Vor zwei Jahren hatten meine Eltern mal wirklich Glück und gewannen bei einer Verlosung einen Reisegutschein über sage und schreibe 3000 DM. Griechenland sollte es sein und Kreta, das hing mit dem Thema der Ausschreibung zusammen.
Ich als ehemalige Reisebürotante mußte natürlich die Vorbereitungen treffen und sollte dann auch gleich noch mitfahren, denn schließlich kenne ich mich ja aus. Und damit ich nicht den Einzelzimmerpreis zahlen mußte, habe ich gleich noch meinen Bruder überredet.
Es gab nur eine Bedingung hinsichtlich des Hotels: All inklusive sollte es sein, denn mein Vater wird schnell grantig, wenn es nicht pünktlich was zu Essen gibt. Und ich denke, ich hatte genau das Richtige gefunden.
** Lage **
Das Hotel Fodele Beach liegt an der Nordküste Kretas 25 km westlich von Heraklion und östlich von Rethymnon direkt an der Küste in einer malerischen Bucht. Aber auch die Autobahn Kretas führt unmittelbar in der Nähe daran vorbei. Insofern ist die Anreise recht unproblematisch, denn man benötigt mit dem Auto höchstens 30 Minuten vom Flughafen bis nach Fodele.
Bis zur zweiten größeren Stadt Rethymnon sind es ungefähr 50 km, nicht zu weit weg, aber auch kein Katzensprung, wenn man mal was unternehmen will. Allerdings verkehrt auf der Autobahn regelmäßig ein Linienbus, der Heraklion, Rethymnon und Chania verbindet.
** Anreise **
Wir wurden damals mit dem Neckermann-Bus erst ein wenig durch die Gegend gefahren, denn außer uns mußten ja noch andere Touristen in ihren gebuchten Hotels abgesetzt werden. Und durch die winzigen, teilweise halsbrecherisch steilen und engen Küstenstraßen dehnte sich die Anreise schon mal auf über eine Stunde aus.
Mein Bruder war bereits da, weil er mit einem anderen Flugzeug aus Frankfurt gekommen war. Er hatte schon mal eins der zwei Doppelzimmer belegt und nahm uns in Empfang.
Unser Gepäck wurde trotz der vorgerückten Stunde ganz schnell auf einen Wagen verladen und nach der Anmeldung, die richtig unkompliziert von statten ging, gleich auf die Zimmer gebracht.
Wichtig war vor allem der Empfang des obligatorischen Bändchens für uns als All-Inklusive-Touristen.
Ach ja, und da gab es noch richtig Theater, bei dem uns die Angestellten der Rezeption problemlos behilflich waren. Mein Vater hatte eine kleine Reisetasche im Bus vergessen. Also riefen die Leute vom Hotel im letzten Hotel der Bus-Route an, die den Fahrer darauf aufmerksam machen sollten und es irgendwie organisierten, daß die Tasche im Fodele landet. Einen Tag später war sie tatsächlich wieder da.
** Die Anlage **
Das Fodele Beach Hotel hat 4 **** und gehört zur Med Hotel-Kette, einer Hotelkette, die über 100 Hotels im Mittelmeerraum von Portugal bis Zypern, aber auch auf den Kanaren und in der Karibik betreibt.
- Empfangsbereich -
Die Foyerhalle ist hell und eher nüchtern, marmoriert und verspiegelt, und beherbergt die Rezeption sowie einige ausladende, doch bequeme Sitzgruppen für Wartende. An der Rezeption werden alle An- und Abreiseformalitäten erledigt, man kann seine Post dort abgeben und natürlich werden jegliche Auskünfte zu den Örtlichkeiten erteilt. Allerdings sollte man der englischen Sprache mächtig sein, denn Deutsch sprach da leider keiner.
Rechts vom Foyer führt eine Treppe hinunter zur Bar und zum Aufenthaltsbereich,
wo ein Fernseher Informationen und Unterhaltung bietet und abends Veranstaltungen stattfinden. Hier steht auch eine Art Litfaßsäule, wo die verschiedenen Veranstalter ihre Informationen anbringen. Noch ein Stockwerk tiefer kommt man zu den "öffentlichen" sanitären Einrichtungen, zum Amphitheater sowie der Snackbar, die bis in die Nacht geöffnet hat und wo man rund um die Uhr Kleinigkeiten zu essen bekommt.
- Außenbereich -
Um es gleich vorweg zu sagen: Das Fodele Beach ist nicht für Leute mit Gehproblemen oder gar Rollstuhlfahrer geeignet. Die Hotelanlage ist nämlich terrassenförmig an den Hang eines ca. 250 m hohen Hügels gebaut und schmiegt sich daran wie ein Schwalbennest. Dadurch betragen die Höhenunterschiede zwischen den Häusern und Zimmern bis zu 100 m und manche Touristen müssen echt den Berg halb hinauf laufen.
