St. Martin
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St. Martin gebraucht & neu

St. Martin Test, Erfahrungen und Testberichte vom Verbraucher

Gambler

Das muss man wissen...

ein Testbericht von 2002-08-28 15:09:32 vom 28.08.2002
Empfehlung: ja
Ein paar Worte vorweg:
Vor kurzer Zeit habe ich mal wieder im Internet gestöbert. Wir hatten Urlaub genommen, also ging es daran, ein vernünftiges Angebot zu finden. Wie bereits einige Male zuvor bin ich bei l'tur gelandet. Wir waren stets mit dem Service zufrieden, die Preise sind in Ordnung und das einfache Buchen tat sein übriges. Letztendlich haben wir uns für Sint Maarten entschieden.

Im Internet findet man eigentlich nur sehr wenige Informationen. Noch weniger findet man im Buchladen. Nennenswerte Reiseführer gibt es einfach nicht bzw. haben wir nicht gefunden. Zur Vorbereitung empfiehlt sich im nachhinein jedoch folgendes:

Vorbereitung:
Wie immer, sollten auf Sint Maarten weder eine Auslandsreisekrankenversicherung, noch die gängigen Impfungen fehlen. Wichtig ist zudem, sich mit den Zahlungsmitteln auseinander zusetzen. Da die Insel geteilt ist, muss man doppelgleisig fahren. Im französischen Norden kann man alles mit dem Euro bezahlen. Das macht es für uns Europäer natürlich leicht. Im niederländisch-karibischen Süden dominiert der US-Dollar, sowie die eigentliche Währung, die karibischen Gulden. Letztere ist in Deutschland gar nicht erhältlich und auch nicht sinnvoll. Nach den Erfahrungen vor Ort würde ich eine gängige Kreditkarte, ec-Karte und etwas Euro und US-Dollar mitnehmen. Der Bargeldanteil kann wirklich gering ausfallen, da man mit seiner ec-Karte (Maestro) an jeder Ecke damit Geld abheben kann. Ansonsten: Bade- und Schnorchelsachen nicht vergessen! Preislich lohnt es sich im übrigen, einen Mietwagen tageweise bereits über das Internet vorab zu buchen. Dies ist billiger. Zudem sind Mietwagen in der Hauptsaison (November - April) sehr rar.

Anreise:
Auch dieses Mal mussten wir mit Air France vorlieb nehmen. Zu aller Überraschung lief jedoch alles glatt. Die Anreise erfolgte in einem modernen Airbus. In der Hauptsaison fliegt eine Boeing 747-400. Weitere Fluggesellschaften sind KLM, Continental und American Airlines. Die Preise liegen für den Nurflug durchweg bei etwa 600-700 Euro. Schnäppchen gibt es kaum. Direktflüge aus Deutschland sind nicht erhältlich.

Die Insel:
St. Martin (franz.)/ Sint Maarten (niederl.) wirbt mit seinen 37 traumhaften Stränden und, in der Tat, sie sind traumhaft. Da zudem alle Strände auf der Insel einen öffentlichen Zugang haben müssen, kommt hier auch jeder auf seine Kosten. Alle Strände haben eine oder mehrere Strandbars, die Snacks, Cocktails und kalte Getränke anbieten. Besonders gut sind die allabendlichen Barbecues an einigen Stränden. Man sollte auch darauf achten, dass es sehr häufig Happy Hours gibt (2 für 1). Wenn auf St. Martin von einem Fruchtsaft die Rede ist, ist damit stets ein frisch gepresster gemeint. Deshalb sind die Preise auch auf einem recht hohen Niveau.

