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Wandern in den Karpaten

Das Alte Rathaus

Der Marktplatz
Brasov
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Platz 1 in der Kategorie "Brasov". Eine der größten und bekanntesten Städte Rumäniens, die gerne als "Little Prague" bezeichnet wird mit 280.000 Einwohnern ...mehr
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Brasov gebraucht & neu

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JUDETUL BRASOV SUB ARCUL DE LUMINA AL EPOCII N. CEAUSESCU, Rumänien

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Brasov Test, Erfahrungen und Testberichte vom Verbraucher

Lachesis

Wo man beim Wandern noch Braunbären trifft

ein Testbericht von 2008-10-22 15:29:11 vom 22.10.2008
Empfehlung: ja
Vorteile: - Wandern - Altstadt - Pubs & Restaurants...
Nachteile/Kritik: - Falscher Umgang mit der Anwesenheit von Bären.
Es ist erstaunlich wie viele lange, fast mitleidige Gesichter, man zu sehen bekommt, wenn man erwähnt in Rumänien Urlaub gemacht zu haben. Tiefes Osteuropa gilt eben noch immer als dunkles Finsterland und wird außer mit Transsilvanien und Dracula mit wenig verbunden. So wissen auch nur wenige Leute, dass Rumänien durchaus sehenswerte, moderne Städte zu bieten hat. Neben dem bekannteren Sibiu (Hermannstadt) ist Brasov eine von Rumäniens größten Städten - und noch dazu die meiner Meinung nach schönste.

Brasov (gesprochen: „Braschow“) liegt in Siebenbürgen und damit ziemlich zentral in Rumänien, sozusagen im Winkel zwischen Ost- und Südkarpaten. Mit etwa 280.000 Einwohnern ist sie eine von Rumäniens größten Städten.



Etwas Geschichte

Brasov, zu Deutsch Kronstadt, wurde im frühen 13. Jahrhundert vom deutschen Ritterorden gegründet. Es liegt klimatisch geschützt von der Bergkette Postavarul umgeben und galt so als idealer Ort für eine Stadt. Zunächst wurde sie Corona genannt, aber nicht viel später in Kronstadt umbenannt.
Nachdem die Ordensritter Kronstadt verließen, wurde es über Jahrhunderte zum kulturellen Zentrum der Siebenbürger Sachsen, die noch sechshundert Jahre lang die Mehrheit der Bevölkerung der Stadt stellen sollten. Heute sind es nur noch etwa 2000 Personen.
Im Laufe der Jahrhunderte wechselte Brasov unter verschiedenen Eroberern, vor allem den Türken und Tataren, immer mal wieder den Namen. Zur Zeit der kommunistischen Machthaber in den 50er Jahren trug sie sogar einmal den einfallsreichen Namen „Orasul Stalin“ – Stalinstadt!
Heute prangt der Name "BraÅŸov" ganz nach Hollywood-Manier in weißen Lettern auf dem Hausberg über der Stadt.


Wie kommt man hin?

Auch wenn man in Rumänien auf ein Auto verzichtet, so wie wir das gemacht haben, ist Brasov sehr gut zu erreichen. Von Bukarest aus fahren mehrere Züge täglich dorthin, die für die Fahrt etwa 2,5 Stunden brauchen. Das hängt auch davon ab, um was für eine Art Zug es sich handelt, denn auch in Rumänien gibt es Schnell- und Bummelzüge. Gut beraten ist man auf alle Fälle mit einem Accelerat, der wirklich nur in den wichtigsten Städten anhält.
Generell ist Brasov auch Zwischenstopp für alle Züge, die weiter nach Norden, also Richtung Cluj-Napoca oder bis nach Arad fahren.
Alternativ zum Zug kann man auch den Bus nehmen. Mehrere Unternehmen schicken alle ein bis zwei Stunden einen Bus von Bukarest oder Sibiu auf die Reise. Die Preise sind für Bus wie auch für das Zug fahren relativ günstig.

Übrigens braucht man keine Angst zu haben in durchgerosteten Karren aus dem zweiten Weltkrieg zusammen mit Ziegen und Hühnern transportiert zu werden. Sowohl die Züge als auch die Busse, die wir in Rumänien erwischten, entsprachen durchweg dem westeuropäischen Standard. Stehen muss auch niemand, denn mit jedem Ticket wird gleich eine Sitzplatzreservierung mitgekauft - sogar im Minibus!
Allerdings kann es einem schon mal passieren, dass der Fahrer eines Busses einen etwas ausgefalleneren oder auch sehr heimatverliebten Musikgeschmack hat. Zweieinhalb Stunden mit laut aufgedrehter rumänischer Volksmusik können einen schon mal an den Rand der Verzweiflung bringen.



