Monte Cassino
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Platz 1 in der Kategorie "Cassino". Typ: Kloster / Das Benediktinerkloster Monte Cassino gilt als Wiege des christlichen Mönchtums. Es wurde mehrfach zerstört und wiederaufgebaut und stellt heute ...mehr
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Monte Cassino gebraucht & neu

Monte Cassino Test, Erfahrungen und Testberichte vom Verbraucher

Mundi

Monte Cassino - die Wurzeln von Papst Benedikt XVI (Untergang und Wiedergeburt)

ein Testbericht von 2005-08-17 23:51:38 vom 17.08.2005
Empfehlung: ja
Vorteile: Eine Perle des Christlichen Abendlandes...
Nachteile/Kritik: In Deutschland wenig bekannt
Über 60 Jahre sind vergangen, als am 15. Februar 1944 durch alliierten Bombenangriff, das bis dahin trotz Kampfhandlung verschont gebliebene berühmteste Kloster der Christenheit, völlig zerstört wurde. Schon oft wurde, auch im Fernsehen, über diesen Ort berichtet. Ein Glücksfall für mich, dass gerade jetzt eine Busreise dorthin angeboten wurde. Die Wirklichkeit im wiederentstandenem Monte Cassino übertraf noch meine Vorstellungen. Über diesen Ort, der mich tief beeindruckt hat, über seine Schönheit und seine Geschichte, möchte ich hier berichten.

Dabei möchte ich, anders als bei einem Hotelbericht, vor meinen persönlichen Erfahrungen mit Service und Übernachtungsmöglichkeiten, die historischen Fakten besonders in den Vordergrund stellen. Bei der Geschichte des Gründers habe ich auf eine externe Quelle (siehe unten) zurückgegriffen.



Die geografische Lage
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Monte Cassino liegt auf einem 519 m steilen Berg hoch über der Stadt Cassino (dem Romanischen Cassinum) in der süditalienischen Provinz Frosinone zwischen Rom und Neapel. Von Rom oder Neapel erreicht man Cassino am einfachsten über die Autobahn A1, Ausfahrt Cassino.. Dann folgt man den Hinweisschildern zur Stadt Cassino. Von dort kann man den Gipfel erwandern oder mit dem Auto zum Kloster hinauf fahren.
Hier, in der Stadt Cassino, sollte man auch essen und trinken, denn später auf dem Berg wird es ziemlich teuer.

Die Geschichte von Monte Cassino bis 1944
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Im Jahre 529 gründete Benedikt von Nursia (S. Benedetto) das erste Kloster des nach ihm benannten Benediktinerordens, welches vor allem das Christentum in Europa verbreitete. Von den Langobarden im Jahre 581 zerstört, wurde es wieder im 8. Jahrhundert von Petronace aus Brescia aufgebaut und in den weiteren Jahren zur großen Blüte gebracht. Die Sarazenen zerstörten im Jahre 883 das Kloster und ermordeten den Gründer des heutigen Cassino, den Abt St. Bertarius. Erst Mitte des 10. Jahrhunderts begann wieder das klösterliche Leben auf dem Berg. Im 11. Jahrhundert, besonders unter Desiderius (dem späteren Papst Victor III), erreichte das Kloster seine höchste Blütezeit bis später im Jahre 1349 ein Erdbeben das Kloster zerstörte. Gleich danach begann man mit dem Wiederaufbau des Klosters und fügte ihm allmählich neue Teile hinzu. Durch weitere Ergänzungen der prächtigen Ausstattung wurde das Kloster zu jenem monumentalen Bauwerk, das fast 6 Jahrhunderte, bis zum tragischen 15. Februar 1944, Bestand hatte.


Die Geschichte des hl. Benedikt (Benedetto)
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Benedikt geboren um 480 in Nursia (Umbrien) erhielt seine Schulbildung in Rom. Mit 14 Jahren beschloss er, dem sittenlosen Treiben seiner Umgebung zu entfliehen und in harter Askese zu leben. Zunächst zog er nach Effide, dann in eine Höhle in einer Bergschlucht am Anio bei Subaco. In dieser Einsamkeit verbrachte er 3 Jahre als Eremit, notdürftig von einem Mönch versorgt. Als er durch Hirten, die ihn kannten, berühmt wurde, baten ihn Mönche des nahen Klosters Vicovaro, der Nachfolger ihres verstorbenen Abtes zu werden. Jedoch fügten sich die Mönche widerwillig seiner Strenge. Sie beschlossen, seiner klösterlichen Zucht ein Ende zu setzen. Nach einem misslungenen Giftmordanschlag der Mönche, zog sich Benedikt in seine Höhle zurück. Die Menge der Eremiten, die sich um ihn sammelte, wurde immer größer. So gründete er kleine Klostergemeinden mit je 12 Mönchen unter einen „Pater“, die ihn verehrten und als ihren Abt anerkannten.

