Dialog im Dunkeln Hamburg
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Platz 190 in der Kategorie "Reiseziele Hamburg". Typ: Musical / Eine Reise in die Welt des Unsichtbaren... ...mehr
Bewertung: Kundenbewertung 5,00 / 5,00 (5.0 von 5)

Dialog im Dunkeln Hamburg Test, Erfahrungen und Testberichte vom Verbraucher

Oldschoollady

Mit dem Herzen und dem Verstand sehen!!!

ein Testbericht von 2005-03-10 10:47:56 vom 10.03.2005
Empfehlung: ja
Vorteile: Die Angst im dunkeln verlieren, eine andere Welt kennenlernen, neue Erkenntnisse erlangen, Vertrauen gewinnen........
Nachteile/Kritik: Vielleicht die Angst zu überwinden???
Es ist schon etwa 2 Jahre her das ich mit meiner damaligen Berufschulklasse den DIALOG IM DUNKELN in Hamburg besuchte. Doch ist es mir noch in Erinnerung als wäre es gestern gewesen. Da ich denke das ich an diesem Tag viel gelernt habe und mich auch noch heute in manchen Situationen an das gelernte erinnere, möchte ich euch die Erfahrungswelt des Nicht-Sehens heute gerne auch etwas näher bringen.

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DIALOG IM DUNKELN - HAMBURG
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DIE IDEE
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Nur sehr wenige Menschen haben eine Vorstellung davon, wie es ist, blind zu sein.
Für die, die ihre Welt mit Farben und Formen und deren Herrlichkeit wahrnehmen ist es nur sehr schwer vorstellbar in einer Welt ohne Farbe zu leben.

Jeder war schon mal im dunkeln, aber meist kennen wir diesen dunklen Raum dann, also haben wir trotzdem eine Orientierung. Meist scheint sogar noch etwas Licht unter der Tür oder durch die Jalousie.

Schon das Wort BLIND ist in unserer Welt negativ besetzt. In Sprichwörtern die man vor sich hinsagt erscheint diese negative Besetzung, ohne das man sie richtig wahrnimmt:

"Ich bin blind vor Wut"
"Er ist mit Blindheit geschlagen"
oder auch "blinder Alarm"

Doch welcher "sehende" hat sich schon wirklich mit dieser Welt auseinander gesetzt? Das werden wohl die wenigsten sein!

Die Ausstellung soll den Besucher ein wenig näher bringen, dass Blindheit zwar oft heißt vom Leben etwas ausgeschlossen zu sein und sich auf eine Welt "Sehender" einzustellen, was sicherlich oft Schwierigkeiten mit sich bringt... doch hat der Alltag blinder Menschen eine andere Qualität: Die Wahrnehmung ist meist sehr erhöht um Dinge anders zu erfassen als sehend, weiterhin fällt der Schönheitswahn der durch das sehen entsteht weg... und SCHÖN bekommt eine neue Bedeutung.

So geht es in den Ausstellung nicht nur darum, Dinge im dunkeln zu ertasten und zu erkennen, sondern um etwas in uns zu erkennen. Was ich (an späterer Stelle) selber erfahren sollte!

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FAKTEN
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DIA LOG IM DUNKELN befindet sich gut erreichbar direkt in der alten Speicherstadt in Hamburg.

Eine Reservierung von Karten ist dringend nötig, da das Programm oft ausgebucht ist.

Am Tag der Führung sollte man die Karten eine halbe Stunde vor Führungsbeginn an der Kasse abholen.
Eine Standard-Tour dauert 60 Minuten, die erweiterte Tour 90 Minuten.

Die Führungen finden in kleinen Gruppen zu höchsten 8 Personen statt.

Im Programm sind allerdings noch andere spezielle Programme.

DINNER IN THE DARK -
Im dunkeln wird einem ein 3-Gänge-Menü serviert. Mal eine neue Erfahrung das essen wirklich zu erschmecken. Das ganze kostet 55 Euro und findet 2 mal im Monat jeweils Dienstags statt.