Die 358 Standardzimmer, 42 Superios-Zimmer, 5 Maisonnette-Zimmer und 7 Suiten sind als zweistöckige Häuser im Bungalowstil an den Hügel gebaut. Es sieht eigentlich aus wie ein kleines Bergdorf mit einer Straße, kleinen Plätzen, Treppchen und viel Grün dazwischen. Dadurch erscheint die Anlage riesengroß.
Die Zimmer zeigen in der Regel mit dem Ausblick von Balkon oder Terrasse zur Bucht, und nur quasi die in der ersten Reihe am Fuß des Bergs haben viel Grün vor der Nase.
- Strand -
Das Hotel erhebt sich über einer kleinen Bucht, an der sich auch der Strand befindet. Hier stehen Sonnenschirme und Liegen zur Verfügung, die für die Hotelgäste kostenlos sind. Der Sand ist etwas grob und direkt am Wasser auch leicht steinig. Leider war es zu der Zeit im April noch recht kalt, deshalb war niemand im Meer baden und ich kann nicht sagen, wie das Baden dort ist. Es gibt aber einen recht weit ins Wasser reichden Kai, der gleichzeitig als Wellenbrecher dient und das Meer ruhiger macht.
Eines ist sehr allerdings äußerst unangenehm gewesen: Offensichtlich hatte es Teer an den Strand angeschwemmt und viele der Gäste mußten sich hinterher die Füße richtig scheuern. Auch an meinen Turnschuhen sieht man heute noch die Spuren. Leider wurde dieser Umstand zu spät bekannt gegeben, was sehr ärgerlich war.
- Pool -
Das Hotel hat zwei Pools, der kleinere davon ist unter den Speisesaal quasi ins Gebäude hineingebaut. Dadurch ist er überdacht, liegt etwas geschützter und kann beheizt werden. Recht unglücklich wie ich meine, denn der größere wird z. B. für den Schnuppertauchgang der Tauchbasis genutzt und war immer bitterkalt, selbst im Mai.
Außerdem gibt es noch zwei Kinderbecken mit entsprechend flacheren Maßen. Rund um den Pool stehen ausreichend Liegen, die auch, im Gegensatz zu Mallorca & Co., nicht im Morgengrauen gleich alle belegt werden. Handtücher muß man jedoch selbst mitbringen, was in der Regel die aus dem Zimmer sind.
- Andere Einrichtungen -
Innerhalb der Anlage findet man dann noch solche Räumlichkeiten wie ein Open-Air-Amphitheater und den schon angesprochenen Theatersaal, der aber auch als Tagungsraum für bis zu 80 Personen genutzt werden kann.
** Sportangebot **
Zahlreiche Sportmöglichkeiten machen den Aufenthalt im Fodele Beach abwechslungsreich. Kostenlos bzw. für eine bestimmte Stundenanzahl kostenlos stehen Tischtennis, Beach Volleyball, Basketball, Bogenschießen, Tennis auf zwei Plätzen, Minigolf auf einem Platz auf dem Berg und ein Fitnessraum zur Verfügung. Auch alle Animationskurse sind frei. Gegen Gebühr kann man außerdem die Sauna nutzen oder verschiedene Wassersportarten (Kanu, Jetski, Surfen) ausüben.
Alle dazu erforderlichen Sporteinrichtungen befinden sich unmittelbar auf dem Hotelgelände oder direkt in der Bucht, außer die Tauchbasis.
Und damit kommen wir natürlich noch zu meinem Lieblingsthema, zum Tauchangebot. In der Nachbarbucht bei Agia Pelagia ist die von zwei Franzosen geführte Tauchbasis ”Stay Wet” ansässig. Die führt zweimal in der Woche im Fodele Beach ein Schnuppertauchen im Pool durch sowie für Interessierte einen Schnuppertauchgang im Freiwasser. Die Kosten werden dann angerechnet, wenn man sich entschließt, einen Kurs zu machen.
Übrigens: Ich konnte meinen Bruder damals überreden, überhaupt erst einmal in den Pool zu steigen und dann den Tauchgang im Meer mitzumachen. Und siehe da, es machte ihm soviel Spaß, daß er noch einen Kurs dranhängte und heute gehen wir gemeinsam tauchen.
Jedenfalls war ich dann zweimal tauchen und habe eine professionelle und sehr gut geführte Basis in Erinnerung, bei der wir viel Spaß hatten.
