1492 -oder die Anfänge zur Entdeckung von Amerika.
Heute möchte ich von einem kleinen Ausflug nach "Palos de la Frontera" berichten. Ein winziges Städtchen in Andalusien,nahe Huelva.
Nach Palos de la Fronteira kommt man eigentlich nur mit dem Auto. Es gibt keine Zugverbindung,und wenn man mit dem Bus dorthin möchte,muss man in Huelva in einen Nahverkehrsbus umsteigen. Doch das alles ist ziemlich umständlich.
So ist ein Mietauto wohl am besten geeignet. Schliesslich bleibt man ja nicht nur im Ort Palos,sondern man fährt noch etwas weiter zum nahe gelegenen Kloster La Rabida.
Palos erreicht man über die Autobahn Portugal - Sevilla. Hier nimmt man die Ausfahrt Moguer.
An Moguer vorbei geht's noch etwa 10km geradeaus. Palos liegt dann rechts.
Palos de la Frontera gilt als die Wiege der Entdeckung Amerikas, denn dort legten die drei Karavellen im August 1492 ab, die zwei Monate später am weit entfernten, unbekannten amerikanischen Kontinent anlegen sollten.
Der Hafen von Palos de la Frontera liegt heute im Landesinneren. Dies ist hauptsächlich durch das Erdbeben von Portugal im Jahre 1755 zu erklären, das den Küstenverlauf im Süden der iberischen Halbinsel ziemlich veränderte.
In Palos de la Frontera erinnert noch einiges an das Abenteuer der Entdeckung Amerikas.
So wurden z.B. in einem kleinen Monolith die Namen der sechzig Seemänner aus Palos, die auf Kolumbus Schiffen angeheuert hatten, eingraviert. Dieser Stein befindet sich gegenüber dem Mudejar-Portal der im 14. Jahrhundert erbauten San-Jorge-Kirche.
In der Hauptstraße des Städtchens stößt man auf das restaurierte Haus der Familie Pinzon,deren Brüder an der Entdeckungsreise teilnahmen. Hier im Haus-Museum von Franzisco Martin Pinzon gibt es nautische Instrumente, Gemälde und Karten, die mit der Entdeckung Amerikas in Zusammenhang standen.
Außerhalb der Stadt findet man noch einen unter Denkmalschutz stehenden Mudejar-Brunnen, aus dem Kolumbus den Wasservorrat für seine lange Reise schöpfte.
Weiter geht's mit dem Wagen Richtung Meer.
Nach knapp 3 km kommt erreicht man die Abzweigung zum Kloster La Rabida, das ein bisschen erhöht über dem Rio Tinto liegt.
Von hier oben hat man einen schönen Ausblick auf den Fluss,auf das am Horizont liegende Meer und auf die Grossstadt Huelva,die auf der anderen Seite des Flusses schemenhaft zu erkennen ist.
Direkt unter der Anhöhe von La Rabida liegen die Nachbildungen der drei Karavellen Santa Maria, Pinta und Nina, mit denen sich Kolumbus auf die Suche nach fernen Ländern machte.
Ein Parkplatz unter Bäumen liegt in umittelbarer Nähe zum Kloster. Hier kann man seinen Wagen im Schatten abstellen,dann gehts zu Fuss durch eine, mit verschiedenen,herrlich duftenden Blumen und Pflanzen angelegte kleine Parkanlage,direkt auf das Eingangsportal des Klosters zu.
Das Kloster liegt umgeben von Palmen strahlendweiss im Sonnenlicht.
Eine kleine Gebühr wird fällig,dann steht man im Innern des Klosters.Will man einen Audioführer haben,der über das Kloster und dessen Rolle im Leben des Kolumbus berichtet,muss man seinen Ausweis hinterlegen.
Alle Innenräume sind mit grosser Sorgfalt renoviert worden. Die kleinen Schlaf-Kammern,die damals den Mönchen dienten, sind nur mit einfachen Stühlen,Tisch und Bett ausgerüstet.