Mit wenigen Mönchen zog er im Jahre 529 nach Kampanien, zerstörte die Überreste der heidnischen Kultstätten und baute auf dem Monte Cassino ein Kloster, das zur Hochburg des abendländischen Mönchtums und zum Stammkloster des Benediktinerordens wurde.

Für sein Kloster erarbeitete Benedikt eine „Regula“ aus. Sie forderte von den Mönchen: dauerndes Verbleiben im Kloster (im Gegensatz zum Vagabundieren vieler Asketen), Verzicht auf persönliches Eigentum, Keuschheit, Demut und Gehorsam gegen den von Mönchen gewählten Abt. Den Tagesablauf beherrschte der Grundsatz „Ora et labora“ (Bete und arbeite). Auch eine „Probezeit“ für Novizen (1 Jahr) war vorgeschrieben. Für Kinder, die von ihren Eltern den Mönchen zur Erziehung anvertraut wurden, musste das Kloster eine Schule unterhalten. Diese Regel (Regula Benedicti) verdrängte die alten Mönchsregeln, verbreitet durch Gregor I., Gregor II., Wynfrith Bonifatius und Karl dem Großen, und wurde zur alleinigen Regel des christlichen Mönchtums. Sie ist ein erhabenes Zeugnis römischer Weisheit und evangelischer Spiritualität, welches Menschen zur christlichen Heiligkeit, brüderlichen Liebe, zu Arbeit, Fortschritt und Frieden erziehen will.

Benedikt starb um 547 in Monte Cassino.
(Quelle: Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon, Verlag Traugott Bautz)


Da der Hl. Benedikt als Patron Europas gilt, und der neue Papst Benedikt XVI seinen Namen angenommen hat, wird vermutet, dass der Papst sich besonders um die Wiederchristianisierung Europas kümmern wird.


Die Kunstwerke
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Um viele Kunstwerke den Besuchern zugänglich zu machen, ist zum 1500. Geburtstag des Hl. Benedikt 1980 ein Museum entstanden. In 16 Sälen werden Exponate verschiedener Epochen gezeigt, aber auch welche aus jüngster Vergangenheit. Es gibt Erinnerungsstücke aus römischer Zeit, einen Saal der Choralbücher oder der Manuskripte, einen Saal der benedektinischen Mal- und Bildhauerei usw. Die Reste der ursprünglichen Basilika oder die Treppe am Ausgang mit Exponaten aus dem letzten Krieg bilden eine Klammer zwischen 1500 Jahren der Klostergeschichte. Beeindruckend sind die Kloster- und Sakralräume, mit Bildern berühmter Künstler, auch Künstlern der Neuzeit. Die renovierte Basilika mit der wunderschönen Orgel oder die Malerei der Kuppel der Basilika konnte ich während eines betörenden Gesangs eines Mönchchores bewundern.


Die Zerstörung des Klosters 1944
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Vom 17. Januar bis 18. Mai 1944 tobte hier eine der blutigsten Schlachten des 2. Weltkrieges. Sie wird auch wegen der vielen Nationalitäten, die teilgenommen haben, die Vielvölkerschlacht des 2. Weltkrieges genannt.
Nach der Landung der Alliierten am 3. September auf das italienische Festland wurde Montecassino ein wichtiger strategischer Punkt einer quer durch Italien gezogenen Verteidigungslinie (sog. Gustav-Linie). An dieser Linie kam Ende 1943 der Vorstoß nach Rom zum Stillstand. 80.000 deutsche Fallschirmjäger verteidigten Stadt und Berg. Nachdem amerikanische Verbände hohe Verluste hatten und von den Neuseeländern abgelöst wurden, verlangten diese, unter General Freyberg, für die 2. Angriffswelle die Bombardierung des Klosters, in dem sie Artilleriebeobachter vermutet haben. Tatsächlich gab es im Kloster keine deutschen Soldaten. Man erzählt, dass nur einmal ein deutscher Militärarzt von den Mönchen ins Kloster zur Hilfe gerufen wurde. Sonst war vom Oberbefehlshaber für Italien Kesselring, mit Rücksicht auf die historische Bedeutung des Klosters, den Soldaten der Zutritt verboten worden.
Zuvor waren alle wertvollen transportablen Kunstschätze und die Bibliothek in die Engelsburg nach Rom gebracht. Die ersten Verteidigungsstellen waren 300m von den Klostermauern entfernt. Deshalb fühlten sich auch die über 800 Flüchtlinge in den Klostermauern bei den Mönchen sehr sicher.

