Insel Neuwerk Test, Erfahrungen und Testberichte vom Verbraucher
Ich habe in Hamburgs ältestem Leuchtturm gewohnt!
ein Testbericht von leuchttuermin2010-03-14 13:31:08vom 14.03.2010Empfehlung: ja
Vorteile: einmaliges Erlebnis...Nachteile/Kritik: etwas einsam, schlecht zu erreichen
Mal in einem Leuchtturm übernachten zu dürfen ist schon lange ein Traum von mir. Und im Oktober 2005 habe ich ihn mir erfüllen können - auf Neuwerk, einer kleinen Insel bei Cuxhaven, die aber zu Hamburg gehört und die kaum jemand kennt, auf der aber tatsächlich der älteste deutsche Leuchtturm steht!
<< Wie es dazu kam:
Wie ich gerade auf so eine kleine Insel (nur ca. 3 qkm groß) gekommen bin? Nun, es kam ein Bericht darüber im Fernsehen! Frag mich bitte nicht mehr nach Sendedatum und Sender - es war reiner Zufall und ich habe es mir nicht gemerkt. Aber ich war beeindruckt von den hübschen Zimmern und der Möglichkeit, mal in einem Leuchtturm wohnen zu können!
Naja, und weil ich meinem Herzallerliebsten, der genauso ein Leuchtturmliebhaber ;-) ist wie ich, was ganz Besonderes zum Geburtstag schenken wollte, bin ich im Internet mal auf die Suche gegangen. Neuwerk - ein Name, den ich vorher nie bewusst gehört hatte! Aber recht schnell wurde ich fündig. Der Leuchtturm hat eine eigene Webseite!
Unter http://www.leuchtturmneuwerk.de/ findest du die wichtigsten Kontaktdaten und Infos von "Antjes Leuchtturm"
Dort kann man einige erste Eindrücke der Zimmer, Preise etc. gewinnen und versuchen, Kontakt per Mail aufzunehmen (was in meinem Fall leider nicht geklappt hat :-( , weswegen ich einfach mal das Telefon geschnappt habe).
Dieses erste Telefonat mit der echten "Leuchttürmin" ;-) war auch gleich sehr erfolgreich: Sie erklärte ganz ausgiebig alles, was ich wissen musste: Anreisemöglichkeiten (dazu später mehr), freie Termine, Eigenheiten der Zimmer usw.
So konnte ich nicht anders und buchte das "blaue Zimmer" - ein Doppelzimmer mit eigenem Bad. Es gibt auf dem Leuchtturm mehrere Zimmer, einige davon haben nur ein Etagenbad. Auch der Preis variiert deswegen: Mit eigenem Bad war der Preis 68,- € pro Nase für das blaue Zimmer, es gibt aber auch schon Zimmer mit Bad für 60,- €.
Ohne Bad liegen die Preise zwischen 50,- € und 58,- €. Frühstück ist immer inklusive. Zum Bezahlen muss man Bargeld mitbringen - auf ganz Neuwerk gibt es keinen Geldautomaten und auch im Leuchtturm ist kein Kartenlesegerät vorhanden!
<< Wie ich in den Leuchtturm kam:
Im Vorfeld musste ich mich natürlich erstmal schlau machen, wie das alles so zu organisieren ist. Dabei war die "Leuchtturmwärterin" bei mehreren Telefonaten sehr hilfreich. Um auf die Insel zu gelangen, gibt es mehrere Möglichkeiten: Einmal am Tag (gezeigtenabhängig) fährt die "MS Flipper" von Cuxhaven aus. Da muss man mit 1 1/2 Stunden Fahrtzeit rechnen und man zahlt 17 € für Hin- und Rückfahrt. Oder man nimmt einen sog. Wattwagen (eine zweispännige Pferdekutsche mit einem recht "hochbeinigen" Wagen, der ja auch mal einen Priel überwinden muss!), der ist schneller da und man hat das einmalige Erlebnis einer Fahrt durchs Wattenmeer. Die dritte Möglichkeit ist ein langer Fußmarsch durchs Watt - der aber in dem Moment ausscheidet, wo man mit Gepäck anreist oder einfach nur etwas "fußfaul" ist! ;-)
Bei uns kam es anreise- und zeittechnisch am besten mit dem Schiff hin - also: MS Flipper!
In Cuxhaven einen Parkplatz gesucht (ganz nah am Hafen, auch
für Langezeitparker geeignet und nicht allzu teuer), Koffer zum Hafen geschleppt, dabei schon den Cuxhavener Leuchtturm bewundert - und drauf aufs Schiff!
