Platz 58 in der Kategorie "Dresden". Die Kirnitzschtalbahn ist eine Überlandstraßenbahn in der Sächsischen Schweiz in Sachsen. Die Bahn verkehrt von Bad Schandau durch das landschaftlich ...mehr
OVPS Kirnitzschtalbahn Test, Erfahrungen und Testberichte vom Verbraucher
"Eine romantische Fahrt mit der etwas anderen Straßenbahn"
ein Testbericht von IngeborgFeustel2009-05-15 13:04:30vom 15.05.2009Empfehlung: ja
Vorteile: historisch, wundervolle Natur, auch für Kinder ein Erlebnis
...Nachteile/Kritik: nix
"Eine romantische Fahrt mit der etwas anderen Straßenbahn"
Die Kirnitzschtalbahn - In der Sächsischen Schweiz
1.Lage
2.Geschichte
3.Fahrpreise, Kontakt und anderes Wissenswertes
4.Service
5.Persönlicher Bezug
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1. Lage
In dem kleinen Städchen Bad Schandau beginnt die Fahrt der Kirnitzschtalbahn. Bad Schandau ist eine circa 3000-Seelen Stadt im Nationalpark Sächsische Schweiz. Dieser liegt in Sachsen etwa 40 km östlich von Dresden. Von dem Kur- und Erholungsort Bad Schandau sind es nur noch wenige Minuten zur tschechischen Grenze. Ein Ende des Städtchens mündet in das romantische Kirnitzschtal, welches zum größten Teil im Nationalpark Sächsische Schweiz liegt. In Circa fünf Gehminuten vom Bad Schandau Stadtzentrum ist die Kirnitzschtalbahn bequem zu erreichen. Das Auto kann man auf dem Elbeparkplatz oder im günstigen Parkhaus (an der B172, von Dresden aus kommend auf der linken Seite, 30m vor dem Markt) abstellen. Von da aus läuft man an der B172 über den Markt und geradeaus weiter durch die Bergmannstraße. An der Kreuzung des Hotel Lindenhof biegt man links ab und nach 50m geht's rechts weiter. In 200m erreicht man dann die Haltestelle der Bimmelbahn.
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2. Geschichte
Bereits 1893 gab es die ersten Pläne für eine Bahn von Bad Schandau zur tschechischen Rainwiese. Aus wirtschaftlichen Gründen entschied man sich gegen eine Dampflok und für einen Elektroantrieb. Da auch die Strecke zur Rainwiese als unwirtschaftlich erachtet wurde, plante man nun eine Bahnstrecke von Bad Schandau zum Lichtenhainer Wasserfall zu schaffen. Dieser Wasserfall liegt etwa 8 km von Bad Schandau entfernt und ist ein beliebtes Ausflugsziel.
1898 war es dann soweit. Die Kirnitzschtalbahn wurde zu Pfingsten das erste Mal in Betrieb genommen. Sie diente ausschließlich als Ausflugsbahn und fuhr nur in den Sommermonaten von Mai bis Oktober. Damals gab es sechs Triebwagen mit verglasten Fenstern und sechs Beiwagen, allerdings nicht mit Glas in den Fenstern sondern nur mit Vorhängen. Jene Wagen wurden von Busch in Bautzen hergestellt.
Ein verheerender Brand vernichtete 1927 das Straßenbahndepot, welches etwa drei Kilometer von Bad Schandau entfernt, direkt an der Bahnstrecke liegt. Auch alle Wagen wurden bei diesem Brand vernichtet. Allerdings reagierten die Zuständigen schnell und erhielten von der Lößnitztalbahn Leihweise Wagen damit der Betrieb weitergehen konnte. Schon 1928 konnten diese wieder zurückgegeben werden. Die Kirnitzschtalbahn hatte nun neue Trieb- und Beiwagen von MAN.
Durch den zweiten Weltkrieg wurden die Ersatzteile knapp und die Kirnitzschtalbahn fuhr 1945 nur noch auf Verschleiß. Daraufhin wurde der Betrieb kurzweilig eingestellt, konnte aber glücklicherweise noch im selben Jahr wieder aufgenommen werden ohne größere Zwischenfälle.
Als dann im Jahr 1969 ein schwerer Unfall geschah bei dem die Fahrgäste auf Grund eines umstürzenden Triebwagens allesamt verletzt wurden, dachte man ernsthaft über eine dauerhafte Stilllegung der historischen Straßenbahn nach. Dieser Gedanke wurde zum Glück verworfen.
