Platz 29 in der Kategorie "Mehr zu Australien". Typ: Insel / Ein wahres Pradies für Tierliebhaber, hier gibt es Känguruhs, Koalas, Seelöwen, Robben und etliches mehr. ...mehr
Ich schreibe nun endlich mal über meinen Australienurlaub vom November 2000. Ihr seht, es ist schon eine Weile her, aber diese Reise lässt mich einfach nicht los und ist einfach eine super tolle Erinnerung und mein allerbester Urlaub bisher in meinem Leben.
Geflogen sind wir zu zweit. Meine Freundin Susanne und ich. Es sollte mein 1. großer Urlaub werden.
>>>>>> Inhaltsverzeichnis <<<<<<
· Buchung
· Flug und Preis
· Bali
· Britz Mietwagen
· Kangaroo Island Kurzporträt
· Info´s zur Insel
· Was nicht erlaubt ist
· Wo kann man unbesorgt schwimmen gehen
· Cape Jervis, Penneshaw, Kingscote
· Seal Bay
· Kelly Hill Caves
· Remarkable Rocks
· Admiras Arch
· Pandana
· Pauls Place
· Stokes Bay
· Fazit
>>>>>> Buchung <<<<<<
Im Februar 2000 haben wir bei Globetrotter die Flüge, das Hotel für den Zwischenstopp auf Bali, eine Reiserücktrittsversicherung und den Camperveran gebucht. Unter dem Motto: was man hat, hat man. Um das benötigte Visum kümmerte sich unser Reisebüro. Es wurde für 3 Monate ausgestellt.
>>>>>> Flug und Preis <<<<<<
Wir haben uns gegen Quantas und für Garuda Indonesia entschieden. Der Grund dafür ist eindeutig der Preis! Wir haben für den Flug pro Person 1869 DM + 76,06 DM TAX bezahlt. Quantas war erheblich teurer, leider weiß ich nicht mehr um wie viel!
Dazu haben wir uns für Rail + Fly entschieden, um von Dresden nach Frankfurt am Main zu kommen. Also kommen noch mal 115 DM pro Person dazu.
Der Flug war sehr lang. In Erwartung dessen und dem Wissen, dass ich im Sitzen sehr schlecht schlafen kann, hatten wir super Schlaftabletten dabei ( man schläft sofort ein und ist nach dem erwachen putzmunter). Abflug war am 01. November 2000, 14.50 Uhr vom Frankfurter Flughafen. Ich war total aufgeregt - um ehrlich zu sein: mir war so ziemlich schlecht. Aber einmal im Flieger und schon ging's besser. Über die Indonesische Airline kann ich nur positives berichten. Die Flugbegleiter/innen waren sehr nett und es gab auch keine unangenehmen Vorkommnisse. Nach einem kurzen Zwischenstopp zum Auftanken in Hong Kong landeten wir 12.45 Uhr + 1 in Denpasar Bali.
>>>>>> Bali <<<<<<
Tropische Hitze schlug uns entgegen. Nach den ganzen Flughafenabfertigungsprozeduren nahmen wir uns ein Taxi zum Hotel Legian Beach 4 Sterne. Der Preis für 3 Tage incl. Frühstück betrug 223,95 DM für zwei Personen.
Es war eine super Hotelanlage. Wir hatten unser eigenes kleines Häuschen. Das Meer war vielleicht 50 m entfernt. Alles war sehr sauber. Das Essen erstklassig. Zum Abendessen gab es frischzubereiteten Fisch unter freiem Himmel. Uns hat es an nichts gefehlt!
Es gab nur ein Problem: Jetlag. Mir ging es überhaupt nicht gut. Die ersten 2 Tage nahm ich alles wie durch Watte wahr, als wäre ich gar nicht wirklich bei mir. Für meine Körper war es auch der 1. soooo lange Flug und den hat er mir irgendwie übelgenommen. Ich denke mal das Klima gefiel ihm auch nicht. Feuchtheiß, man hat das Gefühl, gar keine Luft in die Lungen zu bekommen. Am 3. Tag ging es mir zum Glück wieder gut. Nach diesem Erlebnis war ich doch sehr froh über diesen Zwischenstopp. Wäre ja doof gewesen, wenn es in Australien passiert wäre!!