Die wichtigsten Sehenswürdigkeiten

Um hier keinen ganzen Reiseführer zu zitieren, möchte ich nur kurz die Sehenswürdigkeiten beschreiben, die ich auch selbst besucht habe. Grundsätzlich hat Brasov rund um den historischen Stadtkern viel zu bieten. Beim Bummeln findet man eine Menge schöner alter Gebäude mit kunstvollen Verzierungen, die das Bild der Altstadt prägen.


Am Marktplatz

Der Piata Sfatului genannte Marktplatz bildet das Zentrum der Stadt. Mittelpunkt ist das Alte Rathaus (Casa Sfatului) mitten auf dem Platz. Es stammt ursprünglich aus dem 15. Jahrhundert und beherbergt heute unter anderem die Touristeninformation und das Geschichtsmuseum.
Rund um den Platz findet man zahlreiche Bars, Kneipen und Restaurants (darunter zum Beispiel das „Altstadt“ mit guter deutscher Küche). Von dort aus kann man durch die Straßen flanieren, die mit jeder Menge moderner Shops und gastronomischen Einrichtungen aufwarten.
Brasov ist eine moderne osteuropäische Stadt. Die Straßen werden von jungen Leuten bevölkert. Vor allem hier im Zentrum fühlt man sich an eine kleine Ausgabe von Prag erinnert.


Die Schwarze Kirche

Das berühmtest Wahrzeichen der Stadt liegt direkt hinter dem Marktplatz, der Piata Sfatului. Der Name stammt von einem verheerenden Brand im Jahre 1689 nach einem Angriff der Österreicher, der die Mauern der größten gotischen Kathedrale Südosteuropas schwarz färbte. Zu diesem Zeitpunkt war die Kirche bereits 300 Jahre alt. Schon vorher hatte sie Angriffe der Türken und ein schweres Erdbeben im 16. Jahrhundert überstehen müssen.
Heute ist die ereignisreiche Geschichte der Kirche auf vielen liebevoll selbst gestalteten Tafeln im Inneren des Gebäudes dargestellt. Sämtliche Texte sind auch auf Deutsch vorhanden. Man zahlt etwa 1,50 € Eintritt, die Renovierungsarbeiten zugute kommen. Zu sehen gibt es neben dem Bauwerk selbst auch die größte Sammlung historischer orientalischer Teppiche außerhalb der Türkei, die größte mechanische Orgel Rumäniens und zu hören die größte frei schwingende Glocke Rumäniens mit einem Gewicht von 6 Tonnen.


Der Schwarze und der Weiße Turm

Im Westen der Altstadt sind große Teile der alten Stadtmauer erhalten. Hat man seinen Weg dorthin gefunden, kann man problemlos zum Schwarzen und Weißen Turm empor steigen, die beide im 14. und 15. Jahrhundert zur Befestigung der Stadt gegen die sich wiederholenden Angriffe der Türken gebaut wurden.
Von beiden Türmen bietet sich ein herrlicher Ausblick über die Altstadt mit ihren roten Ziegeldächern und der dominanten Erscheinung der Schwarzen Kirche. Den Weißen Turm kann man auch innen besichtigen.



Übernachten

Übernachtungen sind in Brasov generell etwas teurer als anderswo im Land (außer der Hauptstadt Bukarest natürlich). Das heißt aber nicht, dass man mit horrenden Preisen rechnen muss. Private Pensionen gibt es verhältnismäßig wenige, aber dafür haben wir einem Tipp aus unseren beiden Reiseführern verlassen, die sich mit der Wahl des besten Hotels der Stadt einmal einig waren: dem Drei-Sterne-Hotel {i}Bella Musica{/i}.

Das 400 Jahre alte Haus liegt direkt am Marktplatz und ist von außen relativ unauffällig. Innen hat man die 28 Zimmer mehr als stilvoll restauriert, ohne den Charme des urigen Gemäuers zu untergraben. Im Flur öffnen sich die Räume nur nach einer Seite hin, die andere Wand besteht aus schiefen, alten Backsteinen mit beruhigender, sanfter Beleuchtung.
Unser Zimmer selbst war wirklich ein Traum. Nicht groß, aber in einer Mischung aus dunklem Holz und jeder Menge Spiegel mit einem zeitlosen Charakter. Sauberkeit stand völlig außer Frage. Die Dusche war total geräumig und mit einem ordentlichen Wasserstrahl, der in Rumänien nicht selbstverständlich ist.
Klasse war auch das Frühstück. Es wird im Nichtraucherbereich des zugehörigen Restaurants eingenommen und ist mit verschiedensten Wurst- und Käsesorten, frischem Obst und Gemüse, Joghurt, Müslis, gebratenem Ei und Würstchen sowie täglich wechselnden kleinen Tapas mehr als reichlich.
Gekostet hat eine Übernachtung umgerechnet 60 Euro für das Doppelzimmer.



