Flohmarkt Köln City
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Platz 63 in der Kategorie "Köln". Typ: sonstiges / ...mehr
Bewertung: Kundenbewertung 4,00 / 5,00 (4.0 von 5)

Flohmarkt Köln City Test, Erfahrungen und Testberichte vom Verbraucher

krawallo

52 mal im Jahr Schnäppchenjagd...

ein Testbericht von 2009-01-04 22:12:01 vom 04.01.2009
Empfehlung: ja
Vorteile: sehr günstige Einkaufspreise, günstige Standmiete für Köln, freundliche Stimmung, keine Neuware, gute Anbindung zur Bahn...
Nachteile/Kritik: etwas viel Sperrmüll wird noch als Ware angeboten, für Verkäufer niedriges Preislevel
Als ich vor einigen Jahren die mittelhessische Provinz verließ, um in der rheinischen Metropole Köln mein Glück zu versuchen, gelangte mein Augenmerk schnell auf das reichhaltige Angebot an Flohmärkten, die an den verschiedensten Tagen geöffnet sind und mit den ausgefallensten Waren mein Interesse wecken. In Köln kann man quasi jeden Tag einen Trödelmarkt besuchen und trifft dort auf die unterschiedlichsten Handelswaren, kuriosesten Menschen und ihre besonderen Geschichten.


Meine besondere Empfehlung gilt dem Kölner Stadtflohmarkt am Unicenter in der Kölner Innenstadt. Ein Muss für jeden Schnäppchenjäger, eine lohnenswerte Abwechslung für neugierige Köln-Touristen, ein Ziel für Familienausflüge, und ein heiliges Datum für eine Vielzahl von Sammlern und Bummlern.



:::: Öffnungszeiten ::::
Regulär beginnt der Markt um 8 Uhr morgens und soll laut Veranstalter bis 16 Uhr gehen. Meiner Erfahrung nach kann man schon weitaus früher (ab ca. 5 Uhr) ein- und verkaufen, bei besonders gutem Wetter erstreckt sich die Öffnungszeit sogar bis fast 18 Uhr.

Jeden Samstag, " 52 mal im Jahr...", wie der Veranstalter auf seinen wenigen Plakaten wirbt (was aber genau genommen gar nicht stimmt, denn durch Feiertage fallen zwei Samstage weg), von 8 bis 16 Uhr, wird auf dem Parkplatz vor dem großen Hochhaus des Unicenters an der Universitätsstraße quasi alles angeboten was nicht niet- und nagelfest ist.

Der beeindruckende riesige Wohnblock ist bereits aus weiter Entfernung zu erblicken, daher ist es recht einfach den Trödelmarkt zu finden. Das Unicenter- Hochhaus mit an der Luxemburger Straße Ecke Universitätsstraße wurde vor etwa 30 Jahren erbaut, und gehört mit seinen über 1000 Wohnungen noch heute zu einem der größten Wohngebäude Deutschlands.



::::: Die Lage des Kölner Stadtflohmarkt :::::
Die Lage des Kölner Stadtflohmarkt kann man fast als zentral bezeichnen, da die Anbindung an die öffentlichen Verkehrsmittel besonders gut, und die Parkmöglichkeiten im Umfeld des Flohmarkts mit Abstrichen vorhanden sind. Mit etwas Glück findet sich neben dem Marktgelände eine kostenlose Abstellmöglichkeit für das Auto, wer hier keinen Erfolg hat schaut sich in den vielen Seitenstraßen um, und nimmt einen kurzen Fußmarsch in Kauf. Wer einen etwas längeren Spaziergang von ca. 20 Minuten (ab Neumarkt) in Kauf nimmt, kann sich auch zu Fuß unproblematisch am Flohmarkt einfinden.

Die Anbindung mit den öffentlichen Verkehrsmitteln ist jedenfalls erstklassig, denn sowohl die Linie 9 (Haltestelle Universität), als auch die Linie 18 und 19 (Haltestelle Weisshausstraße) sind unmittelbar vom Trödelmarkt entfernt.



::::: Verkauf :::::
Ich habe hier bereits dreimal auf dem Kölner Stadtflohmarkt meinen Keller entleert und Dinge zum Verkauf angeboten, die für mich keinen Wert mehr hatten. Alles in Allem ist das Preisgefüge im untersten Bereich, hier sind in erster Linie Schnäppchenjäger als Kunden zu erwarten - daher empfehle ich hier auch keine hochwertige Ware anzupreisen, da man kaum größere Preise erzielen kann.

