Retro Youth Hostel Test, Erfahrungen und Testberichte vom Verbraucher
Eines der besten Hostels in Rumänien
ein Testbericht von Lachesis2008-11-28 20:49:25vom 28.11.2008Empfehlung: ja
Vorteile: - Service
- Freundlichkeit
- Sauberkeit
- Umgebung
- Preis...Nachteile/Kritik: -
Cluj-Napoca wird den meisten wahrscheinlich wenig sagen, trotzdem bezeichnet der ungewöhnliche Name eine der größten Städte Rumäniens. Mich hat es Ende September mit meinem Freund dorthin verschlagen, nur auf der Durchreise, aber vor allem die Unterkunft werde ich in guter Erinnerung behalten.
Die Stadt mit dem deutschen Namen Klausenburg ist Rumäniens drittgrößte Stadt mit über 300.000 Einwohnern. Sie liegt als Metropole im Nordwesten Rumäniens noch im Gebiet Transsylvanien.
Die Stadt ist sehr alt, eine Siedlung mit dem Namen Napuca oder auch Napoca wird bereits um 130 n. Chr. mehrfach erwähnt. Die Stadt Cluj wurde dann im 13. Jahrhundert gegründet. Den Zusatz Napoca erhielt sie dann 1974 durch Ceaucescu aus nationalideologischen Gründen.
Cluj-Napoca ist von Bergen und Wäldern umgeben. Sie gilt als Ausgangspunkt für Wanderungen im südlichen Apuseni-Gebirge, so wie wir es vorhatten.
Man kann es aber auch in der Stadt selbst aushalten, die viel Kultur und nette Kneipen und Restaurants bietet.
Wer sich vor dem Wandern noch mit weiterem Backpacker-Bedarf ausstatten möchte (zum Beispiel weil der Gaskocher am Flughafen in Deutschland beschlagnahmt wurde...), findet eine ganze Reihe von mehr oder weniger gut ausgestatteten Wandershops mit dem Englischen mächtigen Personal.
Anreise
Cluj ist eine sehr gut zugängliche Stadt. Züge von Bukarest fahren direkt nach Cluj durch und auch per Bus oder Minibus ist es gut erreichbar. Des weiteren besitzt die Stadt einen internationalen Flughafen.
Vom Bahnhof aus gelangten wir zu Fuß in zwanzig Minuten in die Innenstadt, wo die Piata Unirii das Zentrum bildet. Selbstverständlich kann man auch ein Taxi nehmen.
Das Retro-Hostel
Der Plan war direkt von Cluj Richtung Süden ins Apuseni-Gebirge aufzubrechen. Vorher nochmal ausruhen war aber nach der langen Zugfahrt, die von Sighisoara aus immerhin drei Stunden gedauert hatte, dringend nochmal nötig. Das Retro-Hostel war in beiden Reiseführern besonders empfohlen worden, weshalb wir direkt hinsteuerten.
Eine halbe Stunde war vom Bahnhof aus zu laufen und wenig mussten wir suchen, bis wir es schließlich in seiner kleinen Nebenstraße fanden.
Erste Eindrücke
Von außen ist das Hostel unscheinbar, ein kleines Schild zeigt, dass man richtig ist. Drinnen gelangten wir in einen typischen Hostel-Vorraum der gemütlicheren Art. Ständer mit Prospekten, Sofas, Sessel. Das nette Mädel ließ uns kurz auf dem Sofa Platz nehmen, um noch einen anderen Gast zu bedienen. Völlig baff waren wir dann, als sie uns fragte, ob wir während des wartens einen Tee oder Kaffee trinken möchten. Sowas hab ich noch nie in einem Hostel erlebt. Wir fühlten uns gleich richtig willkommen. Dann hatten wir auch noch Glück, weil für die Nacht ein Doppelzimmer frei war, für den nächsten Tag war das Hostel bereits ausgebucht. Also: am besten reservieren!