Hier einige Preise:
- Schnuppertauchgang – 75 € (inkl. Ausrüstung)
- Tauchgang – 29 €
- Paket 6 TG – 160 €
- Equipment komplett – 15 €
- Tauchkurs Open Water Diver – 330 €
- Tauchkurs Advanced Open Water Diver – 190 €
Der Transfer vom Hotel zur Basis wird von denen übernommen.
** Gastronomie **
Im Fodele Beach ist All-Inklusive-Service, was den Aufenthalt wirklich angenehm macht, denn die Nebenkosten für Getränke und Mittagessen können ja ganz schön ins Geld gehen.
Seinen Hunger kann man in gleich mehreren gastronomische Einrichtungen stillen: zwei Poolbars, einer Snackbar, dem Hauptrestaurant, einem à la carte-Restaurant und einem Kafenion, ein griechisches Café.
Das - Hauptrestaurant –
befindet sich im zentralen Hauptgebäude und hat immer zu den Hauptmahlzeiten geöffnet:
Es ist ein recht großer Raum mit einem geräumigen Eingangsbereich, in dem stets das Buffet aufgebaut wird. Auf den ersten Blick wirkt überhaupt nicht so groß und ich fragte mich immer, wie er die vielen Menschen aufnehmen kann. Denn immerhin könnten so an die 1500 Menschen gleichzeitig zum Essen kommen, wenn das Hotel voll belegt ist. Aber es hat im Grunde in der gesamten Zeit kaum Platzmangel gegeben, auch wenn man manchmal ganz schön suchen mußte, um einen ganzen Tisch für vier Personen zu finden.
Insgesamt stehen hier etwa 100 Tische, auf der Außenterrasse noch ungefähr 20 bis 30 - es gibt also genug Platz für all die hungrigen Gäste.
Die Mahlzeiten werden immer in Buffetform angeboten. Das Essen ist in Ordnung. Es gibt viele landestypische Zutaten, Obst und Gemüse, aber als eingefleischter Brötchen und Marmelade-Fan oder Schnitzel und Pommes-Liebhaber kommt man hier nicht so recht auf seine Kosten. Es gibt Fleisch in vielen Varianten, frischen Fisch, einheimisches Gemüse, Gegrilltes und ein gutes Angebot an Desserts. Bemängeln könnte man lediglich, daß sich das Essen nach etwa einer Woche im Grunde wiederholt. Mein Bruder jedenfalls hat etwas gemeckert.
- Restaurant Ambrosia -
Einmal während des Aufenthaltes kann man im à la carte-Restaurant Ambrosia reservieren, das sich im Untergeschoß des Haupthauses befindet. Leider waren wir nie darin, deshalb kann ich darüber nichts konkretes erzählen, außer daß es dort ein 6-Gänge-Menü gibt.
- Cafenion -
Das wunderbar angenehme Cafe findet man auf dem Dach des Restaurants. Es ist mit einladenden Korbsesseln möbliert und bietet von dort einen wunderschönen Blick über die Bucht. Hier bekommt man heiße und kalte Getränke, Kuchen und Eis sowie Cocktails.
- Snack Bar -
Hier werden fast rund um die Uhr leichte Kleinigkeiten angeboten, auf die vor allem die Kinder stehen: Pommes, Spaghetti, Sandwiches. Das Angebot ist nicht groß, aber für einen kleinen Imbiß zur Mittagszeit reicht es allemal.
- Bar -
Zum All-Inklusive-Angebot gehörten auch jegliche alkoholischen und nichtalkoholischen nationalen und internationalen Getränke bis Mitternacht. Danach muß man im Prinzip bezahlen, aber irgendwie sahen das die Kellner nicht ganz so eng.
** Zimmer **
Das Fodele Beach hat 358 Standardzimmer, 42 Superior-Zimmer, 5 Maisonnette-Zimmer und 7 Suiten. Wir haben nur unsere zwei Standardzimmer gesehen. Die haben alle Klimaanlage, Bad, Balkon oder Terrasse, Kühlschrank, Radio und Fernseher, Direktwahltelefon, Fön und einen Minisafe.
Die Zimmer sind für meine Begriffe groß genug und mit zweckmäßigen Möbeln ausgestattet. Unseres hatte ein Doppelbett, das man auch einzeln stellen kann, ein drittes Bett, Nachtschränke, einen Schreibtisch mit Schminkspiegel, ein Sessel mit Tisch sowie einen recht großen Schrank. Luxuriös kann man es zwar nicht nennen, aber es ist sauber, praktisch und komfortabel.
Der Fernseher bietet mehrere Programme - neben den internationalen auch drei deutsche Programme.