Hier in einer dieser Räumlichkeiten nächtigte einst Christoph Kolumbus, etwa um1486. Laut manchen Zeugnissen war er dort mit seinem Sohn Diego.
Hier fand er unter den Franziskanermönchen gute Zuhörer. Mit ihnen diskutierte er seine Pläne,Indien und den Fernen Osten anzusteuern.
Bevor Kolumbus im Kloster La Rabida Aufnahme fand,war er mit seinen Plänen beim Königspaar Isabel und Ferdinand gescheitert. Der Franziskanerpater Juan Perez war es dann aber, der mit Königin Isabel sprach und sie von Kolumbus Reise-Plänen überzeugte, sodass sie ihre ablehnende Meinung bezüglich Kolumbus Vorhaben aufgab. So konnte Kolumbus, mit Unterstützung des spanischen Königshauses, die geplante Reise beginnen.
Kurzbiografie des Chr.Kolumbus:
Der Seefahrer und Entdecker Amerikas Christoph Kolumbus wurde zwischen August und Oktober im Jahr 1451 geboren. Gestorben ist er starb am 20. Mai 1506 in Valladolid (Nord-Spanien), vereinsamt und verbittert.
Die genaue Herkunft des Seefahrers ist nicht bekannt. Man vermutet aber, dass Christoph Kolumbus aus Genua (Italien) stammte.
Bei seinen Entdeckungsfahrten landete Christoph Kolumbus irrtümlich in der Karibik und entdeckte damit Amerika. Da er dachte, es handelte sich um Indiens vorgelagerte Inseln, nannte er sie die Westindische Inseln.
Aber nun weiter im Kloster:
Es geht nun durch einen lichtdurchfluteten Innenhof,der von einem Kreuzgang umgeben ist. Ein Ort der Stille,der einen unweigerlich zum Nachdenken und Träumen verleitet.
Wer jemals den Film 1492 mit Gerard Depardieu als Kolumbus gesehen hat,der hat vielleicht eine Vorstellung davon, welche Gedanken einem durch den Kopf schiessen,an solch einem historischen Ort. Man verbindet den Schauspieler mit dem Original.
Hier im Schatten des Innenhofs, umgeben von duftenden Pflanzen, hat Kolumbus vielleicht einst gesessen. Genau hier wo man sich jetzt gerade befindet. Das ist schon beeindruckend! Schliesslich ist Christoph Kolumbus kein Unbekannter. Jeder kennt diesen Mann aus den Seefahrer-Geschichten. Schon in der Grundschule wird von ihm erzählt.
Nun steht man hier im Kreuzgang,und plötzlich ist man ein Teil seiner imposanten Geschichte...wenn auch nur im Geiste.
Wir kommen nun:
..durch ein grosses Besprechungszimmer,in dem der Seefahrer seine Pläne mit den Klosterbrüdern besprochen und beratschlagt haben soll.
..an kleinen Modellen vorbei,die seine drei Karavellen darstellen.
.. durch eine ehemalige Pförtnerwohnung,die verschiedene Fresken des Malers Daniel Vázquez Díaz zeigen. Hier sind Motive zu sehen sind, die sich alle mit der Entdeckung der Neuen Welt befassen.
Wieder draussen,laufen wir zurück zum Parkplatz.
Wir wollen noch einen Abstecher zum Karavellen-Kai unternehmen. Es ist nur eine kurze Fahrt durch einen Palmen-Boulevard.
Abwechselnd auf der linken und rechten Fahrbahnseite kann man hier verschiedene grosse Scheiben stehen sehen. Alle haben etwa einen Durchmesser von 2m. Auf ihnen befinden sich farbige Motive der Azteken und anderer lateinamerikanischer Ureinwohner. Farben und Gesichter in allen Variationen, dominiert werden diese Scheiben aber von der Farbe Gold.
Das sich diese Riesen-Teller in der Nähe der nachgebauten Schiffe befinden hat sicher symbolischen Charakter.
Man fährt eine grosse rechte Schleife um den Hügel von La Rabida herum,und stösst dann direkt auf das unterhalb des Klosters liegende Karavellen-Kai Museum.