Eine besondere Ehre wurde im Jahre 2007 den Triebwagen Nr. 5 und dem Beiwagen Nr. 12 zu Teil. Dies waren die Wagen in denen Frau Kate Winslet ihre Schaffnertätigkeit in dem bekannten Kinofilm "Der Vorleser" nachging. Zu diesem Zweck wurden die Wagen extra farblich hergerichtet und nach Görlitz transportiert. Das schöne leuchtende gelb verschwand und ein
schmutziges beige wurde den Wagen auferlegt.
Für die Bahnfans habe ich hier noch einen kleinen Überblick über die Geschichte der Wagen und über die, die jetzt im Einsatz sind:
"1977 übernahm man 5 Triebwagen der Lockwitztalbahn, welche nach deren Stillegung nicht mehr benötigt wurden. Die Fahrzeuge wurden von 1938 bis 1944 für Erfurt gebaut, darum nannte man sie auch Erfurter. Diese Fahreuge bekamen 1984/85 Kupplungen für normale Einheitsbeiwagen. 1984 kamen die heiß ersehnten Einrichtungsbeiwagen des Typs B2-62 im Depot an. Bei diesen Beiwagen wurde der Leipziger Wagenkasten auf ein Fahrgestell eines Hallenser Fahrzeugs gesetzt. Von 1985 bis 1990 wurde die Kirnitzschtalbahn rekonstruiert, was von 2003 bis 2004 wiederholt wurde. Inzwischen wurden die "Erfurter" durch Gothawagen (Zweirichtungstriebwagen) aus Plauen und Zwickau ersetzt,welche mit den Beiwagen in den Neunziger Jahren modernisiert wurden. Der Versuch, Niederflurwagen zu beschaffen scheiterte an den Kosten und daran, dass die Fahrzeuge nicht in die Landschaft passten. Letztmalig sah ein Hallenser Niederflurfahrzeug das Kirnitzschtal 1998 mit einem historischen Triebwagen aus Plauen i.V. - zum hundertjährigen Bestehen der Bahn."
gemopst von der Seite http://kirnitzschtalbahn.de.tc/
Fahrzeiten: Von April bis Oktober fährt die Bahn ab 9:30 Uhr bis 19:00 im Halbestunden-Rhythmus dabei sind drei Triebwagen unterwegs mit einer unterschiedlichen Anzahl an Beiwagen (nach Bedarf). In den Wintermonaten sollte man sich vor Fahrantritt nach den Zeiten nocheinmal genau erkundigen. Bis jetzt war es immer so, dass die Bahn dann nur im Abstand von eineinhalb Stunden fuhr.
Fahrpreise:
Einzelfahrt für den Erwachsenen 3,50 Euro
Einzelfahrt für den Ermäßigten 2,00 Euro
(Ermäßigungen: Kinder von 6 bis einschließlich 14 Jahren; Auf der Kirnitzschtalbahn gelten die Zeitkarten des VVO-Tarifes entsprechend ihrer zeitlichen und räumlichen Gültigkeit. Die Mitnahmeberechtigung von Personen auf Zeitkarten sowie gültige Tageskarten berechtigen zur Nutzung eines ermäßigten Fahrscheines der Kirnitzschtalbahn; Kinder unter sechs Jahren und Schwerbehinderte Menschen gemäß SGB IX werden unentgeltlich befördert.
Tageskarte 6,00 Euro / Erm. 3,00 Euro
Zuschlags Traditionsverkehr 1,00 Euro / Erm. 0,50 Euro
Gruppenfahrschein 2,50 Euro pro Person / Erm. 1,50 Euro pro Person
Der Nachteil ist, dass die Strecke zwar unterbrochen werden kann, aber bei nochmaligem Zustieg erneut der Fahrpreis fällig ist. Für derartige Unternehmungen sollte man sich lieber für eine Tageskarte entscheiden. Bei geplanten Gruppenfahrten ist es nötig dies vorher anzumelden, wobei es da natürlich auch möglich ist eine historische Bahn zu mieten.
Die Kirnitzschtalbahn ist mit "einer Linie" der kleinste Straßenbahnbetrieb Deutschlands der in einen Nationalpark einfährt.
Die Bahn hält neben der ersten und der Endstation an weiteren acht Stationen. Diese sind Ausgangspunkte zu vielen schönen Wanderungen direkt im Nationalpark, wie zum Beispiel Winterberg, Schrammsteine, Affensteine, Kuhstall um nur ein paar wenige zu nennen.
Eine weitere Besonderheit der Kirnitzschtalbahn ist ihre Stromversorgung. Den circa 30 % des Energiebedarf stammt aus der Sonnenenergie.