Das Bad ist hell und praktisch, könnte aber teilweise eine Schönheitskur vertragen. In unserem leckte ständig die Toilette, was trotz mehrmaliger Nachfrage nur zögerlich beseitigt wurde. Der Waschtisch bietet zu beiden Seiten des Beckens Raum als Ablage. An der Wand ist ein Fön befestigt, zu Beginn des Aufenthaltes liegen hier einige Badeaccessoires. Die Wanne ist gleichzeitig die Dusche.
Natürlich liegen hier auch Handtücher bereit, die immer dann gewechselt werden, wenn man sie auf den Fußboden wirft.
Alle Zimmer haben entweder eine Terrasse oder einen Balkon mit zwei Stühlen. Schlecht ist nur, daß es keinerlei Möglichkeit gab, wo man Wäsche oder Tauchausrüstung trocknen kann.
Alles wirkt gepflegt, wenn man sich gelegentlich auch etwas mehr Sorgfalt wünscht.
** Shopping **
So richtig mit Shopping ist nicht wirklich was los im Fodele Beach. Geht man aus dem Hauptgebäude, führt eine kleine Straße aus der Hotelanlage hinaus. Entlang dieses kurzen Weges sind auf der rechten Seite einige kleine Geschäfte, die den üblichen Touristenbedarf, Getränke, Postkarten, Badekleidung und Kosmetikartikel anbieten. Die Preise sind o.k., wenn auch sicher teurer als auf dem Dorfmarkt.
** Entertainment **
Ein mehrköpfiges, internationales Animationsteam kümmert sich um die sportliche und kulturelle Erbauung der Gäste, lebhaft, aber unaufdringlich. Täglich gibt es ein Programm mit Wassergymnastik und Aerobic, einen Mini-Kinder-Club für Kids zwischen 4 und 12 von 10 bis 12 Uhr, ein wechselndes Abendprogramm mit Spielshows, Volkstanz und Live Musik.
** Ausflüge **
Im Hotel trifft man vor allem auf Gäste, die über die Reiseveranstalter L’Tur, TUI und die Neckermann-Gruppe gebucht haben, aber auch viele Italiener und Engländer. Von den verschiedenen Veranstaltern werden diverse Ausflüge angeboten, als Paket oder einzeln. Für meine Begriffe sind aber die Preise generell zu teuer. Wir haben es damals so gemacht, daß wir uns zu viert einen Mietwagen (Anbieter Papas-Mietwagen, damals 40 DM pro Tag) genommen und die Insel auf eigene Faust mit einem guten Reiseführer in der Tasche erkundet haben. Das kommt auf jeden Fall viel preiswerter, erfordert allerdings etwas mehr Eigeninitiative und Selbständigkeit.
Nur eine Tour haben wir bei Neckermann gebucht, weil uns die Fahrt über die Berge etwas waghalsig vorkam: der Ausflug zur Samaria-Schlucht hat damals etwa 80 DM pro Person gekostet, und ich kann sie nur empfehlen.
Die 12 km lange Schlucht ist ein einmaliges Naturschauspiel, und wer noch gut zu Fuß ist, sollte sie durchaus mitmachen. Aber wichtig sind gutes Wanderschuhwerk und einiges an Kondition.
Ansonsten ist z. B. Heraklion mit dem Linienbus, der direkt an der Straße vor dem Hotel hält, in 20 Minuten zu erreichen, ebenso Chania und Rethymnon.
Einen Ausflug ist auf jeden Fall noch das Dorf Fodele wert. Hier findet man ein kleines, beschauliches Zentrum mit winzigen Lädchen, in denen man Souvenirs und andere Mitbringsel kaufen kann.
Außerdem sehenswert ist ein kleines Museum, das frühe Werke und Skizzen des hier geborenen Malers Domenikos Theotokopoulos zeigt, der dann in Spanien unter dem Namen El Greco weltberühmt wurde. Das dortige kleine Café bietet einen schönen Blick über das Tal mit den Orangen- und Zitronenplantagen und einen exzellenten Kaffee.
** Kommunikation **
Beide großen Netze, also D1 und D2, funktionieren in diesem Hotel, wenn auch nicht mit konstanter Feldstärke, was auch von der Lage des Zimmers abhängt. Bei uns ganz unten am Berg hatten wir nicht ganz so guten Empfang.
** Preis **
Wir haben damals für 2 Wochen im Doppelzimmer und all inclusive 1500 DM pro Person bezahlt. Der Preis wird sicher nicht mehr der gleiche sein. Aber ich hielt das seinerzeit für wirklich angemessen.
** Meine Meinung **
Ein wunderbar angenehmes Hotel, das viele Möglichkeiten bietet. Hier stimmt das Preis-Leistungs-Verhältnis, der Service und die Ausstattung.
Und so kann ich das Fodele Beach Hotel für alle Kulturinteressierten und Erholungssuchenden wärmstens empfehlen.
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