Jeder von uns hat an einem Ort seine Wurzeln. Dort verbrachte er seine Kindheit, lernte laufen und sprechen, ging dort zur Schule und wurde dort vielleicht sogar geboren.
Doch oft im Leben verschlägt es einem nach dem flügge werden in die weite Welt.
Zurück bleiben Erinnerungen, Freunde und Familie.
Deshalb möchte ich euch alle aufrufen, erinnert euch an den Ort eurer Kindheit und laßt alle Leser daran teilhaben. Schreibt einfach einen Bericht und würdigt damit eure Wurzeln.
Bevor es mich aus meiner alten Heimat wegzog, verbrachte ich die ersten 18 Jahre in meinem Leben alle in einem Ort, meinem Heimatort Kirschau.
Dort lebt noch meine gesamte Familie – bodenständig wie schon seit Jahrhunderten.
Bisher gab es zwei schwarze Schafe – einen Großcousin und mich die es in die Ferne zog.
Zwar erinnere ich mich gern an meinem Heimatort, aber ich gebe es zu, meine Heimat ist seit Jahren das schöne Mecklenburg, meine Heimatstadt Neubrandenburg und ich bin froh nicht mehr in einem Dorf in Sachsen zu wohnen.
Nun aber zu meinem Heimatort Kirschau.
Kirschau ist ein größeres Dorf mit etwa 3000 Einwohnern welches mitten im Oberlausitzer Bergland (Sachsen) liegt.
Größere Städte in der Nähe sind Bautzen (12 Km entfernt) und Dresden (50 km entfernt).
Im Jahre 2002 feierte Kirschau das 650-jährige Bestehen.
Durch Kirschau selbst fließt die Spree, welche unweit auch die Quelle hat. Gerade ca. 4 –5 Meter breit schlängelt sie sich durch das Dorf.
Als Junge war sie unser erstes Angelrevier und auf Reifen führten wir unsere ersten Wasserreisen durch.
Genau an diesem Ufer liegt echt idyllisch gelegen auf einem Berg eine Burgruine.
Diese Ruine war eine Raubritterburg mit Namen Körse.
Sie lag in der Nähe eines im Mittelalter großem Handelsweg, der Salzstraße.
Auf Grund der vielen Überfälle auf Handelsreisenden schlossen sich 6 große Städte zusammen und schossen die Burg ca. im Jahre 1359 in Schutt und Asche.
Was blieb ist die Ruine mit einem gut erhaltenen Hungerturm, welche in der Kindheit ein schöner Ort zum spielen war, und sie gab den Ort seinem Namen.
Aus dem slawischen Wort Körse entwickelte sich in der Zeit über dem Wort Korzym der Name Kirschau. ( so ist es eben, wenn man stille Post spielt...)
Bis zum Jahre 1845 war es ein ruhiges „Kuhdorf“mit etwa 350 Einwohner die alle an der Armutsgrenze lebten.
Doch die Landwirtschaft reichte nicht um alle zu ernähren und so begann man in einer kleinen Hausweberei aus Flachsabfällen Packleinen und Scheuertücher zu weben.
Ja und daraus entwickelte sich innerhalb von 80 Jahren eine riesige Produktion und Kirschau entwickelte sich zu einem großen Industriestandort.
Deshalb wurde Kirschau auch voller Hochachtung – Stadt der goldenen Dächer – genannt.
Die Arbeitslosigkeit war ein Fremdwort und der Verdienst lag weit über dem Durchschnitt.
Aus der kleinen Hausweberei entwickelte sich unter der Führung der Familie Friese ein riesiger Betrieb. Mit der Herstellung von billigen Decken wurde die halbe Welt sprichwörtlich zugedeckt.
Begriffe wie VEGRO, Mollidecken dürften für Ossis ein Begriff sein. Sämtliche Mollidecken und Scheuertücher der DDR entstammen aus diesen Werk.
Diese Produktion zog noch andere Gewerke mit sich. So entstanden weitere Webereien, eine Ziegelei und eine Färberei ( diese schaffte es immer einen kleinen Bach
je nach dem was gefärbt wurde mit zu färben- mal blau, rot oder grün). Zudem entwickelte sich eine Machinenfabrik in denen zu DDR-Zeiten Motoren für die Mähdrescher hergestellt wurden.
Zu DDR-Zeiten waren ca. 5000 Leute in den Vereinigten Grobgarnwerken beschäftigt.
Dazu kam auch noch die Produktion von Teppichboden die ebenfalls DDR bekannt waren.
Ich sage nur VEGROFLEX. Alles klar ihr Ossis ??
Auch heute noch wird produziert aber wenn es 200 Beschäftigte sind so ist dies viel.
Die Begründer der Wirtschaft in Kirschau bauten sich prachtvolle Villen die das Bild des Ortes prägen. In einer davon durfte ich in den Kindergarten gehen.
Ja was hat nun Kirschau heute zu bieten.
Wie schon gesagt prachtvolle Villen, ein historisches Postgebäude und für Wanderfreunde viel schöne Natur.
Kirschau ist ein idealer Ausgangspunkt für Ausflüge u.a. im Oberlausitzer Bergland, ins Zittauer Gebirge, in die Tschechei oder zur Stadt Dresden.
Es gibt ein kleines Burgmuseum und das ist echt der Hammer eine Ganzjahresbad die
-Körse-Therme- mit allem drum und dran.
Dieses Bad entstand an der Stelle eines schönen Freibades, wo ich als Kind oder Jugendlicher viele Stunden verbracht habe.
Preiswerte Übernachtungen gibt es in Privatpensionen und wer mehr dem Luxus gewohnt ist wende sich an das tolle Hotel – Zum Weber.
Für alle Bedürfnisse ist was da.
Übrigens im Kirschauer Standesamt habe ich geheiratet und das Hochzeitsessen gab es im Weber, welcher schon immer eine noble Adresse war.
Also, ich empfehle einen Besuch , schaut vorbei wenn ihr mal in der Nähe seit.
Hier noch ein Geheimtipp für einen idyllischen Spaziergang:
Einmal rund um den Schlossberg (da steht die Burgruine drauf) entlang an der Spree und vorbei an herrlichen Häusern die an einem steilen Berg kleben. Ein Traum !
In diesem Sinne vergesst nicht woher eure Wurzeln stamme und ich würde mich freuen wenn einige diesen Gedanken aufnehmen und etwas über ihren „Blumentopf“ schreiben.
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Informationen zu Kirschau
Technische Daten und ProdukteigenschaftenAusflugsziel in der Oberlausitz
Allgemeine Informationen Kirschau
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Allgemeine Informationen
Kategorie: Sehenswürdigkeit
Typ: Stadt
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