Platz 1 in der Kategorie "Røros". Typ: Bergbau / Röros ist eine alte Kupferbergwerksstadt - wurde als Weltkulturerbe eingestuft - sehr sehenswert. ...mehr
Røros - eine Bergwerksstadt mit sehenswerter Grube
Røros ist eine kleine Bergwerksstadt in Mittelnorwegen, abseits gelegen vom Touristenstrom der E 6 und trotzdem viel besucht. Røros liegt in der Provinz Hedmark nur wenige Kilometer von der schwedischen Grenze entfernt.
Anreise
Von der E 6, der zentralen Verkehrsader Norwegens, die, in Trelleborg beginnend, durch Schweden über Oslo bis ans Nordkap führt, fährt man, von Süden kommend, bei Ringebu ab auf den RV 27 bis Folldal, dort biegt man auf den nicht minder schönen RV 29 ab Richtung Alvdal. Ebendort muß man auf den RV 30 wechseln Richtung Tynset und weiter bis nach Røros (ausreichend genau, Dieter?). Das sind von Oslo rund 340 Kilometer. Der Bus soll von Oslo knapp 6 Stunden benötigen. Aber keine Bange, mit dem PKW ist man auch nicht viel schneller. Man kann auch den Zug nehmen von Oslo Richtung Trondheim, der durch eine traumhaft schöne Landschaft zuckelt, ehe er Røros erreicht. Schneller als mit dem Bus ist es mit der Bahn nicht. Zumindest nicht signifikant. Und dann kann man noch per Flieger von Oslo oder aus Richtung Trondheim einschweben, wenn es schneller gehen soll. Der Ort liegt ungefähr 630 Meter über dem Meeresspiegel.
Status Weltkulturerbe
Røros steht auf der UNESCO Liste des erhaltenswerten Weltkulturerbes. Insbesondere die vielen gut erhaltenen Häuser des Ortes sind schützenswert und vor allem sehenswert. Damit hat Røros den gleichen Status wie die Koloss von Rhodos oder alle anderen Weltwunder und schützenswerten Orte dieser Erde. Ich finde das schon sehr bemerkenswert, etwas so Wertvolles tief in den Bergen Norwegens versteckt zu finden.
Zum Ort Røros
Der Ort ist wahrlich nicht groß, andererseits gibt es hier etwas, was es sonst nur an wirklich wenigen Plätzen in Norwegen zu bestaunen gibt, nämlich wahren Massentourismus. Als wir in die kleine Stadt einzogen, hatte ich das Gefühl, in einer der vielen Stoßzeiten auf der Hamburger Mönkebergstraße zu sein. Wahre Menschenmengen (auf einer Fläche von 10 x 10 Metern wanderten mehr als 8-10 Menschen herum!) durchfluteten die "Mainstreet" des historisch so wertvollen Ortes.
Dort reihte sich ein altes, buntes Haus ans Nächste und darin gab es diverse Shops aller Colour. Es gab Turistbyro, Bank, Rathaus, Bergwerks-Museum, mehrere Andenken-Shops, kleine Restaurants, mindestens einen Juwelier (zumindest wurden Schmuckstücke angeboten), Klamottenläden die Menge, mindestens einen Telefonladen, Apotheke und Mineralienshop. Sicher hab ich nicht mehr alle im Kopf (alle Läden meine ich, ansonsten funktioniert er ganz gut), aber es gab eben ein reichhaltiges Angebot für alle anwesenden in- und ausländischen Touristen.
Der Unterschied zwischen den kleinen, armseligen Arbeiterhäuser neben der Schlackenhalde und deutlich aufweniger gebauten Häusern der Handwerker und Beamten in der Hauptstrasse und ihren "Abbiegern" ist Ausdruck des damaligen Zeitgeistes und Spiegel der Besitzverhältnisse dieser Zeit. Man sieht, dass die Unterschiede zwischen Sozialbauten in Hochhaussiedlungen und den Villen und Prachtbauten an exponierten Stellen unserer Städte nichts Neues in der Geschichte sind.