Wir haben
natürlich trotzdem was unternommen. Eine Tempelanlage angeschaut, mit einem Pferdewagen am öffentlichen Verkehr teilgenommen - was wirklich Wahnsinn war. Überall Motorräder mit der ganzen Familie als Besatzung, wild hupend und alles überholend. Die Fahrspuren waren wohl auch nicht so eindeutig festgelegt :-).
Ja, am 05. November ging es weiter nach Adelaide. Es ging 1 Uhr Nachts los und das 1. mal australischen Boden betraten wir um 7.05 Uhr. Nachdem wir unser Gepäck wieder hatten und alle Formalitäten erledigt waren machten wir uns auf den Weg zum Britz Verleihbüro.
>>>>>> Britz Mietwagen <<<<<<<
Wir haben den Camper schon in Deutschland gebucht. Der Preis für die Dauer vom 05. November 2000 bis 02. Dezember 2000 als Einwegmiete von Adelaide bis Darwin betrug 5308 DM. Der Camper (siehe Foto) war leider nicht für Tracks (nicht asphaltierte Strassen bzw. Wellblechstrassen - das bedeutet so was wie Huckelpiste) ausgelegt, aber einen anderen Camper konnten wir uns einfach nicht leisten (Die Reise brauchte alle meine Ersparnisse auf. Aber sie war es wert!). Also durften wir nur ausgebaute Strassen damit fahren. Man war zumindest nur für diese versichert, denn eine Vollkasko hatten wir natürlich auch abgeschlossen. Haben uns zwar nicht immer dran gehalten, aber die schlimmen Strassen ganz ausgelassen!
Der Camper war mit einem Kühlschrank, einem kleinen Herd, einem Spülbecken und genügend Stauraum für unsere Sachen ausgestattet. Natürlich gab es auch ein Bett. Da brauchte man einfach nur die Sitzfläche und den Tisch umbauen - was sehr schnell ging - und schon hatte man ein Bett 140 cm x 200 cm. Vor den Fenstern waren Fliegengitter angebracht - dem Hersteller sei dank! Da konnte man Nachts beruhigt alles offen lassen, damit wenigstens ein winziges Lüftchen wehen konnte. Dann gab es noch einen Wassertank und einen Anschluss für Strom.
Nach einer kurzen Einweisung konnte es losgehen. Linksfahren!! Nachdem ich einmal an den Bordstein gefahren war, ging es super :-)! Unsere 1. Anlaufstelle war natürlich ein Supermarkt um alles aufzufüllen. Dann konnte es losgehen. Unser Ziel:
>>>>>> Kangaroo Island <<<<<<<
Wie der Name schon verrät ist Kangaroo Island eine Insel und zwar die drittgrößte Australiens hinter Tasmanien und der Melville-Insel. Die Insel liegt 112 km südwestlich von Adelaide im Golf von St Vincent.
Man kann Kangaroo Island (das ist die englische Schreibweise) per Flugzeug von Adelaide aus in nur 30 min. erreichen. Landeflughafen ist in Kingscote (die Stadt mit den meisten Einwohnern). Oder man lässt sich mit der Fähre "Sealink" ca. 50 min lang von Cape Jervis nach Penneshaw schippern.
>>>>>> Nun kurz ein paar Info´s zur Insel <<<<<<
Diese wunderbare Insel wurde erst vor ca. 10000 Jahren durch den Anstieg des Meeresspiegels vom australischen Festland getrennt. Oh oh, da sehe ich aber schwarz für die Insel, wenn wir die doofe Klimaerwärmung nicht bald etwas beschwichtigen können - hoffentlich wachen die Oberbosse noch rechtzeitig auf!
Auf der 145 km langen, zwischen 900 m und 57 km breiten Insel leben ca. 4100 Menschen. Kingscote ist der größte Ort der Insel.
Der Februar ist der heißeste und der Juli der feuchteste Monat. Aber durch die Lage im Indischen Ozean wird es im Sommer kaum über 35 Grad warm. Und das ist wohl auch gut so.
Kangaroo Island ist eines der ältesten Bienenschutzgebiete und dadurch auch sehr berühmt für seinen Honig.