Rechts neben dem zum Museum gehörenden Parkplatz steht ein neuerbautes Theater. Ich weiss es nicht genau,doch ich denke,dass man hier Stücke aus der Zeit der Entdeckungen aufführt. Leider gab es damals bei unserem Besuch keine Aufführungen und auch keinerlei Informationen. Es war Frühjahr.
Bestimmt beginnt die Zeit der Veranstaltungen erst in den Sommermonaten, wo der Zulauf an Touristen sicher grösser sein wird,und wo es abends nicht so kalt ist.
Es ist ja in den südlichen Ländern üblich,dass Konzerte,Theater und sonstige Veranstaltungen erst spät am Abend beginnen. Da sind die Temperaturen besser zu ertragen.
Gegenüber dem Theater steht das neue Museumsgebäude.
Ein paar Euro Eintrittsgeld wird man auch hier los. Doch dieser Obolus lohnt sich absolut.
Hier liegen die Nachbildungen der ersten Entdeckerschiffe in Originalgröße. Sie wurden anläßlich der 500-Jahrfeier der Entdeckung Amerikas extra nachgebaut.
Wer will, kann die drei Karavellen betreten, sich an Deck umsehen und auch mal unter Deck nachschauen, mit welcher Ausrüstung man früher die Welt umrundete.
Im Schiffsbauch sieht man Wasserfässer und Lebensmittel. Lebensgrosse Puppen, die die Besatzung darstellen sollen,erzeugen so eine realistische Atmosphäre.
Im oberen hinteren Teil der grössten Karavelle liegt die Kapitänskajüte. Zwei Puppen,angezogen als Kapitän und Matrose,im Gespräch vertieft, vermitteln einen Hauch von Entdecker-Zeiten. Ganz oben im Ausguck entdecken wir einen weiteren Puppen-Matrosen,wie er die Richtung zu einer immaginären Insel anzeigt.
Man hält es nicht für möglich,dass diese Schiffe derart klein waren. Sie hatten nur eine Länge zwischen 15 bis 30 Metern. Und 20 bis 30 Mann Besatzung hatte solch eine Karavelle. Da ist auf so engem Raum von Seefahrerromantik nicht mehr viel zu spüren. Schlafen musste die Besatzung oben an Deck oder unter Deck in Hängematten,nur der Kapitän hatte ein richtiges Bett. Bei heftigem Wellengang wurde schon mal der eine oder andere Mann über die Reling hinweggespült.
Mehrere Monate auf so einem kleinen Schiff zu verbringen,nur mit modrigem Wasser, eingesalzenem Fisch und trockenem Brot auszukommen, das war mit Sicherheit kein angenehmes Leben. Doch da diese Männer nur von Reichtum,Gold und Schätzen träumten,nahmen sie alle Strapazen die so eine Reise mit sich brachte in Kauf-auch den Tod.
Zwischen den drei Karavellen gibt es Verbindungsstege. So kann man alle Schiffe nacheinander betreten,ohne dauernd "an Land" zu müssen. Schliesslich dümpeln die Karavellen ja in einem künstlich angelegten See dahin.
Um den See herum befinden sich noch nachgebaute Siedlungen von verschiedenen Indio-Stämmen. Die Zeit sollte man sich nehmen,um alles in Ruhe anzuschauen.
Auch hier an Land findet man die lebensgrossen Puppen. In Hütten,beim Fischen,beim Jagen,beim Transporieren von Getreide,beim Waschen...
Alle Eingeborenen wurden in ihrer typischen Landestracht angekleidet.
Um ihre Hütten zieht sich Urwaldgewächs. Vogelgezwitscher, Affengeschrei, Baumrascheln,Grosskatzengebrüll und vielerlei andere Geräusche runden dieses Bild der ehemaligen Eingeborenendörfer ab.
Solche Eindrücke hatten also die Eroberer von Neuen Kontinent!
Ein kleines,typisches, mexikanisch aussehendes Dorf ist dann die Endstation durch diese Zeitreise. Weisse Häuschen,Viehställe,ein Marktplatz,all das wurde hier nachgebaut,um dem Besucher ein eindrucksvolles Bild zu vermitteln. Und das gelingt sogar sehr gut,finde ich.
