Ich lenke meinen fahrbaren Untersatz durch die engen zugeparkten Straßen der Dresdner Neustadt, von der mit Recht behauptet wird, dass hier das eigentliche Leben der City stattfindet.
Da endlich!
Einer der wenigen und überaus begehrten freien Plätze, auf welchem ich keine Ausfahrt zuparke. Hier kann das Autochen bis morgen stehen bleiben.
Und nun geht's ein Stück zu Fuß Richtung Bischofsweg 34.
Recht unscheinbar in der Häuserzeile, die noch reichlich andere Lokalitäten beherbergt, befindet sich unser Stammlokal: der keltische Pub Tir Na N'og.
__________________________________________ ____________
Holztische, Holzbänke und Holzstühle laden im oberen Teil des Lokales, in welchem sich auch der Tresen befindet, zum Bleiben ein.
Eine Treppe tiefer stehen ebenfalls noch ein paar Tische und wer will, hat die Möglichkeit zu einem Billardspiel.
Das Tir Na N'og hat täglich ab 18:00 Uhr geöffnet, aber so richtig ab geht es an den Wochenenden, wenn den Gästen mit Live-Musik von Folk über Blues bis Rock und Country eingeheizt wird.
Diese Live-Musik - dargeboten von einzelnen Künstlern oder auch Bands aus den unterschiedlichsten Ländern (Dt., England, Irland, Tschechien u.a.) - ist es auch, die uns erstens vorzugsweise an den Wochenenden und zweitens bereits um diese Zeit in den Pub zieht, denn obwohl die Musik meist erst gegen 21:00 Uhr beginnt und das Tir Na N'og bis zu 100 Gäste aufnehmen kann, ist ab 20:00 Uhr kaum noch ein Platz zu ergattern.
Nicht nur die Musik ist spitzenmäßig, auch die Karte bietet allerlei Köstlichkeiten - besonders für die Kehle ;-)
Neben den obligatorischen Bieren Guinness, Kilkenny und Murphys gibt es hier unter anderem auch das stärkste Bier der Welt: Samichlaus, das Whiskey-Malzbier: Adelscott und das französische Champagner-Bier: Jenlain.
Man kann hier natürlich auch Cider trinken und den Gaumen von 100 verschiedenen Whisk(e)ys - von einfach bis außergewöhnlich, bekannt bis rar - verwöhnen lassen.
Und natürlich bringt der Kellner auch gern einen Lagavulin, über welchen ich in einem anderen Bericht geschrieben habe.
Der Whisk(e)y wird prinzipiell nur als 2cl ausgeschenkt und wer den Whisk(e)y-Genuss richtig zelebrieren will, bekommt zum Scotch auch sein Wässerchen und sein Deckelchen.
Apropos Kellner:
Die Bedienung ist locker, freundlich und flink. Am Wochenende natürlich ständig im Stress, aber unter der Woche ist am Tresen schon auch mal mit dem Kellner ein interessantes und amüsantes Gespräch zu führen. Und wenn man Glück hat (und auf die richtige Bedienung trifft), kann es schon mal passieren, dass man am frühen Morgen mit einem Kilkenny-Glas und einem wunderschönen Keramikkrug, in welchem sich noch ein kleiner Rest Edradour befindet (ein lecker 10jähriger Single Malt Scotch), nach Hause geht ;-)
Hunger?
Natürlich gibt es auch was für den Magen, wenngleich hier der Umfang des Angebotes bei weitem nicht mit dem des Whisk(e)ys konkurrieren kann:
Von Irish Stew (ca. 5€) über verschiedene Toasts, Salate, Garnelen-Spieß (ca. 4,50€) bis zu gebackenen Bohnen in Tomatensoße (ca. 3€) reicht das Angebot.
Auch an den Live-Musik-Abenden ist der Eintritt frei. Die Gage wird über die Getränke-Preise reguliert, die während der Veranstaltung bestellt werden und dann 50 Cent mehr kosten.
Die Athmosphäre ist entspannt und urig, das Publikum sehr gemischt: Von jung bis reif trifft sich hier alles, was Whisk(e)y, gute Musik
und interessante Gespräche zu schätzen weiß.
___________________________________________ ___________
03:00 Uhr früh.
Angeregt lassen wir den Kellner ein Taxi bestellen und uns nach Hause fahren.
Eine tolle Nacht in einem tollen Pub war zu Ende.
Bis zum nächsten Mal im Tir Na N'og, dessen Name übrigens 'Land der Jugend' bedeutet.
...