Es gibt 5 Schutzgebiete auf der Insel. Die größten Schutzgebiete sind: Flinders Chase Nationalpark (dazu später noch mehr), Sealbay Conservation Park (auch dazu gibt's später noch mehr), Cape Gentheaume Wilderness Protection Area und Cape Bouguer Wilderness Protection Area.
>>>>>> was nicht erlaubt ist <<<<<<
Auf keinen Fall sollte man sein Hauskaninchen mit auf die Reise nehmen, denn Die Insel ist sehr froh, von dieser Plage verschont geblieben zu sein! Wegen Quarantänebestimmungen ist es auch nicht erlaubt, Honigprodukte und alles was ein Imker so braucht mit auf die Insel zu bringen.
>>>>>> wo kann ich unbesorgt schwimmen gehen? <<<<<<
An der Nordküste, in den Buchten wie Emu Bay, Stokes Bay oder Snelling Beach ist es ziemlich sicher. Natürlich trägt jeder für sich selbst die Verantwortung. Auf keinen Fall sollte man an der Südküste ins Wasser gehen. Da gibt's gefährliche Unterströmungen und die großen Fische mit der dreieckigen Flosse können da auch vermehrt vorkommen, da sie durch die Seelöwenkolonie (Sealbay) angelockt werden.
Egal ob sicher oder nicht - ich war übervorsichtig und in meinem gesamten Australienurlaub nicht einmal im Meer schwimmen (dafür werden mir rund um Australien zu regelmäßig Menschen durch Meeresbewohner getötet). Ich war nur in Flüssen auf dem australischem Festland baden, da gab es ja nur Krokodile :-).
>>>>>> Cape Jervis, Penneshaw, Kingscote<<<<<<
Kurz nach 10 Uhr erreichten wir Cape Jervis, was in Anbetracht der Tatsache, dass wir erst ca. 7 Uhr auf dem Flughafen von Adelaide gelandet sind, eine echt gute Zeit ist! Die Strecke war aber nicht wirklich schwer. Wir haben uns zwar einmal verfahren, aber da haben uns die überaus freundlichen und hilfsbereiten Südaustralier wieder auf den richtigen Weg geholfen.
Es war wirklich erstaunlich - fast jeder schenkt einem ein Lächeln. Das hat mich persönlich sehr gefreut, denn eigentlich wollte ich mich erst mal von Menschen fernhalten, da ich an meiner damaligen Arbeitsstelle (Szenegaststädte in der Dresdener Neustadt) mehr als genug davon sah und erlebte und da wollte ich eigentlich Pause davon machen.
Am Schalter der Fährgesellschaft kauften wir zwei Hin-und Rücktickets. Wir wollten 5 Tage auf Kangaroo Island bleiben. Dann ging es auf die Fähre Namens "Sealink". Die Sonne schien und das Meer war zum Glück ziemlich ruhig. Nach ca. 50 min. erreichten wir Penneshaw. Nach der Ankunft machten wir uns gleich auf die Suche nach einen Caravanpark. Der war schnell gefunden. Wir checkten uns in einem Caravanpark in der Hog Bay ein (Hier in der Nähe kann man Pinguine beobachten und wer gerade seine Golfschläger zur Hand hat, kann auf dem naheliegenden Golfplatz ein paar Löcher spielen). Nachdem wir unseren bereiften Begleiter an das Stromkabel angeschlossen hatten, kochten wir erst mal was leckeres und ließen diesen aufregenden Tag mit Blick auf das Meer in Ruhe ausklingen - irgendwie waren wir doch ganz schön müde. Unsere 1. Nacht im Camper. Toll geschlafen!
Am nächsten Tag war mein 26. Geburtstag. Nach dem Frühstück starteten wir auf der Hog Bay Road in Richtung Kingscote - das sind ca. 60 km. Dort hielten wir uns aber nicht so lange auf, ich glaube, wir kauften nur ein paar Lebensmittel und tankten auf. Unser eigentliches Tagesziel war Seal Bay, welches nun nur noch ca. 50 km entfernt war. Also fuhren wir ein kurzes Stück auf dem Playford Highway und dann weiter eine größere Strecke auf der Birchmore Road und das letzte Stück auf der South Coast Road entlang um auf die Zielstrecke, die Seal Bay Road einzubiegen.