Bei schönem Wetter ist ein Plätzchen am Oberdeck zu empfehlen, da man auf dem Weg nach Neuwerk auch in Sichtweite eines anderen Leuchtturms kommt: Der "Große Vogelsand" ist bei guter Sicht prima zu erkennen. Und da er mitten in der Elbmündung steht, kriegt man den ja sonst nicht so leicht zu Gesicht, außer man fährt nach Helgoland, da kommt man noch näher dran vorbei! Die Verpflegung auf dem Schiff ist übrigens nicht wirklich zu empfehlen und auch noch überteuert...
Eigentlich sind es ja nur wenige Kilometer von Cuxhaven nach Neuwerk, aber wegen des Fahrwassers muss ein recht großer Bogen gefahren werden, der die lange Fahrtzeit erklärt.
Ist ja auch kein Problem, wenn man "Genießer" ist und so schon einen ersten Vorgeschmack auf seinen Urlaub bekommt!
Recht schnell kommt der heiß ersehnte Leuchtturm in Sichtweite! Angelegt im Neuwerker "Hafen" - der eigentlich nur eine etwas größere Anlegestelle ist - erlebt man die erste negative Überraschung: Da steht man nun mit seinem Koffer und schaut zu, wie andere Passagiere mit Handwagen, Trecker samt Anhänger oder einem Pferdegespann abgeholt werden.
Was soll's, denkt man sich, schultert seinen Koffer (der ja recht schwer ist dank der vorsorglich eingepackten Lebensmittelvorräte!) und marschiert los. Soooo weit weg sieht der Leuchtturm ja gar nicht aus!
Pustekuchen!
Der Weg schlängelt sich in einem schönen großen Bogen zum Leuchtturm - und die Schultern und Füße werden immer müder...
Nun ja, das ist auch irgendwann geschafft und man steht direkt vor dem Leuchtturm. Ist ja schon ein wirklich beeindruckendes Gebäude! Anders als "typische" Leuchttürme ist er eckig, einfarbig und aus rotbraunen Mauersteinen - mit einigen merkwürdig anmutenden "Vorbauten" und Treppen.
Nach kurzer Verschnaufpause muss man erstmal erkunden, wo man überhaupt rein muss: Zwei "Eingänge" tun sich auf - und prompt lande ich zuerst im Falschen: Meine Treppe landete in der "Leuchtturmkneipe"! Also wieder einige Stufen runter, die andere Treppe hoch - und ein Erfolg! Jemand nimmt mich in Empfang - und offenbart mir, das ich noch ein "paar" Stufen höher muss! Locker läuft die "Leuchtturmwärterin" die Treppen hoch (sie hat ja tägliche Übung!), eine schnaufende "Leuchttürmin" und ihr "Käpt´n" hinterher - immer langsamer werdend. Vor lauter Schlepperei nimmt man kaum etwas von dem fantastischen Ambiente wahr, das sich im Innern des uralten Leuchtturms offenbart!
Dann steht man vor einer Zimmertür - und erlebt eine wirklich positive Überraschung!
Ein ganz süßes Zimmer mit herrlich schrägem Fußboden und einer fantastischen Erkerfenster-Sitzecke offenbaren sich!
Schon sind die Stapazen vergessen - man MUSS einfach erstmal aus dem Fenster schauen - und staunen: Ein herrlicher Blick über das kleine Inselchen offenbart sich - und natürlich das Meer! Auch das Bad erweist sich als wirklich großzügig und modern: Sogar eine Badewanne und Bademäntel sind da!
Nach kurzer Verschnaufpause und Erkundung des Zimmers geht's auf Untersuchungsreise im Leuchtturm: Zwei der oberen Etagen sind den Gästen vorbehalten: In der unteren der beiden scheinen die Zimmer mit Etagenbad zu sein und ein großer, ganz süßer Frühstücksraum. Eine Etage höher waren wir untergebracht - auf dieser Etage befinden sich noch weitere Zimmer und ein wunderschöner großer Aufenthaltsraum, dem wir schnell den Namen" Wohnstube" verpassten. Man fühlte sich gleich um mehrere Jahrhunderte zurückversetzt, wenn man sich hier aufhielt: Uralte Holzschnitzereien über Neuwerk und den Leuchtturm in den Wänden, ein antik wirkender wunderschöner Schreibtisch in einer der Fensternischen - alte, ehrwürdig erscheinende Möbel - einfach nur stilvoll!
Hier lässt es sich leben!
Die unterste Etage und die "Spitze" des Leuchtturms sind nicht für Hausgäste - hier scheint die Leuchtturmwärterin selbst zu wohnen - welch ein Traum!
