Die Skisaison ist jetzt voll im gange und ich meine das Örtchen Steibis ist immer einen Bericht und einen Besuch wert.
Für mich war Steibis jedoch immer mehr als ein Urlaubsort, denn wir hatten dort 12 Jahre eine Berghütte gemietet und ich war dort so gut wie zu Hause. Man kann schon fast sagen, dass es meine zweite Heimat war.
Doch wo liegt Steibis überhaupt?
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Nicht jeder wird das Örtchen kennen! Es liegt natürlich im schönen Allgäu.
Am ehesten bekommt man eine Vorstellung wenn ich es so beschreibe: Kempten – Oberstaufen – Richtung Lindau und dann kurz nach Oberstaufen links abbiegen, durch Weissach durch und dann geht es hinauf nach Steibis. Ja, es geht hinauf, und das ziemlich steil und um zwei enge Kurven. Im Winter erlebten wir an dieser Bergstraße schon die tollsten Sachen die mir heute Angst machen, wenn ich da zurückdenke.
Steibis in einer Höhe von 861 Metern der höchste Berg dort ist der Hochgrad mit einer Höhe von 1833m.
Zum Ort selber:
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Zum ersten Mal wurde Steibis Urkundlich im Jahre 1451 erwähnt. Es war und ist immer noch das größte Eingangstor zum größten, zusammenhängenden Sennalpengebiet Bayerns. Die Erschließung dieses Alpengebietes begann schon im 12. Jahrundert. Bis ins 20. Jahrhundert blieb Steibis ein Bergbauerndorf. Erst nach dem ersten Weltkrieg begann die Wandlung zum Ferien und Wintersportgebiet.
1947 wurde die erste Skischule von der Olympiasiegerin
Christel Cranz- Borchers in Steibis gegründet.
1950 wurde die Imbergbahn gebaut, auf die ich später eingehe.
1967 bekam Steibis die staatliche Anerkennung zum Luftkurort.
1973 Inbetriebnahme der Hochgradbahn.
1989 Bau eines Golfplatzes.
Dies aber nur kurz, denn es sollte ja hier um das Skigebiet gehen und Skifahren kann man in Steibis den ganzen Tag.
Meine Mutter schimpfte immer, Steibis sei ein Schneeloch und der Winter dauert dort von Mitte Oktober bis April. Sie hasste die Winter dort, denn wir mussten uns immer zur Hütte freischaufeln. Uns machte das einen Heidenspaß und vor allen Dingen Durst auf Jägertee. Schneesicher ist es in Steibis auf alle Fälle. Für den Notfall gibt es dort auch Beschneiungsanlagen.
Die Ski – Arena erstreckt sich über ein weites Gebiet und bietet für jeden etwas. Gute Skifahrer werden wohl den Hochgrad anstreben. Auf den Gipfel fährt man mit einer 4er Gondel, die aber nicht ganz billig ist. Im Sommer zahlten wir schon vor drei Jahren 9.—DM pro Person, also ca. 4.50 Euro.
Der Hochgrad bietet alle Abfahrten, blau, rot und schwarz.
Möchte man es etwas ruhiger dann ist die Fahrt mit der Imbergbahn ein Muss. Das ist ein 1er Sessellift und die letzte ihrer Art im Allgäu. Die Fahrt zur Bergstation dauert ziemlich lange und ist wirklich nur bei niederschlagsfreiem Wetter zu machen. Man sitzt über 15 Minuten im Lift, der eine herrliche Fahrt bereitet. Oben angekommen sieht man sich einer Vielzahl von Schleppliften gegenüber und man kann wahre Routen fahren.
Ich möchte Euch aber einen Geheimtipp verraten, der vor drei Jahren noch nicht so bekannt war und eine andere Variante des Liftens bietet. Ich hoffe nur, dass er noch in Betrieb ist.
In der Nähe von Steibis gibt es ein kleines Örtchen mit gerade
mal 4 Häusern und 2 Wirtschaften, das nennt sich Schindelberg. Dort kann man sein Auto abstellen und losliften. Die Lifttour beginnt bereits beim „Adam“ und der hat was besonderes.
Da handelt es sich um einen Lift der von einem Dieselmotor angetrieben wird. 5 Leute stehen nebeneinander und halten sich an einer Stange fest. Zwischen den Beinen hat man einen Lederriemen mit einem Teller am Hintern. Jetzt heißt es Beine zusammendrücken, festhalten und sich auf die Piste konzentrieren, denn wenn der Liftführer gut drauf ist, dann geht es ganz schön schnell nach oben. Das macht einen Heidenspaß, doch leider ist die Fahrt sehr kurz. Oben angekommen kann man entweder wieder runterfahren, oder man kann weitertouren. Aber dazu muss man erst mal um den Hügel laufen (geht mit Skiern) und Schuß nach unten fahren, dann gelangt man zum Bärenloch –lift. Gute Fahrer können weiter auf die Fluh. Dort ist es sehr buckelig und steil. Mir hat sie einmal gereicht, die Abfahrt war mir zu schwarz.
Wer sich über Preise erkundigen möchte, dem empfehle ich folgende Seite im Internet: www.touristik.de/Bayern/Oberstaufen/imbergbahn.htm
Auch für Langläufer ist dort bestens gesorgt. Bei uns an der Hütte führte direkt eine Langlaufloipe vorbei und wir mussten immer lachen, wenn sie mit ihren wackeligen Skiern den kleinen berg mehr hinunterpurzelten, als fuhren.
In Schindelberg bei Steibis gibt es auch einen idealen Übungshang und eine Skischule ist Vorort. Die Piste dort wird auch regelmäßig gewalzt und wenn man zuviel Tempo drauf hat, kann man direkt auf die Wirtschaft „Starennest“ zufahren. Dort gibt es außerdem Fremdenzimmer.
Nebenan gibt es noch eine weitere Gaststätte, den Weichsler, der ebenfalls Fremdenzimmer anbietet.
Die aktuellen Preise kann ich Euch leider nicht nennen, da ich seit 3 Jahren nicht mehr in dieser Gegend war. Meine Eltern haben ihren Alterssitz in das Allgäu verlegt, aber nicht in diese Ecke. Da bietet sich für mich eine andere Gelegenheit zum Skifahren.
Abschließend kann ich nur sagen, dass Steibis für jeden Skifahrer etwas bietet. Egal ob Anfänger oder Fortgeschrittener, es gibt dort für jeden die passende Piste.
Ach ja: Beinahe hätte ich das Wichtigste vergessen.
In Steibis gibt es leider nur die Möglichkeit zum Apres`Ski in eine Hotelbar oder nach Schindelberg in eines der zwei Gaststätten zu gehen.
Im Ort davor, in Weissach gibt es eine Enzianhütte, in der immer was los ist.
Vom Zitterspieler bis zum Tanz wird dort immer für gute Laune gesorgt.