Auf Kangaroo Island kann man ja nicht wirklich von großen Entfernungen sprechen. Das ist ja das Schöne - etwa wie "Little Australia". Viel zu erleben auf kleinem Raum.
>>>>>> Seal Bay <<<<<<
Nach einer wunderschönen Fahrt erreichten wir den Seal Bay Conservations Park. Wir kauften 2 Karten für eine Führung in der Gruppe an den Strand zu den Seelöwen. Man lief auf erhöhten Holzstegen um nichts zu zerstören.
Unser Ranger erklärte alles auf Englisch. Das ist dann schon etwas schwierig, dem Vortrag immer zu folgen, als nicht ständig englisch sprechender Teilnehmer, aber das konnte ich ja auch in einem Reiseführer nachlesen, also schaute ich mir lieber die faul in der Gegend rumliegenden Seelöwen an und filmte mit unserer Videokamera alles. Wir konnten fast bis auf 3 m an die Tiere heran ohne diese zu stören. Der Ranger achtete zu meiner Freude sehr darauf, dass kein Übereifriger oder besser gesagt unbeherrschter Tourist zu nah ran ging.
Was für ein Geburtstag!! Die Sonne schien, ich lief irgendwo auf einer Insel vor Australien am Strand lang und beobachtete Seelöwen in Freiheit. Es war wirklich toll, wir konnten sogar Jungtiere beim Säugen beobachten. Das Meer war wirklich grün und blau, die schäumende Gischt, wenn das Wasser sich am Strand brach. Der Strand von Seal Bay liegt zwischen Felsbrocken eingebettet. Der Wind ging ziemlich stark.
Seelöwen:
Nur eine kurze Info: Über 75 % der Welt Population leben in den Gewässern Südaustraliens.
Nach der Führung verließen wir Seal Bay und suchten uns einen Platz für die Nacht. Wir wurden kurz vor der Nachbarbucht - der Bales Bay - fündig. Es war zwar kein Caravanpark, aber es gab einen Barbecueplatz und eine Hütte, wo es Toiletten, Duschen und eine überdachte Terrasse gab (siehe Foto). Aber nach kurzer Besichtigung der Anlage entschlossen wir uns, die Hütte und vor allem die Terrasse schnell wieder zu verlassen und nur den Grill zu benutzen. Der Grund war, dass es wohl für uns ziemlich eng geworden wäre, zwischen all den Spinnen. :-)
Also etwas Geld in den dafür vorgesehenen Schlitz gesteckt und schon wurde die Platte heiß - nach einiger Zeit. Wir wollten unsere frisch gekauften Riesenrumsteaks nicht direkt auf die Platte legen, also haben wir unser Gitterrost für Brötchen aus dem Camper dafür benutzt. Es war einfach nur idyllisch, keine Menschenseele weit und breit, 2 Rumpsteaks auf dem Grill, rote Erde und Büsche um uns herum und das Meer nur einen Hügel entfernt. Was gibt es Besseres (außer benutzbaren Toiletten).
Wegen der Schönheit dieses Platzes blieben wir aber trotzdem über Nacht. Nach dem Essen machten wir einen Spaziergang zum Strand, unterwegs lief uns ein Igel (Echidna) über den Weg (die sehen aber ganz anders aus als unsere einheimischen Igel, voll süß, größer mit einer langen, schmalen Nase und eher bräunlich).
Am nächsten Morgen klappten wir unseren Frühstückstisch seitlich aus dem Camper aus und füllten unsere Mägen. Wir hatten ja alles dabei - Orangensaft in der Großpackung, leckeren Eiskaffee, Toastbrot, Erdnussbutter und weitere leckere Dinge.