Die ersten Profi-Händler beziehen schon zeitig ab vier Uhr in der Frühe auf dem Parkplatz ihre meist üblichen Plätze, welche sich größtenteils in der ersten Reihe befinden. Der Kölner Stadtflohmarkt erstreckt sich über 3 etwa 150m lange Reihen, die bei sonnigem Wetter meist schon vor 6 Uhr komplett belegt sind. Wer seine Waren zum Verkauf anbieten möchte sollte daher rechtzeitig Vorort sein, um einen der begehrten Standplätze zu ergattern. In den kälteren Jahreszeiten und bei Regen ist der Markt entsprechend der Verkaufsstände kleiner, erstreckt sich meist immerhin noch über zwei Reihen.

Die Standmiete kassieren meist gutgelaunte und überwiegend freundliche junge Damen in roten Regenjacken. Dazu laufen die Mädchen quer durch die Stände und kassiert für jeden laufenden Meter 9,00€, plus 10,00€ Pfand, den man problemlos wiederbekommt, wenn nach Abbau des Standes die genutzt Fläche sauber übergeben wurde. Damit wird verhindert, das die Leute ihren Ramsch den sie nicht verkaufen konnten einfach wegwerfen und aus dem Markt ein Sperrmüll entsteht. Die Standmiete gehört zu den günstigeren Angeboten, an den Sonntagströdelmärkten werden in Köln bis zu 15,00€ je Meter genommen, die man auch erst mal erwirtschaften muss.


>>> Meine Tipps für Verkäufer:
Der frühe Vogel fängt den Wurm! Wer sich wirklich einmal als Verkäufer versuchen mag, der sollte in erster Linie früh am Platze sein. Wer an guten Tagen nach 6 Uhr kommt kann meist gleich wieder nachhause gehen, da alle Plätze belegt sind und das Ordnungspersonal einen konsequent an der Zufahrt hindert.

Je weiter man seinen Stand vom Unicenter entfernt aufstellt, um so früher kommt Ihr in den Genuss von Sonnenstrahlen, da die Sonne hinter dem Unicenter aufgeht und bis zum Mittag sehr viel Schatten wirft.



::::: Shopping :::::
Der Vorteil des Stadtflohmarkts am Unicenter zu anderen Trödelmärkten in Köln ist die Tatsache, das dort keine Neuwaren angeboten werden dürfen, worauf das Ordnungspersonal durch Rundgänge freundlich aber bestimmt kontrolliert. Da hier ausschließlich gebrauchte Waren angeboten werden dürfen, die zum Teil unsortiert und vernachlässigt aufgebaut werden, kann man mit etwas Glück und Verhandlungsgeschick unter der Vielzahl der gebrauchten Güter ein echtes Schnäppchen machen, oder seine Sammlung kostengünstig vergrößern.

Weil die geteerten Gehwege großzügig in der Breite bemessen wurden, können Eltern ihre Kinder problemlos mit zum Trödelmarkt nehmen, da das Gedränge nicht zu groß ist und man sich auch mit Kinderwagen recht unkompliziert bewegen kann.


Besonders gebrauchte Markenkleidung und alte Schallplatten finden hier häufig neue Besitzer, aber auch diverse 70er-Jahre Lampen, moderne Kleinmöbel, zusammengeschraubte Fahrräder, preisgünstiger Modeschmuck, Haushaltswaren jeder Art, unzählige Kartons mit Büchern und Comics, echte Antiquitäten jeder Stilrichtung, Briefmarken und andere Sammlerwaren werden hier in aller Regelmäßigkeit feilgeboten. Ein großer Teil der Stände hat in meinen Augen zwar überwiegend Sperrmüll als Waren im Angebot, aber dennoch gibt es erstaunlicherweise meist bei diesen Ständen die größten "Schätzchen" zu machen.

Besonders skurril fand ich das auffällige Karnevalskostüm, welches jemand um die närrischen Tage für 25,00€ anbot: Ein Kostüm aus Stoff, Holz und Pappe von über 2m Größe in der Form eines Hammers! Wie gut, das es den dazugehörigen Nagel mit ca. 70cm Größe gleich für 10,00€ hinzu gab, mit dieser Verkleidung hätte man unter Garantie für viel Aufsehen gesorgt. Leider haben ich niemanden gefunden, der den Nagel spielen wollte, daher habe ich mich gegen den Kauf des Hammers entschieden.


Die Preise sind zum großen Teil frei abzusprechen, nur ein kleiner Teil der Verkäufer hat seine Waren ausgezeichnet, daher ist es sicher von Vorteil, wenn man mit etwas Verhandlungsgeschick und ein wenig Frechheit an die Käufe herangeht. Das allgemeine Preisniveau würde ich als niedrig bezeichnen, da der Großteil der Händler Privatverkäufer sind und die Waren in erster Linie loswerden wollen.


