Unser vorletzter Urlaub führte uns neben einer Rundreise durch den Süden der USA auch für ca. eine Woche auf die amerikanischen Jungfern – Inseln, genauer gesagt nach St. Thomas. Die amerikanischen Jungfern – Inseln bestehen im Prinzip aus den 3 Inseln St. Thomas, St. Croix und St. John. Sie gehören zu den kleinen Antillen und befinden sich in der Nähe von Puerto Rico.
Eigentl. Wollten wir eine Woche auf St. Thomas bleiben, aber leider gehörten wir zu den Betroffenen des 11. September – insoweit wir am 2 Tage am Flughafen festsaßen. Aber endlich konnten wir unsere Reise doch fortsetzen.
Soweit zum Vorwort, jetzt komme ich zum eigentlichen Thema, über das ich schreiben möchte, das Hotel Renaissance Grand Beach Resort.
Nachdem man am Flughafen gelandet ist, begibt man sich zum Taxistand, wo man auf ein Sammeltaxi zum jeweiligen Hotel eingeteilt wird. Die Fahrt zum Hotel dauert ca. 20 min. und kostet 12 US-$. Leider aber pro Person, was hier die Regel ist. Für die Koffer muß man noch extra bezahlen, so das man schon mal 25 $ ohne Trinkgeld los ist. Die US Virgin Islands gelten nicht umsonst auch bei Amerikanern als teuer.
Das Hotel selber liegt im Nordosten der Insel, ca. 6 Miles von Port Amalie, der Hauptstadt inmitten einer tropischen Anlage, an einen Berg geschmiegt. Die eine Seite des Hotels liegt direkt an einem Sandstrand und dem türkisblauen Meer. Leider ist die Entfernung zu Port Amalie ein Problem, da rund um die Anlage nichts weiter geboten ist und die Taxikosten immens hoch sind. Man ist darauf angewiesen, wenn man wohin will und man bezahlt prinzipiell pro Fahrgast, nicht pro Fahrzeug. Somit kommen für 2 Personen Hin- und Rückfahrt auf 20$.
Die Hotelanlage selbst ist dreigeteilt, in den Empfangsbereich mit allen wichtigen Einrichtungen, die Hillsite und die Beachsite.
Die Empfangshalle ist offen gestaltet, kein Wunder bei Temperaturen um die 30 Grad. Im Obergeschoss befinden sich einige Geschäfte, wo man sich mit dem Nötigsten eindecken kann. Tritt man ins Freie, steht man sofort am Sandstrand, wo Liegen und Hängematten zum Verweilen einladen. Die Sonnenschirme gibt es leider nur gegen Gebühr. In unmittelbarer Nähe befinden sich hier auch das Restaurant, wo es Frühstück, Lunch und Dinner gibt und die Cocktail- Bar.
Ebenfalls im Empfangsbereich gibt es einen großen Pool, die Poolbar und ein Dive- center. Der ganze Bereich ist mit tropischen Pflanzen und Palmen umgeben.
Am Pool befindet sich ein Activity- Center, hier kann man Surfbretter, Kajaks, Schnorchelausrüstung und andere nichtmotorisierte Wasserfahrzeuge for free ausleihen oder aber auch Ausflüge (zu Wasser, auf andere Inseln und auf St. Thomas), Tauchlessons bzw. Tauchgänge buchen. Motorisierte Wasserfahrzeuge muß man zahlen. So kommt eine halbe Stunde Wave-Runner auf 80 Dollar.
Ein Tennis- Center ist auch vorhanden, aber ehrlich, wer spielt bei der Hitze von 30 Grad schon Tennis.
Das Wasser ist wunderbar warm und auch ziemlich klar. So konnten wir einmal vom Ufer aus sogar Stingray's beobachten. Der Sand am Strand ist wunderbar weich und palmenbesetzt. Dies ist auch gut so, da es nirgendwo Sonnenschirme gibt
(außer man winkt mit den green Bucks) und die Sonne doch ganz schön herunter prasselt.