Doch kaum hat man die Hauptstrasse verlassen und ist in eine der vielen kleinen Seitengassen abgebogen, begegnet man schon fast wieder normalen norwegischen Verhältnissen. Nur wenige Menschen (viele gehen wohl nur einmal die "Mainstreet" auf
und ab, tolle Besichtigung!) biegen ab und betrachten die sehr schönen alten Bergmannnshäuser, die zum Teil aus dem 17. Jahrhundert stammen.
Direkt im Orte sind die riesigen, ausgedehnten Erzhalden zu sehen, die schon etwas bedrohlich wirken, wenn es bewölkt und etwas dunkel ist. Wenn jedoch die Sonne drauf scheint, könnte man meinen, dass immer noch Kupfer in diesen eigentlich "ausgelaugten" Steinen lagert. Sicher sind auch heute noch Spuren von Kupfer dort zu finden. Allerdings nur in den Erzhalden, nicht in den Schlackehalden, denn sie bestehen nur aus den Resten, die aus den Öfen vor Ort kamen. Sie erinnern in ihrer bizarren Formgebung an Vulkangestein.
Durch den Ort fließt die Håelva, ein kleiner rauschender Bach, der nur kurz danach in die deutlich breitere Glåma mündet. (Wie findest du diesen Satz, Heinz?) Dieser Bachlauf in Røros fließt parallel zur "Mainstreet" und in seiner Verlängerung kann man die o.g. Halden der Bergmannssiedlung erkennen, die heute nicht mehr betreten werden dürfen.
Zur Geschichte
Man sagt, es sei ein Bauer gewesen, der, dort lebend, einen Stein fand, der rötlich schimmerte und wohl viel Kupfer enthielt. Dieser Bauer soll der erste Bergmann Røros geworden sein, der auch das erste Bergwerk gründete. Nun ganz so wird es wohl nicht gewesen sein, aber zu Beginn des 17. jahrhunderts wurden in der Tat die ersten "Kupferfelder" der Region entdeckt. Erstmals historisch belegt ist in Røros 1644 ein Kupferbergwerk gegründet worden. Diesem ersten Bergwerk folgten bald weitere. Viele deutsche Bergleute wurden insbesondere aus der Harzregion angelockt (dort wurde schon sehr viel früher - ab dem 11. Jh - Erz in Bergwerken abgebaut), um mit ihrem Know-how die Entwicklung voranzutreiben. Man sagt Røros eine gewisse Ähnlichkeit mit den "Bergstädten" im Harz nach. Nun habe ich beides gesehen: Clausthal-Zellerfeld/ St.Andreasberg/ Wildemann/ Lautenthal/ Altenau und .... Røros und eine gewisse Ähnlichkeit ist in der Tat nicht von der Hand zu weisen.
Es wurden neben dem Hauptprodukt Kupfer auch in kleineren Mengen Gold, Silber, Blei und Zink gefördert. Die letzte Schmelzhütte Røros schloß erst etwa 1977. In der Zeit dazwischen wurde hier unendlich viel Kupfererz mit ganz besonders hohem Kupferanteil gebrochen (nach Erhitzen der Stollenenden), gefördert, zertrümmert, zerkleinert und geschmolzen.
Aus der frühen Bergwerkszeit, also der Zeit zwischen 1650 und 1800, stammen wohl die meisten Häuser des Ortes, in denen die damaligen "Kumpels" lebten, aßen, tranken, feierten, liebten, heirateten, Kinder erzeugten krank wurden und meist zu früh starben. Im Bergwerksmuseum Røros (Rørosmuseet)
wird eindrucksvoll die Lebensweise dieser hart arbeitenden Menschen dargestellt, absolut sehenswert. Um aber ganz sicher das Leben der frühen Bergleute empfinden zu können, sollte man unbedingt ins etwa 13 Kilomter von Røros entfernt liegende Bergwerk "Olavsgruva" pilgern, um dort unter Tage das richtige Feeling dafür zu entwickeln.
Interessant ist sicher auch die größte Kirche des Ortes, die Røros Kirke, auch Oktogon-Kirche genannt, die deswegen erwähneswert ist, weil sie mit rund 1650 Plätzen entschieden zu groß dimensioniert ist für den eigentlich kleinen Ort Røros. Sie ist nur einige Jahre nach Entstehen des ersten Bergwerkes errichtet worden, hielt knapp 130 Jahre und wurde etwa 1784 durch den steinernen achteckigen Koloß ersetzt, der heute in Røros zu besichtigen ist. Es ist eines der wenigen steinernen Gebäude des Ortes und schon deshalb sehr ungewöhnlich.
