Kloster Clonmacnoise
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Kloster Clonmacnoise

Platz 1 in der Kategorie "Clonmacnoise". Typ: Bauwerk / Die von Ciaran gegründete Abtei Clonmacnoise wurde für Jahrhunderte ein Zentrum des Lernens und Denkens, bis sie 1552 aufgelöst wurde. ...mehr
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Kloster Clonmacnoise Test, Erfahrungen und Testberichte vom Verbraucher

Gaeltacht

Das Kloster am Fluss

ein Testbericht von 2002-02-27 00:29:28 vom 27.02.2002
Empfehlung: ja
Iren sind bis zum heutigen Tage die klischeehafte Verkörperung der Sauf- und Raufsucht, der Bauernschläue und des einfachen Gemüts, das mit einigen Pints Bier am Abend im Pub zur Seligkeit gelangen kann. Zugegeben, die Iren, allen voran der männliche Bevölkerungsteil tun alles um diesem Stereoty seine Berechtigung zu verleihen, doch zu der Zeit als diese Vorurteile aufkamen, dienten sie der englischen Besatzungsmacht als Rechtfertigung für ihre Beherrschung der primitiven und unzivilisierten Iren!

Ganz im Gegensatz dazu steht der Ruf Irlands, die "Isle of Saints of Scholars", die "Insel der Heiligen und Gelehrten" zu sein. Seinen Ursprung fand dieser Name im frühen Mittelalter, noch vor die Karolinger in Zentraleuropa die Herrschaft übernahmen und in Irland eine neue Religion Einzug hielt – das Christentum.

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Geschichtlicher Hintergrund:
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Im Jahr 432 n.Chr. war es Patrick, ein gebürtiger Waliser der vom Papst als erster Bischof (von Armagh) als Missionar nach Irland geschickt wurde. Er missionierte friedlich, was in der Kirchengeschichte nicht immer selbstverständlich war und es gelang ihm binnen weniger Jahre die ganze Insel zu Christianisieren. Das Geheimnis des Erfolges war, dass Patrick und seine Mitpriester nie versuchten die keltischen Riten abzuschaffen oder zu verbieten, sondern sie einfach in die christlichen Riten mitübernahmen.
So sind zum Beispiel die berühmten keltischen Hochkreuze eine Kombination des christlichen Kreuzes und des keltischen Sonnensymbols.

Da im frühchristlichen Irland viele hunderte Clangebiete existierten, gab es keine größeren Niederlassungen, so dass die nun aus der Mission Patricks entstehenden Klöster gleichsam erste Kristallisationspunkte der Ansiedlung schufen. Überall im Land wurden Klöster gegründet und viele von ihnen wurden zu Zentren von christlichen und weltlichen Studien, man könnte auch sagen die Urform der europäischen Universitäten. Von Irland aus begann die Missionierung Mitteleuropas, die sogenannte Iro-Schottische Mission. In unseren Breiten sind zum Beispiel die Klöster in Regensburg (St. Kilian) und Sankt Gallen (St. Gallus) von ihrer Tätigkeit. Forscher vermuten sogar, daß auch am berühmten Unfallschwerpunkt der A8, dem Irschenberg mal Mönche „am Irischen Berg“ hausten.

Mehrere dieser Klöster sind bis heute noch erhalten und können auch besichtigt werden, darunter auch das Kloster von Clonmacnoise.

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Geschichte von Clonmacnoise:
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Clonmacnoise ist eines der ältesten Klöster Irlands und geht auf den heiligen Cieran zurück. Dieser war im Gegensatz zu anderen zeitgenössischen Klostergründern kein Adliger sondern ein einfacher Zimmermann, der sich für die mönchische Lebensform entschlossen hatte. Unter der Anleitung von Diarmuid von Clonard, St. Finian und St. Enda studierte er die heiligen Schriften, Gebete und Riten des Christentums bevor er im Jahr 545 n. Chr. die Kreuzung zweier wichtiger Strassen mit dem Shannon als idealen Ort für sein Kloster erwählte. Viele Legenden rankten sich um Cieran und der junge Mönch beeindruckte den dortigen Herrscher Prinz Diarmuid derart, dass der ihm nicht nur das Land für das Kloster schenkte und bei den Bauarbeiten half, sondern die Mönche auch zeitlebens unterstützte. Diarmuid wurde später der erste christliche Hochkönig Irlands.
Cieran selbst sollte die Blütezeit seiner Gründung nicht mehr erleben. Vier Jahre nach der Klostergründung verstarb er 33jährig an der gelben Pest.