Am 15. Februar 1944, die Mönche waren gerade bei ihrer zweiten Morgenandacht, warfen 229 US-Flugzeuge über 500 Tonnen Spreng- und Brandbomben auf das Kloster, durch zusätzlich erfolgten Artilleriebeschuss wurde das einzigartige Kulturdenkmal in eine Trümmerwüste verwandelt. Noch nie in der Geschichte wurden auf einen einzigen Gebäudekomplex so viele Bomben abgeworfen. Im Kloster fanden 250 Menschen den Tod. Erst nach der Zerstörung besetzten deutsche Truppen die Klosterruinen und bezogen sie in ihre Verteidigungslinie ein. Trotz verlustreicher Kämpfe wurde der Berg gehalten.

Am 12. Mai begann die entscheidende Offensive. Polnische Exiltruppen unter General Anders griffen den Berg frontal an, während algerische und marokkanische Einheiten des französischen Expeditionskorps die Umgehung des Berges versuchte.
Am 18. Mai eroberte das 2. Polnische Korps nach schwersten Verlusten die Klosterruinen. Der Vormarsch auf Rom konnte fortgesetzt werden....


Monte Cassino der Gegenwart
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Dem Besucher, so er fitt ist, empfehle ich, das Fahrzeug am Fuße des Berges abzustellen. Die vielen Reisebusse haben wegen der Serpentinen einige Schwierigkeiten mit der Strecke. Unserer Busfahrer hatte auch einige Mühe, meisterte die Auffahrt aber sicher. Für einen PKW kann es schon knapp werden. Die Auffahrt mit PKW ist wegen der vielen Kehren und auch den Reisebussen recht schwierig, zudem kann man als Wanderer besser einen Eindruck über das historische Kampffeld bekommen. Oben außerhalb des Klosters gibt es einen großen Parkplatz, Restaurant, öffentliche Waschräume und Andenkenläden. Wer zu Hause die Eindrücke verarbeiten möchte, kann sich hier mit internationaler Kunstliteratur eindecken. Wie erwähnt, sollte man Esswaren in der Stadt Cassino kaufen, denn oben sind sie ziemlich teuer. Viele Jugendgruppen bewundern die Kunstwerke, und hören die spannenden Geschichten, die von den einheimischen Reiseführern erzählt werden. Hier hört man sehr viele Sprachen.
Man sollte sich „unauffällig“ einer von diesen Reisegruppen anschließen, dann bekommt man eine gute kostenlose Führung. Ein „Muss“ ist der Besuch des Museums. Ein deutscher Soldatenfriedhof liegt ganz in der Nähe.



Fazit
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Nach dem Kriege wurde das Kloster mit ausschließlicher Hilfe des italienischen Staates in 10 Jahre aufgebaut und liebevoll rekonstruiert. Gemäß dem Leitspruch auf dem Wappen des hl. Benedikt: „Succita virescit“ (abgebrochen, blüht es wieder auf), ist es wahrhaftig wieder zu einem Zentrum des religiösen, künstlerischen und nicht zuletzt des touristischen Lebens geworden.

Nur das polnische Soldatenlied über den „roten Mohn von Montecassino, deren Farbe gerötet ist durch das Blut der Gefallenen“ und 4 Soldatenfriedhöfe für 32.000 der im Kampf um den Klosterberg gefallenen Soldaten, zeugen noch vom Heldentum der Kämpfer und von der Barbarei der Verantwortlichen.

Möge die Welt künftig von solchen Taten verschont bleiben!
...
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Kommentare
feldhase
feldhase, 25.05.2005
Wirklich ein sehr interessanter Bericht. Mal was neues! Lieben Gruszlig vom Feldhasen
Lisolotto
Lisolotto, 14.04.2005
schoumlne Reiseziele,das wuumlrde ich mir ja auch sehr gerne ansehen
peter-stephan
peter-stephan, 17.04.2005
Gigantischer Bericht! Ich hab nen Film uumlber die Schlacht um das Kloster gesehen. Auch so ein Ort, an den ich rigendwann mal gerne moumlchte! peter-stephan
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Das Benediktinerkloster Monte Cassino gilt als Wiege des christlichen Mönchtums. Es wurde mehrfach zerstört und wiederaufgebaut und stellt heute ein bedeutendes Kulturdenkmal dar.
Allgemeine Informationen Monte Cassino
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