Die Olavsgruva
Auf der Fahrt in die Olavsgruva durchquert man eine fast baumkahle, karge und recht wellige Landschaft, die nur aus Steinen zu bestehen scheint. Diese Steine wirken schmutzig, sind meist braun oder schwarz und die durch diese Landschaft verlegte Asphaltpiste wirkt wie ein nur aufgelegtes breites Band. Mitten in der Landschaft stehen alte Bergwerksanlagen, die bereits lange stillgelegt sind und nur noch als stumme Zeugen einer harten, unbarmherzigen Arbeistwelt dienen, die lange Zeit die Menschen der Region prägte.
Dann taucht nach rund 13 Kilomteren trostloser Landschaft mit vielen Althalden das Museumsbergwerk Olavsgruva auf. Restaurierte, rotgestrichene Gebäude und ein paar Fahrzeuge der Besucher, eine für Mineralienfreunde wie mich höchstinteressante Althalde und ein kleiner Andenken- und Snack-Shop bilden neben dem Hauptgebäude mit dem Eingang zur Grube diese Sehenswürdigkeit.
Mit Helm bewehrt und mit warmer Jacke versehen (in der Grube herrschen andauernde Temperaturen um 5 Grad plus - also absolut erfrischend!) geht es rund 50 Meter in die Tiefe und bis zu 500 Meter in den Berg. Es gibt überall Stellen, an denen die Arbeitsweise der frühen Bergleute dargestellt wurde. Man erhitze eine Wand des Stollens durch ein geschichtetes Holzfeuer, ließ die Wand nach dem Erhitzen abkühlen und brach in den daraus entstandenen Gesteinsspalten das Erz heraus. Ein sehr mühsames und langwieriges Verfahren und ungesund dazu, denn es war stets feucht in den verzweigten Stollen, die Lüftung war nur dürftig, die Arbeitszeiten 12 Stunden am Stück und länger und die Arbeit war knochenhart und nicht ungefährlich.
Lange Lorenstränge durchziehen das Bergwerk, dass viele Kilometer Stollenlängen aufweist und in dem man problemlos verloren gehen könnte, würde man sich von der Gruppe trennen und heute verbotene Wege gehen. Also schön auf Eure Kinder aufpassen! Unterirdische Seen, farbig angestrahlt, ergeben faszinierende Einblicke in eine Welt, die uns heute unwirklich und schier unvorstellbar erscheint und doch das Leben von vielen Generationen von Menschen bestimmte, deren Gebeine heute in den vielen Grabstätten um die Bergwerke herum stumme Zeugen dieser Zeit sind.
Althalden
Direkt an diesem Museumsbergwerk liegen ein paar Althalden, die für Mineraliensammler sehr interessant sind. Hier findet man neben Kupferkies (da kann man tolle Stücke finden) auch Bleiglanz und Manganophyll in vielen Ausführungen. Da wird der Besuch doppelt belohnt.
Fazit:
Røros zum einen und die Olavsgruva zum anderen sind absolute Highlights eines Besuches dieser landschaftklich so reizvollen Region in Hedmark. Man braucht einen ganzen Tag, um Stadt mit Bergwerksmuseum und Grube zu besichtigen. Aber dieser Tag wird sicher einer der Höhepunkte eines Urlaubes in dieser Region sein. Und man kann behaupten, ein Stück Weltkulturerbe besichtigt zu haben.
¹ Alle Preisangaben inkl. MwSt. und ggf. zzgl. Versand. Zwischenzeitl. Änderung der Preise, Lieferzeiten & Lieferkosten sind in Einzelfällen möglich. Alle Angaben erfolgen ohne Gewähr.
1-1 von 1 Røros
Top Webtipps
Amazon.de
Niedrige Preise, Riesen-Auswahl und kostenlose Lieferung ab nur 20 EUR
Informationen zu Röros
Technische Daten und ProdukteigenschaftenRöros ist eine alte Kupferbergwerksstadt - wurde als Weltkulturerbe eingestuft - sehr sehenswert.
Allgemeine Informationen Röros
gelistet seit: 03.02.2005Bewertung durch unsere Mitglieder