Hier auf diesem Museumsgelände hat man sich wirklich viel Mühe gegeben. Alle Besucher waren beeindruckt,das konnte man sehen.
Schliesslich kann jeder im Museum noch verschiedene Dokumentationen anschauen, in Form von Filmen oder auf Papier gedruckt.
Am Ausgang des Museums befindet sich noch ein Souvenir-Shop. Hier werden alle interessanten Motive des Aussengländes auf Postkarten angeboten.
Wer irgendwann zu diesen Orten fahren möchte darf keinesfalls seinen Fotoapparat,bzw. seine Filmkamera vergessen. Es gibt jede Menge zu fotografieren.
Zum Abschluss empfehle ich noch unbedingt einen Besuch in der Stadt Moguer-kurz vor der Autobahn.
In Moguer gibt es nämlich noch einige sehenswerte Sakralbauwerke:
**die Kirche Nuestra Senora de la Granada aus dem 18. Jahrhundert,
**das Kloster Convento de San Francisco aus dem 15. Jahrhundert
**und das Kloster Convento de Santa Clara aus dem Jahr 1337. Das Kloster Santa Clara ist historisch gesehen sehr wichtig, denn hier leistete der Entdecker Christopher Kolumbus seinen Eid an die Könige.
Sollte man nach diesem anstrengenden Tag Hunger bekommen haben,so kann man hier sehr gut Tapas essen gehen.
In der Nähe der Haupt-Kirche gibt es -immer dem Geruch nach gebratenem Knoblauch folgen-ein feines Tapas-Restaurant. Hier bekommt man an die 50 verschiedene Tapas-Gerichte für je 1bis 2 Euro.
Auch das Ambiente im Lokal passt. Einfache Tische,Pferde-, Kuhgeschirre,alte Bilder,und alles was ein Restaurant sympathisch aussehen lässt,an den Wänden hängend oder in einer Ecke stehend. Grosse Weinfässer hinter dem Bartresen,eine Decke durchzogen von Holzbalken.
Von aussen unscheinbar,von innen einfach einladend.
Das Essen schmeckte köstlich (Küchengerichte waren alle hervorragend zubereitet). Der Wirt war freundlich. Es gab kein langes Warten.
Die Speisen kreuzt man einfach auf einem Zettel an,dann gibt man den Zettel einem Kellner mit. Der bringt kurz darauf viele kleine Teller mit den entsprechenden Speisen.
Der gleiche Zettel wird später zur Kasse gebracht. Man bezahlt und bekommt noch einen "Viagra" als Dankeschön -zum Abschied. Dieser ist zwar auch ein Stimmungsmacher,aber hier handelt es sich um einen leichten, selbstgemachten.... Hauswein,mit einem Hauch von Orangengeschmack. Man kann diesen Aperitiv auch kaufen; er ist sehr günstig und vielleicht ein lustiges Geschenk.
Na dann...vamos!
Ich gebe für diese Reise fünf Sterne. Der Besuch hat sich absolut gelohnt.
Die vielen Eindrücke bleiben für immer im Gedächtnis,denn solche geschichtsträchtigen Orte wie Palos de la Frontera, La Rabida, Moguer, aber auch das Freilandmuseum mit den Karavellen besucht man ja nicht jeden Tag.
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1-1 von 1 Huelva (Andalusien)
Bilder & Fotos
La Rabida-Palos de la Fronteira-Museum der Karavellen
03.01.2010
feliciano2009
SchließenPalos de la Frontera: La Rabida-Palos de la Fronteira-Museum der Karavellen
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Informationen zu Palos de la Frontera
Technische Daten und ProdukteigenschaftenKleine Stadt am Rio Tinto.
Allgemeine Informationen Palos de la Frontera
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Produktbewertung:
Allgemeine Informationen
Kategorie: Sehenswürdigkeit
Typ: Stadt
Palos de la Frontera im Vergleich
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