchstäblich auf einem See aus Öl stand. „Unterirdisch gesegnet“ war OKC, und noch heute sieht man auf dem gesamten Staatsgebiet, aber besonders dort, viele Ölpumpen, von denen so einige noch heute regelmäßig mit den Köpfen nicken und der Erde diesen Schatz entnehmen.

Insgesamt muss man sich in den Prärien, wozu wohl auch Oklahoma zählt, auf Leere einstellen. Bis auf die größeren Städte wie Tulsa und OKC findet man hauptsächliche weite Landschaften wo man nur hin und wieder in kleinen Dörfern und Städtchen die eine oder andere Menschenseele antrifft. Auf alten Karten wurde dieser Teil des Landes noch als „Great American Desert“ bezeichnet. Nördlich von Oklahoma (z.B. Kansas)wird zwei Drittel des amerikanischen Weizens auf diesen Ebenen angebaut; Oklahoma jedoch bezeichnet man
wohl aufgrund der landschaftlichen Bedingungen, die letztendlich wohl von dem trockenen Klima herrühren, als „Staubschüssel“ der USA.

Allerdings gibt es auch einige Seen und schöne Wasserfälle in Oklahoma, wunderbare Waldlandschaften und State Parks, die zu einem Besuch einladen.

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Das Wetter ist in Oklahoma wohl typisch für die südlichen Staaten. In den Sommermonaten, besonders im August, wird es hier sehr warm. Wir haben Temperaturen von bis zu 45-46 Grad Celsius erlebt, aufgrund der niedrigen Luftfeuchtigkeit ist es aber trotzdem noch relativ angenehm draußen. Ohne Klimaanlage ist man natürlich aufgeschmissen, und als „untrainierter, nicht aklimatisierter Deutscher“ sollte man sich auch nicht allzu lange und ungeschützt in der Hitze aufhalten. Der Sonne darf man sich natürlich auch nicht ohne Sonnencreme aussetzen. Regen gibt es hier im Sommer kaum, in der Zeit in der wir da waren gab es nur zwei Regenschauer. Diese sollte man sich jedoch anders vorstellen als der Dauer-Sprüh-Regen hier bei uns: Wenn es regnet, handelt es sich dabei meist um ein richtiges Gewitterschauer – in wenigen Stunden kommt der Regen bruchartig vom Himmel herunter.
Diese Regenfälle sind eher selten, und daher ist die Freude unter den Einwohnern natürlich besonders groß, denn bei allzu lang andauernder Trockenheit überlebt in Oklahoma kein Pflänzchen, größere Flächen sind total ausgetrocknet und statt saftig-grün nur noch rot-braun.
Als wir eines Abends in einem Restaurant saßen, kam die Bedienung extra zu uns, um uns mitzuteilen, dass es seit 1 ½ Monaten zum ersten Mal wieder regnet. Draußen sah man dann die Leute draußen im Regen stehen und Kinder im Regen tanzen.
Im Winter ist es in Oklahoma kalt – Schneefall ist nicht gerade ungewöhnlich. Im Winter 2000 gab es sogar so eine starke Kältewelle, auf die viele Haushalte gar nicht eingestellt waren: Vieles ist einfach eingefroren. Normalerweise liegen die Temperaturen aber knapp unter Null und sind ähnlich denen, die wir in unseren Breiten so haben.

Hat man Pech, erlebt man sogar einen Wirbelsturm in Oklahoma. Die Tornados sind ein Schauspiel, aber auch dementsprechend sehr gefährlich. Viele Gärten und Häuser wurden schon zerstört und immer wieder waren auch mal Menschenleben zu beklagen. Wie unberechenbar diese Stürme sind, wird in dem Film „TWISTER“ deutlich, der ebenfalls in Oklahoma gedreht wurde.

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Things to do and see gibt es in Oklahoma auch jede Menge. Zum Beispiel kann man einen „Float-Trip“ auf dem Illinois River machen. Diese abenteuerliche Bootsfahrt ist sehr zu empfehlen, nicht nur für Naturfreaks. Die State Parks sind ebenfalls sehr schön und bieten dem Besucher wunderschöne Waldlandschaften, Wasserfälle etc.

Wer einfach nur mal eine richtig typische amerikanische Stadt wie aus dem Film sehen will, kommt nach Oklahoma City, wer ein „Wild-West“-Freak ist oder sich für die Kultur und Lebensweise der Indianer interessiert, ist in diesem Staat genau richtig.
Dabei ist die National Cowboy Hall of Fame und das Western Heritage Center sehr zu empfehlen. In der Cowboy Hall of Fame habe ich mich mehrere Stunden aufgehalten, obwohl man mich sonst nicht allzu sehr für Museen begeistern kann. Hier wird anschaulich die Zeit der Indianer und der Cowboys vorgestellt – man taucht in eine Welt ein, die einem sonst nur aus Filmen bekannt ist. Rodeo, der Trail of Tears, Buffalo Bill, - all das findet man hier wieder. Dabei gibt es einen extra Bereich nur für Kinder und einen Außen-Bereich, der wirklich sehr schön gemacht ist.

Auch die berühmt-berüchtigte Route 66 führt durch Oklahoma, natürlich findet man hier auch eine Vielzahl von Souvenir-Shops und kleinerer Museen.

Anziehungspunkte sind auch die Städte Oklahoma City und Tulsa (mehr darüber in einem eigenen Bericht). In Oklahoma City findet man auch das National Memorial, welches an das Bombenattentat in Dowtown OKC vor wenigen Jahren erinnert. Timothy McVeigh sprengte damals einen Teil des Hochhauses in die Luft, wobei sehr viele Menschen ihr Leben verloren. Darüber aber auch mehr in einem anderen Bericht, das würde sonst den Rahmen sprengen.

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Oklahoma ist ein Staat, der vielleicht für viele Touristen nicht so anziehend wirkt wie Arizona oder Utah, jedoch hat er ein eigenes Flair und ist einfach etwas besonderes. Ich würde jedem, der sich ein Bild von dem amerikanischen Leben außerhalb von New York City oder San Francisco machen möchte, empfehlen, hier einmal hinzufahren. Besonders viel los ist hier zwar nicht, ein Nightlife wie in NYC kann ich nicht versprechen. Was aber nicht heißen soll, dass es hier keine Partymeilen gibt ;) (Bricktown/Downtown Oklahoma City ist nicht ganz ohne).
Für mich persönlich ist Oklahoma ein Ort, den ich unbedingt noch mal besuchen möchte, schon allein weil die Menschen hier so unglaublich gastfreundlich und offenherzig sind, auch wenn sie in vielen Punkten auch wieder sehr konservativ sind. Oklahoma hat mich trotz allem fasziniert – 5 Sterne!

Meine Zeit dort ist nun leider um, ich denke trotzdem noch viel daran zurück und verbinde damit fast ausschließlich schöne Erinnerungen. Ich hoffe, dass ich noch einmal an diesen Ort zurückkehren kann.

So long,
Eure
© Lola

PS: Zusätzliche Infos findet ihr auf www.travelok.com
PPS: Der Bericht wurde von mir auch bei Ciao veröffentlicht
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Bewertung Testbericht:sehr hilfreich
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Kommentare
elektronaut
elektronaut, 10.06.2002
gut geschrieben ! gruumlsse elektronaut
Stoewi
Stoewi, 10.06.2002
Wow, der Bericht ist Dir wirklich gut gelungen. Sehr informativ und spannend. Gruszlig, Stoewi
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