Danach machten wir uns wieder auf den Weg. Unser heutiges Ziel war der Flinders Chase Nationalpark. Es standen die Remarkable Rocks und Admirals Arch auf dem Plan. Die Entfernung betrug ca. 60 km. Also fuhren wir wieder auf der Seal Bay Road zurück zur South Coast Road und bogen nach links ab. Wir fuhren natürlich nicht schnurstracks dorthin, sondern besichtigten noch die:
>>>>>> Kelly Hills Cave <<<<<<
Die Höhlen befinden sich kurz nach Karatta auf der linken Seite. Auch hier ist die Besichtigung nur mit einem Ranger möglich. Es ist sehr angenehm in die kühle Höhlen hinabzusteigen. Der Ranger bzw. die Rangerin (wie in unserem Fall) macht immer für die gerade zu besichtigende Fläche die Lichter an. Das ist sehr faszinierend, da es verschieden farbiges Licht ist, welsches die Stalaktiten (das sind herabhängende Tropfsteingebilde) und die Stalagmiten (das sind nach oben wachsende Tropfsteingebilde) in einem wundervollen Licht erstrahlen lässt. Lustig ist auch, wenn die Rangerin kurzzeitig ganz das Licht ausschaltet. Zappenduster. Wenn man wieder nach oben kommt, muss man sich erst mal wieder an die Helligkeit und die Wärme gewöhnen. Zum Glück ist es auf Kangaroo Island nicht so heiß wie auf dem australischem Festland. So, nach diesem kurzen Stop geht's jetzt weiter auf der South Coast Road zum Flinders Chase National Park. Wir hatten uns 2 Ziele rausgesucht:
Der Himmel für Fotografen! Wind und Regen gestalteten diese irren Formen. Auch die orange, braun - beige Färbung des Gesteins ist wunderschön. Ein wirklich tolles Erlebnis. Sollte man auf alle Fälle gesehen haben! Auch hier geht man auf Holstegen und schont damit die Vegetation. Der Wind geht sehr stark. Man hat eine super Aussicht über das Meer, welches etwa 70 m weiter unten auf unvorsichtige und ungehorsame Besucher wartet. Also sollte man sehr vorsichtig sein und die Warnschilder beachten und befolgen! Wenn es regnet oder am Morgen noch der Tau liegt, können die Granitfelsen richtig glitschig sein. Man sollte auch versuchen vor den Busladungen Touristen dort zu sein, denn man will ja die schönen Felsformen auf dem Bild haben und nicht ne Menge Menschen! Vom Licht lohnt es sich kurz vor Sonnenuntergang am Meisten. Da kommt die orangene Färbung der Granitfelsen voll zur Geltung - ähnlich wie beim Ayers Rock im Herzen von Australien verändert sich das Aussehen je nach Lichteinwirkung.
>>>>>> Admirals Arch am Cape du Couedic <<<<<<
Auch hier geht man auf Holzstegen entlang, um die Natur nicht zu zerstören. Hier kann man schroffe Felswände, die Brandung des Meeres und die, sich in den (durch Buchten im Felsen entstandenen) Pools tummelnden Neuseeländischen Seehunde beobachten. Dafür sollte man sich etwas Zeit nehmen. Es ist wirklich ein tolles Schauspiel. Im Gegensatz zu den faulen, sich sonnenden Seelöwen von der Seal Bay steppt hier richtig der Bär. Sie spielen ausgelassen, balgen sich, erziehen ihren Nachwuchs oder tollen in den schon erwähnten Pools herum. Auch hier ist es teilweise sehr stürmisch.
Nach diesem optisch sehr begeisternden Erlebnis machten wir uns wieder auf die Suche nach einem Übernachtungsplatz. Der 1. Gedanke war ja im Flinders Chase National Park zu übernachten. Also fuhren wir zum Rocky River Park. Hier war in der Karte ein großer Caravan, Zelt - und Barbecueplatz eingezeichnet. Die Natur war genial. Das Terrain sehr weitläufig. Wir waren fast die einzigsten. Es regnete leicht. Also machten wir uns erst mal auf zur Erkundung der Gegend. Wirklich idyllisch, Wildnis pur (na ja fast, da ja von Menschenhand angelegt und gepflegt). Hier bekam nun meine Freundin Susanne ihr Geburtstagsgeschenk (ja, sie hatte nur einen Tag nach mir Geburtstag).