MANAGEMENT-TRAINING
Hier geht es um Kontaktaufnahme und Urteilsfindung, und die Teamfähigkeit soll gefördert werden. mal eine schöne Alternative zum normalen Motivationstraining (auf Anfrage)

EVENTS
Auch seinen Geburtstag, ein Jubiläum oder einen Betriebsausflug kann man auf Anfrage hier erleben.

Die Führungen kann man auch auf Englisch oder Französisch buchen, was denke ich für Nicht-Deutsche wichtig ist, denn wenn man schon nichts sieht muss man ja wenigstens etwas verstehen.

Man kann sich auch vorher im Internet noch einiges zu den verschiedenen Programmen und zu den Preisen ansehen: www.dialog-im-dunkeln.de

Veranstalter
Consens Ausstellungs GmbH
Alter Wandrahm 4, 20457 Hamburg

Öffnungszeiten
Di - Fr 9 - 17 Uhr
Sa / So / Feiertags 11 - 19 Uhr
montags geschlossen!

Tickets
€ 10,- Erwachsene
€ 7,- ermäßigter Eintritt (Schüler / Studenten / Schwerbehinderte...)
€ 4,- Kinder (bis 14 Jahre)
€ 23,- Familien (max. 5 Personen: Eltern mit 3 Kindern bis 14 Jahren)
Erweiterte Tour
€ 2,50 Zuschlag

Ticket Bookingline:
Telefon 0700 44 33 2000
Di - Fr 8:30 Uhr bis 17:00 Uhr:
12 Ct. / Min.
Sa + So, Feiertage 10:30 bis 19:00 Uhr:
6 Ct. / Min.

Für alle denen Hamburg zu weit ist gibt es Dialog im Dunkeln auch noch in anderen Städten Leipzig, Holon, Nijmegen (NL) und vorraussichtlich ab September 2005 in Frankfurt.

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UNSERE FÜHRUNG
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Schon im vorraus hatten wir die Standard-Tour für 60 Minuten gebucht. Wir suchten uns zu 7 mit den Leuten aus unserer Klasse zusammen mit denen wir am besten klar kamen. Den schließlich war uns schon klar das man im dunkeln Vertrauen zu dem anderen haben muss. Flau war uns allem im Magen... denn man wusste ja nicht was auf einen zukommt.

Wir versammelten uns ins unserer Gruppe vor einem schmalen Gang. Nun bekamen alle vom Personal Blindenstöcke. Schnell gaben wir noch alles ab was Licht im Dunkel verursachen konnte: Handys, Uhren mit Leuchtziffern und auch Brillen wurden zur Sicherheit abgegeben. Und langsam und behutsam ging unsere Reise in die dunkle Welt los.

Schon bei den ersten Schritten im wirklich vollkommen dunklen Raum kam etwas Panik über mich und ich klammerte mich an meinem Vordermann fest.

Ich kann mich nicht erinnern das ich solch eine Dunkelheit jemals vor mir hatte. Es war nichts zu sehen, rein garnichts. Sonst zuhause kann man immer noch irgendwo her einen kleinen Lichtstrahl erkennen, aber hier war es schwarz ein schwarz das ich bisher nicht kannte.

Zur Erleichterung hörte ich nun die Stimme unseres Führers Kai, der uns erst im dunkeln empfand. Es war schon schön eine Stimme zu hören, zu wissen das noch jemand da ist. Nur merkte man schnell das man die Entfernung der Stimme überhaupt nicht einschätzen konnte. Selbst beim Vordermann fragte man sich ob er noch direkt neben einem steht oder schon 2 Meter weit ist. Mir war immer noch ziemlich unwohl und der erste unserer Gruppe hatte sich bereits verabschiedet weil er zuviel Angst bekam. Das munterte nicht gerade auf, aber ich war neugierig und meine Neugier wurde noch von der Angst überragt.