Essen

Essen gehen macht ebenfalls richtig Laune in Brasov. Einige Restaurants liegen in schönen, manchmal sehr verwinkelten Kellergewölben mit sehr urigem Charakter. Auch an Pubs und Kneipen fehlt es nicht. Meine Empfehlung heißt genau wie das Hotel „Bella Musica“ und liegt auch direkt daneben. Unterirdisch sind Restaurant und Hotel verbunden, weshalb das Hotelfrühstück wie schon erwähnt auch im Restaurant eingenommen wird.
Eine Reservierung ist auch unter der Woche absolute Notwendigkeit, denn das Restaurant Bella Musica ist so gut wie immer ausgebucht. Es ist eines der Restaurants, die wunderschön in einem niedrigen Kellergewölbe liegen. Die Beleuchtung ist dezent mit vielen Laternen, ein Kamin sorgt für noch gemütlichere Atmosphäre und die dezente Dekoration aus altem Geschirr und Krügen perfektioniert das Ambiente.
An jedem Tisch gibt es einen Knopf, mit dem man die klassisch in weiße Hemden gekleideten Kellner jederzeit rufen kann. Englisch wird auf jeden Fall verstanden. Zur Begrüßung gab es einen Hausschnaps und Knabbereien mit verschiedenen Dips.

Das Bella Musica bietet einheimische Spezialitäten aus Rumänien und ein paar mexikanisch angehauchte Gerichte. Spezialität des Hauses ist jedoch eine Vorspeise: Bohnensuppe im Brot. Wer dann aufgrund uns Deutschen recht moderat erscheinenden Preise sollte man jedoch vorsichtig damit sein, zu dieser Vorspeise gleich ein reichhaltiges Hauptgericht zu bestellen. Das Brot, eine Art ausgehöhltes Weißbrot mit Deckel ist nämlich von stattlicher Größe und beeindruckendem Umfang. Die enthaltene Suppe hat dazu noch die dickflüssige Konsistenz eines guten Chili con Carne. Nun ja, mein Freund hat diese Vorspeise nicht geschafft und wir waren ganz froh, dass er nicht gleich noch ein Kotelett bestellt hatte. Die Rumänen schätzen nun mal reichliches Essen ïŠ



Wandern – Poiana Brasov

Brasov ist ein Tor zur großartigen Bergwelt der Südkarpaten. In einer nicht allzu anspruchsvollen Wanderung kann man zum Beispiel den hauseigenen Berg Tampa (967 Meter) besteigen, der mit dem Namen der Stadt in Hollywood-Manier geschmückt ist. Wer längere und höhere Wanderungen sucht, findet in der Umgebung von Brasov verschiedene Möglichkeiten. Fehlende Ausrüstung kann man problemlos in Brasov nachkaufen, wo immer mehr Outdoor-Shops eröffnen, die in der Regel ziemlich gut sortiert sind. Dort erhält man auch Wanderkarten und vom Personal persönliche Tipps zu netten Wanderungen.
Auf diese Weise haben wir auch den Tipp bekommen, dass die Besteigung des Mare Postavarul eine Wanderung ist, die man gut in vier bis fünf Stunden machen kann. Gestartet wird die Wanderung in Poiana Brasov. Das Städtchen mit 8.500 Einwohnern ist mit dem Bus von Brasov aus gut zu erreichen. Die Busse fahren alle halbe Stunde und man kommt auch am Abend noch gut zurück.
Poiana Brasov ist ein Ressort für Wanderer, vor allem aber für Skifahrer im Winter. Ende September sind wir keinem anderen Wanderer begegnet. Der Mare Cristianul und der Mare Postavarul sind die zwei Berggipfel, die kurz aufeinander folgen, und entweder per Seilbahn oder eben zu Fuß zu erreichen sind. Die Wanderung – hat man denn die Markierungen erstmal gefunden (gelbe Dreiecke waren diesmal die Markierungen unserer Wahl) – schlängelt sich in der Nähe der Skipiste, die natürlich im Herbst erst einmal nichts als eine Wiese ist – durch den Wald nach oben. Man passiert eine Cabana – eine Wanderhütte – wo man sicherlich auch übernachten könnte, und die Zielstationen der Seilbahn. Ende September fährt die letzte Seilbahn schon nachmittags um drei zurück. Wer also runterwärts nicht laufen möchte, sollte früh mit der Wanderung anfangen.
Vom Gipfel auf 1799 Metern Höhe hat man eine tolle Aussicht auf Brasov in der einen Richtung und die Karpaten mit ihren dichten Wäldern in der anderen Richtung. Nicht weit davon entfernt wurde übrigens der Film „Cold Mountain“ mit Nicole Kidman und Jude Law gedreht, und wenn man den Blick über die dunklen Karpatengipfel schweifen lässt, kann man sich das auch sehr gut vorstellen.
Unterwegs kann man mit Glück einige Tiere sehen. Damwild, Eulen und Eichhörnchen liefen uns vor allem am späteren Nachmittag über den Weg. Was einem auf einer Wanderung dort ebenfalls begegnen kann, sind Braunbären. Aber ob das wirklich Glück ist…