Das Restaurant bietet gute karibische Küche zu Preisen um die 20 Dollar. Leider wirkt hier die Atmosphäre ziemlich steril und gar nicht karibisch. Des öfteren waren wir die einzigen Gäste im Restaurant und dementsprechend wurden wir auch von den Bediensteten umwusselt. Leider gab es keine Abendunterhaltung, dies lohnte sich einfach nicht für die paar Gäste.
Besser kommt man da schon, wenn man am Strand entlang einen Fussmarsch von ca. 5 Minuten auf sich nimmt. Dann kommt man zu einer typisch karibischen Bar. Diese ist nach allen Seiten offen und bietet einfache Gerichte sowie Live- Musik. Dem Koch kann man beim Zubereiten der Speisen zuschauen, da die Küche offen ist.
Die beiden anderen Bereiche beinhalten die Wohnbereiche, wobei die Namen schon sagen, der eine Beriech befindet sich am Wasser, der andere ist an den Berg geschmiegt. Insgesamt hat das Hotel 290 Zimmer und 39 Suiten. Wir wohnten Hillsite und so kann ich auch nur von diesen Räumen ausgehen. Die Häuser passen sich der Landschaft an und sind 4 Etagen hoch. Die Zimmer selber sind riesengroß und standardmäßig mit Klimaanlage und Kühlschrank eingerichtet. Die Zimmer haben alle einen Balkon mit Blick auf das Meer. Ansonsten gibt es hier das übliche Inventar. Noch ein Wort zum Zimmer- Service, der sehr gut war. Die Zimmer waren immer sehr sauber.
Ach ja, das wichtigste hätte ich ja noch fast vergessen, den Zimmerpreis. Da kann ich leider nicht ganz genau Auskunft geben. Ich arbeite nebenbei in der Tourismus- Branche und somit bekomme ich gewisse Vergünstigungen. Lt. Internet- Recherche muß man aber mit 200 $ pro Zimmer pro Nacht rechnen.
Leider sind die Nebenkosten vor Ort viel zu hoch, so das man genau überlegen muß, was man alles unternehmen kann. Einen Ausflug nach Port Amalie sollte man aber auf jeden Fall unternehmen, wobei man sich da aber nach den Kreuzfahrtschiffen richten muß. Sobald diese den Hafen wieder verlassen, sind alle Geschäfte geschlossen und die Stadt wirkt wie ausgestorben. Es gibt natürlich ein paar Restaurants, in denen man ein wenig verweilen kann. Eine Empfehlung ist hier das "Green House", direkt am Ufer gelegen mit Blick aufs Meer. Das Essen ist megalecker (Wenn auch nicht ganz billig) und zur Happy- Hour kosten zwei Riesencoctails nur US$ 4.
Alles im allen ist dieses Hotel eine sehr schöne Anlage, die etwas unter ihrer Lage leidet. Zu der Zeit, als wir dort waren, war es leider zu ruhig, was aber eine unmittelbare Folge der Terroranschläge war, da alle Urlauber die Insel fluchtartig verlassen haben, sobald der Flugverkehr wieder einigermaßen lief.
So konnte man aber auch die Iguanas beobachten, die da leben. Das sind Leguane, die ca. 1m groß werden und die sich auch nicht scheuen, Dir die Cocktail- Kirsche zu klauen.
Natürlich muß ich zugeben, daß unser Blick durch die Ereignisse im September doch ein wenig getrübt war und uns somit ein wenig Objektivität abhanden gekommen ist. Es wäre sicherlich unter anderen Umständen ein angenehmerer Urlaub gewesen, denn die Anlage bietet schon einiges. Auch wenn sie auf keinen Fall mit dem Jolly Beach Club auf Antigua mithalten kann, aber besuchenswert ist sie doch.