Wie sieht die Insel nun aus? Nun: Die Bevölkerungszahl ist innerhalb der letzten 30 Jahre von etwa 6.000 auf 80.000 Einwohner angestiegen. Dies zeigt, wie verbaut die Landschaft an einigen Stellen schon ist. Hinzu kommen die Millionen von (insbesondere amerikanischen) Touristen, die über die Insel herfallen. (In der Hauptsaison landet oder startet ein Flugzeug pro Minute) Wer sich den beschaulichen Flughafen ansieht, der wird zunächst denken, dass eine Abfertigung in diesen Größenordnungen gar nicht möglich ist. Weit gefehlt! Zumal derzeit der nagelneue Princess Juliana Airport gebaut wird. Dies wird der geplagten Insel dann wohl den Rest geben. Zur Natur: Nennenswerte Tierarten oder Pflanzenbewuchs gibt es nicht. Lediglich die Inselmitte mit seinem etwa 800m hohen Pic Paradis ist noch naturbelassen. Dies dürfte jedoch daran liegen, dass es nahezu unmöglich ist, hier zu bauen.

Zur Struktur: Die Insel ist in etwa in der Mitte auf der Breite geteilt. Der nördliche französische Teil ist etwas beschaulicher und hat etwas von südfranzösischem Flair. Hier bekommt man stets sein ofenfrisches Baguette zum Essen. Und Englisch versteht man zwar, freut sich jedoch wenn ein paar Brocken Französisch aus dem Touristenmund hallen. Der Süden hat Cancún Charakter. Insbesondere die Hotelzone und Philipsburg bieten amerikanischen Ballermannflair. Hier haben die Amerikaner auch die Preise verdorben. So muss man für ein normales Abendessen locker 20 US-Dollar und mehr hinlegen. Der Hammer ist Häagen Dasz. Dort bezahlt man für eine Kugel Eis in der Waffel etwa 5,50 US-Dollar. Na dann guten Appetit! Im Norden legt man abends im Schnitt 15 Euro auf den Tisch.

Preise:
Die Preise für die Verpflegung liegen im allgemeinen etwa 20% über den europäischen. Trinkgeld wird wie in den USA gegeben. Ein Muss ist es jedoch nicht, sondern eine amerikanische Unsitte. Hier ist die Bedienung nämlich nicht auf das Trinkgeld angewiesen. Alles andere ist teilweise sehr günstig, da die gesamte Insel eine Duty Free Zone ist. Alles ist zollfrei! Bei Zigaretten und Alkohol, aber auch Kleidung wird dies besonders deutlich. Viele Läden werben auch mit sehr günstigem Schmuck und Elektronikartikeln. Davon kann ich jedoch nur abraten.

Freizeit:
Natürlich: Im Urlaub hat man ja immer Freizeit! Also: Zu aller erstes kann man die zauberhaften Strände erwähnen. Höhepunkte sind Baie Rouge (Der Strand schimmert zum Sonnenuntergang rötlich; gute Schnorchelmöglichkeiten), Friars Bay (sehr abgelegener ruhiger Strand), Orient Beach (der schönste und längste Strand der Insel im Nordosten, aber überfüllt und teure Liegen) und Simpson Beach (direkt am Flughafen; die Flugzeuge fliegen direkt rüber). Ansonsten gibt es eine Menge Schnorchel und Tauchausflüge. Die Preise sind gerade noch so in Ordnung. Empfehlenswert ist ein ganztägiger Ausflug mit der Tahuna II inkl. Barbecue am Mittag, freien Getränken und Schnorchelausrüstung auf einem Katamaran zu einer kleinen abgelegenen Insel neben der Nachbarinsel Antigua. Der Preis beträgt 75 Euro, die sich lohnen. Weitere lohnenswerte Ausflüge zum Inselmittelpunkt (sehr bewachsen, aber teilweise gute Aussicht), nach Philipsburg (dort landen in Spitzenzeiten bis zu 7 Kreuzfahrtschiffe gleichzeitig), nach Marigot (sehr malerisch mit seinem über der Stadt wachenden Fort) und nach Anse Marcel (abgeschirmte eigene Stadt im Norden, mit guten, aber teuren Restaurants) sollte man machen. Dafür bietet sich tageweise ein vorab reservierter Mietwagen an. Alle gängigen Firmen sind vor Ort vertreten. Man darf bei alledem jedoch nicht vergessen, dass die Insel sehr sehr klein ist. An einem ruhigen Sonntag schafft man eine Inselrundtour in einer guten halben Stunde! Eines noch: Im Süden ist das Glücksspiel ohne Beschränkungen erlaubt. Deshalb hat sich in der Hotelzone eine Art Klein Las Vegas entwickelt. Diese Entwicklung hält auch weiter an. Wem so etwas gefällt, bitte...

