Wer seinen Urlaub auf der schönen Kanareninsel Teneriffa verbringt, sollte nicht versäumen, sich auf die Spuren der Guanchen, der Ureinwohner Teneriffas zu begeben und sich die Pyramiden von Güimar anzusehen.
Erst seit einem reichlichen Jahrzehnt weiß man von dieser Kultstätte. Heute ist sie DER Anziehungspunkt für das Städtchen Güimar im Südwesten der Insel.
Wie alles anfing:
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Als der norwegische Anthropologe Thor Heyerdahl 1990 in einer kanarischen Zeitung Fotos von überwucherten Hügeln in dem kleinen Städtchen Güímar auf Teneriffa sah, hoffte er, darunter Pyramiden zu finden und damit seine Theorie untermauern zu können, dass schon die alten Kulturen zu Zeiten der Inkas und der Pharaonen Kontakt miteinander hatten und lange vor Kolumbus ein Austausch stattgefunden hat.
Heyerdahls Theorie:
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Heyerdahl sah es nicht als Zufall an, dass sich in unterschiedlichen Erdteilen ähnliche Hochkulturen entwickelten. Er zog Parallelen zwischen den Völkern Mesopotamiens, Ägyptens, Mexikos und Perus: sie beteten die Götter der Sonne an, man fand fast die gleichen Keramiken und – sie bauten Stufenpyramiden.
Für Heyerdahl lag die Vermutung nahe, dass diese Kulturen miteinander in Verbindung standen. Mit dem Bau seiner Schilfrohrschiffe (Kon-Tiki, Ra und
Tigris), die er nach alten Zeichnungen herstellen ließ, konnte er beweisen, dass es auch schon damals möglich war, die Ozeane zu überqueren.
Mit der Entdeckung der Pyramiden von Güímar auf Teneriffa hoffte er, ein weiteres Puzzlestück für seine Theorie gefunden zu haben – das Bindeglied zwischen Mesopotamien und Mexiko.
In Güimar – einem kleinen Städtchen mit gerade einmal 14 500 Einwohnern, einer hübschen Kirche aus dem 18. Jahrhundert, Bürgerhäusern aus dem 19. Jahrhundert und einem guten Wein, bis dato eigentlich keine
Touristenattraktion – kehrte Trouble ein.
Thor Heyerdahl rief eine archäologische Stiftung ins Leben, gemeinsam mit Fred Olsen, dem größten Reeder der Kanaren, der das Gelände für elf Millionen Mark kaufte.
Die überwucherten Hügel in dem ca. 80.000 Quadratmeter großen Gelände wurde abgegraben und die darunter liegenden Pyramidenförmige Bauwerke aus übereinander geschichteten Vulkansteinen freigelegt. Auf einer rechteckigen Grundfläche von etwa 15 mal 16 Metern auf fand man sechs (von wahrscheinlich 9) Pyramiden, die sorgsam freigelegt wurden. Sie sind so aufgebaut, dass jeweils vier bis sieben rechteckige, fast einen Meter dicke Plattformen aus Steinen, jede Plattform kleiner als die darunter liegende, übereinandergelegt sind. Die Pyramiden sind etwa sieben Meter hoch und von terrassenartigen Freiflächen und Vorhöfen umgeben.
Die Kritiker behaupteten zunächst, dass es sich hier um die üblichen landwirtschaftlichen Steinterassen handelt, wie man sie überall auf den Feldern der Bauern findet. Diese Stützmauern sind üblicherweise aus runden Steinen aufgeschichtet. Die Steine der Pyramiden jedoch bestehen aus eckigen Blöcken, die aus Lavaströmen herausgeschnitten sein mussten und die
Ecksteine sind besonders sorgfältig behauen. Bei Messungen stellte man fest, dass die einzelnen Stufen so exakt angelegt waren, wie dies nur mit Hilfe von Schnüren geschehen sein konnte.
Als man an den westlichen Mauern der Pyramiden Treppen entdeckte, vermuteten die Skeptiker (die die Theorie der bäuerlichen Stützmäuerchen vertraten)sogleich, dass diese Treppen nur angelegt waren, damit die Bauern ihre Ackersteine nach oben bringen konnten...Auf der Plattform lagen aber keine Steine, sondern feine Kieselsteine.
Die Bauweise ähnelte dem Bau der Stufenpyramiden im Vorderen Orient und in Südamerika, Stätten der Sonnenanbetung.
Was Heyerdahl vermutete, bestätigte sich durch Berechnungen. Die Erbauer dieser Pyramiden mussten über astronomisches Wissen verfügt haben: die Treppe der größten Pyramide ist so ausgerichtet, dass derjenige, der sie emporsteigt – nämlich der Priester - sich zur Wintersonnenwende exakt der aufgehenden Sonne gegenüberbefindet.
Die große Mauer im Norden der Anlage ist exakt in Richtung Sonnenuntergang zur Sommersonnenwende angelegt.
Hebt man den Blick hinauf zum Berg hinter den Pyramiden, sieht man den Kraterrand des Urvulkans. Der Rand ist hier ausgebrochen und genau zwischen den beiden gewaltigen Zacken geht die Sonne unter - bei der Sommer-Sonnenwende über dem linken Gipfel, zur Winter-Sonnenwende über dem rechten Gipfel; hier residiert Guayota, Gott des Feuers und der Zerstörung,
verantwortlich für die Vulkanausbrüche.. und man kann sicher sein, hier an einer Kultstätte der Guanchen, der Ureinwohner Teneriffas, zu stehen.
Wer selbst dieses Gefühl einmal erleben möchte, besucht den Parque Etnográfico Pyramides de Güimar
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Ein Rundgang führt durch das 65.000 Quadratmeter große Gelände. Neben den Pyramiden findet man in diesem ethnografischen Park auch das Museum 'Casa Chacona', eine Replik des Schilfrohrfloßes RA II (Bild 2) von Thor Heyerdahl, Modelle weiterer Schilfrohrfloße, das Besucherzentrum mit Auditorium, in dem (auch auf deutsch) ein Dokumentarfilm über die Theorien Heyerdahls gezeigt wird. Eine Cafeteria und ein ökologischer Souvenirladen runden das Bild touristengerecht ab.
Anfahrt
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Güímar liegt im Südosten nahe der Autobahn und ist von den meisten Urlaubsorten Teneriffas in einer halben Stunde mit dem Auto zu erreichen.
Man fährt Richtung Calendaria, das man vom Südflughafen aus über die Inselautobahn in Richtung Santa Cruz erreicht. Die Entfernung beträgt etwa 40 km. Von Santa Cruz aus fährt man etwa 20 km über dieselbe Autobahn in Richtung Süden bis Candelaria.
Öffnungszeiten:
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tägl ich von 09:30 bis 18:00 Uhr
Tel : 922 51 45 10
Eintritt: 7 Euro
Ja – und mir bleibt jetzt nur noch, Euch viel Spass zu wünschen, wenn es Euch mal nach Teneriffa verschlägt – und dann nicht vergessen, die Pyramiden
von Güimar zu besuchen, denn sonst holt Euch Guayota!!