Nun ging es in die Erlebnisswelt:

Ich werde versuchen es so gut wie möglich zu umschreiben, aber man beachte an dieser Stelle das es schwer zu beschreiben ist, man muss es selbst erlebt haben um es wirklich zu verstehen...

WALDLANDSCHAFT
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W ir betraten den ersten Raum. Immernoch langsames rantasten und festklammern am Vordermann. Man hörte Vögel singen, den Wind rauschen und einen Wasserfall. Die Geräusche waren gut zu erkennen, doch das ertasten war schon schwieriger. Mit Hilfe anderer tastete man sich durch und beriet gemeinsam was man wohl gerade fühlte. Einen Baum, auf dem Boden Herbstlaub, eine Bank und die erste Herausforderung: Eine Hängebrücke.

Immernoch aneinandergeklammert und ganz langsam einen Fuss vor den anderen gesetzt. Ziemlich wackelig war die angelegenheit und man erwischte sich dabei wie man die Gruppe teilweise ruppig ansprach doch bite nicht so schnell zu machen. Das mulmige Gefühl verschand noch nicht.

EINE STRAßE
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Sofort hörte man im nächsten Raum angekommen das man sich auf einer Straße befand. Man hörte fahrende Autos, eine Fahrradklingel und man erwischte sich dabei wie man ausweichen wollte. Langsam begann ich die Gegenstände selber abzutasten, immernoch ganz in der Nähe meines Vordermannes aber ich tastete alleine, erfüllte die Sachen auch langsam alleine. Eine Hauswand, einen Briefkasten, Mülltonnen. Und dazu die ruhige und verlässliche Stimme unseres Guides Kai, der es schaffte das die Angst ganz langsam zu schwinden schien.

EIN MARKT
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Nun wurde es etwas stiller um uns. Nur durch die Geräusche konnte man nicht mehr richtig erkennen wo man sich befand. Die Neugier wurde größer und man mache ich schon etwas schneller auf zu ertasten wo man sich befand. Holz... leise Gespräche... ich ertastete langsam einen Stand auf dem sich große Runde Sachen befanden, aber auch kleine, längliche.... ich nahm etwas in die Hand und roch daran, eine Tomate ich konnte es klar riechen. Wir waren auf einem Markt.

Beim verlassen das Marktes sagte mein Begleitpartner zu mir: "Sag mal, ist dir aufgefallen das du mich schon etwa 10 Minuten lang nicht mehr gefragt hast ob ich noch da bin und ob ich noch neben dir stehe?" Wirklich... er hatte recht, dass war mir garnicht aufgefallen. Die Angst wurde weniger und die Neugier immer mehr. So machten wir uns auch schon etwas lockere auf den Weg in ....

DIE BAR
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Immer an der Wand lang... und so erreichten wir eine Stange an der man sich entlang zum Tresen ziehen konnte. Als der letzte von hinten rief das er wieder an einer Wand angekommen war, blieben wir stehen und setzen uns vorsichtig auf auf die Barhocker. Nun wurden uns die Getränke aufgezählt die erhältlich waren und wir bestellten. Wie selbstverständlich stelle uns die Bedienung alles genau an den Platz wo es derjenige bestellt hatte. Für uns stellte sich das allerdings nicht so einfach dar. Man wollte nichts umschmeißen und alles dauerte sehr lange und wurde ganz zart abgefühlt bevor man sein Glas endlich in der Hand hatte. Selbst das trinken fiel schwer... aber ich erwischte den Mund so gerade. Komisch dachte ich noch bei mir... sonst sehe ich meinen Mund doch auch nicht... =)