Ausflüge:
Neben der beschriebenen Katamarantour, gibt es ab Marigot mehrfach täglich eine Fähre nach Antigua. Dort erlebt man aber eigentlich auch nicht mehr als auf St. Martin. Lohnenswerten sind da schon die angebotenen Ausflüge nach St.Bart und Saba. Auf beiden Inseln hat man nach Angaben der Reiseführer Promigarantie! Nicht zu empfehlen sind Jetskis. Das Ausleihen ist dermaßen teuer, dass einem der Spaß schnell vergeht... (etwa 40 Euro für 45 Minuten) Ansonsten: Wie schon erwähnt, bieten sich hier Schnorcheln und Tauchen an!

Unterkunft:
Um den Trubel und den Preisen des Südens zu entgehen, sollte man sich eine Herberge im französischen Teil suchen. Dort hat man es auch weniger mit man doch recht nervigen Amerikanern zu tun. Unser Hotel war das Le Flamboyant Resort (****). Das direkt an der Simpson Bay gelegene Haus verfügt über gut 200 Zimmer und ist insbesondere in der Nebensaison zu empfehlen, da dann die Auslastung, wie in allen anderen Hotels auch bei etwa 10-20% liegt. Dementsprechend günstig sind auch die Preise! Da der Standard europäisch ist, sind auch mit gutem Gewissen, 2- oder 3-Sterne-Hotels zu empfehlen. Vor den Cucarachas ist man aber auch einem 4-Sterne-Hotel nicht gefeit, wie wir feststellen mussten.

In diesem Zusammenhang muss auch noch mal ein Phänomen angesprochen werden. Auf St.Martin ist es nicht so nervig wie in manch anderem Land, wo man am Strand, auf der Straße pp. angesprochen wird und Waren gekauft werden sollen. Eines kommt jedoch ab und zu vor. Junge, normal wirkende Franzosen sprechen einen an, um zu erfahren, welcher Nationalität man ist. Sagt man dann, man ist Deutscher, wünschen sie einen noch einen schönen Tag und verschwinden... Was soll das? Es handelt sich dabei in der Regel um arbeitslose Franzosen, die Kunden für sog. Timesharing Angebote locken wollen. Wenn sie feststellen, dass man Deutscher ist, lassen sie von einem ab, da die Verhandler, zu denen man gebracht wird, nur Englisch oder Französisch sprechen. Generell gilt: Timesharing ist Betrug! Also Finger weg!

Kriminalität:
Noch ein paar Worte zur Kriminalität: Das Sicherheitsgefühl ist in Ordnung. Man fühlt sich stets sicher. Jedoch hört man von Reiseführern, dass man zum einen am Strand auf seine Sachen sehr aufpassen muss und zum anderen die Raubüberfälle in der Nacht auch nicht selten sind. So haben wir zum Beispiel in der örtlichen Zeitung gelesen, dass ein Casino überfallen wurde und die Täter mit Schusswaffen unerkannt entkommen sind, Schmuck und Bargeld der Gäste inklusive. Überall hört man: Der Süden ist etwas gefährlicher. Aber alles in allem gilt: Die Insel ist zivilisiert und hat europäischen/ amerikanischen Standard. Man darf sich nicht zu viele Gedanken machen...

Zu guter Letzt:
Was kostet der Spaß? Für zwei Wochen ÜF in einem annehmbaren Hotel muss man in der Nebensaison etwa 1.250 Euro, in der Hauptsaison etwa 1.500 Euro hinlegen. Für reinen Strandurlaub und Karibikflair bei europäischen Standards ist St.Martin eine Reise wert. Wer Kultur, Natur und Einheimische will, ist hier fehl am Platze... Solltet ihr Fragen, Anregungen oder Kommentare haben, meldet euch einfach!

Links:
http://www.geographia.com/st-martin/index.htm
http://www.geocities.com/smailbd76/StMarteen.htm
http://www.st-maarten.com/
http://www.saintmartinsintmaarten.com/

Schöne Grüße, Euer Gambler
...
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