Das Zimmer
Besonderen Luxus darf man von einem Hostel ja nicht erwarten. Aber Sauberkeit. Und in dieser Hinsicht wurden wir nicht enttäuscht. Unser Zimmer lag, von einer schweren Stahltür versperrt, gleich im ersten Stock. Es war klein, mit den beiden Betten fast gefüllt. Einen Schrank gab es nicht (aber den benutze ich sowieso nie in Hotels), nur ein paar Haken an der Wand.
Als besonderes Schmankerl befand sich ein Fernseher auf einem Regal an der Wand, mit dem man sogar ein verschwommenes Pro7 als
einzigen deutschen Sender empfangen konnte.
Insgesamt war das Zimmer sauber und einigermaßen ordentlich. Beim Zusammenschieben der Betten entdeckten wir einen recht großen Fleck auf dem Boden, aber es gibt glaube ich wenige Hostels, wo es die nicht gibt. Geklebt oder schlecht gerochen hat er jedenfalls nicht.
Bettzeug und Handtücher wurden direkt zur Verfügung gestellt. Die Betten mussten auch nicht selbst bezogen werden.
Duschen und Toiletten
Im Flur gab es insgesamt vier Zimmer und dafür auf dem Gang je eine Toilette für Männlein und Weiblein sowie eine Dusche mit drei Kabinen. Das reichte auch aus, wir mussten kein einziges Mal anstehen.
Alles war sauber. Schwierig könnte nur für manche Individuen die Benutzung der Toiletten sein, die frei heraus geschätzt nichtmal einen Quadratmeter Platz haben, so dass beleibtere Personen mitunter Schwierigkeiten bekommen könnten, die Tür zu schließen...
Toilettenpapier war immer vorhanden, was in Rumänien so selbstverständlich ist wie Schnee im Sommer. Die Duschen boten sofort warmes Wasser mit einem kräftigen Strahl, was in Rumänien ebenfalls nicht selbstverständlich ist. Hier gab es nichts zu meckern.
Frühstück
Im Zimmerpreis war Frühstück dabei. Da hatten wir nun auch schon wilde Sachen erlebt, vor allem in Bukarest, und waren über das bereit gestellte Geschirr doch wieder einmal sehr überrascht und erfreut. Es gab Müsli, Toast und Kaffee. Keine Highlights, aber alles in Ordnung.
Eingenommen wurde das Frühstück in der Küche im Eingangsbereich. Es gab einen großen Tisch und gut ausgestattete Schränke mit allem möglichen Geschirr. Wir haben die Möglichkeit selbst zu kochen nicht genutzt, ich bin aber sicher, dass es sich dort sehr gut kochen lässt.
Weitere Services
Das Retro gilt als erste Adresse für Backpacker in Cluj. Bei der Suche nach einer Karte vom Apuseni-Gebirge wurden wir dort fündig, nachdem zwei an sich gut ausgestattete Wandershops in Cluj keine gehabt hatten. Die Leute am Empfang waren ausnahmslos sehr hilfsbereit und versuchten einem bei allen Fragen weiterzuhelfen.
Das Hostel bietet noch eine ganze Menge weiterer Services, die wir nicht in Anspruch genommen haben. Zum Beispiel gibt es die Möglichkeit zur kostenlosen Internetnutzung, im Erdgeschoss sogar drahtlos.
Des weiteren organisiert das Team Stadttouren und Ausflüge in die Umgebung, hilft beim Auto mieten oder beim Flughafentransport, verkauft Postkarten und Telefonkarten oder unterstützt einem bei der Buchung der nächsten Unterkunft.
Insgesamt ein tolles Gesamtpaket.
Preise
Wer einfach nur ein Bett braucht, kriegt das schon ab 39 Lei, also etwa 10 Euro. Ein Doppelzimmer hat uns gerade mal 90 Lei gekostet, was etwas über 20 Euro sind. Die Preise können natürlich je nach Saison variieren. Frühstück war 14 Lei extra (3,70 €).
Fazit
Wer mal nach Cluj-Napoca kommt und auf's Geld schauen muss, sollte unbedingt im Retro-Hostel reservieren. Es gehört definitiv zu den besten Hostels in Rumänien und bietet auch international einen hohen Standard.