Getränke und Süßigkeiten kann man sich im Turm kaufen - sonst ist man auf die örtliche Gastronomie angewiesen, wie sich schnell herausstellte. Eine Einkaufsmöglichkeit bietet sich lediglich in einem kleinen Lädchen nahe des Leuchtturms, der aber einmal nur das Allernötigste zu absolut überhöhten Preisen anbietet und zum anderen Dinge, die ein Tourist wohl kaufen könnte. Also ist es nicht schlecht, einige "Versorgungsgüter" mitzubringen!
Nach einer ersten Erkundung der Insel (auf Details kann ich hier gar nicht eingehen, ich habe jetzt schon viel zu viel geschrieben!!! Außerdem soll es ja um den Leuchtturm gehen und nicht auch noch um die Insel!) konnten wir jedenfalls in der ersten Nacht wunderbar schlafen - auch wenn das Bett etwas "abschüssig" war! Ernsthaft: Der Fußboden war nicht waagerecht!
Das Frühstück am nächsten Morgen erwies sich als etwas merkwürdig... wir waren die einzigen Gäste, wie sich herausstellte! So hatten wir den schönen großen Frühstücksraum für uns allein - und natürlich freie Platzwahl! Sehr verlockend wirkten die Tischchen in den Fensternischen... als wir uns aber setzen wollten, merkten wir sehr schnell, dass da für uns beide nicht genug Platz war! Es war halt sehr, sehr eng - aber irgendwie haben wir es doch geschafft - und uns etwas seitlich "reingequetscht"
Das Frühstück war wie ein Büffet aufgebaut - und wirkte auf den ersten Blick recht üppig. Schnell stellten wir aber fest, dass in einer großen Thermoskanne für den Tee lediglich ein Teebeutel hing - nun ja... der Begriff "Kannenbeutel" bekam für uns eine ganz neue Bedeutung! ;-) Auch waren viele der angebotenen Speisen nicht wirklich frische Ware - Kleinstportionen Wurst, Käse u.ä. standen schon auf dem Tisch, als wir nachmittags anreisten und bleiben dort auch während des gesamten Aufenthalts stehen - was für uns ein Grund war, etwas anderes zu essen! Natürlich gab es auch frische Dinge, allerdings nicht gerade eine Riesenauswahl (ist ja auch verständlich, wenn man nur zwei Gäste hat!). Satt sind wir jedenfalls geworden! Und die Aussicht hat allemal die Mängel entschädigt!
<< Noch ein paar Sätze zur Insel:
Man kann nicht wirklich viel unternehmen, sie ist halt sehr klein! Abends und morgens - wenn die Tagestouristen weg sind - ist man wirklich ungestört und es herrscht eine atemberaubende Stille, die ich so zuvor nie erlebt habe (wenn man mal von einigen Handwerkern absieht, die gerade das Dach des Schullandheims neu deckten ;-)
Sehenswert sind allemal die wunderschöne Natur, ein Gang rund um Deich und Salzwiesen, ein Museum, in dem man völlig kostenlos sehr umfassend über das Wattenmeer und "mehr" informiert wird, der "Friedhof der Namenlosen", wo angespülte Leichen beerdigt wurden, NATÜRLICH der LEUCHTTURM, den man unbedingt einmal besteigen sollte, und das kleine Bernsteinmuseum, wo ein sehr netter Besitzer eine tolle Privatführung durch sein "Bernstein-(Wohn)Zimmer" macht. Dort kann man nicht nur sagenhaften Bernstein bewundern, sondern sich auch ein schönes Stück in Form eines Schmuckstücks o.ä. als Erinnerung mitnehmen.
<< FAZIT:
Wenn man einen wirklich einmaligen Urlaub erleben will, ist man auf dem Neuwerker Leuchtturm genau richtig. Allerdings muss man einige Einschränkungen in Kauf nehmen: Einkaufen auf der Insel ist nicht wirklich möglich, alle Preise sind recht heftig, wirklich "was los" ist nur dann, wenn gerade viele Wattwagen und die "Flipper" wahre Ströme von Tagestouristen abgeladen haben.
Ich kann es trotzdem nur empfehlen und werde den Besuch sicher mal wiederholen (allerdings mit einem Koffer auf Rollen ;-)
antjeeule, 27.10.2006
Du hast ja sogar in diesem Leuchtturm gewohnt. Ich habe da nur Kaffee getrunken. Ein toller Bericht, den ich schon von Ciao kannte. LG, Antje
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Informationen zu Insel Neuwerk
Technische Daten und ProdukteigenschaftenDie Insel Neuwerk - und Deutschlands ältester Leuchtturm!
Allgemeine Informationen Insel Neuwerk
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