Ein kleiner Steckbrief von der Internetseite www.ovps.de:
"Technische Daten:
Streckenlänge 8 km
Spurbreite 1000 mm
4 Triebwagen und 6 Beiwagen
(Baujahr alle um 1960)
3 historische Triebwagen
1 historischer Beiwagen"
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4. Service
Der Service der Kirnitzschtalbahn ist meiner Meinung nach ausgezeichnet. Die Fahrer sind sehr nett und auskunftswillig. Eine Frau macht die Ausnahme in dieser Frauenrunde. Nein, natürlich nicht in der Freundlichkeit, nur im Geschlecht. In den Sommermonaten an besonders betriebsamen Tagen werden die Fahrer/in beim Kassieren der Fahrgelder von einer Schaffnerin unterstützt.
Gruppenfahrten werden bei Voranmeldung immer gern entgegen genommen und dann ist es eben auch mal möglich, dass eine Bahn nur für diese Gruppe fährt.
Wir fahren besonders gern zu Weihnachten mit der Bahn. Das ist zu Heilig Abend schon eine Tradition geworden. Weil dann nämlich nicht ein normaler Straßenbahnfahrer die Wagen steuert sondern der Weihnachtsmann persönlich. Dies ist für meine Tochter (noch ;-) ein ganz besonderes Erlebnis.
An besonderen Feiertagen wie zum Beispiel das bevorstehende Pfingsten werden die historischen Wagen, zum Teil festlich geschmückt für den Publikumsverkehr eingesetzt.
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5. Persönlicher Bezug
Da ich im Kirnitzschtal aufgewachsen bin, ist die Straßenbahn ein großer Bestandteil meiner Kindheitserinnerungen. Wir Kinder haben sie nicht als Ausflugsbahn genutzt sondern sind damit in die Schule gefahren. Einen großen Bezug habe ich allerdings auch deshalb dazu, weil mein Vater einst ein Straßenbahnfahrer war und meine Mutter die dazugehörige Schaffnerin. Dort begann ihre Geschichte und daher auch meine.
Jeder Winkel im Kirznitzschtal ist mir bekannt und ich liebe diese Gegend sehr.
Man muss sich eine Fahrt in der Bahn so vorstellen. Nachdem man durch das kleine Städtchen Bad Schandau geschlendert ist und nun zur Haltestelle kommt sieht man diese schönen alten gelben Wagen. Man steigt ein, ein lautes Klingeln ertönt, die Türen schließen ebenfalls so laut und eine holprige Fahrt beginnt. Anfangs sind links und rechts noch Häuschen zu sehen. Die Fahrt geht entlang des kleinen Baches Kirnitzsch. Wer genau beobachtet und hinschaut, entdeckt gemauerte Flößerstellen. Schon ab dem Mittelalter wurde die Kirnitzsch zum flößen der Holzstämme genutzt. Um so weiter man in das Tal hineinfährt umso enger wird es manchmal. Nach allen Seiten grünt es. Man sieht die Bach plätschern und spürt Idylle. Es rumpelt die ganze Fahr über. Aber mittlerweile haben die Wagen bequeme gepolsterte Sitze. Leider! Aus meiner Kindheit kenne ich noch die lackierten Holzsitze. Das hatte seinen ganz eigenen Scharm. Aber ich glaube in einer historischen Bahn kann man diesen Scharm noch erleben.
Auch wenn die Kirnitzschtalbahn für mich in der Hinsicht nichts besonderes mehr ist, freue ich mich trotzdem immer wieder über die Gelegenheit einer Fahrt. Genauso überkam mich auch der Stolz, als es hieß, dass die Bahn durch Hollywood bekannt werden würde. Was für eine Ehre. Es gibt ein Bild mit meiner Tochter und der Filmbahn, welches ich Euch hier zur Ansicht mit einstelle.
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Mein Töchterchen in Kate Winslets Filmbahn des Vorlesers.
15.05.2009
IngeborgFeustel
SchließenOVPS Kirnitzschtalbahn: Mein Töchterchen in Kate Winslets Filmbahn des Vorlesers.
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Informationen zu OVPS Kirnitzschtalbahn
Technische Daten und ProdukteigenschaftenDie Kirnitzschtalbahn ist eine Überlandstraßenbahn in der Sächsischen Schweiz in Sachsen. Die Bahn verkehrt von Bad Schandau durch das landschaftlich reizvolle Kirnitzschtal bis zum Lichtenhainer Wasserfall.
Allgemeine Informationen OVPS Kirnitzschtalbahn
gelistet seit: 15.05.2009Bewertung durch unsere Mitglieder