Clonmacnoise wuchs aufgrund seiner günstigen Lage schnell zu DEM Zentrum irischer Gelehrsamkeit heran und zog Mönche und Gelehrte aus ganz Europa an, was für damalige Zeiten als äußerst bemerkenswert gelten muss! Einige der ältesten irischsprachigen Handschriften wurden in den Skriptorien des Klosters Clonmacnoise verfasst.

Doch der Ruhm und Glanz von Clonmacnoise zog nicht nur Gelehrte an. Auch die Normannen und Wikinger suchten das Kloster zwischen 841 und 1204 unzählige Male heim, plünderten und brannten die Gebäude nieder, später auch Invasoren aus Südirland. Im Spätmittelalter war der Ruhm von Clonmacnoise bereits verblasst und diente nur mehr als Bischofssitz bis es im Jahr 1552 von der englischen Garnison in Athlone überfallen, ausgeraubt und die Ruinen sich selbst überlassen wurden.

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Besichtigung:
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Wenn man sich dem Kloster mit dem PKW nähert fällt zunächst eine wuchtige Ruine auf einer Anhöhe neben dem Shannon auf. Es handelt sich hierbei um die Überreste eines ehemaligen Normannen Kastells, das im Jahr 1212 erbaut wurde und bis ins 17. Jahrhundert erhalten war.

Den Klosterbereich betritt man durch das Visitors Centre, indem man neben den Eintrittskarten auch erste Informationen über Clonmacnoise erhält. Eine 10 minütige Tonbildschau gibt Auskunft über die Geschichte von Clonmacnoise. In einer Ausstelung wurden anhand von Puppen Szenen aus dem frühchristlichen Klosterleben nachgestellt.
Im zweiten Teil der Ausstellung finden sich Fragmente frühchristlicher Inschriften und Grabplatten und vor allem die Originale der beiden imposanten Hochkreuze, die weit über Clonmacnoise hinaus bekannt sind. Um sie vor der Witterung zu schützen, wurden sie ins Museum verlegt und durch Repliken ersetzt.

Die Kreuze stechen einem auch sofort ins Auge, sobald man dann das Visitors Centre verlässt. Jeweils über 4m hoch dominieren sie auch heute noch die Anlage. Hochkreuze dienten, so vermuten die Historiker heute, als eine Art Bilderbibel, da auf dem Schaft und den Armen des Kreuzes viele einzelne Bibelszenen dargestellt wurden. Zudem waren die Kreuze früher wohl bunt bemalt und halfen so, der Bevölkerung die Geschichten der Heiligen Schrift nahzubringen.

Die ehemaligen Wohngebäude der Priester sucht man in Clonmacnoise vergebens, es sind nur noch Überreste der verschiedenen Kapellen und Kirchen zu sehen, von denen die meisten aus der Zeit um das 12. Jahrhundert stammen.
Ich möchte hier nur einen kurze Aufzählung der wichtigsten Gebäude und ihrer Besonderheiten geben.