DAS ERLEBNIS IM CAFE
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Von der Theke aus gingen wir nun mit unserem Guide zu einer Sitzecke in der wir Platz nahmen. Immer noch war es Stockenduster. Hier unterhielten wir uns nun mit dem Führer Kai über die Führung und wie sie uns gefallen hat, über die Erfahrungen die wir gemacht hatten, darüber wie wir uns gefühlt hatten... und langsam kamen wir auch dazu über Kai selber und seine Blindheit zu reden. Darüber wie er das Blindsein erlebt und über alltägliche Dinge die bei einem Blinden völlig anders laufen, wie zum Beispiel das kennenlernen einer Frau. Kai hatte eine herrlich Stimme der man so gerne zuhörte, irgendwie vertraut und warm. So saßen wir auch noch viel länger als alle anderen Gruppen in der Sitzecke. Erst empfand ich es als sehr komisch zu reden ohne jemanden zu sehen. Genauer zuzuhören. Kai war uns in dieser Zeit irgendwie so nah gekommen durch in selbst und durch das was er uns erzählte und in uns bewusst machte.

So beschloss er das erste mal mit uns ins Licht zu gehen und sich uns zu zeigen(Eigentlich ist es nicht üblich das die blinden wieder mit ins Licht kommen). Gesagt getan...

... erstmal mussten sich unsere Augen ganz langsam wieder an das Licht gewöhnen. Und dann blickten wir zurück auf Kai... und es wurd still.

Man hatte sich ein Bild gemacht, im Nicht-Sehen versucht zu sehen wer er ist. Am Tisch sahen wir sein inneres und trotzdem hatten wir uns ein Bild von seinem äußeren gemacht, doch das wurde uns erst klar als wir ihn sahen. Und er sah so völlig anders aus....

... verlegen brachen wir die Stille und verabschiedeten uns. Doch dann wurde es zwischen uns still. So vieles wurde einem bewusst....

Das man sich vielleicht auf Grund seines Aussehens in der "normalen" Welt nie mit ihm unterhalten hätte, das richtig unwohle und beschämende Gefühl weil man sich sicher war das er trotzt seinen Nicht-Sehens unsere Reaktion auf ihn "gesehen" hatte...

Und nach diesem Ende hatte ich noch viel mehr gelernt als beim Erfühlen der Gegenstände oder beim Ertasten des Weges.

Noch heute denke ich in manchen Situationen an diesen Tag und verhalte mich dann anders als ich es eigentlich getan hätte.
Und dafür bin ich sehr dankbar.

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FAZIT
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Da mich der "Dialog im Dunkeln" noch nachträglich beeindruckt und beeinflusst, halte ich dieses Erlebniss für etwas was jeder mal erfahren sollte.

Der Weg von der Angst die von der Neugier besiegt wird, über das Vertrauen das man in sich und andere gewinnt, bis hin zum Verständnis einer völlig anderen Welt, von der man an Ende merkt das man sie doch noch nicht richtig verstanden hatte. Das man trotzdem versuchte zu sehen... was ein blinder nicht kann.
Das besondere an dieser Führung konnte man nicht Ertasten oder hören, dass konnte man nur spüren. Und das muss auch jeder selber spüren und erleben um es richtig zu verstehen.
Doch somit wurde die Idee (oben beschrieben) umgesetzt... das Wort SCHÖN und SCHÖNHEIT bekommt eine neue ungekannte Bedeutung.

Somit würde ich dieses Erlebnis jedem, von groß bis klein... ohne jede Einschränkung empfehlen.

Selbst wer Angst im Dunkeln hat sollte sich vielleicht mal überwinden und erfahren wie dieses Angst langsam schwindet.
Ohne jede Einschränkung 5 Sterne!!!

Ich freu mich an dieser Stelle über jeden Kommentar, oder über andere die die Austellung schon mal besucht haben, und was dazu zu sagen haben.

So long your Oldschoollady***
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Produktbewertung:Kundenbewertung 5,00 / 5,00 5
Bewertung Testbericht:sehr hilfreich
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Informationen zu Dialog im Dunkeln Hamburg

Technische Daten und Produkteigenschaften
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Allgemeine Informationen Dialog im Dunkeln Hamburg
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