Unsere erste Begegnung mit den hüpfenden Aushängeschildern Australiens - den Kangaroos (Känguruhs). Es sind aber nicht die großen roten vom Festland. Das sind Kangaroo Island Grey Kangaroos. Sie waren offensichtlich an die Begegnung mit Menschen gewöhnt, denn wir konnten uns ihnen bis auf Handbreite nähern - besser gesagt, sie näherten sich uns. Sehr neugierige, niedliche Tiere. Ich finde, ihr Gesicht hat sehr viel Ähnlichkeit mit dem eines Rehs. Auf keinen Fall sollte man sie füttern, oder streicheln, da es doch wilde Tiere bleiben sollen und es nicht gesund für die Tiere ist, wenn sie sich zu sehr an die Menschen gewöhnen, da sie dann auch keine Angst/Respekt mehr vor Autos haben. Es gibt so schon zu viele Unfälle mit Kangaroos! Das war eine der negative Dinge auf dieser Reise, dass die Straßenränder mit Kangaroo Leichen gepflastert sind. Also immer schön aufpassen. Ich glaube, dass könnte ich mir nie verzeihen!
Nachdem wir uns alles angeschaut hatten, entschieden wir uns dazu, weiter zu fahren, irgendwie gefiel uns der Platz doch nicht zum übernachten. Wahrscheinlich die Weitläufigkeit. Aber auf der Fahrt hierher hatten wir einen netten Platz gesehen. Der Platz hieß "Western K.I. Caravan Park, Chris & Regina Beckwith". Es stand ein großes rotes Schild am Straßenrand. Dort gefiel es uns gut. Also buchten wir eine Nacht - unsere 3. Übernachtung.
Hier gab es noch eine tolle Begegnung. In einem Baum, nur 20 m von unserem Platz entfernt hatte sich ein Koala Bär niedergelassen. Eine Mutter mit Baby - freilebend. Wir haben versucht die 2 zu beobachten ohne sie zu stören, bis wir merkten, dass die süßen Tierchen einfach gar nichts störte. Der Gärtner lief mit einem sehr lauten Rasenmäher herum und die Koalas schliefen friedlich weiter. An dem Park schloss ein Eukalyptuswald an, in dem noch weitere Koalas lebten. Hier begegneten wir noch einem Wallaby (sehr kleines Kangaroo) und einem Igel. Hier sah ich eine sehr witzigste Telefonzelle. Es war irgendein altes, grünes, bereiftes Vehikel, zur Telefonzelle umfunktioniert. Es war nur nicht empfehlenswert, innen zu telefonieren - Spinnenalarm. Also angelten wir den Hörer raus und wollten anrufen, aber leider ging es gerade nicht.
>>>>>> Parndana <<<<<<
Am nächsten Tag fuhren wir auf der South Coast Road zurück, bogen kurz nach dem Stun`sail Boom River nach links in die Mount Taylor Road und nach ca. 22 km nach rechts auf den Playford Highway ein. Noch mal 20 km und man ist in Parndana. Hier nutzten wir das vorhandene Postamt um nach Hause zu telefonieren. Wir benutzten die öffentlichen Toiletten, kauften ein und suchten uns ein Plätzchen für die Nacht. Das fanden wir an einem Straßenrand - es war wohl so was wie ein Wende-oder Parkplatz. Auf alle Fälle rote Erde satt. Weit und breit war niemand zu sehen.
Am nächsten Tag fuhren wir den Playford Highway ca. 5 km zurück um nach rechts in die Stokes Bay Road einzubiegen. Hier verließen wir den Asphalt und kosteten vom rotem Staub der Wellblechstrasse. Es war aber nicht so schlimm, dass man schon einen Jeep braucht. Lustig war, wenn wir mal überholt wurden (das war vom einzigen Auto, dem wir begegneten), da stand man erst mal im Nebel! Die Natur war unbeschreiblich - rote Erde, grüne Bäume und keine Menschenseele - traumhaft (siehe Foto)! Nach ca. 14 km erreichten wir eines von unseren heutigen Zielen -
>>>>>> Paul´s Place <<<<<<
Paul und seine Frau nehmen auf ihrer Farm kranke, verletzte Tiere auf und pflegen sie gesund. Das sind oft angefahrene Kangaroos oder Oppossums. Danach werden sie wieder frei gelassen - zumindest die Meisten davon, sonst wäre ja kein Platz für Neuankömmlinge.
Links am Straßenrand stand ein Schild. Also fuhren wir nach links und öffneten das Gatter, welches uns den Weg versperrte. Natürlich schlossen wir es wieder. Das ist sowieso so eine Regel - wenn man etwas öffnet, sollte man es auch wieder schließen!