Braunbären in Brasov

In Rumänien lebt Europas größte verbliebene Braunbärpopulation, derzeit geschätzt auf etwa 6.500 Tiere. Am häufigsten werden sie in den Südkarpaten gesichtet, Brasov ist berühmt für seine Bären und fast täglich werden in den Vororten welche gesichtet.
Doch gerade stellen die Bären oft ein Problem dar. Sie sind zu sehr gewöhnt an den Menschen, suchen in Mülltonnen nach Nahrung und dringen in ihrer Neugier manchmal sogar in Höfe und Gärten vor. Verschlimmert wird dieser Zustand durch selbsternannte Touristenführer, die Bären nachts anfüttern, um zahlkräftigen Touristen ein angebliches Naturerlebnis zu verschaffen.
Hin und wieder aber kommt es zu wenig erfreulichen Begegnungen mit Bären, die oft damit zu tun haben, dass Menschen unterschätzen, dass sie es mit einem großen und kräftigen Raubtier zu tun haben oder dass die Bären ihre Scheu vor dem Menschen verloren haben.
Uns wurde geraten, auf der Wanderung besonders viel Krach zu machen. Vor allem wenn wir wirklich einem Bären begegnen sollten, was keinesfalls unmöglich ist. Die Idee dafür war ein kleiner Topf am Gürtel und ein Stock zum gelegentlichen Draufschlagen sowie immer wieder relativ laute Gespräche. Man kommt sich zwar schon doof dabei vor, wie die letzten Trampel durch den Wald zu laufen, aber gerade in der Dämmerung beim Abstieg fühlten wir uns so doch wesentlich sicherer.
Hin und wieder werden Menschen von Bären verletzt, alle paar Jahre gibt es auch mal einen Todesfall. Im Sommer zerriss ein Bär auf Nahrungssuche das Zelt eines deutschen Pärchens in der Nähe von Brasov und verletzte eine Person. Allerdings muss ich dazu auch sagen, dass schon eine gehörige Portion Dämlichkeit dazu gehört, in dieser Gegend zu zelten.
Die Gefahr, die von den Bären ausgeht, ist durchaus kalkulierbar und man sollte sich durch ihre Gegenwart nicht vom Wandern abhalten lassen. Trotzdem sollte man im Hinterkopf behalten, dass man in einem Gebiet unterwegs ist, wo man Bären begegnen kann, und diese Situation mit Respekt behandeln.



Fazit

Brasov ist ein Muss für jede Reise nach Rumänien. Wer eine Vorstellung von dreckigen, von Plattenbauten dominierten Städten in Osteuropa hat (die nicht überall falsch ist…), wird hier eines besseren belehrt. Brasov ist eine moderne Stadt mit kulturellem Kern und lebhaftem Flair, die vom Shoppen bis zu langen Wanderungen für jeden Geschmack etwas bietet.
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Kommentare
Gozo-Bernie
Gozo-Bernie, 27.10.2008
Leider kein bw mehr da, deshalb sh und ein Gruss
aus Catania - bernie
Herr_Tom
Herr_Tom, 28.11.2008
Überaus interessanter Bericht! LG Thomas
Janet
Janet, 09.12.2008
Ich fliege 2009 nach Rumänien aber eher in eine andere Gegend. Das Foto mit dem Marktplatz kommt mir bekannt vor. Schöner Beitrag ...pa pa sagt man in Rumänien ..
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Technische Daten und Produkteigenschaften
Eine der größten und bekanntesten Städte Rumäniens, die gerne als "Little Prague" bezeichnet wird mit 280.000 Einwohnern
Allgemeine Informationen Brasov
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