1. O’Rourkes Tower: Der 19m hohe Rundturm im Nordwesten der Anlage stammt aus dem 10. Jahrhundert. Auch wenn das Original Dach fehlt, ist der ehemalige Fluchtturm des Klosters immer noch ein imposantes Bauwerk, das seine Wirkung nicht verfehlt.
2. Die Kathedrale: Trotz ihres "großen" Namens ist die Kathedrale in unseren Augen eher ein Kirchlein. Aus dem 10. Jahrhundert stammend wurde sie von König Flann und Abt Colman errichtet, die vermutlichauch für das "Cross of Scriptures", eines der Hochkreuze, vernatwortlich zeichnen. Die Kathedrale ist ein schlichter rechteckiger Bau, der jedoch eine Besondeheit aufweist – die "Whispering Door", die im 15. Jahrhundert errichtet wurde. Die Kathedrale weist eine derartige Akustik auf, dass von der "Whispering Door" sogar noch ein Flüstern in der Kriche gehört werden kann. In der Kathedrale wurden auch drei irische Hochkönige bestattet.
3. Temple Cieran: Diese Kapelle ist der kleinste Bau der gesamten Anlage. Angeblich ist in der Nordostecke des Gebäudes der Klostergründer Cieran begraben. Vorsichtige Ausgrabungen förderten zumindest zwei Krummstäbe hervor.
4. Die Nun’s Church: Diese Kirche liegt ausserhalb des eigentlichen Klostergeländes und ist über den alten Pilgerpfad nach etwa 400m zu erreichen. Die romanische Kirche, von der nur noch einige romanische Bögen existieren, stammt aus dem 12. Jahrhundert. Auch wenn nicht merh viel Substanz vorhanden ist, so ist es doch den Besuch wert, da die Bögen derart reich verziert sind, dass man etwas wesentliches verpassen würde.

Neben den erwähnten Bauten finden sich noch zahlreiche kleinere Kirchengebäude auf dem Gelände, die alle einen Blick wert sind. Auch ein Blick auf die vielen alten Grabplatten kann interessantes zu Tage fördern.

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Öffnungszeiten und Preise:
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Clonmacnoise ist ganzjährig geöffnet, wobei die Öffnungsdauer nach Jahreszeit variiert. Wer der englischen Sprache nicht so mächtig ist, der kann auch an deutschen Führungen teilnehmen.
Was die Eintrittspreise betrifft, so empfiehlt sich für Kulturinteressierte der Kauf der sogenannten „Heritage Card“, einer Karte, die für einen festen Grundpreis freien Eintritt in alle vom „Office for Public Works“ betreuten Sehenswürdigkeiten erlaubt.
Ansonsten zahlen Erwachsene 3 Pfund, Senioren und Gruppenmitglieder 2 Pfund, Kinder und Studenten 1,25 Pfund und das Familienticket kostet 7,50 Pfund.
Wer mehr Auskünfte benötigt oder eine Gruppenführung buchen will, der kann das unter 00353-905-74195 tun.

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Lage & Anfahrt:
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Clonmacnoise liegt mitten in Irland am Shannon und das Wort "mitten" ist wörtlich zu nehmen. Früher kreuzten sich hier zwei wichtige Hauptstraßen, heute liegt einer der wichtigen Verkehrsknotenpunkte und Mittelpunkt jeder Irland-Strassenkarte, das Städtchen Athlone nur wenige Kilometer entfernt.
Athlone liegt an der N6, die Dublin und Galway verbindet und von hier will ich den Weg nach Clonmacnoise beschreiben. Von Athlone geht es auf der N6 einige Kilometer nach Osten Richtung Dublin, um dann im Dorf Fardrum nach Süden (rechts) auf die N62 abzubiegen. Nach etwa 4 Meilen zweigt eine Landstraße nahe des Ortes Ballynahown nach rechts ab. Nach weiteren ~3 Meilen zweigt wiederum eine Straße ab, die nach etwa 3 Meilen direkt am Parkplatz endet.

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Gaeltachts Kommentar:
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Ich bin der Meinung, Clonmacnoise sollte eigentlich auf keiner Irland Rundreise fehlen. Selbst in der Touri-Hochsaison strahlt dieser Ort eine angenehme Ruhe aus, die einen wirklich entspannen kann. Dazu die Romantik der teilweise verfallenen Gebäude, der Shannon keine 200m entfernt – man kann verstehen, warum Cieran hir sein Kloster gegründet hat. Und abgesehen davon gibt Clonmacnoise einen tiefen Einblick in das Leben der Menschen, denen wir zu einem großen Teil unsere Entwicklung in Zentraleuropa verdanken.
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Informationen zu Kloster Clonmacnoise

Technische Daten und Produkteigenschaften
Die von Ciaran gegründete Abtei Clonmacnoise wurde für Jahrhunderte ein Zentrum des Lernens und Denkens, bis sie 1552 aufgelöst wurde.
Allgemeine Informationen Kloster Clonmacnoise
gelistet seit: 23.09.2003
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Allgemeine Informationen
Kategorie: Sehenswürdigkeit 
Typ: Bauwerk 
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