Angekommen. Es waren schon einige Besucher da. Und massenhaft verschiedener Tiere. Ich zähle mal ein paar Arten auf. Da waren: Rehe, Hühner, Emus, Kangaroos, eine Kuh, Ponys, Ziegen, Schafe, ein Strauß, Papageien, Echidnas (Igel), Pythons, Oppossums, Koalas und wahrscheinlich habe ich noch einige vergessen. Fast alle liefen frei und wilddurcheinander auf der Farm herum. Es war toll. Paul und seine Frau machen Führungen über die Farm. Da die Versorgung der Tiere einiges an australischen Dollars kostet, sind die Zwei natürlich auch auf den Obolus der Besucher angewiesen. Da gibt man aber auch sehr gern! Ich konnte sogar ein Kangaroo auf den Arm nehmen und ihm die Flasche geben! Das war toll, es war total leicht. Dann hatte ich noch eine Python um den Hals hängen und einen Koala an meiner Seite klemmen. Also Erlebnis pur. Für mich als Tiernarren genau das Richtige!!
Paul erzählt den Besuchern viel über seine Arbeit und ist sehr sympathisch. Der Besuch der Farm ist eines der Dinge, die man unbedingt tun sollte bei einem Aufenthalt auf der Insel! Nach ein paar Stündchen fuhren wir dann weiter auf der Stokes Bay Road zur
>>>>> Stokes Bay <<<<<<
Auf dem Parkplatz hatten wir eine besondere Begegnung. Ein Frauenpaar stieg gerade aus dem Auto. Eine der Frauen saß im Rollstuhl. Wir kamen ins Gespräch und so erfuhren wir, dass sie bei den Paralympics in Sydney waren, die zu der Zeit stattfanden. Da der Weg zur Bucht mit Felsen und Steinen gepflastert war, baten sie uns ihnen zu helfen. Das bedeutete den Rollstuhl zu transportieren. Sie selbst robbte sich über das unwegsame Gelände. Es war sehr bewunderungswert. Wenn sie es mal nicht von selbst schaffen konnte (was nur sehr selten vorkam), nahm ihre Freundin sie Huckepack. Der Weg war wirklich interessant und schön. Dann endlich erreichten wir die Bucht. Hier ist baden ungefährlich! Einige nutzten das auch. Die Bucht ist wirklich einen Besuch wert.
Ja, nach diesem tollen Erlebnis machten wir uns wieder auf nach Penneshaw zu unserer 5. und letzten Nacht auf dieser tollen Insel. Wir fuhren auf der North Coast Road und dann auf der Hog Bay Road die ca. 80 km entlang. In Penneshaw checkten wir wieder auf dem gleichen Caravanpark wie bei der ersten Nacht ein, damit wir es am nächsten Tag nicht weit zur Fähre hatten.
Ja, am Morgen machte ich mich auf uns bei der Fähre anzumelden. Aber welche Überraschung - wir hatten uns im Tag geirrt, die Fähre war schon weg - am Tag zuvor! Ja, so schnell kann man mit der Zeit durcheinander kommen! Aber die Frau war super nett und eher etwas amüsiert über mich. Ohne Aufpreis verschaffte sie uns eine Mitfahrgelegenheit auf einer Viehfähre.
>>>>>> Fazit <<<<<<
In den 5 Tagen haben wir bei weitem nicht alles gesehen. Man kann noch viel mehr unternehmen, z.B. Whale Watching in der D´ Estrees Bay und noch viel mehr. Es ist eine traumhafte Insel mit wahnsinnig freundlichen Menschen, vielen verschiedenen Tierarten und einer wundervollen Natur. Auf der Insel kann man völlig unbesorgt sein. Also, wenn ich noch mal diesen langen Flug auf mich nehme, komme ich garantiert wieder zurück auf diese Insel!
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Informationen zu Kangaroo Island
Technische Daten und ProdukteigenschaftenEin wahres Pradies für Tierliebhaber, hier gibt es Känguruhs, Koalas, Seelöwen, Robben und etliches mehr.
Allgemeine Informationen Kangaroo Island
gelistet seit: 02.12.2003Bewertung durch unsere Mitglieder