>>> Meine Tipps für Käufer:
Mit einem Lächeln und einem freundlichen Wort lässt sich zudem auf einer viel besseren Verhandlungsbasis aufbauen. Eine Vielzahl der Verkäufer misten ihren Keller aus, ziehen in eine neue Wohnung um und sind in einigen Fällen schon über kleines Geld glücklich. Wer ein Elektrogerät kaufen mag, kann dies bei der Marktleitung auf Funktionstüchtigkeit überprüfen, dafür wurde eigenes ein Elektroanschluß besorgt.

Häufig lohnt auch eine kurze Stippvisite nach 14 Uhr, da dann viele Anbieter ihre Verkaufswaren einfach nur loswerden wollen und sie zum Teil sogar kostenlos weitergeben.



::::: Publikum :::::
Neben dem bunten, gemischten Flohmarkt- und Sammlerpublikum finden sich auf dem Kölner Stadtflohmarkt auffällig viele junge Leute ein, und auch der Anteil der Homosexuellen ist hier natürlich nicht ganz unerheblich. Die Mischung ist teilweise sehr skurril, aber doch in erster Linie auffällig harmonisch und freundlich. Hier kauft und verkauft quasi jeder, da spielt das Alter genauso keine Rolle, wie die soziale Herkunft oder die Sprache.

Alles in Allem macht dies auch die positive Atmosphäre aus, die man regelmäßig samstags dort erleben darf. Durch die zusammen gewürfelte Aneinanderreihung der Verkaufs-Stände und ihre dazugehörigen Verkäufer ergeben sich skurrile Kombinationen der Standnachbarschaften, von Menschen, die sich im "normalen Leben" niemals über den Weg gelaufen wären.
Da auch die Käuferschicht sehr verteilt und mit unterschiedlichen Kaufgründen auflaufen, ergibt sich im Laufe eines Vormittags im Minutentakt unkomplizierter Handel zwischen bis dato wildfremden Privatpersonen. Durch einen dieser lockeren Handel auf dem Kölner Stadtflohmarkt hat sich schon manch positiver und interessanter Kontakt ergeben und haben sich im Laufe der Zeit zu Freundschaften entwickelt.



::::: Kulinarisches :::::
Möchte man sich etwas Abstand zum Trubel nehmen, gönnt man sich einen kleinen Abstecher zu den allesamt empfehlenswerten und erprobten Ständen mit kulinarischen Genüssen. Quasi inmitten des ganzen Trubels befindet sich eine kleine Ansammlung von Verkaufsständen des Veranstalters, die sich ausschließlich um das leibliche Wohl des Publikums kümmern.

Besonders der kleine Kaffeewagen sollte unbedingt besucht werden, mehr als ein Geheimtipp ist der frisch zubereitete Milchkaffee und die belegten Schinkenbrötchen.
Gegenüber davon können im Sommer, bei karibischen Klängen, gutgemixte fruchtige Cocktails und Kölsch aus der Flasche genossen werden. Die kleine Suppenküche bietet in erster Linie rustikale Bioküche an und ist mir mit 4,00€ je Teller eine Spur zu teuer. Die aufgereihten Biertische jedoch laden förmlich zum längeren Verweilen und plauschen ein, die vorhandene aktuelle Tagespresse macht die Pause fast zum zweiten Frühstück..


>>> Mein Tipp für Feinschmecker:
Der Crepestand ist ab etwa 8 Uhr geöffnet und macht einen vorzüglichen Crepe mit Nutella und Banane für 2,00€! Die Cocktails schmecken gut, sind erbärmlich dekoriert und waren mir vom Geschmack zu hochprozentig, als ich einmal an zwei Drinks naschte.
Gegen Ende kann ich dem Kölner Stadtflohmarkt nur eine Höchstbewertung aussprechen und empfehle die wöchentliche Veranstaltung in jedem Fall weiter. Ich besuche ihn sooft dies geht und rate jedem Köln-Touristen, sich das Spektakel einmal anzuschauen und anbei eventuell noch einen guten Fang zu landen.



:::: Fazit ::::
Meiner Empfehlung zum Kölner Stadtflohmarkt solltest Ihr beim nächsten Besuch in der Rheinmetropole unbedingt wahrnehmen. Neben der angenehmen Stimmung, den kulinarischen Leckereien und der für mich praktische Lage, ist es vor allem die günstige Verkaufsware, die mich regelmäßig zu Trödeln einläd.
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Produktbewertung:Kundenbewertung 4,00 / 5,00 4
Bewertung Testbericht:sehr hilfreich
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Informationen zu Flohmarkt Köln City

 
Allgemeine Informationen Flohmarkt Köln City
gelistet seit: 17.01.2006
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